Ausgabe 
11.9.1888
 
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Lehrer Wilhelm Schmidt in

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Groß-Karben wurde zum Rechner der israelitischen Religions-Gemeinde Groß ⸗Karben ernaunt und als solcher

verpflichtet und hat seinen Dienst bereis am 7. Juni laufenden Jahres angetreten.

Unterstützungskasse der hessischen Landes⸗Irrenanstalten.

Nachdem Großherzogliche Provinzial- Direktion Starkenburg unterm 1. laufenden Monats mehrere einsti dem Vorbehalt der Entscheldung der nächsten General⸗Versammlung der Vertrauensmänner, zur einstweiligen Ausführung bestimmt hat, der Statuten hiermit veröffentlicht und einer geneigten Berücksichtigung empfohlen:

1. Entgegen der Bestimmung des F. 28 der Statuten sollen in den na sondern nur die Namen der betreffenden Gemeinden und die entsprechenden Summen der Geber und der Gaben. §. 1 der Statuten.) Die Unterstützungs⸗Kasse für beduͤrftige Pfleglinge d

genommen werden, 2.(Zu Hospitals führt fortan die offizielle Bezeichnung:

mmige Beschlüsse des Curatoriums unserer Kasse, unter werden dlese Beschlüsse gemäß 8. 31

chsten Jahresbericht(1888/89) versuchsweise die Namen der einzelnen Geber nicht auf⸗ er Großherzoglichen Landes-Irrenanstalt und des Großherzoglichen Landes⸗

Unterstützungskasse der Hessischen Landes ⸗Irrenanstalten.

3. Der letzte Satz des§. 18 der Statuten fällt aus; statt dessen erhält der ständigen oder eines unständigen Mitglieds des Curatoriums steht dem Vorsitzenden der Verwaltung das

mann einzuberufen. Hepenheim den 16. August 1888.

Dee

Die Verwaltung:

Ludwig. Dr. Wittich. Dr. Stühlinger.

Vorladung.

Der Plonier Heinrich Fisch, 3. Comp., Pionier-Batalllon Nr. 16, geboren am 17. November 1866 zu

wegen Fahnenflucht eröffnet ist, hat sich spätestens zum Termin am 18. Januar 1889, Vormittags 11 Uhr, Anstalt auf der Obersaalstraße hierselbst) zu stellen, widrigenfalls die Untersuchung geschl

bis 3000 Mark verurtheilt werden wird. Metz den 8. September 1888.

in un ossen und der Abwesende für fahnenflüchtig erklärt, auch zu Geldstrafe von 150

8. 19 folgenden Schlußsatz: Im Falle der vorübergehenden Verhinderung eines Recht zu, aus den Reihen der Vertrauens männer einen Ersatz⸗

Schaum.

Bad-Nauheim, Kreis Friedberg, gegen welchen der Prozeß

serem Gerichtslocale(Zimmer Nr. 8 der Militär-Arrest⸗

Kaiserliches Gouvernementsgericht.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Regierungsassessor Best von Darmstadt wurde zum Ministerialsekretär ernannt.

Militärdienstnachricht. Prinz zu Solms Hohensolms-Lich wurde als Sec.⸗Lt. à la suite des 2. Großh. Drag.-Regts. Nr. 24, vorläufig ohne Patent, ernannt.

7. Sept. Der Großherzog ist heute von Balmoral abgereist.

Berlin. Graf Herbert Bismarck kehrt am 15. d. M. vom Urlaub zurück. An demselben Tage trifft der Reichskanzler in Berlin ein, um einem Ministerrathe zu präsidiren. Graf Her bert Bismarck begleitet jedenfalls den Kaiser nach Wien und Rom.

DasMilitärwochenblatt meldet, der Chef des Ingenieurcorps und Generalinspecteur der Festungen General von Stiehle sei auf An suchen in Belassung auf dem Posten als General adjutant zur Disposition gestellt und General von der Goltz mit der Wahrnehmung der Ge schäfte der Generalinspection des Ingenieur- und des Pioniercorps sowie der Festungen beauftragt worden.

DieNordd. Allgem. Ztg. erklärt die Nachricht derStaatencorrespondenz, daß zur Arbeitsentlastung des Fürsten Bismarck eine anderweitige Besetzung des Handelsministeriums zu erwarten sein würde, als mußige Erfindung.

Aus Sansibar wird gemeldet: Am 5. September ging das KriegsschiffMöve nach Tonga, wo durch die ostafrikanische Ge sellschaft die Uebernahme der Verwaltung statt finden sollte. Ein erkundigungshalber ans Land gesandtes Boot mußte umkehren, weil es ohne Grund von den Einheimischen beschossen wurde. Am nächsten Morgen wurden zwei Boote der Möve in gleicher Weise angegriffen. Die Möve feuerte auf die Angreifer und zerstreute dieselben durch ein kleines Detachement. Der Sultan von Sansibar entsandte Truppen zur Züchtigung der Aufständischen. Die Ruhe ist wieder hergestellt.

Der Direktionsrath der ostafrikanischen Gesellschaft beschloß, sich an dem Emin Pascha Unternehmen mit dem Betrage von 30,000 M. zu betheiligen.

Der ehemalige König Malieota von Samoa, der auf einem deutschen Kriegsschiff nach Deutschland transportiert worden ist, ist am 5. ds. mit den beiden ihn begleitenden Samoanerhäuptlingen aus der Kriegsgefangen schaft entlassen worden. Derselbe hat sich be reits an Bord des ReichspostdampfersNürn⸗ berg begeben, um nach Apia zurückzukehren.

Potsdam, 7. September. Der Kaiser ist gestern Abend zu den Manövern nach Dombrowka abgereist und kehrt heute Abend hierher zurück.

Wilhelmshaven, 8. Sept. Das ge⸗ sammte Manövergeschwader ist heute auf der hiesigen Rhede eingetroffen.

Kiel, 8. Septbr. Die kaiserliche Vacht Hohenzollern ist heute beim Leuchtthurm auf dem Rothen Sand eingetroffen.

Hamburg. Ein umfangreicher Socialisten⸗ prozeß wird demnächst vor dem hiesigen Land gericht zur Verhandlung kommen. Es handelt sich um drei verschiedene Gruppen von Ange klagten, und zwar zunächst um die im vorigen Herbst im Vorort Barmbeck Verhafteten, dann um zwei andere Gruppen, die in der Mitte der Stadt bei ihren Berathungen verhaftet wurden.

Dem Hamburger Senat ist die officielle Meldung zugegangen, daß der Kaiser zu denFeier lichkeiten des Zollanschlusses Mitte Oktober hier eintreffen wird.

Ausland.

Holland. Haag. Die Generalstaaten wur den zur Berathung des Gesetzentwurfes, betr. die Vormundschaft über die Kronprinzessin, auf den 11. September einberufen. Beim Bureau der Kammer soll die Hauptbestimmung des Gesetzes, die Vormundschaft der Königin zu übertragen, allgemeine Zustimmung finden.

Frankreich. Paris. Der bisherige Ge neralresident in Tongking, Richaud, ist zum Generalgouverneur von Indien und China er nannt worden.

Toulon, 6. Septbr. Die in Dienst ge stellten Kriegsschiffe sind hier wieder einge troffen; das Flottenmanöver wird als beendet angesehen.

Italien. Rom, 8. Sept. DieRiforma veröffentlicht den türkischen Protest vom 16. Mai 1881 gegen die Besetzung von Tunis durch Frank reich, sowie den Protest der Pforte vom 14 August d. J. gegen Italien betreffs Massauha. DieReforma hebt hervor, Frankreich hätte den Zwischenfall von Massauha zum casus belli machen können; da es dies aber nicht thun wollte, warf es zur ungelegenen Zeit den Zwischenfall auf. Es endigte denselben, indem es ihn für sich für geschlossen erklärte und es der Pforte überließ, die Discussion fortzusetzen. Gewohnheitsgemäß hatte die Pforte schon den Protest überreicht, wobei alles beweist, daß sie den Erfolg desselben bei Italien und den anderen Mächten voraussah. Thatsächlich blieben die Beziehungen zwischen Italien und der Türkei nach wie vor dem Proteste freundliche.

Nach einer Mittheilung des Kriegs ministeriums griff am 2. September der Häupt⸗ ling Debeb das Fort Keren an, wurde jedoch mit einem Verlust von 50 Mann zurückgeschlagen.

Serbien. Belgrad, 8. Sept. Zur Ver⸗ hinderung von Kundgebungen am gestrigen Na talientage durchstreiften Patrouillen die Straßen und die Truppen waren in den Kasernen consignirt. Am Donnerstag Abend uußten alle öffentlichen Lokale um 10 Uhr schließen, eine Illumination war streng untersagt. Die Freitag Morgens an einigen Häusern ausgesteckten Fahnen wurden

sofort polizeilich entfernt. Die radicalen Führer

hatten sich gegenüber der Regierung für die Auf rechterhaltung der Ordnung verbürgt.

Aus Stadt und Land.

x. Friedberg. Es ist erfreulich, daß sich, nachdem zwei Artikel für die Zusammenlegung des Realschulunterrichts auf den Vormiktag erschienen sind, nunmehr auch einer dagegen erklärt hat, denn nur durch Hervorhebung aller Gründe, die für oder gegen die Sache sprechen, wird man zur gewünschten Klarheit gelangen. Soviel ist bis jetzt allseitig zugestanden, daß die 100 auswärtigen Schü; ler nur Vortheil von einer Zusammenlegung haben können, und das kann der Schule als Staatsschule nicht gleichgültig sein. Für die Friedberger Schüler will dagegen der dritte Artikel keine Vortheile sehen, er befürchtet vielmehr eine Störung des Familienlebens da, wo das eine Kind die Realschule, das andere die Volksschule besucht. Dies ist aber auch wohl der einzige Einwand von Gewicht, den man machen könnte, denn wenn z. B. entgegnet wird, die öte Stunde wäre minderwerthig, so ist dies zwar recht, aber dafür können ja Fächer, die den Geist weniger anstrengen, vor allem Zeichnen und Schreiben auf diese Zeit verlegt werden, und anderseits kann man erwledern, daß auch die Stunde von 23 nicht gleichen Werth habe. Die vom Einsender des letzten Artikels befürchtete Stö⸗ rung dürfte übrigens gar nicht so schlimm sein, wenn der Unterricht von 71½12½ dauerte, denn bei den geringen Entfernungen kann in einlgen Minuten jeder Schüler im Hause sein, und in Wirklichkeit wird ja auch wohl von den meisten Familien erst zwischen 12 und 1 gegessen. Mehr Störung würde der Schluß der Schule um 1 Uhr verursachen; aber würde diese Störung nicht genugsam aufgewogen durch die Thatsache, daß sich wäh⸗ rend der nun folgenden Zeit dem Jungen reichlich Ge⸗ legenheit böte, den Körper zu kräftigen und dle Schul⸗ aufgaben in Muse, nicht in ängstlicher Hast, zu vollenden? Würde, wenn das Mittagessen gestört wäre, der Abend⸗ tisch nicht um so gemüthlicher sein? Könnte die schöne Sitte nicht mehr wieder aufleben, Abends im Familien: kreise ein hübsches Buch zu lesen? Statt dessen muß Alles ruhig sein, um den arbeitenden Jungen nicht zu stören, oder ihm wird, nimmt man diese Rücksicht nicht, die Arbeit sehr erschwert. Hat er durch die Zusammen⸗ legung der Stunden auf den Vormittag so viel häus⸗ liche Arbeitszeit mehr gewonnen, so wird er natürlich auch viel leichter den Anforderungen der Schule genügen und die zu den Versetzungen nöthige Reife erlangen können. Das sind denn doch Vortheile, die auch der Friedberger Schüler davontrüge. Es wäré deshalb in hohem Grade wünschenswerth, wenn man wenigstens eine Probe machte, wie sich eine derartige Einrichtung hier bewähren würde. Der Schule wird sicher jeder Abstimmungsmodus recht sein.

Mainz, 8. Septbr. Unter der Anschuldigung, den Vicefeldwebel Hübner erschlagen zu haben, ist der Schreiner⸗ meister Imperial zu Ober-Olm eingezogen worden. Der⸗ selbe hakte früher als Reservist unter H. gedient und soll die That aus Rache begangen haben. Unvorsichtige Aeuße⸗ rungen eines Ackerknechtes im Wirthshause, daß es in der NachtEins geben werde führten zur Verhaftung des Imperial.

Allerlei.

Frankfurt. Der Silber-Dieb Bergmann alias Werner ist nach den neuesten polizeilichen Ermittelungen auf das bestimmteste reeognoseirt als der Weber Willer von Lauenburg, geboren am 25. September 1835. Der⸗ selbe ist auch identisch mit dem Diebe, welcher im Jahre 1882 in Trier mehrere Einbrüche begangen hat und nach seiner Verhaftung ausgebrochen ist. Er nannte sich damals Gustav Birr aus Stoienthin in Pommern. Eine Person dieses Namens kannte er aus seiner Heimath her, indem er als Kind in ein und demselben Hause mit dem Birr gewohnt hat, und wußte, daß der Letztere als Soldat im deutsch⸗französischen Kriege 1870/71 vermißt worden ist.

Halle, 6. Sptbr. Die General-Versammlung des Gustav⸗Adolf⸗Vereins überwies die diesjährige sogen.

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1. Sept Nr. 88 S. 129 S. 151ʃʃ 61,. Serie 1. 6. 728 S 16ʃ0 Nr. 75, Nr, 10,

Nr. 97 S. 504

8. 1295

25, S. Oest 1858. tember! Nr. 10 2074 2 winne: 3 30,00 Nr. 39, S. W. M. 100 S. Wie Nr. 6 S. 10 Nr. 46 Nr. 8 Nr. 38 Nr. 11 S. 380 stehend Numm

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