Dberhessiscer Anzeiger.
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ö 1 2 * Beilage. le ö Deutsches Reich. LDL Darmstadt. Der Ingenieur Luft aus a Heubach wurde zum technischen Revisor bei der deore 6 Direction der Main-Neckar-Bahn, das juristische Mitglied und vortragender Rath in den Ab— U ewiger theilungen des Ministeriums der Finanzen Em—
merling zum Ministerialrath, der Direktor des Real- Gymnasiums zu Offenbach Dr. Schön zum 1 Dual Direktor des Real Gymnasiums zu Mainz, der Lehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt Pro— fessor Dr. Schädel zum Direktor des Realgym— asiums zu Offenbach ernannt und der Comman—
deur des Gendarmerie Distrikts Starkenburg, censameh Oberstlleutenant Barthel, auf as,.
duden d Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand
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n ei bersetzt; ferner ist der Amtmann Fuhr zu Offen— enten Hach mit der prov. Verwaltung der Stelle eines
* dan, de 1 bortragenden Rathes bei dem Ministertum der Finanzen beauftragt worden, der Gymnasiallehrer Schüler zu Worms wurde auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand e persetzt und demselben das Ritterkreuz 1. Klasse bes Philipps Ordens verliehen, der Hilfsbremser dei den Oberhessischen Bahnen Bender aus Rocken erg wurde zum Bremser ernannt.
— Militär Dienstnachrichten. Seederer, Rittm, vom „Gr. Drag ⸗Regt. Nr. 24, unter Verleihung des Cha— 9 Jakters als Major, ist als Adj. zum Generaleommando es 4. Armeecorps übergetreten.— Brodrück, Pr. Lieut. bl zom 4. Gr. Inf.⸗ Regt. Nr. 118 wurde unter Beförde
ng zum überz. Hauptm. von dem Commando bei dem roßen Generalstab entbunden.— v. Mülmann, Pr. ⸗Lt. un om 1. Gr. Inf. Regt. Nr. 115, zur Dienstleistung bei em großen General Stabe eommandirt.— von Sack, auptm. vom 4. Gr. Inf. Regt. Nr. 118, unter Bef. Em überz. Major und unter Belassung bei der Gewehr— rüfungs Commission, als aggreg. zum Gren. Regiment önig Friedrich Wilhelm IV. Nr. 2.— Tecklenburg, auptm. à la suite des Generalstabes der Armee als omp.⸗Chef in das 4. Gr. Inf.⸗ Regt. Nr. 118 versetzt. — Kruge, Pr. ⸗Lt. der Haupt⸗Cadetten-Anstalt, in das
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Ferm fädtet en 1 Gr. Inf. Regt. Nr. 118 versetzt.— Schimpf II., Sek.
k. vom 3. Gr. Inf. Regt. Nr. 117 und comm als Er Tan Rinn. fe ber bei dem Cadettenhause zu Culm zur Haupt Ca
* tten-Anstalt übergetreten.— Christ, Militärlehrer bei ir Haupt Cadetten⸗Anstalt à la suite des Cadettencorps Isiellt.— Thielen, Pr.⸗Lt. à la suite des 3. Gr. Inf.:
— „ gts. Nr. 117 à la suite des Cadetteneorps gestellt.— biertig, Unteroff. vom Gr. Feld Art. Regt. Nr. 25, zum N Pt. Fähnr. bef.— Marx, Vieefeldw. vom Landwehr⸗ legts.⸗ Bezirk II. Berlin, zum Sek. Lleut. der Res. des Gr. Inf. ⸗Regts. Nr. 115 bef.— Hensel, Vieefeldw. 0 m Landw.⸗Bats. Bezirk II. Darmstadt, zum Sek. Lieut. 1 1 Alden; 5 rtig von seinem Regimente beurlaubt ist, um sich in neuen Dienst einzuüben. 5 [Charlottenburg, 29. März. Heute ist r Kaiser mit der Kaiserin bei Sonnenschein nhorn.“ offeuen Zweispänner in der Richtung nach N lrtel Stunden. Der Kaiser war in Uniform trug den Helm. Der Wagen fuhr nicht 0 der Rampe, sondern im Hof des Palais vor. 9 zweiten Wagen befanden sich die Prinzes— ien⸗ Töchter, im dritten der Erbprinz von March seit den letzten zwei Wochen wieder Körpergewicht zugenommen habe, was jeden— As ein Zeichen von gesunder Functiomrung e Magens sei. — 1— 15 April.
e Res. des 1. Gr. Inf. Regts. Nr. 115 befördert.— Fydenreich, Vicewachtm. vom Landw. Bats.⸗ Bezirk II. ssel, zum Sek.⸗Lieut. der Gr. Train-Comp. befördert. 1 Hauptm. Kullmann im Gießener Infanterie Regimente J. wie bestimmt verlautet, als Major und Distriets— Emmandeur der Großh. Gensdarmerie für die Provinz J erhessen ausersehen, zu welchem Zwecke ders. gegen— gestend ausgefahren. Der Kaiser trug Uniform, Jütze und Mantel. Das Publikum begrüßte ds kaiserliche Paar mit lauten Zurufen.— März. Der Kaiser und die Kaiserin fuhren hate Mittag im halboffenen Wagen nach Berlin ffee d besuchten die Kaiserin Augusta. Das Kaiser—
U Kaff har verweilte bei der Kaiserin Augusta drei— Meiningen mit Tochter.— 3. April. Ueber Befinden des Kaisers wird nach dem Fr. von gut informirter Seite mitgetheilt, daß i AUmschlag der Witterung sich zwar ein wenig erkbar zeige, daß aber im Uebrigen der Zu— d ein relativ befriedigender sei. Am deut— Iten hierfür spricht die Thatsache, daß der
Die kaiserliche Familie war
Vormittags 10 Uhr in der Schloß-Kapelle zu Charlottenburg zum Gottesdienst versammelt. Um 12½ Uhr traf das Kaiserpaar im geschlossenen Wagen in Berlin ein und stattete der Kaiserin Augusta einen Besuch ab.
Berlin. Der Amnestie-Erlaß des Königs Friedrich von Preußen ist erschienen und betrifft alle wegen politischer und Preßvergehen Ver— urtheilte, sowie Alle, welche nicht mehr als 6 Wochen Haft und 150 Mark Geldstrafe wegen Uebertretungen erhielten.
— Die Kaiserin-Mutter sprach in einem Handschreiben an den Statthalter von Elsaß— Lothringen ihren besonderen Dank aus für die ihr aus dem Reichslande seitens der Gemeinden und Vereine und von Privatpersonen zugegangenen „vielen Beweise der aufrichtigen Trauer und Theil— nahme bei dem Ableben unseres in Gott ruhen— den Kaisers Wilhelm“.
— Den Gerüchten über ein angebliches Lei— den des Kronprinzen Wilhelm gegenüber theilt die„Nat.⸗Ztg.“ nochmals als authendisch mit, daß das Gehörleiden ohne jede Beeinträchtigung der Hörfähigkeit geheilt ist.
— Zu dem heutigen Geburtstag des Reichs— kanzlers Fürsten Bismarck hatte das 1. Magde— burgiche Infanterie Regiment Nr. 26 sein Musik— Corps hierher entsendet, welches die Feier mit Choral⸗Musik einleitete. Die Zahl der einge— laufenen Glückwunsch-Telegramme war in den ersten Nachmittagsstunden auf über 500 gestiegen. Im Namen des Kaisers erschien der Flügel-Ad⸗ jutant Oberst von Broösigke und brachte dessen Glück-Wünsche dar; im Auftrage des Kaisers und der Kaiserin überbrachte der Oberhofmeister Graf Seckendorff deren gemeinsame Glückwünsche. Der Kronprinz erschien persoͤnlich und sprach dem Reichskanzler mündlich seine herzlichsten Glück— wünsche aus.
— Der Bundesrath hat in seiner letzten Plenarsitzung das Verbot des Umlaufs fremder Scheidemünzen vom 1. Juli d. J. ab beschlossen. Nur für einige badische Grenzgegenden wurde der fernere Umlauf der Scheidemünzen in Frank— währung genehmigt. Das Verbot ist haupt— saͤchlich durch die Münzverhältnisse in Elsaß— Lothringen veranlaßt worden, wo die fran zösischen Sousstücke trotz der siebzehnjährigen deutschen Herrschaft noch immer in unvermin— dertem Umlauf sind und die deutsche Scheide— münze kaum aufkommen lassen, ein Zustand, dem aus nationalpolitischen Gesichtspunkten all— mählig doch entgegengetreten werden mußte.
Kiel. Das„Frkf. J.“ kann aus bester Quelle die Nachricht bestätigen, daß Professor v. Esmarch sich zu einer ärztlichen Consulation nach Charlottenburg begibt.
— Das diesjährige Manövergeschwader unter Admiral Knorr wird bestehen aus den Panzer— schiffen:„Baden“,„Bayern“,„Kaiser“ und „Friedrich der Große“, dem Abiso„Zieten“, den Kreuzerfregatten„Stein“,„Gneisenau“, „Moltke“ und„Prinz Adalbert“, dem Aviso „Blitz“, zwei Torpedo-Divisionsbooten und zwölf Torpedobooten.
München. Nach einer Meldung des „Berl. Tagbl.“ soll das vom Prinzregenten von Bayern für den verstorbenen Kaiser Wilhelm aus eigenen Mitteln zu errichtende Denkmal in der Walhalla bei Regensburg Aufstellung erhalten. Die Ausführung ist dem Münchener Bildhauer Knoll übertragen.
Ausland.
Dänemark. Kopenhagen, 1. April. Auf Befehl des Königs ist der Reichstag heute ge— schlossen worden, da eine Einigung beider Kammern über das vorgelegte Budget nicht erreicht werden konnte und das laufende Finanzjahr mit dem gestrigen Tage zu Ende gegangen ist. Frankreich. Paris, 29. März. Der Senat
kleiner Abänderungen wegen zur nochmaligen Berathung an die Kammer geht.
— 31. März. Die gestrige Sitzung der französischen Deputirtenkammer hat den Sturz des Ministeriums Tirard herbeigeführt. Pelle⸗
tan erklärte, er habe auf den Tisch des Hauses einen Antrag auf Revision der Verfassung ge⸗ legt und forderte für seinen Antrag die Dring— lichkeit. Ministerpräsident Tirard erklärte, die Regierung widersetze sich dem Antrage auf Dring⸗ lichkeit und könne die daraus entspringende Verantwortlichkeit nicht übernehmen. Die Dring⸗ lichkeit des Antrags Pelletan wurde jedoch mit 268 gegen 237 Stimmen genehmigt. Das Cabinet ist demnach geschlagen. Minister— Präsident Tirard überreichte dem Präsidenten Carnot die Demission des Cabinets. Carnot nahm dieselbe an. Der Kammerpräsident Flo⸗ quet übernahm den Auftrag zur Bildung eines neuen Cabinets.
Spanien. Madrid. In Spanien ist eine Heeresorganisation im Zuge, welche auf dem Grundsatze der allgemeinen Wehrpflicht beruht. Der vom Kriegsminister Cassolo eingebrachte Gesetzentwurf, dessen Annahme durch die Cortes gesichert erscheint, zielt darauf hin, der spanischen Nation für den Kriegsfall ein gut geschultes, schlagfertiges Heer von 400,000 Mann zur Ver⸗ fügung zu stellen. Alle spanischen Unterthanen sind danach mit dem vollendeten 20. Jahre dienstpflichtig und bleiben auf der Halbinsel zwölf und in den Colonien acht Jahre im Dienst, wovon drei Jahre auf den Dienst unter der Fahne, vier Jahre auf die erste und fünf auf die zweite Reserve entfallen.
Italien. Livorno, 29. März. Heute Nacht epplodirte unter dem Porticus der Kathedrale gegenüber dem Poltzeiamte eine mit Kartätschen gefüllte Bombe. Die Kathedrale wurde stark beschaͤdigt. Mehrere Personen sind verhaftet. Verletzt wurde Niemand. Die Urheber des Bombenattentats verfolgten den einzigen Zweck, die Glaͤubigen in der Kathedrale zu erschrecken.
Rom. Der„Agence Stefani“ wird aus Massauah vom 30. d. M. gemeldet: Nachdem die abessynischen Vorposten in der vergangenen Nacht sich zurückgezogen haben, konnten italienische Kundschafter in das feindliche Lager vordringen. Dieselben berichten übereinstimmend, daß der Negus wie die Häuptlinge, von der Unmöglich— keit eines erfolgreichen Angriffs überzeugt, be— schlossen, Frieden zu schließen. Ein Hinterhalt ist wenig wahrscheinlich, da die italienischen Stellungen thatsächlich unangreifbar sind. Im Lager des Negus herrscht Hungersnoth.
31. März. Der Negus hat den General San Marzano ersuchen lassen, wegen direkter Friedensverbandlungen einen höheren Offizier zu entsenden. General San Marzano erwiderte, der Negus möge zum Zwecke der Verhandlungen einen hohen Würdenträger in das italienische
Lager delegiren.
Rumänien. Bukarest, 29. März. In der Kammer erklärte Pherekydes auf eine Inter— pellation, die Regierung sei fest entschlossen, un— verzüglich im Einvernehmen mit dem Parlament Maßnahmen zu treffen, welche die Achtung der Institutionen des Landes, die öffentliche Ruhe und Ordnung sowie die Sicherheit des Parla— ments und die Achtung vor dem Throne ge— währleisteten.
— 31. März. Die beiden vergangenen Tage sind ruhig verlaufen. Die Kammer verwarf die von der Minderheit beantragte Tagesordnung, durch welche der Regierung wegen der Verhaftung der Deputirten Fleva und Filipesco ein Tadel aus— gesprochen und die Freilassung der belden ver⸗ langt werden sollte, mit 87 gegen 36 Stimmen. Dieselbe Mehrheit beschloß eine Vertrauens—
beendigte die Berathung des Budgets, welches
kundgebung für die Regierung—
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