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u m m. E Hanau.
1888.
Bienſtag den 17. April.
N 45.
Oberheſſiſcher Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
ürreisblatt ſur den Areis Friedberg.
Erſcheint dreimal wöchentlich und zwar Dienſtag. Donnerſtag und Samſtag.
1
Annoncen: die einſpaltige Petitzeile 15 Pf., lokale
auswärtigen Einſendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben),
Anzeigen und behördliche aus dem Kreiſe 11 welchen der Betrag nicht b
Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg koſtet 9 Pf
eee Annoncen von eigefügt iſt, werden ſtets per Poſt nachgenommen.
Erledigung. Mein Ausſchreiben gegen Fried Friedberg den 14. April 1888.
Amtlicher Theil.
rich Quant von Kreſſendorf hat durch Polizeſdiener Schr
nidt in Aſſenbelm ſeine Erledigung gefunden Der Großherzogliche Amtsanwalt. Kolb
Deutſches Reich. Darmſtadt, 14. April. Der Erbgroß—
von Schwartzkoppen nach Berlin abgereiſt, um das Offiziers⸗-Examen abzulegen.
Berlin, 13. April. Der Kaiſer wurde geſtern von einer beängſtigenden Athemnoth heimgeſucht, ſo daß ein Wechſel der Canüle
nothwendig geworden war. Dieſerhalb wurden Profeſſor Bergmann und Dr. Bramann nach Charlottenburg berufen. Während Dr. Bramann bei dem Kaiſer verblieb, kehrte Profeſſor Berg— mann Abends nach Berlin zurück, um dem Kron—
ſchlüſſel, 10
lefinitiv als beſeitigt anzuſehen ſein.
79 burger Nachrichten“ bringen ein Berliner Tele—
nend geantwortet hatten. 1
kranten Heirathsprojects nachgegeben habe. Man
ten ergriffen und mlt bewegter Stimme aus—
prinzen und dem Reichskanzler Bericht zu er ſtatten. Die letzte Nacht hatte der Kaiſer gut verbracht. Er ſtand heute Morgen um 8 Uhr auf, fühlte ſich ſehr gekräftigt und machte eine Spazierfahrt nach Berlin. Die„Kreuzzeitung“ ſchreibt bezüglich des Aufalles: Die Athmungs— beſchwerden waren durch eine Anſchwellung be— dingt, welche ſich unterhalb der Mündung der Canüle gebildet hat. Da Mackenzie dieſem zeit— weilig zu ernſten Beſorgniſſen Anlaß gebenden Zuſtande gegenüber rathlos war, ſo mußte Profeſſor Bergmann in größter Eile herbeige— rufen werden, dem es denn auch in kurzer Zeit ge— lang, dem Kaiſer durch Einführung einer längeren Canüle Erleichterung zu bringen. Es muß als ein zroßes Glück angeſehen werden, daß es moͤglich par, Bergmann ſo ſchnell aus Berlin zur Stelle zu ſchaffen und es iſt dem Vernehmen lach Vorſorge getroffen, daß er ſelbſt oder Or. Bramann in Zukuuft ſtets zur Verhütung ihnlicher Zufälle ſofort zur Hand ſein werden. — 15. April. Der Kaiſer hatte in Folge mehr— achen Huſtenreizes eine wenig befriedigende Nacht! ind fand erſt gegen Morgen ruhigeren Schlaf. L— Die Ausführungsbeſtimmungen zum Stell— ertretungserlaß ſind erfolgt. Dieſelben ſollen genau beſtimmen, in welchen Angelegenheiten die Stellvertretung zu erfolgen hat. Eine allgemeine Stellvertretung des Kaiſers durch den Kron— 1 wie ſolche in der Stellvertretungsordre es Kaiſers Wilhelm vorgeſehen war für die beiten der Behinderung, iſt durch den Stell— ſertretungserlaß des Kaiſers Friedrich ausge— ſchloſſen.
— Nach der„Poſt“ dürfte die Kanzlerkriſis Dieſelbe heilt nämlich mit, daß die Kaiſerin den Be— denken des Fürſten Bismarck bezüglich des be—
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zählte, die Kaiſerin habe beide Haͤnde des Fur—
gerufen:„Ich opfere das Glück meiner Tochter uf dem Altar des Vaterlandes“. Die„Ham—
Famm, nach welchem mehrere Perſonen, insbe— endere hochſtehende Diplomaten, unter der Hand ud ohne Vorwiſſen des Kaiſers ſondirt worden ten, ob ſie die Nachfolgerſchaft übernehmen gärden und welche ſämmtlich unbedingt ab—
— Die Meldung, daß der Plan beſtanden tte, dem Fürſten Alexander von Battenberg in prenßiſches Armeecorps zu übertragen, wird
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herzog iſt heute in Begleitung des Hauptmanns,
geordnete habe darin die Vermuthung ausge—
als eine tendenziöſe Erfindung zurückgewieſen; es ſei hoͤchſtens die Frage erörtert worden, ob dem Prinzen das Commando einer Cavallerie— Brigade übertragen werden konne.
— Der„Centralverein für Hebung der Fluß und Canalſchifffahrt“ will bei dem Kaiſer ein Immediatgeſuch einreichen, wonach zu Ehren des verſtorbenen Kaiſers dem Nordoſtſeecanal der Name„Kaiſer-Wilhelm-Canal“ beigelegt wer— den ſoll.
— Die Königin von England wird am zwei Tage verweilen.
— Die dem Abgeordnetenhauſe zugegangene Nothſtands-Vorlage fordert 34 Million Mark, wovon 20 Million zur Gewährung von Staats— beihülfen an einzelne Perſonen und Gemeinden, 8 Million zur Herſtellung der Deiche und Uferwerke, 4 Million zur Herſtellung beſchä— digter Staatsbahnen und 2 Million zu an— deren fiskaliſchen Bauten als erforderlich er— achtet werden. Die Beihülfen können ohne die Auflage der Rückgewähr bewilligt werden. Der ganze Betrag wird auf dem Wege einer An— leihe durch Veräußerung eines entſprechenden Betrags von Schuldverſchreibungen aufgebracht.
— Nach einer Meldung aus Paris erzählt Rochefort im„Intranſigeant“, er habe zur Zeit der Schnebele-Affaire von Clemenceau einen aus Berlin eingegangenen Brief erhalten, der von einem Reichstagsmitgliede, einem erbitterten Feinde des Reichskanzlers, unterzeichnet war. Der Ab—
ſprochen, daß ein Ueberfall in acht Tagen un vermeidlich ſei und verſichert, daß der Hinter halt von Pagnuy eine vorüberlegte Provokation geweſen ſei. Einer ſolchen Beſchuldigung eines deutſchen Reichstagsmitgliedes gegenüber, ſagt das„Fr. J.“ ſehr richtig, muß man verlangen, daß der Name des Briefſchreibers genannt wird,
Ausland.
Oeſterreich-Ungarn. Wien. Die Kai— ſerin von Oeſterreich kommt zu langerem Aufent— halt nach Baden-Baden.
14. April. Kronprinz Rudolf iſt heute zur Juſpicirung der Truppen nach Ungarn ab— gereiſt.
— Die Beſorgniß einer öſterreichiſchen Cabi netskriſis wegen der Branntweinſteuer iſt als beſeitigt zu betrachten. Der Kaiſer berief näm— lich heute die polniſchen Abgeordneten. Jaworski appellirte an den Patriotismus der Polen rück— ſichtlich äußerer Angelegenheiten; in Folge deſſen acceptirte der Polenclub die Steueranträge.
— 13. April. Die heute im Abgeordneten— hauſe eingebrachte Wehrvorlage beſtimmt Folgen— des: Die Mannſchaft des erſten Jahrgangs der Reſerve, ſowie die drei jüngſten Aushebungs— jahrgänge der Erſatzreſerve koͤnnen, wenn be— ſondere Verhältniſſe es erfordern, nach der Maßgabe und auf die Zeit des Bedarfs auf Befehl des Kaiſers zur aktiven Dienſtleiſtung eingezogen, jedoch nur ſo lange praͤſent gelaſſen
25. d. M. in Charlottenburg eintreffen und
welche in Folge zu berückſichtigender Umſtände vom regelmäßigen Präſenzdienſt enthoben bezw. der Erſatzreſerve überwieſen ſind. Die zur aktiven Dienſtleiſtung für mindeſtens zwei Mo— nate herangezogenen Reſerviſten bleiben während der weiteren Reſervedienſtpflicht von jeder Waffen⸗ übung befreit. Das Geſetz wird wirkſam vom Tage der Kundmachung ab.
Norwegen. Chriſtiauna. Das Storthing nahm die Zollerhöhung für Spiritus an; die Erhöhung tritt ſofort in Kraft.
Belgien. Brüſſel. Die außerordentlichen Staatseinnahmen pro 1888 ſind mit 7 Millio— nen veranſchlagt, die außerordentlichen Ausgaben auf 52 Million. Das Manko ſoll durch eine Anleihe gedeckt werden. OSGroßbritannien. London, 15. April. Der Deputirte O'Brien wurde wegen einer am letzten Sonntag in Longhrea gehaltenen Rede in Kingſtown verhaftet. Serbien. Belgrad. Hieſigen Meldungen zufolge beſchloß der Miniſterrath der Skup⸗ ſchtina die Uebernahe des Tabakmonopols in die Staatsregle vorzuſchlagen.
— Wie aus Florenz gemeldet wird, gedenkt die Königin Natalie von Serbten Italien in den erſten Maitagen zu verlaſſen und ſich mit dem Kronprinzen und ihrem Gefolge zunächſt zu mehrtaͤgigem Aufenthalte nach Wien zu be— geben.
Bulgarien. Sofia. Der Wiener Corre— ſpondent der„Times“ berichtet nach einem Telegramm von hier, Jemand aus der Umge⸗ bung des Prinzen Ferdinand habe erklärt, ſelbſt der ſchärfſte diplomatiſche Druck werde den Prinzen nicht veranlaſſen, Bulgarien zu ver— laſſen, und ſei er feſt entſchloſſen, nur der Ge— walt zu weichen. Der Prinz ſei mit dem ge⸗ genwärtigen Cabinet unzufrieden; die Beibehal— tung desſelben hänge von der Sobranje ab.
Aus Stadt und Land. Friedberg, 16. April. Eine erſchütternde Trauer— kunde haben wir unſeren Leſern mitzuthetlen Reallehrer Blickhahn dahter, bekanntlich ein in allgemeinſter Achtung ſtehender vortrefflicher, hochbegabter und gewiſſenhafter Lebrer und Menſch, hat in einem Anſalle geiſtiger Um— nachtung heute in der Lahn bei Gießen den Tod geſucht und wahrſcheinlich auch gefunden. Die Kleider mit einem Zettel fanden ſich in einem Kahn, nach der Leiche wird noch geſucht R. Friedberg. Von Intereſſe für unſere Leſer— kreiſe dürfte es ſein, daß freiwillige Gaben an Lebensmitteln zum Verzehr, an Kleidungsſtücken, Decken und ähnlichen Bedürfniſſen, welche zur Unterſtützung der nothleidenden Bevölkerung in den von den Ueberſchwem mungen betroffenen Gebteten beſtimmt ſind und von Staats- oder Communalbehörden, Kreisvereinen oder anderen Wohlthätigkeitsvereinen aufgegeben und an ſolche Behörden oder Vereine gerſchtet werden, bis auf Weiteres frachtfret befördert werden. Die betreffenden Frachtbnefe muͤſſen mit dem Vermerk verſehen ſein;„Fretwillige Gaben für die nothleidende Bevoͤlkerung iin.. 4 Die in Betracht kommenden Kreiſe oder Ortſchaften ſind alle, welche in oder on dem Ueberſchwemmungsgebiet der Elbe zwiſchen Wittenberge und Hitzacker, der unteren Weichſel und Nogat und der Warthe bei Poſen belegen ſind, ſowle alle uͤbrigen, inzwiſchen durch Ueberſchwem mungen heimgeſuchten Geblete in den Provinzen Oſt⸗ und Weſtpreußen, Poſen, Brandenburg und Pommern.
werden, als dieſelben den erwähnten Jahrgängen angehoͤren. Hiervon ſind diejenigen ausgeſchloſſen,
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Freiwillige Gaben von Kohlen und Koks werden bis zum Ablaufe dieſes Monats gegen die Hälfte der tarif⸗
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