Friedberg den 10. April 1888.
Einwendungen gegen die angeführten Arbeiten und Pläne sind innerhalb dieser Frist oder in der Donnerstag den 3. Mai l. J., Rach⸗ mittags 1 12 bis 1 Uhr, auf dem Weed zu Kloppenhelm stattfindenden Tagfahrt bei Meldung des Ausschlusses vorzubringen. ö
Der Vollzugs- Commissär für Feldberelnigung:
Betreffend: Die Feldbereinigung in der Gemarkung Okarben. Bekanntmachung. 15 8 In der Zeit vom 18. April bis 2. Mai l. J. liegen auf dem Gemeindehause zu Okarben zur Einsicht der Betheiligten offen:
1. Das Protokoll über die Prüfung des allgemeinen Meliorationsplanes von den Fluren X bis XIII der Gemarkung Okarben mit
anliegendem Protokoll des Ortsvorstandes zu Kloppenheim vom 6. April l. J.
2. Die zugehorige Uebersichts-Karte.
3. Der Erlaͤuterungs-Bericht des Bereinigungs-Geometers. 6 5 f ü Einwendungen. die angeführten Arbeiten und Pläne sind e 95 n in 05 r den 1 Mai I. J., Vor⸗ i hr, dem Gemeindehause zu Okarben stattfindenden Tagfahrt bei Meidung des Ausschlusses vorzu ringen. e f Der Vollzugs-Commissär für Feldbereinigung:
Friedberg den 10. April 1888.
Dr. Wallau.
Dr. Wallau.
Ausschuß-Sitzung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen. ö Zu einer Sitzung beehre ich mich die verehrlichen Ausschuß-Mitglieder auf Dienstag den 17. April, Vormittags 10 Uhr, in das Gast—
haus zum Einhorn in Gießen ergebenst einzuladen.
1. Aufnahme neuer Mitglieder.
Gegenstände der Verhandlung werden sein:
2. Das Gutachten, betreffend die Errichtung einer Lehranstalt im Hauswesen für junge Bauernmaͤdchen. 3. Die Errichtung von Bullen-Zucht-Stationen.
4. Geschaͤftliche Erledigungen. Friedelhausen den 7. April 1888.
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für Oberhessen: Adalbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Es wurde der Ministerialrevisor bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen Wickenhöfer auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand versetzt und dem— selben der Charakter als, Rechnungsrath“verliehen.
Berlin, 8. April. Der Kaiser hatte eine gute Nacht. Nachdem er um 8 Uhr auf— gestanden und gefrühstückt hatte, begab er sich um 9 Uhr in die Schloßkapelle zum Gottesdienste. Der Oberprediger Müller aus Charlottenburg hielt die Andacht ab und legte seiner Predigt den 30. Psalm zu Grunde. Der Kaiser sah sehr wohl aus und hustete sehr wenig.— 9. April. Im Zustand des Kaisers folgen ab— wechselnd auf ein regulativ günstiges Befinden zeitweise weniger befriedigende Intervalle und namentlich die Nächte sind immer noch durch Husten und Aus wurf gestört. Am gestrigen Sonntag nahm auf Wunsch des Kaisers Ge— heimrath Professor v. Bergmann an der Con— sultation der Aerzte Theil. Bei dem heutigen Morgenbesuch seines Arztes Dr. Mackenzie über— reichte der Kaiser demselben das Comthurkreuz des Hohenzollerschen Hausordens mit dem Stern, und dem Assistenten Mackenzie's, Dr. Hovell, den Kronenorden zweiter Klasse
— 10. April. Die Kanzlerkrisis bestebt nach wie vor fort, wenn sie auch latent ist. Bis gestern Nachmittag stand die Angelegenheit so, daß der Kaiser die Gründe des Reichskanzlers, welche gegen das Verlobungsprojekt sprechen, anerkannte. Des Kaisers nächste Umgebung ist bekanntlich anderer Ansicht. Wann und wie die Krisis sich entscheiden wird, vermag Niemand anzugeben, und alle Nachrichten von einem be— reits getroffenen„Arrangement“ sind erfunden.
— 9. April. Die Kaiserin trat heute früh 7 Uhr 15 Min. mit den drei Prinzessinnen— Töchtern von Charlottenburg aus die Reise nach Posen an.
Posen, 9. April. Der Kaiserin, welche um 12 Uhr 58 Min. hier eintraf, war der Oberpräsident v. Zedlitz⸗Trutzschler bis Kreuz entgegengefahren. Dieselbe wurde durch den Oberbürgermeister Müller begrüßt, worauf Vor⸗ stellung verschiedener Notabilitäten erfolgte. Bei der Einfahrt in die Stadt vom Bahnhof aus bildeten die Schüler und Schülerinnen der hie— sigen Schulen, die Gewerke mit Emblemen und Fahnen und der Landwehrverein Spalier. Die Begrüßung seitens der Bevölkerung war eine enthusiastische. Zuerst besuchte die Kaiserin das Asyl für Obdachlose in der Vieter Stadtschule, alsdann fand ein Diner bei dem Oberpräsiden⸗ ten statt.
Ausland. Frankreich. Paris, 9. April. In Perig⸗ neuß(Dordogue) wurden von 148,000 einge⸗
schriebenen Wählern 100,000 Stimmen abge⸗
geben. Boulanger erhielt 59500 Stimmen und ist also gewählt. Bei der engeren Wahl im Departement Aude wurde Ferroul(radical) gewählt. Derselbe übernahm von den Deputir— ten den Auftrag, die Wiedereinstellung Bou— langer's in die Armeelisten zu beantragen.
Großbritannien. London, 8. April. In mehreren Städten Irlands wurden die Procla— mationen des Vicekönigs, welche die angekün digten Meetings untersagen, abgerissen. Die Veranstalter erklärten, sie seien fest entschlossen die Versammlungen trotz des Verbots der Re— gierung abzuhalten. Die Regierung traf Maß— regeln, dem Gesetz Achtung zu verschaffen.
Portugal. Lissabon, 8. April. Bei dem gestern zu Ehren des Füßsten Radziwill stattge— habten Banquet im königlichen Palais brachte der König einen Toast auf Se. Majestät den Kaiser Friedrich aus, in welchem er seinen Wuͤnschen für eine völlige Wiedergenesung Sr. Majestät Ausdruck gab. Fürst Radziwill er— widerte dankend, er werde sich beeilen, Sr. Majestät dem Kaiser diese aufrichtigen und herzlichen Wuünsche des Königs mitzutheilen.
Rumänien. Bukarest, 7. April. In den heute abgehaltenen Parteiversammlungen sind Beschlüsse über das der Regierung gegenüber zu beobachtende Verhalten noch nicht gefaßt worden. Der Ministerpräsident Rosetti hat, wie verlautet, dem Abgeordneten Catargi auf eine bezügliche Anfrage erwiedert, daß er das Parlament aufzulösen gedenke, daß er aber den Zeispunkt hierfür noch nicht bestimmen könne.
— 10. April. In der Kammer verliest der Minister des Auswärtigen eine ministerielle Er— klaͤrung, welche besagt: Der- König waͤhlte die dermaligen Minister, weil dieselben den Parteien vollständig neutral gegenüberständen und stets unparteiisch sein würden. Betreffs der auswaͤr— tigen Politik sei es eine Legende, wenn man ausstreute, die Politik Rumäniens besinde sich lediglich im Schlepptau Deutschlands. Insofern Deutschland keine Politik der Einmischung in auswärtige Angelegenheiten treibe, sondern we— sentlich in der auswärtigen Politik von denselben Ideen sich leiten lasse, die es für die inneren Verhältuisse verfolge, sei die Regierung aller— dings Anbängerin der deutschen Politik, weil sie ausschließlich die Verbesserung der inneren Lage des Landes bezwecke.
Bulgarien. Sofia, 8 April. Ein gestern erschienenes Decret bezeichnet die Mitglieder des Kriegsgerichts in der Untersuchung gegen den Major Popoff. Oberst Nikolajeff wurde zum Präsidenten des Gerichts ernannt.
Aus Stadt und Land. Darmstadt. Der Großherzog hat für die Ueber—
schwemmten in Norddeutschland 2000 M., Prinz Alexander 500 M. gespendet.
Darmstadt. Prinzessin Ali erhielt als eee liches Confirmationsgeschenk vom Kaiser und der Kalserin
von Rußland ein wundervolles, überaus werthvolles Arm⸗ Band übersandt, welches jetzt erst hier eingetroffen ist.
Osthofen, 7. April. Heute Vormittag um 11 Uhr fand endlich die Probefahrt auf der Seeundärbahn Ost⸗ hofen⸗Westhofen statt, nachdem eine gestrige Probefahrt im Ganzen genommen befrledigend ausgefallen war.
Allerlei. Berlin. Der Kaiser spendete für die Ueberschwemmten fünfzig Tausend Mark. München. Der Prinz Regent spendete 10,000 M. für die Ueberschwemmten.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 10. April. Fruchtpr. Walzen M. 17.75— 18.00, Korn M. 14.— 00.00, Gerste M. 14.— 15., Hafer M. 12.75— 13.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfund.
Friedberg, 11. April. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00—1.10. Eier 1 Stück 6 Pf. g
Grünberg, 7. April. Fruchtpr. Weizen M. 17.70, Korn M. 14.00, Gerste M. 1400, Hafer M. 14.00, Erbsen M. 15.60, Linsen M. 24.00, Lein M. 00.00, Samen M. 00.00, Kartoffeln M. 0.00, Wicken M. 00.00.
Gleßen, 10. April. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund M. 0.92—0.95., Eler 1 Stück 5 2 00 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.60—0.70., Hühner per Stück M. 0.85— 1.00. Hahnen per Stuck M. 1.30— 1.50., Enten per Stück M. 1.80— 2.20., Ochsenfleisch per Pfund 58— 60 Pf., Kuh⸗ und Rind⸗Fleisch 4550 Pf., Schweinefleisch 54 bis 60 Pf., Hammelfleisch 54—64 Pf., Kalbfleisch 40 bis 46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 6.00—7.00., Zwiebeln per Centner M. 14 50— 15.50.
Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Donnerstag den 12.: Fidello. Gewöhnliche Prelse.
Freitag den 13.: Vorstellung bei ermäßigten Prelsen: Zum 1. Male: Krimhild's Rache. Trauersplel von Hebbel. Außer Abonnement.
Samstag den 14.: Margarethe. Gewöhnliche Prelse.
Sonntag den 15.: Afrikanerin. Gewöhnliche Prelse.
Schauspielhaus.
Donnerstag den 12.: Abonnements ⸗Vorstellung A.(für den ausgefallenen Freitag). Gastsptel des Fräulein Minon. Dr. Klaus. Emma: Fräulein Minon. Gr. Pr.
Freitag den 13.: Geschlossen.
Samstag den 14.: Letztes Gastspiel des Fräulein Minon: Neu einstudirt: Ein Erfolg. Eva: Fräulein Minon. Große Preise.
Sonntag den 15.: Nachmittags 3½ Uhr: Blitzmädel. Kleine Preise. Abends 7 Uhr: Mit fremden Federn. Vorher: Diana. Große Prelse.
Für die Heberschwemmten
gingen ferner bel uns ein: von A. R und W. A. M. 75 Kirchenrath Buchhold in Ossenheim M. 6. Um weitere Gaben wird gebeten.
Aus Friedberg und einzelgen Gemeinden des Kreises sind als erste Sendung an das Centralkomits in Berlin 1100 M. abgegangen. Die Exped. des Oberh. Anz.
Joraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeler vom 14. April 1888. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 10 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 7 Uhr 35 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 15. April an Morgens 6 Uhr 15 Min., Abends 7 Uhr 30 Win. (O mergebet.) Montag den 16. und Donnerstag den 19. April: Selichoth.


