daß die Regierung den Metropoliten Clement in Tirnowa wegen seines feindseligen Verhal— tens gegen den Prinzen Ferdinand seiner Func⸗ tionen enthoben habe.
Aus Stadt und Land.
r. Friedberg. Es sind bald 2 Jahre, daß 70 Väter und Mütter unserer Stadt, deren Kinder hiesige Schulen besuchen, elne Eingabe folgenden Inhalts an Bürgermeister Steinhäußer gerichtet haben:„Die unter: zeichneten Eltern sind der Ansicht, daß eine Beseitigung der Mißstände, wie sie sich aus der Ungleichartigkeit der Ferienordnung an den hlesigen Unterrichtsanstalten er⸗ geben, in hohem Grade wünschenswerth ist. Beson⸗ ders störend wird der herrschende Zustand im Sommer halbjahr empfunden. Deßhalb geht die dringende Bitte, welche sich die Unterzeichner an Sie zu richten erlauben, dahin: vor Allem darauf hinwirken zu wollen, daß in Friedberg, so wie es in einem großen Theile Deutschlands Regel ist, Sommerferien für alle Anstalten gemein⸗
am in die gleiche Zeit gelegt werden und demgemäß auch Herbstferien.“ Eine Aenderung des Zustandes in dem Sinne der Bittsteller ist bisher nicht eingetreten. Einsender beabsichtigt, diese Angelegenheit durch diese Anregung in Fluß zu bringen. Die Ferien der Schüler der Realschule, der Schüler und Schülerinnen unserer Stadtschule sollen zusammenfallen. Ist dies in Wirklichkeit eine so schwer zu lösende Aufgabe? Heute ist es einem Familienvater, einer Mutter in Friedberg nicht möglich, mit den die Schule besuchenden Kindern(Knaben und Mädchen) zur Sommer- oder Herbstzeit gemeinsam einen Ferten-Spazlergang(ganz zu schweigen von elner Ferien reise) zu machen. Dank der sogenannten Ferlen ordnung wird da, wo aus demselben Hause Knaben und Mädchen die Schulen besuchen, die betreffende Hausfrau die Zeit der Ferien nicht recht froh; die Schul— sorgen für den einen oder andern Sprößling hören für sie im ganzen Jahr mit wenigen Unterbrechungen nicht auf. Dieser Zustand ist nicht vernünftig; es ist Pflicht Aller, die es angeht, ihn in der angedeuteten Richtung zu verbessern.
Allerlei.
Newyork, 7. Mal. Bei Locust Cap in Pennsyl—⸗ vanlen, löste sich der erste Theil eines 75 Waggons starken Güterzuges los, wurde am Fuße eines steilen Abfalles jedoch aufgehalten. Da die Bremsen des zweiten Theiles versagten, kam derselbe ins Laufen und stieß auf den stehenden ersten Theil. Ein mit Pulver beladener Waggon explodirte und zerstörte 17 in der Nachbarschaft liegende Häuser, bewohnt von Bediensteten der Rea dingeisenbahn. Die Kohlenvorräthe und die Trümmer fingen Feuer. Acht Personen, meistens Kinder, verbrannten. Viele Per— sonen sind theils schwer, theils leicht verwundet, 12 Waggons sind zertrümmert.
Shanghai. zufolge, trat der Kanton-Fluß aus. sonen sind ertrunken.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 8. Mai. Fruchtpr. Watzen M. 19.25— 00., Korn M. 14.— 00.00, Gerste M. 14.50— 15.50, Hafer M. 14.00— 00.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfund.
Friedberg, 9. Mal. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.05— 1.20. Eier 2 Stück 9 Pf.
Gießen, 8. Mal. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.05 1.10, Eier 1 St. 5, 2 St. 9 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.70— 0.90, Hühner per Stück M. 0.85— 1.00, Hahnen per Stück M. 1.70— 2.20, Enten per Stück M. 2.00— 2.50.,
Einem Telegramm des„Standard“ Gegen 3000 Per⸗
Ochsen⸗Fleisch per Pfund 56-64 Pf., Kuh- und Rind⸗ Fleisch 45—50 Pf., Schweinefleisch 50-60 Pf., Hammel⸗ Fleisch 54— 64 Pf., Kalbfleisch 40— 46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.50— 6.50, Zwiebeln per Centner
Nr. 2 M. 25.00— 27.00, Nr. 3 M. 24.00 25.00, Nr. 4 M. 19.00— 20.00, Nr. 5 M. 16.50— 17.50, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 53.00— 55.00, nord⸗ deutsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 25.00 bis 26.00, Roggenmehl(hles.) Nr. 0 M. 22.00— 22.75, Nr. 0/1 M. 20.00-21.00, Nr. 1 M. 17.50— 18.50, Nr. 2 M. 14.50— 15.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 19.50 bis 19.75, frei Bahnhof hier M. 19.50— 19.75, fremder nach Qual. M. 18.50— 20.50, Roggen hiesiger M. 14.00 bis 14.25, russischer M. 13.60— 14.00, Gerste, Brauer⸗ waare M. 15.00 17.50, do. zu Mahlzwecken M. 12.00 bis 13., Hafer, prima M. 14.25— 14.75, mittel M. 13.75 bis 14.00, Raps M. 25.50— 26.00, Mals M. 14.00, Erbsen M. 14.— 19,, Linsen M. 20.—38., Wicken M. 13.50 bis 14.00, Heu per Ctr. M. 3.50 3.75, Stroh M. 2.50, Roggenkleie M. 4.75— 5.00, Weizenkleie M. 4.50— 4.75, Malzkeime M. 4.75—0.00, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.75 0.00, Reismehl M. 4.00— 4.50, Chiltsalpeter M. 0.00 ab Harburg. Sämmtliche Artikel bel Abnahme von 200 Ctr. an. Rüböl im Detail M. 52.
Frankfurt, 7. Mal. Der heutige Viehmarkt war gut befahren Angetrieben waren 335 Ochsen, ca. 24 Bullen, ca. 276 Kühe und Rinder, ca. 392 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 5961. 2. Qual. M. 54.—56., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 53 bis 55, 2 Qual. M. 46— 48 pro 100 Pfund Slachtge⸗ wicht. Kälber 1. Qual. M. 52—55., 2. Qual. 45 bis 48 Pf. per 1 Pfd. Schlachtgewicht.
Frankfurt, 8. Mat. Heu- und Strohmarkt. Heu pro 100 Kilo M. 8.60— 9.20, Stroh pro 100 Kilo M. 4 80 bis M. 5.20. Wochenmarkt. Butter pro 50 Kilo M. 100 bis 103, Eier das Hundert M. 4— 4.20, Erbsen 100 Kilo M. 17.50 bis 21.50, do. geschälte M. 20— 30, Linsen M. 28— 45, welße Bohnen M. 19—23, Mohrrüben 50 Kilo M. 6—7, Kartoffeln pro 100 Kilo M. 6—7, neue Malteser Kar⸗ toffeln 50 Kilo M. 11—13, Eskarol M. 15— 20, Kopf⸗ salat M. 12— 18, französtsche Radieschen per Pack M. 1.50, frische Aepfel 50 Kils M. 30, franz. Erbsen per Centner M. 50— 60, franz. Bohnen per Pfund M. 1.50, Spargeln per Centner M. 50.
Das Vorkommen von Viehseuchen im Großher⸗ zogthum Hessen während des Monats März 1888.
Milzbrand wurde festgestellt am 6. März in Laubenheim, im Kreise Mainz, bei einem krepirten Rind, am 8. März in Rüsselsheim, im Kreise Groß Gerau, bei zwei krepirten Schweinen, am 18. März in Darmstadt, am 21. März in Rodheim im Kreise Friedberg, am 23. März in Hohenstein, im Kreise Bensheim, am 27. März in Büdingen bei je einem krepirten Rinde und am 31. März 15 Angenrod, im Kreise Alsfeld, bei einem geschlachteten
inde. Rotz: In Darmstadt und Gleßen steht je ein der Ansteckung verdächtiges Pferd unter polizeilicher Beob achtung.
Maul- und Klauenseuche wurde am 14. März in Umstadt, im Kreise Dieburg, bei Rindvyleh festgestellt. In Mainz auf dem Viehhof wurde am 29. März ein Ochs seuchekrank befunden.
Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh in Brensbach, im Kreise Erbach, sowie in Elfa, im Kreise
selbe am 3. März in Steinbach, im Krelse Erbach, am 4. März in Rendel, im Kreise Friedberg, am 17. März in Schwabsburtz, im Kreise Oppenhelm, am 21. März in Ulfa, im Kreise Schotten, und am 26. März in Dorn⸗ In Steinbach, im Kreise
M. 13.00- 14.00. heim, im Kreise Groß Gerau. Frankfurt, 7. Mal. Fruchtber. Hiesiges Weizen-] Erbach, ist die Seuche berelts wleder erloschen. mehl Nr. 0 M. 31.00— 33.00, Nr. 1 M. 28.00 29.00, Die Räude gilt als vorbanden unter den Schafen
in den Orten des Kreises Alsfeld: Altenburg, Renzen⸗ dorf, Brauerschwend, Fischbach und Strebendorf, in den Orten des Krelses Büdingen: Wallernhausen, Blofeld, Leldhecken und Bergheim; in den Orten des Kreises Lauterbach: Engelrod und Ilbeshausen; in den Orten des Kreises Schotten: Bobenhausen, Wohnfeld, Ober⸗ Seibertenrod, Unter⸗Seibertenrod, Steinberg, Ulfa, Ober⸗ Seemen, Mittel-Seemen, und Nieder-Seemen; ferner in Bürstadt, im Kreise Bensheim und bei 4 Schafen in einem Gehöfte in Krumbach, im Kreise Heppenheim.
Für die Ueberschwemmten
gingen uns noch nachträglich 7 M. 15 Pf., von Pfarrer Fischer in Reichelsheim gesammelt, zu, die wir sofort nach Berlin nachgesandt haben.
Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.
Geld⸗Cours. Frankfurt am 8. Mat 1888
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf
20⸗Frankenstücke 16. 13 16. 09 do. in 2 16. 12 16. 09 Englische Sovereigns ee, Russische Imperlales. eee ee ee Duesten 9. 45 , e ere, 9. 54 Dollars in Gold 4. 16
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. Fest der Himmelfahrt. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½ Uhr: Herr Candidat Reinhardt. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Hechler aus Assenheim.
Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin.
Katholische Gemeinde. Mittwoch von 5 Uhr an Beicht. Fest Chrifii Himmelfahrt. Morgens 6 Uhr: Beicht; 3/7 Uhr: Austheilung der heil. Communlon. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Vesper-Andacht mit Segen. 7 Uhr: Mal-⸗Andacht.
Israelitische Gemeinde. Freitag den 11. Mai 1888: Neumond Siwan. Donnerstag Abends 8 Uhr 5 Min.
Freitag Morgens 6 Uhr.
Sabbathfeier vom 12. Mal 1888. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 55 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. ö Sabbathausgang 8 Uhr 25 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 13. Mal an Morgens 6 Uhr, Abends 8 Uhr 20 Min,.(Omergebet.)
eien ist erloschen. In Liederbach, im letztgenannten Kreise herrscht die Seuche fort. Festgestellt wurde die—
Mittwoch den 16. und Donnerstag den 17. Mat: Schebuoth⸗ oder Wochenfest.
Oeffentliche Aufforderung.
Die Wittwe des Kaspar Rühl II., Juliane, geb.
Morschel, von Ober-Mörlen hat den größten Theil ihres
Grundbesitzes veräußert und den Kaufschilling cedirt. Forderungen und Ansprüche jeder Art an die Verkäuferin und beziehungswelse ihren verlebten Mann sind binnen 8 Tagen um so gewisser bel unterzeichnetem Gerichte geltend zu machen, als sonst anderweit über den Kauf— schilling verfügt wird. Bad⸗Nauheim den 3. Mai 1888. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim.
Bauer. 18183 Schutz.
Mobiliar-Versteigerung
Freitag den 11. Mai, Vormittags 9 Uhr anfangend, lassen die Erben der verstorbenen Frau Putzmacher Hanau Wittwe in ihrer Behausung gegen Baarzahlung folgende Gegenstände verstelgern:
1 Sopha mit 6 Stühlen, Tische, Stühle, Kleider⸗
schränke, Commoden, Bettwerk, Spiegel, sowie ver— schtedenes Haus- und Küchengeräthe. In Auftrag: Jos. Butz bach, Auetionator.
Die Wohnung
im diltten Stock meines Hauses ist zu vermiethen. 1698 W. Lang.
Ca. 50 Pfd. reinen Schlenderhonig
1793
in Sommerpantoffeln, Morgenschuhen in Lasting mit
und recht billigen Preisen bei 1628 Heinr. Dienl, Usagasse.
Nächsten Dienstag den 15. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen bei mir zur Versteigerung: 1 Pferd, 6jährig, Wallach, Rappe, gute Landrace, zu jedem Ge⸗ brauch geeignet, fromm und sehr willig, 1 Fohlen, Wallach, sehr stark und zum sofortigen Gebrauch geeignet, 1 Futterschneldmaschine, 1 zwetspänniger Wagen mit Dung und Ernteleitern und sonstige Oekonomiegeräthe; ferner 1 Billard mit Zubehör, verschiedene Bettladen Oefen, Herd, 2 Zulastfaß und diverse kleinere Fässer, Gläser, Flaschen u. s. w.
Nieder⸗Wöllstadt, 7. Mai 1888.
J. Becker, 1810
Heirathsgesuch.
Junger Mann von 27 Jahren, mit tadellosem Rufe, gut gehendem Fabrlkgeschäfte, wünscht mit einem jungen Mädchen aus guter Familie von häuslichem Sinn, nicht
Große Auswahl
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Beifügung der Photographie sind sub P. 8. 972 zur Welterbeförderung an Haasenstein& Vogler in Frank⸗
gibt ab 1821 Friedr. Schmidt in Melbach.
furt a. M. erbeten.(H. 62480.) 1765
Ein tüchtiger Schneidergeselle
Georg Gross.
findet dauernde Beschäftigung bei
Nieder⸗Wöllstadt.
1781
Wilhelm Schmidt, Schneidermeister.
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Jun alt, Bes alsbald den Mi nebst J. fein&
rung zu
nachen.
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