Ausgabe 
12.6.1888
 
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Beilage.

Oberhessischer Anzeiger.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 9. Juni. Nach einem lAtägigen Aufenthalt im Fürstenlager Seeheim reisten Großfürst Sergius von Rußland und Frau heute Abend über Stuttgart und München nach St. Petersburg zurück. Der Großherzog wird noch einige Zeit im Fürstenlager Seeheim bleiben.

Darmstadt. Der Hof-Kutscher Schuster wurde unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand versetzt, die Finanzaccessisten Freiherr von Diemar zu Darmstadt, Hübner zu Nieder Liebersbach, Dr. Metzler zu Wimpfen und Stroh zu Alsheim zu Steuerassessoren, die Hauptstaats kassekulatoren Welsch und Stillgebauer zu Buch haltern bei der Hauptstaatskasse, der Heizer bei der Main⸗Neckar-Bahn Huber zum Lokomotiv führer bei der Nebenbahn Eberstadt-Pfungstadt ernannt, der Pfand-Meister Sattler in Langen auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.

Post⸗Personalnachrichten. Angestellt ist der Post anwärter Nachtigall in Mainz als Postassistent, versetzt sind dee Post⸗Assistenten Roth von Crefeld nach Nidda, Breidenbach von Nidda nach Crefeld, gestorben ist der Postsekretär Weller in Worms.

Berlin, 7. Juni. Der Kaiser hatte einen ziemlich guten Tag. Der Hustenreiz hat nach gelassen Der Kaiser hat heute viel gearbeitet. 8. Juni. Die aus dem Palais in Friedrichs kron kommenden Nachrichten besagen, daß der Schlaf des Kaisers in der vergangenen Nacht ein besserer war. Daher ist auch das Allge meinbefinden heute befriedigender. Die Stimm ung des Kaisers sowie sein Appetit lassen nichts zu wünschen übrig. 9. Juni. Der Kaiser hatte einen ziemlich guten Tag. Im Laufe des Nachmittags fand ein Wechsel der Canüle durch Mackenzie im Beisein Bardeleben's, Wegner's und Krause's statt. Später unternahm der Kaiser eine Spazier fahrt im offenen Wagen nach dem Wild-Park, woselbst er mit der Kronprinzessin zusammentraf. DerVoss. Zeitung wird von berufener Seite versichert, daß die Eiter-Absonderung, wie sie jetzt seit Wochen beim Kaiser vorhanden ist, mit dem Grundleiden desselben in keiner directen Ver bindung steht, sondern ihre Ursache in Eingriffen im Wundcanal und in dem unteren Theil der Luft röhre hat, deren Folgen jetzt immer mehr schwinden. 10. Juni. Der Kaiser hatte eine recht gute Nacht. Geringe Schlingbeschwerden, welche sich im Laufe des gestrigen Tages zeigten, sind heute fast ganz gehoben. Der Kaiser stand um 10 Uhr auf und begab sich alsbald in den Park.

Aus Potsdam werden Nachrichten über ein vom Minister v. Scholz bereits eingebrachtes Entlassungsgesuch verbreitet.

8. Juni. DiePost und dieNational- zeitung melden: Minister von Puttkamer hat um seinen Abschied gebeten und zwar in Folge eines neuen Schreibens des Kaisers, welches ihm gestern zuging. Das Entlassungsgesuch Putt kamers ist vom Kaiser angenommen worden. Puttkamer erhielt den Stern der Großkomthure des Hohenzollern'schen Hausordens.

Dem Vernehmen nach trifft der König von Schweden Dienstag Abend hier ein, wird wahrscheinlich am Mittwoch den Kaiser besuchen und reist Donnerstag nach Kopenhagen weiter.

Potsdam, 10. Juni. Die Kaiserin und die Prinzessin Victoria haben sich am 8. d. Mts. nach dem Ueberschwemmungsgebiete der Nogat begeben und kehrten heute nach Schloß Friedrichskron zurück.

München, 9. Juni. Der Prinz-Regent empfing heute in feierlicher Audienz den neuen königl. preußischen Gesandten, Grafen v. Rantzau, zur Ueberreichung der Creditive des letzteren.

Baden⸗Baden, 7. Juni. Heute Abend sind der Großherzog und die Großherzogin von Baden zum Sommeraufenthalt dahier eingetroffen.

Straßburg, 9. Juni. Eine angebliche Grenz verletzung bei Saint Ail durch 20 deutsche Solda⸗ ten ist hier nur aus französischen Zeitungen bekannt. Umfassende Untersuchungen sind eingeleitet.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 9. Juni. Die österreichische Delegation wählte Smolka zum Präsidenten, welcher in einer Ansprache auf die schwierige Aufgabe hinwies, welche hoffent lich durch patriotisches Zusammenwirken eine glückliche Lösung finden werde. Redner verwies auf die Nothwendigkeit der Schlagfertigkeit der Armee angesichts der steigenden Rüstungen und betonte den allgemeinen Wunsch nach Erhaltung des Friedens.

Pest, 9. Juni. Die ungarische Delegation wählte den Grafen Tisza zum Präsidenten. Derselbe betonte, der Patriotismus werde die Grenze zu finden wissen zwischen Preisgebung der Entwickelung der Heeresmacht und Ueber schätzung der materiellen Kraft der Nation. In der gegenwärtigen Situation bilde das Friedensbündniß der Machte den einzigen Ruhe punkt. Die umsichtige und vorsichtige Politik unserer Monarchie wolle einen Angriff und Conflicte vermeiden, doch seien Vertheidigungs maßregeln nothwendig.

Belgien. Bruüssel. In der Umgebung des Prinzen Victor Napoleon wird nach dem Fr. J. dessen Aussöhnung mit dem Prinzen Jerome Napoleon als bevorstehend bezeichnet. Beide Prinzen werden angeblich in Moncalieri mit der Kaiserin Eugenie und dem König Humbert zusammentreffen.

7. Juni. Die internationale Ausstellung wurde heute durch den König eröffnet.

Der Graf von Paris berief eine neue große Royalisten-Versammlung auf den 20. Juni nach Brüssel ein.

Italien. Rom. Von amtlicher Seite verlautet, die Regierung werde zu den diesjäh rigen großen Manövern keine fremden Abord nungen zulassen, auch zu fremden Manövern keinerlei Vertreter senden.

9. Juni. Die Kammer verwarf fast ein stimmig die Protest-Petitionen des Episkopats gegen verschiedene Artikel des neuen Strafsetzes.

Eine hiesige Meldung derVoss. Ztg. besagt, daß es sich bei dem neuerlichen Streit mit Sansibar in erster Linie nur um die ver weigerte Annahme des Glückwunschschreibens des Königs Humbert zur Thronbesteigung des Sul tans und dessen ungehörige Antwort auf die Remonstration des italienischen Consuls handle. Die römische Regierung vermuthe darin die Absicht, das dem Reisenden Cecchi zugesagte Territorium nicht abzutreten, und wolle deshalb vorgehen.

Bulgarien. Sofia. DieNeue fr. Pr. erfährt aus zuverlässigster Quelle von hier, daß ernste Differenzen zwischen den liberalen und con⸗ servativen Cabinetsmitgliedern bestehen. Stoilow und Naschevitsch vertheldigten die Nichtbestätigung des Urtheis über Popow. Mutkurow erklärte dem Fürsten, er und die liberalen Cabinetsmit⸗ glieder würden demissioniren, falls das Urtheil nicht bestätigt werde. Prinz Ferdinand äußerte, er sei bereit, das Urtheil zu bestätigen, damit der Lärm in den ausländischen Journalen auf höre. Man erwartet in Sofia die Rückkehr Stambulow's..

Egypten. Alexandrien. Der Minister⸗ präsident und Minister des Aeußern, Nubar Pascha, hat seine Entlassung genommen. Riaz Pascha hat das Präsidium und das Ministerium des Innern übernommen. Man glaubt, Mustapha Seni werde das Ministerium des Auswärtigen übernehmen Die übrigen Portefeuilles bleiben unverändert.,

Aus Stadt und Land.

u. Friedberg, 11. Juni. Bei Mechantker Heidt auf dem Haagk, dem geschtckten Verfertiger unserer Thurm Uhr, brach heute Mittag 1212 Uhr Feuer im zwelten Stock aus. Zum Glücke wurde es sofort bemerkt und mit Hilfe von Nachbarn gedämpft; der Boden war aber

bereits durchgebrannt.

** 2. 68.

g. Ober Mörlen. Wie bereits bekannt, wird auf Veranlassung des hiesigen GesangvereinsKirchen Chor am 15. und 16. Jult ein größeres Sänger-Fest, wozu 52 Vereine Einladungen erhalten haben, dahler abgehalten werden. Als Festplatz ist die schöne, unweit des Ortes gelegene Wiese, sog. Halnbach, ausersehen und die Fest⸗ wirthschaft befindet sich in den Händen des Gastwirths Thuy von Vilbel. Nun fehlt uns nur noch gutes Wetter und das Fest wird ein schönes werden.

t. Rodherm, 6. Junt. Heute ereignete sich hier ein recht bedauernswerther Unglücksfall. Das etwa neun jähelge Mädchen der im Wald mit Lohrindenschälen be schäftigt gewesenen Konrad Holl III. Wittwe war in der Küche mit Anzünden ꝛc. des Feuers auf dem Herd be schäftigt, hierbet fingen die Kleider des Mädchens Feuer. In der Verzweiflung sprang das Kind bis zur Apotheke, woselbst Apotheker Etsenhuth die brennenden Kleider löschte und einen Nothverband anlegte. Das unglückliche Kind ist leider nach einigen Stunden seinen Brandwunden erlegen.

e Vilbel. Am 4. Juni, Abends 7 Uhr, traf der Bischof von Mainz behufs Firmung hier ein. Der kath. Kirchenvorstand und Dekan Brentano von Heldenbergen waren demselben bis an die Landesgrenze entgegenge⸗ fahren, woselbst Dekan Brentano den Bischof begrüßte. Am Abend, bald nach 9 Uhr, versammelten sich die hie sigen Vereine Concordia, Germanta, Liederkranz und Lederzweig und brachten dem Bischof ein Ständchen. Nach dem ersten Liede richtete Lehrer Lohrbacher an den Gefeierten eine kurze Ansprache, auf welche dieser dankend erwiederte. Am andern Morgen um 7 Uhr eelebrirte der Bischof die hl. Messe, unter welcher die Firmlinge die hl. Kommunton empfingen. Um 9 Uhr war levttisches Hochamt mit Predigt, welch letztere der Bischof hielt und die Firmlinge über ihre Pflicht als Christen belehrte. Nach dem Hochamt wurde 76 Firmlingen das hl. Sakra ment der Firmung gespendet. Fast alle Häuser der Stadt hatten anläßlich des Festes geschmückt und geflaggt.

? Vilbel. An dieser Stelle verfehlen wir nicht Runkelrübenzüchter darauf aufmerksam zu machen, daß dahier eine Wette abgeschlossen wurde über die Be hauptung, wie schwer eine Dickwurz werden könne. Die Wette geht dahin, daß derjentge, welcher am 15. Novbr. l. J. die erste Dickwurz, welche 10 Kilo oder mehr wiegt, im GasthausZum Lindenfels dahter abliefert zehn Mark Belohnung erhält. Die unterliegende Partei hat zehn Mark und zwölf Flaschen ächten Champagner zu bezahlen. Die Namen der Wettenden sind behufs Ab lieferung der Rübe imLindenfels zu erfahren.

Nidda. An der Nebenbahn Nidda-Schotten ist schon ein Unfall zu verzeichnen. Im sog. Spießkopf, dem Durchstich zwischen Rainrod und Schotten, löste sich eine größere Erd- und Stein-Masse los und überschüttete das Bahngeleise derart, daß der Verkehr am 7. Juni unter brochen wurde. Die Aufräumungsarbeiten haben sofort begonnen.

Darmstadt, 8. Juni. Oekonomierath Weidenhammer, bis vor Kurzem bekanntlich landwirthschaftlicher General seeretär, ist in Breslau, woselbst er der Landwirtsschafts⸗ ausstellung beiwohnte, gestorben.

Allerlei.

Berlin. Puttkamer hat die Aufführung des Trüm pelmann'schen Lutherfestspiels verboten, wegen der darin enthaltenen Angriffe gegen die katholische Kirche. Der Vorgang hat bis in die allerhöchsten Kreise berechtigtes Aufsehen erregt und fand zunächst in der Presse eine sehr verschiedenartige Beurtheilung, welche sich indeß nach Kenntnißnahme der ineriminirten Stellen mehr der Ansicht zuneigt, daß die ministertelle Maßnahme zur Aufrechter haltung des äußeren Friedens unter den Confessionen geboten war. Der Katser hat im Laufe des Sonntags mehrfach an den Minister Puttkamer telegraphirt und um Aufklärung über das Verbot ersucht. Nachdem die Stellen durch Wildenbruch geändert worden sind, hat nun mehr die Aufführung unter kolossallem Erfolg stattgefunden.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 9. Jun. Buttermarkt. Butter kostete ver Pfd. M. 0.800.90. Eier 2 Stück 11 Pf.

Butzbach, 9. Juni. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.000.00., Käse per Pfd. 4045 Pf., Eier 1 St. 5 Pf.

Gießen. Bei dem am 5. und 6. d. M. dahier ab gehaltenen Viehmarkte entwickelte sich wieder ein reger Handel. Viele Käufe wurden schon am Tage vorher ab geschlossen. 7

Es waren angetrieben: 7 Pferde, 3 Fohlen, 1199 Stück Rindvieb und 1556 Schweine. Nächster Markt Dienstag den 19. Juni d. J.

Gießen, 9. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.70 0.80, Eter 1 St. 5, 2 St. 9 Pf., Käse per Stück 58 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 0. 70, Hühner per Stück M. 1.20 1.40, Hahnen per Stück M. 1.70 2.00, Enten per Stuck M. 2.002.40., Ochsen-Fleisch per Pfund 5664 Pf., Kuh und Rind Fleisch 4550 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ Fleisch 54 64 Pf., Kalbfleisch 4046 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00 5.50, Zwiebeln per Centner M. 9.00 14.00., Kirschen per Pfd. M. 0.509.65.

Frankfurt, 8. Juni. Heu- und Strohmarkt. Heu pro 100 Kilo M. 8.60 9.80., Stroh pro 100 Ktlo M. 4.605.60., Butter pro 50 Kilo M. 75809., Eter das Hundert M. 4.304.50., Erbsen 100 Kilo M. 17.50 bis 21.50., do. geschälte M. 2030., Linsen M. 28 bis

Nenn