Belgien. Brüssel. Der Finanzminister gibt Ende April für 52 Millionen Franes Schatz— bous aus.
Großbritannien. London, 10. April. Unterhaus. Der Sprecher theilte dem Hause mit, er habe durch Lord Salisbury eine Mit— theilung von dem Grafen Hagzfeldt erhalten, wonach der deutsche Reichstag am 19. Maͤrz elnstimmig ausgesprochen habe, daß der Ausdruck der Verehrung der Kammer der Gemeinen an— laͤßlich des Dahinscheidens Kaiser Wilhelm's und der Theilnahme an dem Schmerze des deutschen Volkes uberall in Deutschland Sym— pathie hervorgerufen und den Beweis freund— licher Beziehungen zwischen beiden Voͤlkern ge— liefert habe.
— 11. April. Lord Salisbury hielt gestern in Carnarvon eine Rede, in welcher er die Ueberzeugung aussprach, alle Herrscher Europas seien auf das Eifrigste bemüht, Conflikten vor— zubeugen, worin die Zeitumstände die Volker hineinziehen könnten. Es sei aller Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß diese Bemühungen erfolgreich seien.
— 12. April. Bei dem gestrigen Jahres— essen des hiesigen deutschen Hospitals theilte der Lordmajor de Keyser, welcher den Vorsitz führte, mit, er habe bereits 40,000 M. für die Ueber— schwemmten nach Berlin gesandt. Man duͤrfe hoffen, der Hilfsfonds werde eine Höhe erreichen, welche der britischen Nation würdig sei und der in England allgemein empfundenen Theilnahme entspreche.
Spanien. Madrid, 12. April. Die Kammer lehnte den Antrag der republikanischen Minorität zu Gunsten der Amnestie für politische Vergehen mit 154 gegen 28 Stimmen ab, nachdem der Mi— nisterpräsident Sagasta dagegen gesprochen hatte.
Türkei. Konstantinopel, 12. April. Der Empfang des deutschen Botschafters v. Radowitz durch den Sultan, welcher gestern Zwecks der Ueberreichung der neuen Creditive stattfand, gab auf Seiten des Sultans zu einem so eminenten Ausdrucke freundschaftlicher Gefühle für den deutschen Kaiser Aulaß, daß man in diploma— tischen Kreisen dies besonders bemerkte.
Rußland. Petersburg. Der Regierungs— senat entschied über die im Wege einer Be— schwerde angefochtene Verordnung des Gouver— neuers von Livland, wonach Eingaben in deut— scher Sprache weder von Gemeindeämtern, noch von Gerichten zugelassen wären, dahin, daß diese Verordnung begründet ist, indem die russische Sprache als Staatssprache zu gelten habe und die deutsche Sprache nur im internen Verkehre der betreffenden Korporationen der Ostseepro— vinzen zulässig sei.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Die neueren Berichte aus dem Ueberschwemmungsgeblet lassen erkennen, daß das Unglück ein viel bedeutenderes ist, als man zu Anfang annahm. Das fortdauernd schlechte Wetter macht die Noth nur noch größer. Das Elend ist namentlich im Weichselgeblet ganz unbeschreiblich. Unsere Mitbürger werden daher an— gesichts der steigenden Nolhlage nicht verfehlen, die am Sonntag stattfindende Abendunterhaltung zum Besten der
Ueberschwemmten recht zahlreich zu besuchen, besonders da das Programm einen genußreichen Abend verspricht.
Friedberg. Ortskrankenkasse. Wenn wir heute einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 1887 werfen, so konnen wir dasselbe ein— im allgemeinen— günstiges nennen. Ist zwar auch in dlesem Jahre der gesetzlich bestimmte Reservefond(welcher bis zur Höhe der durch— schnlttlichen Ausgaben des letzten Rechnungsjahres an— zusammeln ist) nicht erreicht worden, so haben wir doch M. 419.19 gegen M. 302.44 im Jahre 1886, mithin M. 116.75 mehr übrig behalten. Im Januar vergangenen Jahres hatten wir 337 männliche, 63 wetbliche, zusammen 400 Mitglieder. Im Laufe des Jahres traten ein 456 männliche, 31 welbliche, zusammen 487 Mitglieder. Aus- schieden 446 männliche, 15 weibliche; gestorben sind 2 männliche, 1 weibliche, so daß sich der Gesammtabgang auf 464 Personen beläuft. In Folge dessen waren Ende Dezember 1887 noch 345 männliche, 78 weibliche, zu— sammen 423 Personen Mitglieder unserer Kasse. Er— krankungen haben wir bei männlichen Personen 76, bet weiblichen 8, zusammen 84; Unfälle bei männlichen Per— sonen 23, im Ganzen also 107 Fälle zu verzeichnen. Krankengelder haben wir an männliche Personen für 1882 Tage, an weibliche Personen 316 Tage, für die Unfälle 273 Tage, im Ganzen für 2473 Tage bezahlt Hiervon wurden 35 Krankheitsfälle bet männlichen Per sonen, 2 bei weiblichen Personen und 7 Unfälle bet männ lichen Personen, zusammen 44 Fälle im Hospital behandelt. Vereinnahmt wurden an Ruͤckständen M. 225.66, an Zinsen M. 24.68, an Eintrittsgeldern M. 100., an Bei— trägen M. 4185.69, an Ersatzlelstungen Dritter M. 32.79, an sonstigen Einnahmen M. 32.02, an Ueberschuß aus dem Jahre 1886 M. 302.44, zusammen M. 4903.28; verausgabt wurden an die Aerzte M. 1360.30, für Arznet M. 618.60, für Krankengelder M. 878.98, für Sterbegelder M. 84., für Verpflegungskosten im Hospital M. 918.25, für zurückbezahlte Gelder M. 5.35, für Ver— waltungskosten M 545., für sonstige Ausgaben M. 73.61, zusammen M. 4484.09, wonach sich ein Ueberschuß von M. 419.19 ergtbt.
Allerlei.
Augsburg, 11. April. Seit gestern herrscht hier kolossaler Schneefall. Die Trambahn hat den Verkehr eingestellt; der Verkehr ist nach allen Richtungen gehemmt.
Langendorf, 6. April. Die Elbe steigt wieder rapide auf den überflutheten Flächen und drängt auf bereits wasserfretl gewordenen Stellen wieder vor. Da von der Saale und Oberelbe stets erhebliches Wachsen gemeldet wird, steht hier eine neue Hochfluth unmittelbar bevor.
Elbing, 6. April. Auch gestern war die Weichsel wleder gesttegen, und damtt wurde denn auch das Sig- nal zum Ausziehen für viele Besitzer gegeben. Man hatte auf das Fallen in jeder Stunde gerechnet und sah sich getäuscht. Für die Dauer kann man aber das Vieh nicht unterhalten, auch halten es die Menschen nicht aus, in ungebeizten Räumen bei kalter Küche über Wasser Tag und Nacht zu ecamplren. Man fuͤrchtet schon jetzt sehr, daß Epidemien zum Aus bruche kommen werden. In der Stadt sind neun Straßen unter Wasser gesetzt.
Handel und Berkehr.
Bußbach, 11. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00—0.00., Käse per Pfd. 40—45 Pf., Eier 2 St. 11 Pf.
Frankfurt, 10. April. Heu- und Stroh Markt. Heu kostete pro 100 Kilo M. 7.60— 9.20, Stroh pro 100 Kilo M. 4.80— 5.40, Butter pro 50 Kilo M. 90 bis 95., Eter das Hundert M. 4.60- 5., Erbsen 100 Ktlo M. 17.50— 21.50, do. geschälte M. 20.— 30., Linsen M. 28.—45., weiße Bohnen M. 19.—23., Mohrrüben 50 Kilo M. 6.— 7, Kartoffeln pro 100 Kilo M. 6—7., neue Malteser Kartoffeln 50 Kilo M. 11.— 12., Endivien 100 Stück M. 20.—25., Kopfsalat M. 25.—50., Peter- silten per Pfd. M. 1.80, Feldsalat 15—20 Pf., Spinat 50—80 Pf., Romainsalat M. 0.70— 1.00, dicke frische Spargel per Pfund M. 2.— 4. Suppen Spargel per Päckchen 40— 50 Pf., Sellerteköpfe per Stück 15 bis 25 Pf., Zwlebeln per Pfd. 15 Pf., Rothkraut per Stück 30-40 Pf.
Frankfurt, 12. April. Weizen ab unserer Um⸗ gegend M. 18½— ½, frei hler M. 18%, fremde Sor⸗ ten M. 18—20½, Roggen hiesiger M. 14, Könlgsberger M. 13½—½¼, russische Sorten ebense, Gerste M. 16 bis 17½, mittel M. 14— 15, Hafer M. 18 7/4, la. M. 14— 14, Raps M. 25— 26, Wicken la. M. 13½ bis 9/4— 14, alte M. 12, Mals La Plata M. 13%, mixed M. 14—½.
Frankfurt, 12. April. Vlehmarkt. Der heutige Kälbermarkt war zwar sehr gut befahren, doch fehlte es an prima Waare. Am Platz waren und wurden verkauft 586 Stück zu Preilsen von 40—55 Pf., für sehr schoͤne Waare auch zu 60 Pf. das Pfd. Schlachtgewicht. Ochsen war noch ein kleiner Rest vom Montagsmarkt vorhanden, der zu den früheren Prelsen abging.
Für die Ueherschwemmten
gingen ferner an Gaben ein: Von H. S. 40 M., Unge⸗ nannt 8 M., Ungenannt 2 M., C. Walter, Bauernhelm, 3 M., T. B. 5 M., Pfarrer Heßler, Nieder-Florstadt, 2 M. Um weitere Gaben wird freundlichst gebeten. Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.
Geld Cours. Frankfurt am 12. April 1888.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstücke 16. 18 16. 10 do.„ 16. 12 16. 09 Englische Sovereigns 20. 82 2 Russische Imperiales. 16. 71 16% Ducaten. 14 9. 58 9. 48 „ a ee, 9. 54 Dollars in Gold 4. 20 4. 16
Brodpreise vom 16. April bis 1. Mai. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad⸗Nauheim und Butzbach unverändert,
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. April bis 1. Mai. g Nach eigener Angabe der Metzger.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert, In Bad Nauheim kostetidas 1 Kilo Cervelatwurst M. 1.40.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. Misericordtas dom in!. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Ur. Weiffen bach. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½½ Uhr: Herr Pfarrer Münch aus Ober—
Rosbach. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin. Am Sonntage Jubilate Abendmahl in der Burgkirche.
Katholische Gemeinde. Samstag von 5 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 5/7 Uhr: Austheilung der hl. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Chrtstenlehre und Andacht.
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Zu spät erkennen oft Lungen-, Keblkopf- und Magen leldende, daß sie ihren Letden durch rechtzeitigen Gebrauch der Sodener Mineral-Pastillen eine rasche Wendung zum Besseren hätten geben können Immerhin haben sogar tiefgreifende Leiden durch diese Mineral-Pastillen eine Linderung und bei anhaltendem Gebrauch, sowle richtiger Dlät auch Heilung gefunden. Herr Dr. med. Auer aus Landshut schreibt: Ich habe die Sodener Mineral⸗Pastillen bei einer 52jährigen Kranken, welche an hartnäckigem Bronchial-Katarrh litt, mit bestem Er— folg angewandt. Dle Kranke fand sofort Erleichterung, der Husten wurde lockerer und seltener, der frühere Brust— schmerz ist fast ganz verschwunden und der Auswurf sehr wenig. Die Verdauung ist schon eine bessere und hoffe ich baldigst auch die Magenfunktlon ordnen zu können. So das Urtheil des Arztes.(Erhältlich in allen Apo- theken à 85 Pf. die Schachtel.) 1468
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Der Verein beabsichtigt, demnächst die vierte Auflage des Vereinsliederbuches herauszugeben, da die drltte Auflage gänzlich vergriffen ist. Wir richten deßhalb an alle dichterisch veranlagten Freundinnen und Freunde des Vereins die ergebene Bitte, geeignete Einsendungen an den Verein abzugeben unter der Adresse„Junggesellen⸗ Verein Friedberg!(Brauerei Binzel). Sangbarkelt der Gedichte, demgemäß verhältnißmäßlkge Kürze und Anschluß an eine bekannte Melodle werden gewünscht. Der Ver⸗ ein wird fur die besten Leistungen eine Anzahl durch ein Schiedsgericht zu verthellenden Ehrengeschenke aussetzen.
Termin zur Einsendung: 1. Mai 1888.
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