Beilage.
Deutſches Reich. Darmſtadt, 12. Dez. Prinz Alexander hat zumeiſt ruhig geſchlafen. Tagsüber wurde noch oͤfter Nahrüng genommen, jedoch ſchwinden die Kräfte merklich. Am Nachmittag hat Prinz Alexan— der auf ſeinen Wunſch das heilige Abendmahl em—
dei pfangen.— 13. Dezbr. Seit heute Vormittag
rung 10 ½ Uhr iſt die ganze Familie um den Prinzen
Linder, z verſammelt, deſſen Auflöſung ſtündlich erwartet 8057= atel wird.
Darmſtadt. Der Finanzausſchuß der zwei—
f 5 ten Kammer wird Donnerſtag, 20. d. M., mit f den Vertretern der Regierung Sitzungen ab— 51 halten, in welchen folgende Gegenſtaͤnde zur » HBerathung gelungen: Anſtellung eines zweiten „Direktors an der Strafkammer in Darmſtadt;
N R Feſtſetzung der Miethpreiſe der die Dienſtaufſicht führenden Amtsrichter; Anſtellung eines zweiten
6 1 Fabrikinſpectors; Bewilligung von 1800 M. für deinen weiteren Aſſiſtenten der chirurgiſchen Klinik
1 in Gießen; Uebernahme des Gymnaſiums in
Laubach zu Laſten der Staatskaſſe; Abtretung der ſogen. Seewieſe an die Stadt Friedberg; 23 Uebertragung der für eine Finanzperiode zur laufenden Unterhaltung bewilligten Credite auf die folgende Finanzperiode; der Bau von Neben— bahnen im Großherzogthum.
Berlin. Kaiſer Wilhelm II. ſoll, wie der „H. G.⸗A.“ mittheilt, gegenwärtig mit der Ab— faſſung einer Beſchreibung ſeiner Reiſen nach Petersburg, Stockholm und Kopenhagen beſchäf— igt ſein. Dem Werke, das vorläufig nur im ö
F. Neſte, dierhr⸗ d und Fennobe⸗
Original erſcheinen ſoll, werden zahlreiche Skizzen don den Flottenmanövern beigefügt werden, die vas kaiſerliche Geſchwader unter der Leitung des Monarchen auf der Oſtſee ausgeführt und die kaiſer Wilhelm ſelbſt entworfen hat. Auch nehrere von Marinemaler Saltzmann, der den kaiſer auf ſeiner nordiſchen Reiſe begleitet hat, geſchaffene Seebilder werden dem Werke ein— verleibt werden. — 13. Dez. Der Großherzog und der Erb— ſroßherzog von Mecklenburg⸗Strelitz ſind beute kus Neuſtrelitz hier eingetroffen und im könig— chen Schloſſe abgeſtiegen. — 13. Dez. Der Bundesrath beſchloß in einer heutigen Sitzung, das Einführungsgeſetz zum Entwurfe des bürgerlichen Geſetzbuches und ter Grundbuchordnung zu veröffentlichen. Berlin, 12. Dec. Der Reichstag berieth leute in erſter Berathung den Antrag Hitze, letr. den Befähigungsnachweis. Metzner be— gründete den Antrag, der dem immer mehr zu—
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ale kickgehenden Handwerke aushelfen ſolle. Der
Beg hierzu ſei die Beſchränkung der Gewerb ſeiheit. Ackermann erklärt die Realiſirung buppen- Artie geſes Antrages für ein dringendes Bedürfniß.
Duvigneau ſprach namens der Nationallibe— mlen gegen den Antrag. Nicht von Staats— hlfe, ſondern von Selbſthilfe des Handwerker— ſundes ſei die erwünſchte Beſſerung zu erwarten.
a hrohme erklärt ſich ebenfalls gegen den An Actterbäuſck ag. Gerade die Innungen ſollte der Reichs— 3 ig beſchränken. Nach mehreren perſönlichen Söllner Lemerkungen und Schlußworten der Antrag— Fler Hitze und Kleiſt⸗Retzow war der Gegen—
Joſtln fand in erſter Leſung beendet. Da Commiſ— el ſonsberathung nicht beantragt wurde, findet die I ibeite Leſung demnächſt im Plenum ſtatt.—
6. Dez. Der Reichstag trat heute in der erſte KAſung des Genoſſenſchaftsgeſetzes. Dr. Schenk l begrüßte die Vorlage freudigſt, bemängelte aber ti Beſtimmungen über die Geſchäftsführung, ei Anſammlung des Reſervefonds und das Um— Ugeverfahren. Staatsſekretär v. Schelling allärte, die Einführung der ſtaatlichen Revi— igen ſei ein unabweisbares Bedürfniß geweſen. De Regierungen ſeien weit davon entfernt, in de wirthſchaftlichen Fragen der Genoſſenſchaften elzudringen; ſie könnten ſich aber der Thatſache licht verſchließen, daß die beſtehenden Verbände
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Genoſſenſchaften keinem Reviſionsverbande an— gehoren. Die Regierungen müßten ſich daher auch das Beſtaͤtigungsrecht bei der Reviſion vor— halten. Sie ſeien aufrichtigſt beſtrebt, die ge— deihliche Entwickelung der Genoſſenſchaften zu fördern, aber auch der Gewiſſenloſigkeit und dem Leichtſinn zu begegnen. v. Mirbach und Enneccerus ſprechen ſich für die Vorlage aus, letzterer, indem er als Vorzüge der Vor— lage die Einführung der beſchränkten Haft, die beſſere Sicherung der Mitgliedſchaft, die Beſſe— rung des Umlageverfahrens und die Einführung der Reviſionspflicht hervorhob.— Die Budget— Commiſſion des Reichstags genehmigte den Etat des Reichsamts des Inneru unverändert und die Gehaltserhöhung des Staatsſekretärs des Innern einſtimmig.
— Daß man an maßgebender Stelle den Zuſammenbruch der Oſtafrikaniſchen Geſellſchaft nicht will, im Gegentheil dieſelbe zu halten be— abſichtigt, ſchreibt das Fr. I, ſteht außer Zweifel; doch wird die Geſellſchaft eine gründliche Aende— rung bezuglich der Perſonen vorzunehmen haben, welche bisher an ihrer Spitze geſtanden haben. — Der Strafantrag gegen die„Freiſinnige Zeitung“, wegen Nachdrucks aus den Tage⸗ büchern Kaiſer Friedrichs, iſt zurückgenommen worden.
Leipzig. Die Nachricht, daß die Vorun— terſuchung gegen Geh. Rath Dr. Geffcken wegen der Veröffentlichung des Tagebuchs Kalſer Fried— richs aus dem Jahre 1870/71 nach mehr als zweimonatlicher Dauer zum Abſchluß gelangt iſt, wird der„Lib. Corr.“ beſtatigt. Das Reichs— gericht hat nunmehr über die Erhebung der Anklage zu entſcheiden. Wie behauptet wird, haͤlt man in juriſtiſchen Kreiſen die Erhebung einer Anklage auf Landesverrath auf Grund des§ 92 des Strafgeſetzbuchs auch jetzt noch für unmöglich.
Ausland. Schweiz. Bern, 12. Dec. Der National— rath berieth heute die Handels-Verträge
Ergebniß der Unterſuchung über das Eiſenbahn⸗ unglück bei Borki vor. Sechs Beamte ſind wegen Fahrläſſigkeit angeklagt. Man glaubt, der Zar werde die weitere Verfolgung ein⸗ ſtellen laſſen.
Amerika. Chicago. Einer Londoner Mel— dung von hier zufolge zerſtorte eine Höllen-Ma⸗ ſchine theilweiſe die bekannte Schuhfeld'ſche Deſtil⸗ lerie. Es herrſcht in der Stadt in Folge dieſer neuen Schandthat große Panik. a
Afrika. Sanſibar, 11. Dez. Die Portu⸗ gieſen kündigen die Ausdehnung der Blockade vom Fluſſe Rovuma bis Pomba Bai im 13. Grad ſüdlicher Breite an, gepaart mit einem Verbote der Einfuhr von Waffen und Munition in die Provinz Mozambique.
Aus Stadt und Land.
? Friedberg. Wie eine Annonce in der nächſten Nummer des„Anzeigers“ noch mitthellen wird, ſoll die Monats Verſammlung des hieſigen Local-Vereins des „Evangeliſchen Bundes“ für Dezember am nächſten Mitt— woch in dem ſchönen, und durch Herausnehmen einer Zwiſchenwand weſentlich vergrößerten Gaſtſaal der„Her⸗ berge zur Heimath“ von Abends 8 Uhr ab ſtattfinden. Ein eigentlicher Vortrag ſoll dabei nicht gehalten werden, ſondern die Zuſammenkunft mehr einen geſelligen Cha⸗ rakter tragen. Immerhin werden aber einige Mitthei⸗ lungen aus dem„Bundes“ Gebiete erfolgen, und wird Gelegenheit zu gegenſeitigem regen Gedanken-Austauſch geboten ſein.
2 Friedberg. Auch in dieſem Jahre wieder ſoll eine, wenn auch in beſcheideneren Formen gehaltene, Weih⸗ nachts-Beſcheerung in dem„Feierabend für Lehrlinge“, und zwar am Sonntag den 23. Dezember, gehalten wer⸗ den. Kleine Gaben an Backwerk, Aepfeln und Nüſſen, oder an entſprechenden Geldbeträgen werden ſowohl von Mitgliedern des hieſigen„Evangeliſchen Vereins“ als auch von anderen Freunden des„Feterabends“, insbeſondere aus den Kreiſen der Handwerksmeiſter und Lehrherrn, ſeitens der ſchon früher Genannten, ins beſondere von Kauf⸗ mann G. Schwarz, mit Dank entgegengenommen werden.
Friedberg. Vergangenen Samſtag hielt der Ge⸗ ſangverein Frohſinn ſein erſtes diesjähriges größeres Wintervergnügen im Hötel Trapp ab. Das reiche und manigfache Programm fand durchgängig eine ſehr gute Erledigung. Henry Kruſe ſpielte einige Celloſolt vorzüg⸗ lich und bewies beſonders durch die glänzende Wieder⸗ gabe des ſchwierigen 1. und 2. Satzes aus dem Coneert
mit(A-moll) von Rubinſtein ſeine hohe Künſtlerſchaft, Reichen
Deutſchland und Oeſterreich-Ungarn. Die Ver- und wohlverdienten Beifall fand auch Frl. Angnes Jenſer
treter der Landwirthſchaft ſprachen ſich für die
Ablehnung der Verträge aus. Der Vertrag mit Oeſterreich-Ungarn wurde jedoch vom
Nationalrath mit 92 gegen 34 Stimmen, der— jenige mit Deutſchland mit allen gegen 10 Stim men angenommen.
— Die Bundesverſammlung wählte Hauſer— Zürich(radikal) zum Mitgliede des Bundes rathes, als Bundespräſidenten für 1889 Ham mer⸗Solothurn(conſervativ) und als Vicepräſi— denten Ruchonnet-Waadt(radikal).
Holland. Haag, 10. Dezember. Geſtern Nacht fanden hier ernſte ſozialiſtiſche Tumulte ſtatt. 600 Sozialiſten überſielen das katholiſche Vereinshaus, in dem Pfarrer Brouwen einen Vortrag hielt, mißhandelten die verſammelten Zuhörer, trieben Spott mit der Büſte des Papſtes, zertrümmerten alle Tiſche und Bänke und ſchlugen die Fenſterſcheiben ein. Die her beigeeilte Polizei mußte mit Säͤbeln auf die wüthenden Sozialiſten einhauen. Zahlreiche Per— ſonen wurden verwundet. Die Polizei nahm viele Verhaftungen vor.
Frankreich. Paris, 13. Dez. Kammer. Der Handels-Vertrag mit Griechenland wurde, obwohl Goblet denſelben befürwortete, mit 268 gegen 257 Stimmen abgelehnt. Der Grund der Ablehnung iſt auf Beſchwerden der Weinberg— Beſitzer im Süden wegen der Einfuhr von Ro—
vom Raff-Conſervatorium in Frankfurt. Die Sängerin welche über einen geſchulten Sopran verfügt, brachte die Lieder in lieblicher und ſicherer Weiſe zum Vortrag. Die Begleitung zu ſämmtlichen Soli lag in den bewähr— ten Händen des Seminarlehrers Gatzert, welcher ſich ſeiner Aufgabe in meiſterhafter Weiſe entledigte. Vielen Beifall errangen ſich auch die Chorlieder, die unter J. Marguth's Leitung in exakter und verſtändnißvoller Weiſe zu Gehör gebracht wurden. Den Schluß des Programms machte das Theaterſtück„Der Sänger“, ein Liederſpiel v. Benedix, in welchem flott geſpielt und ſchön geſungen wurde. Wir wollen hoffen, daß der ſtrebſame Verein uns recht bald wieder einen ſolch ge⸗ nußreichen Abend bietet.
f. Friedberg. Sonntag den 16. Dezember, Nach— mittags 1 Uhr, findet die General-Verſammlung des Vereins der Brennerei-Beſitzer Heſſens im Hötel Trapp dahier ſtatt.
i. Nieder⸗Wöllſtadt. Nächſten Sonntag den 16. d. M., Nachmittags 3 Uhr, findet im„Heſſiſchen Hof“ dahier die diesjährige General-Verſammlung des Wet— terauer Sängerbundes ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen: Beſtimmung des nächſtjährigen Feſtortes ſowie Auswahl des Chorliedes; Angabe der Stärke der ein— zelnen Vereine(aetive und paſſive Mitglieder); Be— rathung einzelner Anträge; Zahlung der Beiträge pro 1889. Es wird erwartet, daß alle Bundesvereine ver— treten ſind.
o. Okarben. Der hieſige Kriegerverein iſt laut Beſchluß der letzten General Verſammlung zum Landes- verband der Kriegerkameradſchaft„Haſſta“ beigetreten.
r. Bad Nauheim, 8. Dee. Der hieſ. Kur und Verſchönerungs Verein, welcher 213 Mitglieder zählt, hielt am Samſtag Abend im Saale des Hötel Sprengel ſeine 21. General-Verſammlung ab. Der ſtellvertretende Vorſitzende, Lehrer Wagner, eröffnete die Verſammlung mit einem kurzen Rückblick auf die erfolgreiche Thätig⸗
ſinen zurückzuführen. Türkei. Konſtantinopel. Die Nachricht, Rußland habe eine Vermehrung ſeiner Flotte im Schwarzen Meere beſchloſſen, beunruhigt hier außerordentlich und dürfte die Vermehrung der türkiſchen Flotte im Gefolge haben.
Rußland. Petersburg. Der„W. Allg. Ztg.“
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ü die Reviſionen nicht ausreichen, weil zu viele * f— 14
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keit des Vorſtandes. Hlerauf erſtattete Santtätsrath Dr. Müller den Rechenſchaftsberſcht. Die von Stadt⸗ kämmerer Grünewald vorgelegte Jahresrechnung ſchloß ab mit einer Einnahme von 1043 M. 15 Pf. und einer Ausgabe von 1497 M. 25 Pf., ſomit iſt eine Ueber⸗ zablung von 454 M. 10 Pf. vorhanden. Buͤrgermelſter Wörner bemerkte hierbei, daß wenn der Verein auch Schulden habe, dies doch den Vorſtand nicht abhalten dürfe, Ausgaben im Intereſſe des Bades zu beſtreiten.
zufolge legte der Procurator dem Zaren das
Bei der ſodann ſtattgefundenen Wahl von 9 Vorſtands⸗
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