genommen zu sein, doch verlautet jetzt, die Be— grüßung werde nicht in Tiflis oder Batum, son⸗ dern in Baku und wahrscheinlich am 20. Sept.
(russisch) stattfinden. Amerika. Washington, 9. Septbr. Die
Repräsentantenkammer nahm gestern den Gesetz— entwurf an, durch welchen dem Präsidenten der Union die verlangten Vollmachten zur Ergrei— fung von Repressalien gegen Canada ertheilt wer— den; nur vier Mitglieder des Hauses stimmten gegen die Annahme dieser Bill.
Afrika. Durban. Nach einer Reutermel— dung aus Pietermaritzburg vom 11. September berichtete der aus Viyheid zurückgekehrte Traus— vanler Grenz⸗Commissär Meyer, die Zulus wür— den entwaffnet, Dinizulu habe sich der Trans— vaalregierung übergeben gegen die Versicherung, er solle den Engländern nicht ausgeliefert werden. Dinizulu, der gegenwärtig krank ist, bleibe unter Bewachung der Transvaaler Polizei. Undabuku soll ohne Begleitung nach dem Tongoland ge— flüchtet sein.
Aus Stadt und Land.
1 Friedberg. Auch der letzte Artikel für die Zu⸗ sammenlegung des Realschul-Unterrichtes auf den Vor mittag dürfte die gewünschte Klarheit nicht geliefert haben. Abgesehen von dem Interesse der auswärtigen Schüler, welches für die weiter wohnenden nicht einmal in gleichem Umfange besteht, weil für sie die kurz vor und nach 12½, Uhr abgehenden Züge doch nicht mehr erreichbar sind, also abgesehen von diesem zur Rechtfertigung eines Ausnahme⸗Zustandes prineipiell wenigstens qualtfizirten Grunde werden dort immer wieder die Vorthetle behan— delt, welche man überhaupt in der Befreiung der Schüler von dem Nachmittagsunterrichte erblicken könnte und die doch wohl auch der Gesetzgebung bekannt waren. Wenn dieselbe gleichwohl den Nachmittagsunterricht als Regel und den Wegfall desselben als Ausnahme will, so müssen die allgemeinen Nachthetle so lange für über— wiegend gelten, als nicht die Gesetzes Regel geändert wird. Die Aufklärung wie unter dem bestehenden Lehr plane 6 Lehrstunden auf die Zeit von 712 bis 12½ Uhr zusammengelegt werden sollen ist auch der letzte Artikel schuldig geblieben. Eine Stunde muß jedenfalls ganz und die andere soweit wegfallen, als eine entsprechende Verlängerung der Pausen eintreten soll. Der Wegfall von beinahe 2 Stunden müßte aber mindestens durch eine Steigerung der Arbeiten außerhalb der Schule seinen nochwendigen Ausgleich finden, da das Ziel des Lehrplanes nicht alterirt werden kann. Mit Nothwendig— keit ergibt sich aber hieraus für alle Fälle, in welchen die sachverständige Controle der Haus Arbeit fehlt und Nachhilfe im Wege der Privatstunden unmög⸗ lich, die offenbare Gefahr, daß weniger leistungsfähige Schüler, welche anderen Falles noch die zu den Ver— setzungen erforderliche Reife erlangt haben würden, ohne entsprechende Anleitung durch die Schule dies Ziel nicht mehr erreichen können, daß also die weise Maßregel des Lehrplanes, wonach der Schwerpunkt aller Schularbelten in der Schule selbst liegen soll, nicht allen Schülern gleich mäßig zu gute kommen kann.
C. T. Friedberg. Gemeinderaths Sitzung vom 3. September. Der von dem Vorstand der Kleinkinder— Schule ausgehende Wunsch um Herabsetzung des Pfleg— satzes findet Zustimmung. Danach soll der Wochensatz betragen: 30 Pf. für ein Kind(bisher 40 Pf.), für zwei Kinder 50 Pf.(bisher 70 Pf.), für jedes weitere Kind 20 Pf.— Die Herstellung eines Banketts in der Bismarck Straße soll bis zur Promenade Straße, Planirung einer Strecke der letzteren noch in diesem Jahre vorgenommen werden. Zu dem Bankett⸗Belag ist Cement zu verwenden, die Arbeiten haben unter Aufsicht der städtischen Bau leitung für Rechnung der Hauseigenthümer zu geschehen. Von Hausbesitzer Maurer Reuß ist dies bereits zugesagt.— Die an verschiedenen Stellen der Usa nothwendige Aus— räumung und Uferherstellung wird den in Frage kommen— den Aecordanten übertragen.— Gemeinderaths-Sitzung vom 10. September. Das Verzeichniß uneinbringlicher bezw. nachgelassener Steuern aus dem Jahre 1887 88 wurde mitgetheilt und genehmigt, ebenso wurde die Ge nehmigung der Credite ausgesprochen, welche zur Deckung von Ueberschreitungen aus demselben Jahre dienen.— Die von Großherzoglicher Realschuldirection beabsichtigte Verlegung des Unterrichts auf die Vormittage wurde von
keiner Seite unterstützt; die Ansicht des Gemeinderaths über diese Frage soll in einer Eingabe an Großherzog liches Ministertum des Innern, Abthellung für Schul— Angelegenheiten, dargelegt werden.— Dle Anschaffung von 6 Coaks⸗Oefen für die städtische Schule wurde be⸗ schlossen, das Oelen von Fußböden in dem Realschul⸗ Gebäude an Ph. Werner vergeben.— Im Hinblick darauf, daß für die Kolonle für Epileptische(Bethel bel Blelefeld) bereits eine Haussammlung hler stattgefunden hat, wurde von einem Beitrage der Stadt hierfür abgesehen.
k. Friedberg. Einer der merkwürdigsten Sterne des Himmels zeigt sich im September dieses Jahres im, hellsten Glanz. Er heißt Mira(die Wunderbare) bei den Astronomen, weil er in vielen Jahren gar nicht sicht— bar ist, und steht im Stern-Bild des Walfisches und des Siebengestirns. Von 1891—95 wird er wieder ver— schwinden.
Offenbach Die„Off. Ztg.“ schreibt: Einen Fund von geradezu enormer Bedeutung machte A. Neubecker auf seinem Grundstück an der Ludwigsstraße, als er nach Wasser für den Betrieb seiner Eismaschine bohrte. Die dreijährige mühsame Arbeit wurde endlich mit einem über— raschenden Erfolg gekrönt, denn aus einer Tiefe von nahezu 400 Meter entstieg dem Schoße der Erde eine klare und überaus reichliche Mineralquelle. Nach ange— stellten Versuchen war man keinen Augenblick im Zweifel, daß es sich um eine werthvolle Natron-Lithlon-Quelle handele, und die Analyse des Geh. Hofraths Professor Dr. Fresenius lautete dahin, daß die Quelle quantitativ und qualitativ den besten in Europa gleich zu achten sei. Auch in Bezug auf ihre Heilkraft ergaben Proben sehr erfreuliche Resultate, gleichfalls darf nicht unterschätzt werden, daß die Quelle infolge ihrer Tiefe von den Ein⸗ wirkungen der Niederschläge ganz unabhängig ist.
Mainz. Der in Ober Olm verhaftete Imperkal wurde vernommen, doch leugnete er entschieden, das Verbrechen begangen zu haben. Jener Knecht, welcher die Aeußerung in der Wirthschaft gethan hat, ist mit dem Beschuldigten befreundet und machte im weiteren Verhör Angaben, welche sich später als durchaus unwahr herausstellten. In Folge dessen wurde auch er verhaftet. Noch vorgestern Abend sind Beide durch Gendarmen hierher in's Unter⸗ suchnngsgefängniß abgeltefert worden. Wegen des Ver— brechens sind auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft zwei weitere Personen verhaftet worden. Diese Verhaf— tungen erfolgten auf gewisse Aussagen des inhaftirten Schreiners hin. Die schreckliche That soll mittelst eines Steines verübt worden sein; der Stein wurde dem Er— schlagenen, als er aus dem Hofe trat, gegen die Stirne und das Auge geschlagen; letzteres war vernichtet und der Schädel zertrümmert, so daß der Tod unbedingt ein— treten mußte.
Allerlei.
Frankfurt. Der Silberdieb Willer, alias Berg— mann, ist, wie nunmehr festgestellt ist, vorbestraft im Jahre 1862 durch das Kreisgericht zu Lauenbarg wegen Dieb stahls mit 6 Wochen Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust, im Jahre 1865 durch das Stadtgericht Berlin wegen wiederholten schweren Diebstahls mit 6 Jahren Zucht— haus und Pollzeiaufsicht von gleicher Dauer, im Jahre 1872 durch das Kreisgericht zu Stargard wegen Meuteret mit 6 Monaten Gefängniß und in demselben Jahre wegen des gleichen Verbrechens mit 9 Monaten Gefängniß und ferner wegen wiederholten schweren Diebstahls mit zehn Jahren Zuchthaus. Am 7. October 1872 ist Willer auf dem Transport aus der Strafanstalt Naugard nach dem Schwurgericht Prenzlau entsprungen.
Berlin, 11. Sept. Der Vorsitzende der Civilge— setzbuchs-Commission, Wirkl. Geh.-Rath Dr. v. Pape, ist heute gestorben.
Berlin. Das hiesige„Fremdenblatt“ schreibt:„Wie zuverlässig verlautet, ist dem Dr. Mackenzie vor einigen Tagen vom Berliner Hofmarschallamte seine letzte For derung im Betrage von 315 Pfd. Sterl.(6300 M.) ausgezahlt worden. Mackenzie liquldirte diesen Betrag für die vier Tage, die er nach dem Tode Kaiser Fried⸗ richs in Friedrichskron sich aufgehalten hatte. Die Aus— zahlung verzögerte sich so lange, weil Mackenzie eine an ihn von dem Hofmarschallamt gerichtete Frage, ob dies end— lich seine letzte Forderung sei, nicht beantwortet hatte. Erst als von der Beantwortung dieser Frage die Auszahlung abhängig gemacht wurde, erklärte Mackenzie, daß diese Forderung seine letzte sei. Ueberhaupt hat zwischen Mackenzie und dem Hofmarschallamte wegen einzelner
Forderungen öfter eine längere Correspondenz stattfinden!
müssen.“
Berlin. Heute ist die längste der bestehenden Telephonverbindungen, die zwischen Berlin und Breslau, eröffnet worden.
Wien, 11. Sept. In Folge der Ueberschwemmungen und eines Dammbruchs zwischen Margreid und Salurn hat die Südbahn den Verkehr zwischen Neumarkt und Salurn eingestellt. Die Verbindung zwischen Pinzola und Campiglio ist ebenfalls unterbrochen.
Innsbruck, 11. Septbr. In Folge anhaltenden Regenwetters sind in Südtyrol vielfache Ueberschwemm⸗ ungen eingetreten. Die Bahn dämme wurden an mehreren Punkten durchbrochen, die Regultrungsbauten mehrfach be— schädigt. Es wird noch Zunahme der Wassersnoth befürchtet.
Madrid, 10. Sept. In den Proolnzen Valenela, Granada, Badajoz und Almerla sind in Folge anhalten, der Regengüsse große Ueberschwemmungen eingetreten. Viele Häuser und ein großer Theil der Ernte ist zerstört.
London. Ganz London ist in Aufregung. Im Be— zirk Whitechapel, im Ostende der Stadt, sind innerhalb weniger Monate nicht weniger als vier Mordthaten ver⸗— übt worden, ohne daß es der Polizel gelungen wäre, den oder die Thäter zu ermitteln. Die Opfer sind in den beiden letzten Fällen Frauen, die einem unsittlichen Lebenswandel ergeben waren. Ihre Leichen befanden sich in einem entsetzlich verstümmelten Zustande.
Verona, 11. Sept. Die Ueberschwemmung dauert an, da es fortwährend regnet.
Athen, 10. Sept. Heftige Erderschütterungen in Aegina richteten Schaden an; mehrere Personen wurden verletzt,
San Franeiseo, 9. Sept.
Der Schaden wird auf ein Milllon Dollar 2000 Arbeiter sind arbeitslos
Handel und Verkehr. Friedberg, 11. Sept. Fruchtpr. Watzen M. 17.75, Korn M. 14.00 11.50, Gerste M. 14.00- 15.00. Hafer M. 13.— 14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Das Vorkommen von Viehsenchen im Großher⸗ zogthum Hessen während des Monats Juli 1888.
Milzbrand wurde festgestellt am 2. Juli bei einem im Thierspital zu Gießen krepirten Schweine aus Mainzlar, im Kreise Gießen, in Mombach, im Kreise Mainz, am 10. bei einem geschlachteten und am 25. Juli bei einem krepirten Rinde, ferner in Heppenheim am 10. in Wolf und Usenborn, im Kreise Büdingen, am 16. bzw. 18. Jult und in Nieder⸗Weisel und Butzbach, im Kreise Friedberg, am 19. Juli bei je einem krepirten Rinde.
Rotz: Wegen Verdachts der Ansteckung stehen unter polizeilicher Beobachtung: 3 Pferde eines Besitzers in Offenbach und 1 Pferd in Dudenhofen, im Kreise Offen⸗ bach, ferner im Kreise Dieburg 5 Pferde bei drei Be— sizern in Ober Roden, 2 in Heubach bei zwei Besitzern und 1 Pferd in Langstadt.
Maul und Klauenseuche wurde im Kreise Oppenheim und zwar in Guntersblum am 14. und in Köngernheim am 18. Juli in je einem Rindviehstande fest— gestellt. Die Seuche ist in beiden Orten wieder erloschen.
Der Bläschenausschlag unter dem Rindvleh in Bieben und Reinrod, im Kreise Alsfeld und in Maar, im Kreise Lauterbach, ist erloschen. Festgestellt wurde die Seuche am 28. Juli in Tiefenthal, im Kreise Alzey, und am 31. Juli in Dromersheim, im Kreise Bingen.
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in den Orten des Kreises Alsfeld: Altenburg, Renzen⸗ dorf, Brauerschwend und Fischbach; in den Orten des Kreises Büdingen: Wallernhausen, Blofeld, Leidhecken und Bergheim; in den Orten des Kreises Lauterbach: Maar und Uetzhausen, und in den Orten des Kreises Schotten: Volkhardshain, Breungeshain, Ober-Seemen, Mittel⸗-Seemen, Nieder- Seemen, Gedern, Steinberg, Bobenhausen, Ober- und Unter⸗Seibertenrod.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Samstag den 15. September 1888: Versöhnnngsfest. Beginn: Freitag Nachmittags 3 Uhr(Minchagebet). Freitag Abends 6 Uhr 30 Min. Samstag Morgens 6 Uhr 15 Min. Samstag Ausgang 7 Uhr.
Zur Geburtstagsfeier Sr. Königl. Hoheit des Groß⸗ herzogs findet Sonntag den 16. September l. J., Morgens 9½, Uhr, in hiesiger Synagoge liturgischer Gottesdienst statt.
Wochengottesdienst von Sonntag den 16. September
an: Sonntag Morgens 5 Uhr 15 Min., Montag Morgens
6 Uhr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr
Donnerstag den 20. und Freitag der 21. September: Laubhüttenfest.
fanden.
geschätzt.
g Oeffentliche Glaͤubiger⸗Aufforderung.
Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß des am 11. Juli 1888 verlebten Schäfers Johannes Störk von Ober⸗Mörlen, früher in Heldenbergen, sind in 14 Tagen in speelfieirten Rechnungen bel unterzeich— netem Gerichte geltend zu machen, wenn ste bei Regu⸗ lirung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen.
Bad⸗Nauhelm den 9. September 1888.
Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim— Bauer. 3211
Hau bach. = Stellensuchende jeden Berns plaeirt schnell Reuter's Bureau in Dresden, Reit⸗ bahnstraße 25. 3217
5 Oeffentliche Gläubiger-Aufforderung.
Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß der Wittwe des Johannes Vogler, Christine, geb. Bingel, von Dorheim sind binnen 14 Tagen bei unkerzeichnetem Gerichte geltend zu machen, wenn sie bei Regulirung des Nachlasses berücksichtigt werden sollen.
Bad⸗Nauheim den 10. September 1888.
Großherzogliches Amtsgericht Bad- Nauheim.
Bauer. 3212 Haubach.
Eine freundliche Wohnung
an der Kcaiserstraße zu vermiethen. Näheres bet der Expedition des Anzeigers.
3205
Oeffentliche Glaͤubiger⸗Aufforderung.
i Der Nachlaß des am 16. Juli 1888 verstorbenen Maurers Georg Hensel II. von Rödgen bei Friedberg ist von den Erben nur unter der Rechtswohlthat des Inven; tars angetreten worden. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß sind binnen 14 Tagen— inso⸗ weit dies nicht bereits geschehen ist— in speelfieirten Rechnungen bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, wenn sie bei Regulirung der Nachlaßverhältnisse berücksichtigt werden sollen. Bad⸗Nauheim den 9. September 1888. Großherzogliches Amtsgericht Bad⸗Nauhelm.
auer. Haubach.
3213
Durch eine Feuers 4 brunst wurden in der Hauptstraße zwel Häuserquadrate zerstört, worin sich mehrere Gießereien und Fabriken bez g
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