des Kaisers relativ zufriedenstellend. Bei dem ungünstigen Wetter finden Spaziergänge in der Orangerie statt, seltener im Parke. Zuweilen ruht der hohe Herr während des Tages.
— Der Erlaß des Kaisers an den Cultus— minister wegen des Umbaues des Berliner Domes hat allgemeine Billigung gefunden.
— Bei dem Diner, das am Ostersonntag der Reichskanzler anläßlich seines 73. Geburts— tagsfestes gab, erhob sich, nachdem der Reichs— kanzler des hochseligen Kaisers gedacht und ein Hoch auf Kaiser Friedrich ausgebracht hatte, der Kronprinz und bat um die Gewährung, bei einer so erhebenden Gelegenheit ein Bild vor zuführen, wie er sich das deutsche Reich in seiner politischen und socialen Lage, in seinen inneren und äußeren Beziehungen im gegen— wärtigen Augenblicke vorstelle. Er vergleiche dasselbe einem Armeecorps, welches im Feldzuge seinen Höchstcommandirenden verloren habe und dessen erster Offizier schwer verwundet darnie— derliege. In diesem Augenblicke richteten sich 46 Millionen echter deutscher Herzen in Angst und Hoffnung nach der Fahne und deren Träger, von dem Alles erwartet werde. Der Träger dieser Fahne sei aber unser erlauchter Fürst, unser großer Kanzler; er gehe uns voran, ihm folgen wie, er lebe hoch!
— Der Reichskanzler hat beim Bundes rath den Antrag gestellt, derselbe möge beschließen, daß für Rechnung des Reiches von den silbernen Zwanzigpfennigstücken ein Betrag von 5 Millio— nen Mark einzuziehen und je zur Hälfte in Fünf⸗ und Zweimarkstücke umzuprägen sei.
München. Der Prinz-Regent verlieh dem von hier scheidenden preußischen Gesandten Grafen v. Werthern-Beichlingen den Stern in Brillanten zum bereits 1881 erhaltenen Groß kreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone.
Ausland.
Belgien. Brüssel. Der König von Belgien ist im strengsten Incognito nach Paris gereist. Die Reise soll mit der Congofrage im Zusam— menhang stehen.
Frankreich. Paris, 2. April. Dem Ver— nehmen nach sind die Verhandlungen wegen Bildung eines neuen Cabinets dem Abschlusse nahe und wäre nachstehende Combination wahr— scheinlich: Floquet Inneres, Goblet Aeußeres, Freycinet Krieg, Krantz Marine, Ricard Justiz, Peytral Finanzen, Lockroy Unterricht, Loubet Arbeiten, Viette Ackerbau, Siegfried oder Legrand Handel.
— 3. April. Das neue Cabinet, worin der Radicale Feronillat anstatt des Opportunisten Ricard das Justizministerium und der Radicale Deluns⸗Montaud anstatt des Opportunisten Loubet die öffentlichen Arbeiten übernahm, hat sich nunmehr constituirt und trat heute Nach— mittag 2 Uhr unter dem Vorsitz des Präsidenten Carnot zusammen, um den Wortlaut der Er— klärung des Ministeriums festzustellen, welche noch heute in der Kammer zur Verlesung gelangt. 4. April. In der Deputirtenkammer wurde Meline zum Präsidenten gewählt. Der— selbe erhielt 168, Clemenceau 168 und Brisson 62 Stimmen; das Alter gab den Ausschlag, so— mit ist Meline endgiltig gewählt.
Großbritannien. London, 4. April. Dr. Norris Wolferton, welcher Dr. Mackenzie während des Aufenthaltes des Kaisers Friedrich in Norwood vertrat, reist heute Abend nach Berlin ab.
Italien. Rom, 4. April. Der„Fanfulla“ zufolge sandte der König dem Reichskanzler Fürsten Bismarck die herzlichsten Glückwünsche anläßlich seines Geburtstages. In dem Glück— wunschschreiben heißt es, der König ergreife die Gelegenheit, um seine innigsten Wunsche für die völlige Wiedergenesung des Kaisers aus zu⸗ sprechen. Der Reichskanzler dankte für das Interesse, welches ihm der König auch bei dieser Gelegenheit bekunde; das gereiche ihm zu ganz
besonderer Genugthuung. Es liege ihm hierbet ob, auszusprechen, ein wie großes Gewicht der
Kaiser darauf lege, daß König Humbert wisse, wie dankbar er für diesen Freundschaftsbeweis sei.
— Der König ließ dem Ministerpräsidenten Crispi 40,000 Franes für die durch die jüngsten Ueberschwemmungen in Deutschland Betroffenen zustellen. Beigefügt war ein Schreiben des Ministers des koͤniglichen Hauses, worin der Wunsch des Königs ausgesprochen wurde, Deutsch— land seine Dankbarkeit auszudrücken für die viel— fachen Beweise der Sympathie, welche die deutsche Nation bei verschiedenen Gelegenheiten für Italien bekundete.
Serbien. Belgrad, 3. April. Die Skup— schtina gab auf Antrag des Präsidenten ihr Bei— leid anläßlich des Ablebens des Kaisers Wilhelm durch Erheben von den Sitzen kund und er— mächtigte die Regierung, dem Präsidium des deut— chen Reichstages hiervon Mittheilung zu machen.
Rußland. Petersburg. Der deutsche Mili— tärbevollmächtigte v. Villaume hat den Stern zum Stanislaus-Orden erhalten; es ist dies der erste Fall, daß einem Oberstlieutenant eine so hohe Ordensauszeichnung zu Theil wird.— Wahrend seiner Anwesenheit war General von Werder unausgesetzt Gegenstand der Aufmerksam— keit des Kaiserpaares, des Hofes und der vor— nehmsten Gesellschaft.
Aus Stadt und Land.
G. Friedberg. Gesangverein Concordia und Ca— sino Eintracht beabsichtigen Sonntag den 15. d. Mts., im Saale des Hötel Trapp eine Abend- Unterhaltung zum Besten der Wasser-Beschädigten unter gefl. Mitwirkung einiger Dilettanten abzuhalten und wird demnächst Zweck dieses eine Ltste elreultren.
Allerlei. Friedrichsdorf,(. April. Frau Reis, Wittwe des leider allzufrüh dahter verstorbenen Lehrers der
Garnier'schen Lehr- und Erziehungs Anstalt, Philipp Reis, Erfinder des Telephons, wurde heute durch nachstehendes Telegramm aufs freudigste überrascht:„Berlin S8 56 W. 1888 den 1.4. um 11 Uhr 5 M. Seine Majestät der „Kalser haben Allergnädigst geruht auf Antrag des Fürsten „Reichskanzlers Ihnen in Anerkennung der Verdienste „Ihres verstorbenen Mannes mittelst Allerhöchster Ordre „vom 28. März eine fortlaufende Beihülfe von 1000 M. „jährlich aus dem Allerhöchsten Dispositlonsfonds bet „der Reichshauptkasse vom 1. April 1888 ab zu bewilligen. „Staatsseeretär von Stephan.“
Posen, 3. April. Aus der katserlichen Privatscha— tulle sind für die Ueberschwemmten in Posen 4000 Mark bewilligt. Minister v. Puttkamer reiste heute in Beglei tung des Ministerialraths Haase nach Sulenzin ab, wo die direkte Bahnlinie Posen Kreuzburg unterbrochen ist; er gedenkt die dortige Ueberschwemmung zu besichtigen
Von der Elbe. Das Hochwasser bat dort das Schlimmste getban, es hat ausgetobt, Zerstörung und Ruin hinter sich lassend. Aber das Elend ist nicht ge— ringer geworden, well das Wasser nichts mehr zu zer— stören findet. Nicht neue Schreckens rufe kommen von dort, aber ergreifende Schilderungen des Jammers aus Dannenberg, Ktetz, Dömitz, Lenzen, Bleckede zc.
Tilsit. Im Memel-Delta ist nunmehr ebenfalls eine bedeutende Ueberschwemmung eingetreten.
Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Getraut: 3. März. Der Eisenbahn Bremser Johann Wilhelm Husemann, Wittwer von Höxter mit Vietorla Günther, geb. Jahn, Wittwe des verstorb. Knechtes Joh. Jacob Günther von Hosenfeld. 883 Der Landwirth Joh. Wilhelm Staubi mit Katharina Marie Seipel von Ossenheim. Geboren: 1. März. Dem Gerber Michael Kassel 1 Tochter. 8„ Handarbetter Karl Mattes 1 Sohn. N„ Handlungs-Gehüuͤlfen Georg Friedrich Hugo 1 Tochter. 1„ Bierbrauerei Vesitzer Paul Otto Eugen Rudelius J Tochter. 125„ Lohnfuhrmann Johann Heinrich Fer— dinand Lebeau 1 Sohn. 1„ Dienstknecht H. K. Herrmann! Tochter. 16„ Lederhändler Engelhard Albert Bech stein 1 Tochter. 1„ Kunstgärtner Franz Hermann Bergner 1 Sohn. 19*„ Gastwirth August Albert Burck! Sohn. 24„„ Weißgerber Friedrich Horr 1 Tochter. .„ Lademeister⸗Dlätar Karl Heinr. Janson 1 Tochter. 255 Eine uneheliche Tochter. 285 Dem Dachdecker Heinr. Schneider 1 Sohn. Gestorben: 6. März. Fried. Münch, Söhnchen des Handarbeiters
Jacob Münch, 4 Monate alt.
10. März. Der Schreiner ⸗Meister Joseph Paul Falck 80 Jahre alt.
12 Helnrich Steitz, Söhnchen des Posthulfsboten Philipp Steitz, 6 Monate alt. 1
18 Der Schrift Setzer Andreas Paulsen von Flensburg, 39 Jahre alt.
1 Dorothea Strauch, Wittwe des verstorbenen Hand Arbeiters Heinrich Adam Strauch, 67 Jahre alt.
. Der Rentner Eduard Ruths, 78 Jahre alt,
2 Der Schneider Alex. Gerhard, 81 Jahre alt,
2 Marta Anna Schönhals, 1 Monat alt.
1 Johanna Elisabeth Kehm, 5 Jahre alt,
9 Anna Katharina Henkel, Tochter des Dienst— Knechtes Friedrich Karl Henkel, 3 Jahre alt. Handel und Verkehr.
Friedberg. Am 18. April findet hier Vieh- und
Krämermarkt statt. Auf dem unseren Abonnenten zuge— stellten Wandkalender ist vorstehender Markt vergessen.
Butzbach, 4. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.00—0.00. Käse per Pfd. 45— 46 Pf., Eler 2 Stück 16 Pf.
Frankfurt, 3. April. Heu- und Strohmarkt. Heu pro 100 Kilo M. 7.20—8.40., Stroh pro 100 Klo M. 4.60—5., Erbsen 100 Kilo M. 17.50—21.50., do, geschälte M. 20 30., Linsen M. 28— 45., weiße Bohnen M. 19—23., Mohrrüben 50 Kilo M. 6— 7., Kartoffeln pro 100 Kilo M. 6—7., neue Malteser Kartoffeln 50 Kilo M. 16—17., Endivien 100 Stück M. 20— 25., Eskarol M. 15—20., Kopfsalat M. 25 50., Radieschen per Pack M. 1.50., Rüböl 50 Kilo M. 43.
Frankfurt, 4. April. Erbsen ganze per Pfund 12 bis 16 Pf., do. geschälte 14—18 Pf., Linsen 1828 Pf., welße Bohnen 18—20 Pf., Butter per Pfd. M. 1.15 bis 1.30., Eler das Stück 5—6 Pf., Radieschen 5 bis 6 Pf. das Päckchen, Grünkohl per Portion 5060 Pf., Blumenkohl das Stück 40—60 Pf., Rapunzel per Por— tion M. 0.00—1., franz. Kopfsalat 14 18 Pf., Endi⸗ vien 18-30 Pf., Eskarol 10— 15 Pf., neue Erbsen per Pfd. 70—80 Pf., neue grüne Bohnen per Pfd. M. 1.50., Petersilten per Pfd. M. 1.80., Gartenkresse 1020 Pf., Brunnenkresse 10— 15 Pf., Feldsalat 15—20 Pf., Spinat M. 0.60—1., Borage 10—20 Pf., Romainsalat M. 0.70 bis 1, dicke frische Spargel per Pfd. M. 3—4., Suppen⸗ spargel das Päckchen 40-50 Pf.
Tür die Ueberschwemmten
gingen bet uns ein: von Ungenannt M. 25, A. T. M. 50, von unseren Kleinen M. 1, Pfarrer Bonagnis in Fauer⸗ bach M. 10, Oberamtsrichter Sellheim M. 10. Um weitere Gaben wird gebeten. Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.
Kirchliche Anzeigen für Kriedberg Evangelische Gemeinde. Quasimodogeniti. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Rasch von Dorheim.
atholische Gemeinde.
Samstag von 4 Uhr an Beicht.
Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 3/47 Uhr: Austhellung der hl. Communton.
Um halb 10 Uhr werden die Ersteommunion-Kinder aus dem Pfarrhause in die Kirche abgeholt, worauf das Hochamt beginnt, unter welchem die Kinder die erste heil. Communion empfangen.
2 Uhr: Feierliche Andacht, wobel die Kinder das Tauf— gelübde erneuern.
5 dee e Herr Johann Maria Farina
gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des
allein ächten Cölnischen Wassers
übertragen und empfehlen wir dasselbe
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Die Expedition des Anzeigers.
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