Ausgabe 
9.2.1888
 
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1888. Bonnerstag den 9. Februar. MIt.

Oberhessischer Anzeiger.

ird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mitt a 5 Wated bier n srelag Abend ausgegeben. ͤlrkisblatt für den Kreis griedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(oweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Betreffend: Maßregeln gegen die Tuberkulose des Rindviehes. Friedberg den 6. Februar 1888. Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt. 14 Nach F. 8 der Fleischbeschauordnung darf, wenn bei einem geschlachteten Stück Rindvieh, abgesehen von Kälbern, die Tuberkulose

( Perlsucht, Franzosenkrankheit) konstatirt wird, das Fleisch dieses Thieres nur durch den Spruch eines hierzu ermächtigten approbirten Thier arztes für genießbar erklärt werden. In solchen Fällen ist daher entweder ein kreisamtlich bestellter Thierarzt, oder der Kreisveterinärarzt zuzuziehen. Ohne daß diese Bestimmung irgendwie geändert wird, ist mit Rücksicht auf die auf Veranlassung des Reichskanzlers anzustellenden Ermittelungen über das Vorkommen der Tuberkulose angeordnet worden, daß auch in Fällen, in welchen ein geschlachtetes Thier vom Fleisch beschauer für tuberkulos erkannt ist und der Eigenthümer bezw. Besitzer dasselbe ohne veterinärärztliche Besichtigung verscharren lassen will, oder in welchen es sich um das seltene Vorkommen eines tuberkulosen Kalbes handelt, welches als Kleinvieh nach§. 8 der Fleischbeschauordnung auch vom Fleischbeschauer für genießbar erklärt werden kann, der Kreisveterinärarzt zuzuziehen ist. Sie wollen die Fleischbeschauer und Metzger geeignet instruiren und in Fällen der bezeichneten Art den Großh. Kreisveterinärarzt zur Besichtigung einladen. Die demselben hierdurch erwachsenden Tagegelder sind auf die Großh. Criminal- und Polizeikasse übernommen worden. Dr. Braden.

Bekanntmachung. Betreffend: Die Unfallversicherung von Arbeitern und Betriebsbeamten in Betrieben, welche sich auf die Ausführung von Bauarbeiten erstrecken. Die im Abdruck nachstehende Bekanntmachung des Reichskanzlers bringen wir hierdurch unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß alle Unternehmer von hiernach versicherungspflichtigen Betrieben, welche ihren Betrieb noch nicht angemeldet haben, diesen bei Meidung

von Strafe alsbald bei uns zur Anmeldung bringen wollen. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Friedberg den 3. Februar 1888. Dr. Braden. 0 Bekanntmachung, 1 betreffend die Unfallversicherung von Arbeitern und Betriebsbeamten in Betrieben, welche sich auf die Ausführung von Bauarbeiten erstrecken. Vom 14. Januar 1888. Auf Grund des ß. 1 Absatz 8 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1888 ab versicherungspflichtig sind; 2. daß diese Vetriebe aus der auf Grund des 1884(Reichs⸗Gesetzbl. S. 69) in Verbindung mit F. 12 Absatz 1 des Gesetzes, be Gesetzes vom 11. Juli 1887(Reichs Gesetzbl. S. 287) gebildeten Tiefbau⸗Berufs⸗ treffend die Unfall versicherung der bei Bauten beschäftigten Personen, vom 11. Juli genossenschaft zeschieden werden; 3. daß die unter Ziffer la aufgeführten Betriebe ö 1887(Reichs⸗Gesetzbll. S. 287) hat der Bundesrath in seiner Sitzung vom den örtlich zuständigen Hochbaugewerks Berufsgenossenschaften zugetheilt werden; 15. Dezember 1887 beschlossen, 4. daß die unter Ziffer 1b und fgeführten Betriebe, soweit sich dieselben 1. daß Arbeiter und Betriebsbeamte, welche von einem Gewerbetreibenden, lediglich auf das Anbringen oder Abne der Wettervorhänge und Läden ze. bei dessen Gewerbebetrieb sich erstreckt: a. auf das Bohnen der Fußböden, auf die An Bauten erstrecken, den Baugewerks Berufsgenossenschaften, soweit sie sich dagegen bringung, Abnahme oder Reparatur von Oefen und anderen Feuerungsanlagen oder auch mit der Herstellung der betreffenden Gegenstände befassen, denjenigen Berufs⸗ von Tapeten bei Bauten, b. auf die Anbringung, Abnahme oder Rrparatur von genossenschasten zugewiesen werden, welchen sie ange bs würden, sofern sie Wettervorhängen und Läden(Rouleaux, Marquisen, Jalousien) oder von Ventilatoren destens zehn Arbeiter regel ig beschäftigen und d emäͤäß schon nach bei Bauten, o. auf die Ausführung anderer, noch nicht gegen Unfall versicherten[des Unfallversichtrungsgesetzes vom 6. Juli 1884 versicherungspflichtig sein würden. Arbeiten bei Bauten, die ihrer Natur nach der Ausführung von Hochbauten näher Berlin den 14. Januar 1888. Der Reichskanzler. stehen, als der Ausführung von Eisenbahn⸗, Kanal-, Wege-, Strome, Deich- und. ähnlichen Bauarbeiten, in diesem Gewerbebetriebe beschäftigt werden, vom 1. Januar v. Boetticher. Bek t madd ketanntmachung. Betreffend: Den Ausbruch der Maul⸗ und Klauenseuche zu Ober-Wöͤllstadt. l Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntuiß, daß unter dem Rindvieh des Heinrich Gondolf III. zu Ober-Woͤllstadt die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist. Hofraithe und Stall sind bis auf Weiteres gesperrt. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 1 Friedberg den 7. Februar 1888. Dr. Braden. 1 Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Vorstand der ständigen Ausstellung für Kunst und Kunstgewerbe zu Weimar die Erlaubniß ertheilt, die Loose einer im Laufe dieses Jahres zur Foͤrderung der Zwecke der genannten Kunstanstalt vorzunebmenden Verloosung von Gegenständen der Kunst und des Kunstgewerbes innerhalb des Großherzogthums zu vertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verloosungsplan dürfen 300,000 Loose à 2 Mark für das Vollloos in 2 Serien ausgegeben werden. 0 Friedberg den 7. Februar 1888. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden. 40 8 1 Erledigung. Mein unterm 6. Januar d. J. erfolgtes Ausschreiben gegen Konrad Hedderich von Zeilbach nehme sch als durch Gendarm Steinbach erledigt zurück. * Ausschreiben. Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Gottlieb Farrenkopf von Hettingenbrunn, des Christtan Koch von Schweickheim und des Taglöhners Georg Müller von Groß-Rohrheim wird ersucht. Der Großberzogliche Amtsanwalt. 1 Friedberg den 4. Februar 1888. Kolb. Deutsches Reich. Rußlands zu besorgen. Was die xussische und die fran zur Vertheidigung. Die Hechte in Frankreich und Ruß

Darmstadt. Post Personalnachrichten. Angestellt] zössische Presse anlange, so set nur die letztere eine Macht, land zwingen uns, allerdings vorsichtiger als Karpfen zu ind die Postpraktikanten Herdt in Darmstadt und Weiße] die russische nicht. Für Rußland genüge ihm die Friedens- werden. Der Vertrag mit Oesterreich ist der Ausdruck der Ge⸗

gerber in Mainz als Post⸗ Sekretäre. Versetzt sind der] versicherung des Katsers Alexander, welcher er absolut] meinsamkeitder beiderseitigen Interessen der Vertragschließen Postkassierer Uersfeld von Malnz nach Bückeburg, der] vertraue.Der russischen Presse glaube ich nicht, den den. Das sollte die Welt erfahren, aber nicht nur dieser Ver⸗ Ober⸗Postdirektlonssekretär Beltz von Oldenburg nach] Worte des Kaisers Alexander absolut! Bismarck wirftsstrag, sondern auch der mit Italten ist nur ein Ausdruck Mainz, der Post Sekretär Nette von Gleßen nach Ham[einen Rückblick auf die preußischrussischen Beztehungenf der gemeinsamen Interessen und Bestrebungen, um ge

burg, der Postassistent Maler von Gießen nach Konstanzsseit 1848 und betont, wie häufig die Situatton Rußland meinsame Gefahren abzuwehren und gemeinsam für die und der Postassistent Sehrt von Konstanz nach Gießen.] gegenüber ein bedrohliches Ansehen hatte, stets aber habe] Frtedenserhaltung einzustehen. Oesterreich hat diese be

Gestorben ist der Postsekretär Neuschäfer in Mainz. Ruhe und Gewissenhaftigkett der diesseitigen Ministersonnene Politik 1870 befolgt, indem es den Werbungen Die Zweite Kammer wird wahrscheinlich am 21. Feb. gegenüber den drohenden Lagen, von denen das Ausland Frankreichs widerstand und zu Deutschland hielt. Oester⸗ ruar zur Budget⸗Berathung zusammentreten keine Vorstellung hatte, das Unbeilabgewendet.Schon 1873 reich ist unser natürlicher Bundesgenosse in Gefahren, Berlin, 6. Febr. Professor Bergmann wird morgen standen die Dinge so, daß alle Welt in mich drang, zum] die von Rußland und Frankreich drohen, aber vor dem nach San Remo reisen. Losschlagen zu rathen. Ich habe ruhig abgewartet, bis] Haß Rußlands braucht man sich nicht zu fürchten. Aus

6. Febr. Reschstag. Prinz Wilhelm fuhr heute] auf uns losgeschlagen würde. Ich glaube, ich habe wohl Haß werden keine Kriege geführt, sonst würde Frankreich unter großen Ovationen zum Reichstag. Graf Moltke daran gethan; trotz aller Sturmzeichen trat elne gewisse mit Itasjen und der ganzen Welt Krieg fuhren müssen. und Fuͤrst Bismarck folgten, ebenfalls mit stürmischen] Beruhigung ein durch die intimen Beziehungen der drei Die Macht, die wir besitzen, wird hoffentlich unsere öffent; Hochs begrüßt; der Kanzler wurde von vlelen Tausenden,[Kasser, allein damals wie jetzt waren wir darauf ange, liche Meinung, die Nervosität der Boͤrsen und der Presse die von seiner Wohnung bis zum Reichstag auf den] wiesen, unsere Kräfte so zu erhöhen und einzuxichten, beruhigen. Dlese Macht zu stärken, ist unsere Aufgabe. Straßen Spalier bildeten, erwartet. Der Reichstag] daß wir erforderlichen Falles dastehen als starke Natlon, Daß wir die besten Waffen für die Familienväter baben

nahm zunächst die erste Lesung des Anleshegesetzes vor,] welche in der Lage ist, durch elgene Kraft ihre Macht müssen, ist selbstverständlich Wir koͤnnen mit dem letzt wozu alsbald Reichskanzler Fürst Bismarck das Wort] geltend zu machen, ihr Ansehen, ihre Mürde und ihren vorgelegten Gesetz an leder unserer Grenzen eine Million ergriff. Er befand sich bei vortrefflicher Frische und Besitz zu verthetdigen. Dafür darf und kann uns kein guter Soldaten aufstellen, dabinter stehen unsere Reserven, sprach auch für die Tribünen deutlich genug; seine Aus- Opfer zu schwer sein. Die Kriegs Nelgungen, die in man sage nicht, das können Andere auch, sie konnen es führungen lauteten etwa dahin: Wir hätten keinen Angriff Frankreich und Rußland vorhanden sind, zwingen uns eben nscht, wir haben das Matertal, um eine unge