Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Professor Dr. Kittler wurde für die Zeit vom 1. September 1888 bis dahin 1889 zum Direktor der technischen Hochschule, der Kanzleigehilfe Henning zu Darm— stadt zum Ministerial⸗Kanzlisten, die Militär— anwärter Fischer von Ottendorf, Imbescheid von Butzbach, Feyh von Wallernhausen und Nickels von Zwingenberg zu Steueraufsehern ernannt; in den Ruhestand wurden versetzt: die Steuer— aufseher Gieg zu Groß-Umstadt und Fey zu Mainz.
Darmstadt, 10. Juli. Gestern Abend ist der Erbgroßherzog nach Kiel abgereist, um seine Schwester, die Prinzessin Heinrich von Preußen, nach Wolfsgarten bei Langen abzu— holen. Die Prinzessin trifft dort am Samstag Abend ein. Das großherzogliche Hoflager wird deshalb morgen von Fürstenlager Seeheim nach Wolfsgarten verlegt. Nächsten Sonntag wird auf Schloß Heiligenberg zu Jugenheim der Ge— burtstag des Prinzen Alexander von Hessen und der Gräfin von Erbach-Schönberg(geborenen Prinzessin von Battenberg) gemeinschaftlich ge— feiert, an welcher Feier die ganze großherzog— liche Familie, sowie Prinzessin Heinrich von Preußen theilnehmen werden.
Berlin, 9. Juli. Viceadmiral Graf Monts ist unter vorläufiger Belassung als Chef der Marinestationen in der Nordsee zum comman— direnden Admiral ernannt und zur Admiralität in besonderer Stellung als vorläufiger Chef der Admiralität versetzt.
— Die Pacht„Derschawa“, auf welcher der russische Kaiser dem Kaiser Wilhelm ent— gegenfährt, wird von zwei russischen Kriegs— schiffen begleitet sein. Sobald Kaiser Wilhelm die„Derschawa“ betreten hat, dampfen das russische und das deutsche Geschwader nach Kronstadt, wo die Landung stattfindet und wo— selbst am Lande der kaiserliche Gast mit allen militärischen Ehren empfangen wird. Von Kron— stadt geht nach dem officiellen Empfang die Fahrt nach Peterhof. In der Begleitung des
Zaren auf der„Derschawa“ wird sich mit Rück⸗ sicht darauf, daß Graf Herbert Bismarck den Kaiser Wilhelm begleitet, auch v. Giers befinden.
— Unter dem Titel: Die Krankheit Kaiser Friedrichs III. sind nunmehr die Berichte der deutschen Aerzte erschienen. Dieselben beginnen mit einer Darstellung der ersten Erkrankungs— erscheinungen zu Beginn 1887 von Professor Gerhardt und zeigen sofort, daß nicht nur die deutschen Aerzte das Uebel sogleich erkannt, sondern daß sie auch die Mittel besaßen, es erfolgreich zu beseitigen, wenn nicht das unheilvolle Eingreifen Mackenzie's und seiner Helfershelfer sie daran gehindert hätte. Es ist eine ganze Reihe furcht— barer Anklagen, alle unter protokollarischen Be— weis gestellt, die da gegen diesen Mann er— hoben werden. Jeder der deutschen Aerzte ist in der Lage, den Beweis zu führen, wie Mackenzie von Anfang an roh, hinterlistig, falsch und un— geschickt eingegriffen und wie nur ihm die Schuld beizumessen ist, wenn Kaiser Friedrich heute im Grabe ruht. Nicht Mackenzie allein, sondern seine deutschen Mitschuldigen in der Presse und anderswo finden eine Verurtheilung in dieser Schrift, welche mit dem Sectionsbefunde ab— schließt, die Giltigkeit haben wird für alle Zeiten: sie handelten allesammt wider besseres Wissen!
Leipzig, 9. Juli. Das Reichsgericht ver— urtheilte Dietz wegen Landesverraths, Beiseite— schaffung von Actenstücken und Diebstahls zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrver— lust. Die Ehefrau des Dietz wegen Beihilfe zum Landesverrath zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, den Färbereibe— sitzer Appel wegen Beihilfe zum Landesverrath zu neun Jahren Festung und einem Jahr Ge—
fängniß. Ausland.
i Brüssel.„Etoile belge“ erhält eine Depesche aus Boom vom 8. Juli, derzu— folge ge der Wahl Unordnungen ent⸗ standen, wobei die Gendarmerie auf die Menge feuerte und Mehrere verwundete.
Frankreich. Paris, 9. Juli. Auf dem
gestrigen Bankett in Rennes griff Boulanger f
die Kammer auf das Heftigste an. Es sei die
höchste Zeit,
vollen Verfassung ein Ende zu machen.
den Wahlen bestätigen, daß die Auflösung der
Kammer und die Revision der Verxfassung der
der Kaiser von Brasilien sei wiederhergestellt und“ werde sich am 5. August in Bordeaux zur Heim,
einzige Wunsch eines jeden Franzosen sei. — Aus Aix les bains wird gemeldet,
kehr einschiffen.
Aus Stadt und Land.
Darmstadt, 9. Juli. Fürst Alexander von Batten berg schwebte gestern, nach dem Fr. J., in größter Lebens; gefahr und entging derselben nur durch ein Wunder. Der Fürst fuhr gestern gegen Abend durch den Herrenweg nach dem Stettbacher Thal. Hierbei scheute das Pferd an einem Abgrund und der Fürst stürzte sammt Wagen und Pferd denselben hinunter. Der Fürst blieb an einem Strauche hängen, Pferd und Wagen stürzten jedoch bis ins Stettbacher Thal. Fürst Alexander erlitt einige schmerzhafte Quetschungen, jedoch keine gefährlichen Ver— wundungen. Auch das Pferd erlitt nur Fleischwunden, keinen Knochenbruch, und der Wagen konnte ebenfalls noch leidlich ganz nach Hause gefahren werden.
Allerlei.
Frankfurt a. M., 8. Juli. Der vermeintliche Compliee Langner's, der sich nachher als ein Münzver⸗ brecher entpuppt haben sollte, ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
Constantinopel, 9. Juli. Vorgestern Abend um⸗ zingelte eine 45 Mann starke bulgarische Brigantenbande die Bahnstation Bellova(Ostrumelien) und schleppte als Gefangene zwei österreichische Staatsangehörige fort, den Agenten der Gesellschaft Vitalis und denjenigen der Ge— sellschaft Baron Hirsch.
Zsraelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 14. Juli 1888. Beginn: Freitag Abends 7 Uhr 10 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9 Uhr. Wochengottesdienst von Sonntag den 15. Juli an Morgens 6 Uhr, Abends 8 Uhr 50 Min. Dienstag den 17. Juli 1888: Fasten des neunten Ab.
Bekanntmachung.
Die Lieferung von 200 Centner Steinkohlen(Knabbel— kohlen), 10 Centner zerkleinertem Tannenholz und 3000 Stück Braunkohlen(Preßklötze) für das hiesige Amts— gericht soll auf dem Wege der Submission vergeben 2 werden und sind die desfallsigen Offerten spätestens am 30. d. Mts. dahier einzureichen.
Friedberg den 9. Juli 1888.
Der Gerichtsschreiber Großherzoglichen Amtsgerichts: 2569 Weber.
Submission.
Das Anfahren von 3000 Stück Formklötzen und 12,000 Stück Preßklötzen ist zu vergeben. Offerten, pro 100 Stück bemessen, sind innerhalb 3 Tagen bei uns einzureichen. Bis Anfang August muß das An— fahren beendigt sein.
Auch soll die Lieferung von Petroleum für das Jahr 1888/89, das nach Bedarf von den Seminardienern abgeholt wird, vergeben werden. Offerten wollen wir vor dem 15. d. Mts. entgegennehmen.
Friedberg am 11. Juli 1888.
Großherzogliche Direktion des Schullehrerseminars. 2575 Schäfer.
Bekanntmachung.
Die Anlieferung von M. Pf 50 ebm Basaltsteinen, veranschlagt zu 250— 50 ebm Qarzitsteinen 200— 10 ebm Usakies 35— Das Setzen dieser Steine und das Messen
des Kleses 32 50 Sowie das Kleinschlagen von 100 ebm
Basalt⸗ und Quarzlitsteinen 480—
soll öffentlich vergeben werden.
Voranschlag und Bedingungen liegen auf unserem Büreau zur Esnsicht offen und Gebote sind längstens bis zum 20. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, bei uns einzu— reichen.
Bad ⸗ Nauheim den 10. Juli 1888.
Großherzogliche Badedtrektion Bad-Nauheim.
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Ober⸗Rosbach, 10. Juli 1888.
Großherzogliche. Ober-Rosbach.
Holzversteigerung.
Freltag den 13. Juli l. J., Vormittags 10 Uhr, werden in dem Freiherrlich v. Ritter'schen Walde bel Hof Haselheck verstetgert:
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3656 Wellen Elchen-Schälreisig und
42/10 Raummeter Eichen Stöcke.
Die Zusammenkunft ist im Schälschlag an der Usinger Straße.
Friedberg den 6. Juli 1888.
In Auftrag der Freiherrlich von Ritter'schen Guts— Verwaltung zu Rüdesheim. Heidt.
Arbeiter gesucht.
Bet dem Materlalzug der im Bau begriffenen Neben— bahn Slockheim— Gedern finden fleißige Arbelter gegen hohen Taglohn mehrwöchige Beschäftigung.
Meldungen nimmt der Großherzogliche Baumeister Simon in Hirzenhain entgegen.
Nidda, 25. Juni 1888.
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Oel gemalt. Näheres bei Herrn Hof-Uhrmachet
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selbst einige Bilder ausgestellt sind.
dieser Kammer und dieser unheil⸗ Die Stimme des Volkes müsse sich jetzt hören lassen zum Wohle der Republik und bei den vorbereiten
vorm. K. Friedrich, neben der Post.“ 2567
Nähnal ö ate


