Ordenshandels mit Legrand und Crespin vor das Zucht— polizeigenicht derwiesen. Der Termin ist auf den 16. Febr. anberaumt.
Großbritannien. London, 9. Febr. Die zur Eröffnung des Parlaments verlesene Thronxrede besatt: Dle Königin erhält fortgesetzt von allen Mächten herz liche Versicherungen freundschaftlicher Gefühle und des lebhaften Wunsches, den Weltfrieden aufrechtzuerhalten. Die Königin hofft, die Absteckung der afghanischen Grenze werde dazu beitragen, die Möglichkeit eines Mißverständ— nisses zwischen England und Rußland bezüglich der asta tischen Besitzungen zu beseitigen. Von dem Wunsche be⸗ seelt, Blutvergießungen zu verhindern, sandte die Köni⸗ gin eine Mission an den König von Abessynken in der Hoffnung, demselben von einem Kriege gegen Italien ab— zurathen; sie bedauert jedoch lebhaft, daß die Bemühungen erfolglos geblieben sind. Die Thronxrede erwähnt sodann den Abschluß der Verhandlungen mlt Frankreich betreffs des Suez-Canals sowie das Abkommen mit demselben betreffs der Hebriden. Die im Herbst zu London abge haltene Conferenz von Delegirten der an der Zuckerfrage interessirten Staaten machte beträchtliche Fortschritte hin— sichtlich des Abschlusses eines befriedigenden Arrangements. Die Rede erwähnt weder die bulgarische Frage noch die europäische Lage.
— Der Ruͤcktritt des Vieekönigs und Generalgouver— neurs von Indien, Lord Dufferin, und die Ersetzung desselben durch den bisherigen Generalgouverneur von Canada, Marquis v. Lansdowne, sowie die Ernennung des bisherigen Präsidenten des Handelsamtes, Lord Stan— ley, zum Generalgouverneur von Canada wurde amtlich bekannt gegeben. Dem„Standard“ zufolge wurde der Seeretär im Handelsamte, Baron Worms, zum Präsi— denten des Handelsamtes mlt Sitz im Cabinet ernannt.
Spanien. Madrid, 8. Febr. Neueren Nachrichten zufolge herrscht in Rio Tinto vollständige Ruhe und die Arbeit wurde wieder aufgenommen. Ueber die Vorgänge vom 4. Februar ist eine Untersuchung eingelettet worden.
Italien. Rom, 7. Febr. Nach einem Telegramm aus Massauah hatten gestern Abend die Irregulären, welche den Rückzug einiger Stämme deckten, ein Schar— mützel mit Abessyntern. Sechs derselben sind getödtet, einer gefangen. Von den Italienern ist keiner verwundet
— 8. Febr. Nach einer Meldung aus Massauah fand gestern ein Zusammenstoß zwischen Kantt Bai, dem An— führer der mit den Italienern Verbündeten und den Abessyniern bei Gumkod, 4 Kilometer von Allet, statt.
Rumänien. Bukarest. Nach dem definitiven Re sultat der Kammerwahlen sind gewählt: 116 Anhänger der Regierung, 43 Opposittonelle, 5 Unabhängige. 19 Stichwahlen sind erforderlich.
Bulgarten. Sofia, 7. Febr. Fürst Ferdinand ist mit seiner Mutter heute hierher zurückgekehrt.
Rußland. Petersburg, 8. Februar. Viele höhere russische Beamte Polens sind plötzlich nach Petersburg befohlen. Es ist eine Verfügung veröffentlicht worden, daß tausend Morgen Gebölz in der Umgebung der Fest— ung Iwangorod abgehauen werden sollen. Die Fabri⸗ kanten Polens petitlontren bei der Regierung um drel— jährige weitere Beschäftigung ausländischer Arbeiter in den Fabriken an der Grenze.
Aus Stadt und Land.
D. Friedberg. Wie lässig viele Besitzer von Effeeten mit dem Nachsehen ihrer Nummern verfahren und welche Zinsverluste sie sich zuweilen dadurch zuziehen, mag fol⸗ gendes Vorkommniß beweisen. Vor Kurzem wurde von einem Frankfurter Nachschlagbureau u. A. ein Tuüͤrken⸗ loos nachgesehen, wobei sich herausstellte, daß dasselbe bereits im Jahre 1885 mit dem Haupttreffer von
600,000 Franes gezogen worden war. Die Auszahlung beträgt 58%— 348,000 Franes.
e. Laubach. Am(. Februar ist der in weitesten Kreisen durch seine langjährige öffentliche Thätigkeit, ins besondere als Seeretär des landwirthschaftlichen Vereins für Oberhessen, bekannte Gräflich Solms Laubachtsche Kammerrath Weber aus seinem Dlenste ausgeschteden. Man beklagt dieses Ausschelden nicht nur im Interesse des Gräflichen Hauses, dem er ein umsichtiger geschäfts⸗ kundiger Berather war, sondern auch in demjenigen der Bewohner der Grafschaft, die in demselben einen stets hilfsbereiten und humanen Beamten verlieren, da er es verstanden hat, bet u strenger Wahrung seiner dlenstlichen Verpflichtungen einem Jeden gerecht zu werden, mit dem er in geschäftliche Beziehungen trat. Auch sonst erfreute sich Weber der allgemeinsten Achtung und eines großen Vertrauens in allen Schichten der Bevölkerung.
Mainz, 8. Febr. Der hier um 8 Uhr 17 Min. fällige Personenzug Nr. 245 von Kaiserslautern ist gestern bei der Einfahrt im Bahnhofe Alzey entgleist. Die Maschine des Zuges gerieth ganz aus den Schtenen und legte sich quer zwischen zwet Geleise, außerdem entgleiste der Packwagen und schob sich in den Tender der Maschine ein. Vom Personal und den Passagieren wurde Nlie— mand verletzt.
Allerlei.
Würzburg, 8. Febr. Aus dem Bayerischen Wald kommen Nachrichten über außerordentliche Schneefälle. Die Postfahrten sind unterbrochen. Im Fichtelgebirge herrschen furchtbare Stürme, die stellenweise den Schnee zu undurchdringlichen Wehen zusammentrugen. Der Ver— kehr war fast gänzlich eingestellt.
Handel und Verkehr.
Butzbach, 8. Februar. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.85—0.00. Käse per Pfd. 45— 46 Pf., Eier 2 Stück 14 Pf.
Frankfurt, 8. Febr.
Heu- und Strohmarkt. Heu kosteten 100 Kilo M. 6.30- 7.60, Stroh 100 Kilo M. 4.60— 4.80.— Vietuallenmarkt. Butter 50 Kilo M. 80.—85., das Pfd. M. 1.— 1.20, feine Tafelbutter M. 1.40, Kartoffeln das Malter M. 5.— 6.50, das Ge— scheid 10— 12 Pf., Mäusekartoffeln das Gescheld 20 Pf., Zwiebeln der Ctr. M. 9.—10., das Gescheid 20 Pf., Ganze Erbsen 12— 16 Pf., geschälte Erbsen 14 20 Pf., Linsen 18— 26 Pf., weiße Bohnen 18—20 Pf., Eier das Hundert M. 7.—9., das Stück 6—10 Pf., Radieschen 3— 4 Pf., Gelberüben der Pack 10— 15 Pf., Blaukraut 30— 40 Pf., Rosenkohl per Portion 50—80 Pf., Blumen- kohl 35—00 Pf., Kopfsalat 15 Pf., Endivien 20 Pf., Feldsalat 12— 15 Pf., Eskarol 10—12 Pf., weiße Rüben 2—3 Pf., Schwarzwurzel 4050 Pf., franz. Sellerie 50— 70 Pf., Sellerkekopf 10— 20 Pf., Meerrettig 10 bis 20 Pf., Weiskraut 20—30 Pf., Wirsing 12— 15 Pf., Rothkraut 30—35 Pf., Lattigsalat 50-70 Pf. per Port., Kastanien 12— 16 Pf., Maronen 18 20 Pf., Romain— salat 40 Pf., Kohlrabi 3 Pf., Spargeln per Pfd. M. 3., Suppenspargeln per Pack 50 Pf.— Fletschpreise. Ochsen— fleisch 45— 70 Pf., Rindfteisch 35 60 Pf., Kuhfleisch 45 bis 60 Pf., Hammelfleisch 50— 60 Pf., Schweinefleisch 65— 70 Pf., Kalbfleisch 40— 50 Pf., Schweineschmalz 70 Pf.— Geflügel. Hahn kostete M. 0.70— 1.50., Huhn M. 1—2.40., Welsche M. 12., Ente M. 1.50—3., Taube 40-60 Pf., Poularden M. 2.50—3.80., Capaun M. 3.50—5.
Frankfurt, 9. Febr. Fruchtber. Htesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 30.00— 32.00, Nr. 1 M. 27.00— 28.00, Nr. 2 M. 24— 26, Nr. 3 M. 22.50— 24, Nr. 4 M. 18— 19, Nr. 5 M. 14.50— 15.50, Milchbrod- und Brodmehl im Ver—
band M. 50-53, norddeutsche und westfältsche Welzen⸗ mehle Nr. 00 loco M. 24.25 24.75, Roggenmehl(hlesiges) Nr. 0 M. 21.50- 22 50, Nr. 0/1 M. 19.50- 20.50, Nr. 1 M. 17.00— 18.00, Nr. 2 M. 14.00- 15.00, Heu per Ctr. M. 3.25— 3.50, Stroh M. 2.50— 0.00, Roggenkleie M. 4.50— 75, Weizenkleie M. 4.25 50, Malzkeime M. 450 bis 0.00, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.50, Reismehl mit garantirt 22— 24% Fett- und Protöln⸗Gehalt M. 4.00— 4.50. Sämmtliche Arttkel bel Abnahme von 200 Ctr. an.) Rüböl im Detail M. 53.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Estomihi. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Junker. Gottesdienst in der Burglirche. Vormittags 912 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5 Uhr: Herr Missionär Thum m. Mittwoch den 8. Februar. Burgklrche. Abends 8 Uhr: Herr Candidat Schäfer.
Sonntag Invocavit Abendmahl in der Burgkirche.
Katholische Gemeinde. Samstag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; ¾7 Uhr: Austhellung der hl. Communkon. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Chrtstenlehre und Andacht.
Israelitische Gemeinde. Sonntag den 12. und Montag den 13. Februar: Neumond Adar. Samstag Abends 5 Uhr 55 Min. Sonntag Morgens 6 Uhr 45 Min. Sonntag Nachmittags 4 Uhr 15 Min. Montag Morgens 6 Uhr 45 Min. Montag Nachmittags 4 Uhr 15 Min.
Warum??
hört man oft darüber klagen, daß das in die Salzbüuͤtte eingelegte Fleisch nicht gleichmäßig und nur ungenügend durchgesalzen ist, oder warum ist es manchmal grau und ganz verdorben. Auch die Hausfrau klagt oft darüber, daß, trotzdem sie immer das gleiche Quantum Salz ihren Speisen zusetze, diese meistens matt schmecken und sich am Boden des Gefäßes kutsterndes ungelöstes Salz ab— setzt, das sich erst nach längerer Zeit thellweise auflöst, wodurch das sogenannte Nachsalzen der Speisen entsteht, und ebenso hat der Landwirth schon oft zu seinem Aerger diese Erfahrung mit Viehsalz gemacht. Der Grund hlerfür liegt in der Art des Salzes. Man ist in der hiesigen Gegend an den Verkauf von sofort löslichem Salz gewöhnt und entstehen die obengenannten Mißstände, wenn man solches nicht erhält. Bei der Verwendung von Nauheimer Salz werden diese Uebelstände nicht vorkommen, da dieses die vorzügliche Eigenschaft hat, sich im Wasser sofort aufzulösen und braucht es auch wegen seiner Schärfe nur in geringerer Menge zugesetzt zu werden. Man verlange daher beim Einkauf aus⸗ drücklich Nauheimer Salz, bei welchem der Preis nicht höher, als bei anderem Salz ist und welches dadurch leicht von jedem anderen unterschteden werden kann, daß es sich leicht zerdrücken läßt, in Wasser sofort sich auflöst und wegen seines geringeren Kalk gehalts von etwas dunklerer Farbe ist. 583
Holzversteigerung.
Donnerstag den 16. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in dem Langenhalner Gemeindewald, Distrikt Eichkopf und Hühnerpfad, folgende Holzsorti— mente versteigert werden: 5
460 Gebund Birken⸗Nutzreisig(Besenrelser),
117 Eichen Bau- und Werkholzstämme,
100 Nadelholzstämme,
1 Birkenstamm,
74 Nadelholz Derbstangen,
1 Esche⸗ und 3 Birken ⸗Derbstangen(zu Schieb—
karrenbäumen geeignet). Sodann anfangend: 14 Raummeter Eichen⸗Scheiter und Knüppelhol 1 Nadel-„ 1 5 6 5 Erlen Knüppel, 10 7 Birken⸗ 5000 Buchen-Wellen, 5200 Eichen— 1750 Erlen⸗ 2000 Nadel⸗„ Bermerkt wird, daß den ersten Tag der h gemacht wird. usammenkunft an der Chaussee unte u am Eingang des Waldes. 8 eee Ziegenberg den 8. Februar 1888.
Großherzogliche Bürgermeisterel Langenhain. Rumpf.
Freitag den 17. d. Mts., Vormittags 10 Uhr
5
„
7
Anfang mit
621
5 S rr Leierfässer mit und ohne Uebersetzung, wle alle übrigen Büttner⸗
waaren empfiehlt 419
Adam Söllner II.
+* U + Friedrichsdorfer Zwieback. jeden Dienstag und Freitag frisch bezogen, das Original- packet von 10 Stück Inhalt à 25 Pfennig empfiehlt in der bekannten vorzüglichen Qualität
606 Friedr. Hilbrecht Wwe. Rohen und gebrannten Kaffee
empfiehlt in den feinsten Qualitäten zu den billigsten Preisen 616 Ph. Dan. sümmich. Zu verpachten (Bikerland), Gemarkung Fauerbach: 462 Klafter am Hirschenrain, 222 Klafter an dem Hockenberg, 185 Klafter an der Leimenkaut, auf die Warte stoßend; Gemarkung Friedberg: 1909 Meter im Lachenfeld, 1429 Meter im Großgalgen— feld, zwischen dem Graben und Hauptweg. 599 Friedberg. Chr. Fr. Eich.
Jauchepumpen und Jauchevertheiler,
neuester Construktionen, empfiehlt 509 Jean Huber.
Nussensteine,
150,00 0, hat noch abzugeben 590 Friedberg. Friedrich Netz.
Das seither von Herrn Kanngleßer bewohnte Logis in der Halngrabenstraße mit 6 Zimmern ist wegzugshalber im Ganzen oder auch getrennt zu vermkethen und kann 1 den 1. Mal bezogen werden.
M. Hottes.
Holländischen Tabak
in vorzüglicher Qualität, per Pfd 120 Pf., empfiehlt 6⁰0⁵ J. A. Windecker. leichter gebr. Landauer, 2 Glaskaleschen, 1 neues, 1 gebr. Halbverdeck, 2 neue Breaks
zu verkaufen bei 60⁴
Wilh. Häuser.
Ia. Napskuchen 617 bei Theis& Müller.
Für mein Manufakturwaaren-Geschüft suche ich einen jungen Mann mit guten Schulkenntnsssen aus hiesiger
Stadt ee 7 Eintritt kann alsbald Lehrling. erfolgen.
als 597 Mayer J. Hirsch.
Van Houten's Cacao,
in Dosen von 95 Pf., M. 1.80 und M. 3.30, bei 301 1 Apotheker Lühn.
Prische Schellsische, Frischer Labberdan,
Frische Rohessbücklinge 595 bet Wilhelm Fertsch.


