1888.
Dienstag den 4. Dezember.
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ße 900
berhessischer Anzeige
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Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Unnoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale
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aber Mänte
0. A N 4 7 7 auswärtigen Einsendern(oweit Letztere nicht Jabs rer und behördliche aus dem Kreis
g e 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. resconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Annoncen von
den Feinst 14
Amtlicher Theil.
8 8 4 1. Beka u n t ach un g. 3 e. 255 N 11 80 1 f Wassergenossenschaft fur Flur II. in der Gemarkung e Flur XIV. in der Gemarkung Nieder-Weisel. 6 ir bringen hiermit zur offentlichen Kenntniß, daß sich zum Zweck der Entwässerung der in Flur II. der Gemarkung B 3 8 55 5 5 1 6. g Butzbach und . Flur XIV. der Gemarkung Nieder Weisel gelegenen Grundstücke eine öffentliche Wassergenossenschaft, welche aus den Eigenthümern der vor—
genannten Grundstücke besteht,
gebildet hat.
29. August l. Is. festgestellte Statut hat die Genehmigung des Großherzo
„„„22. November l. Is. erhalten.
Die Bekanntmachungen der Genossenschaft werden in dem
Vorstandsmitglieder werden daselbst alsbald nach erfolgter Wahl veröffentlicht werden.
Friedberg den 30. November 1888.
Erledigung. Den unterm 27. September l. Js. erlassenen Steckbrief gegen Johannes Weber von Bornheim nehme ich als durch Gendarm Gries in Vilbel den unterm 1. November 33 erlassenen Steckbrief gegen Philipp Kümmel von Arnsheim als durch die Gendarmen Sambach und Majewski zu Romrod erledigt hiermit zurück, 1 f Der Taglöhner Johann Andreas Stebentritt von Gunzenhausen ist auf Grund Haftbefehls Großh. Amtsgerichts Vilbel wegen der Anschuldigung: im October 1887 zu Nieder-Es
Steckbrief.
f Neste, Pferde
und Schubwege vorzuführen. t Kommode Friedberg am 26. November 1888.
1 leinene gestrelfte Hose, 1 kleiner Spiegel, 2 Taschentücher, 1 Arbeits hose,
Dieselbe führt den Namen„Seefeld-Genossenschaft“ und hat ihren Sitz in Butzbach. Das am glichen Ministeriums des Innern und der Justiz durch Verfügung vom „Oberhessischen Anzeiger“ erfolgen.
Die Namen der Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
vom 5. September 1888,
U f 7 81 chbach in Gemeinschaft mit dem Tapezirer Mathäus Brenzel von Dammers bach, folgende zum Theil dem Albin Seltmann, früher in Eckenheim, zum Theil einem andern unbekannten Eigenthümer gehörigen Gegenstände, nämlich: zwei Paar Hosen, 1 Paar Schuhe, 3 Taschentücher,
1 Paar Schnürschuhe, im Gesammtwerthe von unter 25 Mark, in der Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen zu haben, zu verhaften, und, wenn im Großherzogthum Hessen betroffen, dem genannten Gerichte, andernfalls dem nächsten Amtsgerichte auf dem Sofortige Nachricht hierher im Falle der Ergreifung erbeten.
Der Großherzogliche Hessische Amtsanwalt: Krämer.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Gefangenwärter Fritzel in Darmstadt wurde zum Gefangenaufseher am Gefängniß zu Darmstadt ernannt.
Berlin, 30. Novbr. Die Erkältung des Kaisers ist so gut wie gehoben. Auch Prinz
Asrporein Heinrich ist wieder hergestellt.
Maarerh 3 Großfürst 5 die Großfürstin Wladim von Rußland sind gestern Abend nach Petersburg zurückgereist. Herzog Albrecht von Mecklenburg und Gemahlin gaben ihnen zum Bahnhofe das Geleit.
— Dem Reichstage sind nunmehr, nach dem„Fr. Journ.“, die Rechenschaftsberichte der preußischen, sächsischen, hessischen und hamburgi— 7„% chen Regierung über die Fortdauer der Ver⸗ en fügung, betreffend den kleinen Belagerungszu— f stand über Berlin, Stettin, Frankfurt a. M.,
t. Beriad * Conlett.— 2 Offenbach und Hamburg-Altona, zuge⸗
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N Der auf Frankfurt a. M. bezügliche Theil des preußischen Berichtes hebt das Wei— „ rand berbestehen der geheimen Agitation, die Ent e e e vickelung der Parteiorganisation, die andauernde 0 Thätigkeit der die Leitung der Partei führenden Cebseuchel Geschäftscommisstion, die Verbreitung von ver— ä 0 ch l.
botenen Schriften, die Abhaltung von Ver⸗ 1 6 1 0 Cehslauche sachen zu dem Schlusse, daß die Voraussetzungen
Aufenthalt mehrerer Anarchisten in Frankfurt N. Philipph jr Verfügung des kleinen Belagerungszustandes
hervor und kommt auf Grund aller dieser That—
elt zu politischen Zwecken sowie den boch vorhanden seien.
er Trauer“— Es ist keine Frage, schreibt das„Fr. 9 1 nett blaß die Verstimmung, welche gegenwärtig bei zum Donne ans in einzelnen Zeitungen Oesterreich gegen—
über zum Ausdruck kommt, einen reellen Hinter⸗
ö chi, grund hat. Selbstverständlich hat die deutsche Hollis fegierung, die ja jede Einmischung in die imeren Angelegenheiten anderer Staaten ab⸗ ! lehnt, mit diesen Aeußerungen nichts zu schaffen. Sie spiegeln indessen diesenigen Stimmungen vieder, welche einen großen Theil unserer Nation zu beherrschen beginnen. Man kann es bei uns mit Recht nicht einsehen, wie die in Oesterreich beförderte Erstarkung des slavischen Geistes auf Inser freundschaftliches Verhältniß zum Nach⸗ barstaate von günstigem Einfluß sein könnte, und fürchtet, daß dadurch allmählich eine Be— nträchtigung der gegenseitigen freundschaftlichen befühle herbeigeführt werden könne. ö — Die„Post“ macht in einem Artikel, in belchem sie wiederum vor dem Ankauf russischer
Werthe warnt, darauf aufmerksam, daß russische Anleihen per Ultimo gehandelt und die größeren Engagements von Monat zu Monat geschoben werden, ohne daß man effektive Stücke hier zu sehen bekommt. Es können also hier in Deutsch— land kolossale Summen der 1889er Anleihe ver— kauft werden(von Frankreich an Deutschland) und wenn inzwischen die neuen Stücke erschienen sind, so existirt an allen dentschen Börsen eine amtliche Notiz für 1889er russische Anleihe, so daß im gegebenen Augenblick im Ganzen fünf— hundert Million Francs der neuen Anleihe un— gehindert in Deutschland einströmen können, und daß dies geschieht, ist leider zu befürchten, falls sich das deutsche Kapital nicht bei Zeiten war— nen läßt, denn weder England noch Frankreich werden eine neue Anleihe dauernd für Kapttal— anlagen aufnehmen.
— 1. Decbr. Die deutsche Kreuzercorvette „Sophie“ zerstörte bei Saadani eine Anzahl Dhaus, welche die Insurgenten auf dem Fest— lande mit Waffen und Munition versorgen wollten. Während des Kampfes wurden zehn Araber und auf deutscher Seite ein Oberzimmer— mannsgast und ein Zimmermann getödtet.
Offenburg. Von den hiesigen im Frei— burger Sozialistenprozeß verurtheilten Personen ist laut„Bad. Landesb.“ Revision angezeigt worden.
Straßburg. Der französische Militär— schriftsteller, ehemaliger Oberst Stoffel, der sich zur Zeit hier aufhielt, hat, dem Vernehmen nach, einen Ausweisungsbefehl erhalten.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 30. Nov. Der Kaiser empfing den diesseitigen Botschafter in Berlin, Grafen Szecheni, in längerer beson— derer Audienz. In den hiesigen diplomatischen Kreisen circulirt das Gerücht, Prinz Reuß habe seine Demission als Botschafter angeboten. Er soll Differenzen mit dem Grafen Taaffe gehabt haben, weil letzterer bei der Anwesenheit des deutschen Kaisers keinen Orden erhalten hat.
— 2. Dec. Heute findet das vierzigjährige Regierungsjubiläum des Kaisers statt. Es ist der Wunsch des Kaisers, daß der Tag nur durch Acte der Wohlthätigkeit begangen werde.
Schweiz. Bern. An Stelle des verstor⸗ benen Bundespräsidenten Hertenstein wird vor⸗ aussichtlich der Vicepräsident Hammer gewählt werden. Verfassungsgemäß erfolgt die Präsiden⸗ tenwahl jährlich am 3. Dezember.
Belgien. Brüssel, 30. Nov. Einer Mel⸗ dung aus Liege zufolge ist in dem Kohlenberg— werke Marihaye ein theilweiser Streik ausge— brochen.
Charleroi, 30. Nov. Die Gruben in Marie— mont und Rascoup sind wieder in Betrieb. Der Streik gilt für beendet.
Frankreich. Paris, 1. Dec. Das Comité der Patriotenliga beschloß für morgen eine Kund— gebung am Grabe der bei Champigny gefallenen französischen Soldaten.
— Die Kammer genehmigte das Budget des Unterrichtsministeriums ohne jeden Zwischenfall. Die Budgetcommission bewilligte mit 12 gegen 8 Stimmen die für das außerordentliche Budget des Kriegsministeriums pro 1889 geforderten Crediterhöhungen, sprach aber gleichzeitig ihre Mißbilligung aus, über das von dem Finanz— minister behufs Deckung des Budgets beobach— tete System. Das Gesammterforderniß des Heeresbudgets war auf 500 Million festgesetzt, wovon 400 Million sofort der Kammer zur Ge— nehmigung unterbreitet werden sollten. Die fär 1889 erforderlichen Credite sind auf 180 Million festgesetzt.
— 2. Dec. Viele Neugierige hatten sich seit heute Vormittag um das Denkmal Baudin's am Eingange des Friedhofes von Montmartre grup— pirt. Abordnungen der Vereinigung der Linken der Kammer, der republikanischen Vereinigung, sowie der republikanischen Linken des Senats, welche an dem Zuge des Municipalrathes nicht theil— nehmen wollten, waren im Laufe des Vormittags eingetroffen, um Kränze an dem Denkmal nie— derzulegen. Um 1 Uhr setzte sich der Zug des Municipalrathes vom Hotel de Ville nach dem Friedhof in Bewegung. Seit Mittag war be— hufs Aufrechterhaltung der Ordnung der Wagen— verkehr in den Straßen, welche der Zug passiren mußte, polizeilich untersagt. Eine ungeheure Menschenmenge durchzog die Straßen. Der Zug brauchte eine Stunde, um den Boulevard Se— bastopol zu passiren, und zog um 3 Uhr am Nordbahnhofe vorüber. Einige Rufe:„Es lebe die Republik“, untermischt mit Pfeifen wurden vernommen, als die Gruppe der Deputirten und Municipalräthe bei der Rue Rivoli vorüberzog. Eine Person wurde auf dem Boulevard Magenta verhaftet. Boulanger ist heute Vormittag nach, Nevers abgereist.
Großbritanuien. London, 30. Novbr. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung die
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