Vertretern des Bondholders in Constantlnopel geschlossene Convention, betr. die Zahlung des rumelischen Grund— inses. Ferner wurde die Regierung zur Aufnahme einer Anleihe von 50 Million zum Ankauf der Elsenbahnlinte Rustschuk-Varna und zur Vollendung der Eisenbahnlinie Zaribrod Vakarele ermächtigt.
— Die bulgartsche Reglerung hat bei der Lütticher Gewehrfabrik 50,000 kleinkaltbrige Gewehre bestellt. In vertraulicher Sitzung bewilligte die Sobranje 22 Millton für Kuͤstenvertheidigung.
Rußland. Petersburg. Dle hlesige Universität ist auf besonderen Wunsch des Kaisers nicht geschlossen wor— den. Die Odessaer Universität wurde wieder geöffnet.
— Die„Börsenzeitung“ erfährt, das von dem Fi— nanzminister Wyschnegradsky aufgestellte Reichsbudget für 1888 schließe obne Defieit ab.
— Eine russische Note an die Pforte verlangt Maß— nahmen zur Verhinderung von Einfällen der Kurden in Russisch⸗Armenien
— 28. Dee. Lord und Lady Churchill wurden gestern in Gatschinga von der Kaiserin und dem Kaiser empfangen.
— Die bisher in Raygrod an der ostpreußischen Grenze (in der Nähe von Lyck) stattonirten russischen Dragoner wurden nach der schlesisch-galizischen Grenze verlegt.
— Der„Kreuzzeitung“ zufolge ist heute von einem Antweepener Hause hierher berichtet worden, daß die Ver— handlungen Rußlands mit holländtschen, belgischen und französischen Bankters über die Aufnabme einer Anleihe von 700 Millionen Rubel definitiv gescheitert seien.
Amerika. New⸗ Vork, 27. Dec. Der Streik der Angestellten der Phlladelphta-Reading-Bahn ist beendet. Die Streitpunkte werden einem Schiedsgerichte unterbreitet.
Aus Stadt und Land.
h. Frledberg. Gleich ausgezeichnet durch Fuͤlle und Tiefe des Inhalts sowie durch Vollendung der Form waren die„Vorlesungen über die Gretchen⸗ tragödie nach Göthe's Faust“, welche unser Mit— bürger, Professor Dr. Schmid, an fünf Abenden der ver— flossenen Wochen hielt. Professor Dr. Schmid stellte Gretchen, diese herrlichste weibliche Figur der ganzen deut— schen Dichtung, in den Vordergrund und zeigte, sich immer an die betreffenden Seenen des Dramas haltend, mit welcher Kunst der Dichter das Erwachen der Liebe in der unschuldigen Jungfrau darstellt, wie die Liebe immer stärker und durch die Stärke zur Sünde wird, wie diese Sünde andere schwerere Schuld nach sich zieht, deren Folge zuletzt die Verzweiflung wird. Er entwickelte, wie Gretchen bei aller Schuld doch den sittlichen Adel der Seele nicht verliert, endlich freiwillig ihre Schuld sühnt und sich dadurch für die Ewigkeit rettet. Der Vortragende verstand es, den inneren Zusammenhang aller Handlungen und die feine psychologische Motivirung in höchst überzeugender Weise darzuthun und er bewies dadurch wieder, wie ein echtes Kunstwerk bei näherer Be— trachtung und Zergliederuug nicht an Wirkung verliert sondern gewinnt, eben weil die Gründe der Wirkung klar werden. Der Ton der Vorlesungen war nicht ein trockner, belebrender, sondern die Worte, von weichem, biegsamem, wohllautendem Organ gesprochen, gingen zu Herz und Gemüth der Zubörer und ließen diese das Schicksal Gretchens mitempfinden. Besonders schlenen uns in diesem
— die Seenen der Noth Gretchens gelungen, so die Muttergottesbilde, im Dome, im Kerker. Die Erlälkkkrung der letzteren Scene war nach unserer Mei—
nung eine ganz hervorragende, mustergülttge Leistung. Die Scenen bis zum Auftreten Gretchens wurden kürzer bebandelt, ebenso manche der folgenden, welche zur Be— urtheilung Gretchens weniger wichtig sind, der Entstehung der einzelnen Scenen wurde gedacht und ab und zu Be merkungen von mehr allgemeinem auf das Drama be— züglichem Inhalt eingeflochten. Der ganze Cyelus legte Zeugniß ab von dem tiefen Verständniß und den um— fassenden Studlen des Vortragenden. Der Besuch war sehr zahlreich, der Erlös betrug über 200 Mark, welche Summe der Vortragende dem Stadtkirchenbauverein, der Herberge zur Heimath und der Arbeitereolonie in Neu— Ulrichstein zugewandt hat. Professor Dr. Schmid sel hier an dieser Stelle der gebührende herzliche Dank aus— gesprochen.
Friedberg. Wie alljährlich wird unsere Dilettanten— kapelle auch diesmal wieder in der Sllvesternacht uns durch das Spielen geeigneter Choräle erfreuen.
c. Friedberg, 28. Dez. In den Räumen des Windecker'schen Felsenkellers fand heute die 35. General— versammlung des hiesigen Vorschuß und Creditvereins statt. Der Vorsitzende referirte über den Stand der Genossenschaften und constatirte, daß auch in diesem Jahre wiederum eine Zunahme der Vereine und Mit— glleder zu verzeichnen sei. Hierauf brachte er den Re— vistonsbericht des Verbandsdireetors zur Kenntniß der Versammlung. Bel der sich hieran anschließenden Wahl der Ausschußmitglieder wurden die Ausgetretenen: Reuß,
Hleronimus, Fertsch, E. Windecker wiedergewählt. An Stelle Pfeffer's, der aus Gesundheltsrücksichten eine Wiederwahl abgelehnt hatte, wurde Rechtsanwalt Win— decker gewählt.
U. Kloppenhelm, 29. Dez. Bel der heute statt— gehabten Gemeinderalhs-Ergänzungswahl war die Be— theiligung keine so allgemeine wie vor Monaten bei der Beigeordneten-Stichwahl. Die melsten Stimmen ver— einigten sich auf Renteiverwalter Stahl; A. Kling und Bäckermelster A. Ulrich hatten Stimmengleichhelt und entschted das Loos für Letzteren.
Gießen, 28. Dez. Ein Bursche, welcher gestern Morgen gegen 6 Uhr in einem Hause am Wieseckerwege Einlaß begehrte, feuerte, als ihm derselbe verwelgert wurde, aus elnem sechsläufigen Revolver mehrere Schüsse auf die am Fenster befindliche Frauensperson ab, eln Schuß drang derselben in die Brust, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte, um die Kugel zu entfernen. Die 6 Hülsen der Patronen befanden sich noch in den Laufen des Revolvers, als man den Thäͤter, einen hier bediensteten Kutscher, verhaftete.
Allerlei.
m. Frankfurt. Alle andern Fragen, welche je nach der treibenden Kraft eine mehr oder minder lebhafte Be— wegung in den Versammlungen und Gemüthern der Jünger Mereurs während der letzten Jahre hervorgerufen haben und welche in der Fachpresse elfrig diseutirt wor— den sind, wie Arbeitsdauer, Sonntagsfeier, Kündigungs— verhältniß, Rechtsschutz, Lehrlingsfrage, Fortbildungs— wesen, Kranken-, Sterbe⸗, Unfallkassen, Versicherung gegen Invalidität und Stellenlosigkeit, Wittwen⸗ und Watsen— versorgung, so zeitgemäß ihre Erörterung und so wünschens— werth auch ihre Verwirklichung größtenthells erscheinen mag, stehen an Bedeutung weit hinter der der Stellen— vermittelung zurück, weil auf ihr in erster Linie dle Epistenz beruht. Von einer den Ansprüchen der Jetztzeit angepaßten Vermittelung fur den stellesuchenden Kauf— mann muß gefordert werden, daß sie auf die vielfach herrschende Nothlage bei Normirung des Einschreibgeldes Ruͤcksicht nimmt und daß dieses nur für eine Dauer ge⸗ fordert wird, innerhalb deren sich der Stellenwechsel in der Regel vollzieht, daß sie dem Engagementsuchen den durch zahlreiche Vacanzen jeder Art Aussicht für bal— diges Unterkommen bietet und daß die Gebühr für Be— sorgung einer Stelle dem Plaelrten keine drückenden Opfer auferlegt. Nur dann kann allmählig der Freibeuterei der unreellen Vermittelungsagenten, über deren unqualifielr— bares Treiben vielfach die Tagespresse berichtet, ein Riegel vorgeschoben werden. Es will uns scheinen als wenn der Kaufmännische Verein in Frankfurt, dessen er— folgreiche Thätigkelt in Bezug auf Stellenvermittelung hinreichend bekannt ist, durch sein kürzlich revidirtes Statut dem gekennzeichneten Bedürfniß in weitestem Um— fange Rechnung getragen hätte, wenn er von dem Be— werber um eine Stelle für drei Monate nur das be— scheidene Honorar von 2 M. 50 Pf. fordert und erst nach Vermittelung eines Engagements den Beitritt zum Verein auf die Dauer von 2 Jahren bedingt.
Fulda. Es gewinnt den Anschein, als ob sich hler eine förmliche Falschmünzerbande niedergelassen habe. Vor einigen Tagen wurde ein Schlossergeselle verhaftet, bei dem falsche Zweimarkstücke vorgefunden wurden. Später kamen außer den Zwetmarkstücken auch falsche Fünfmark— stücke in Silber im Verkebr vor uud gestern ist es der Poltzei gelungen, abermals einen Schlosser zu verhaften, welcher bereits eingestanden hat, das falsche Geld ange fertigt zu haben. Weitere Verhaftungen sollen bevorstehen.
Prag, 28. Dez. Meldungen aus Teplitz zufolge drang das Wasser nunmehr auch in den Giselaschacht und den Döllinger-Hilfsbau ein. Infolge dessen wurde das große Wasserhebewerk auf dem Döllinger Schacht in Be— trieb gesetzt. Die Eigenthuͤmer der Teplitzer Thermen haben jedoch gegen die Pumparbeiten Verwahrung eingelegt.
Verloosung.
Ansbach⸗Gunzenhausen 7 fl.⸗Loose vom Jahre 1856. Ztehung am 15. Dezember 1887. Aus— zahlung am 15. Juni 1888. Hauptpreise: S. 1301 Nr. 8 6000 fl. S. 1288 Nr. 4 1000 fl. S. 4828 Nr. 4 500 fl. S 562 Nr. 18, S. 564 Nr. 11, S. 1288 10, S. 1297 Nr. 2, S. 4246 Nr. 6 je 100 fl.
S. 893 Nr. 2, S. 1288 Nr. 26, S. 1487 Nr. 16, 1895 Nr. 27, S. 1914 Nr. 27, S. 2167 Nr. 25, 2800 Nr. 1, S. 3029 Nr. 40, S. 3324 Nr. 26, 3926 Nr. 48 je 50 fl. S. 182 Nr. 31, S. 836 er. 15, S. 1288 Nr. 16, S. 1507 Nr. 10, S. 1895 40, S. 2265 Nr. 22, S. 2595 Nr. 2, S. 2538 28, S. 2888 Nr. 18, S. 3029 Nr. 29, S. 3235 28, S. 3486 Nr. 38, S. 3512 Nr. 22, 3647 12, S. 3926 Nr. 20, S. 3962 Nr. 13, 4015 kr. 23, S. 4035 Nr. 32, S. 4094 Nr. 1, S. 4941 35 je 30 fl. S. 204 Nr. 27, S. 562 Nr. 30, S. 564
SGG G
9, 41, S. 617 Nr. 19, S. 672 Nr. 12, S. 1
. 11, S. 1288 Nr. 35, S. 1407 Nr. 4, S. 6
1, S. 2143 Nr. 27, S. 2167 Nr. 24, S. 20 3, S. 2427 Nr. 45, S. 2926 Nr. 49, S. 2928
7, S. 3029 Nr. 45, S. 3085 Nr. 32, S. 31%
12, S. 3148 Nr. 19, 21, S. 3327 Nr. 25, S. 351
17, S. 3663 Nr. 34, S. 3779 Nr. 46, S. 392
. 21, S. 5401 Nr. 48, S. 4094 Nr 7, S. 4828
24, S. 4896 Nr. 23, S. 4941 Nr. 27 se 20 fl.
achte! es klemmt sich
noch manches Nickel, und Silberstück in unser Deck, vorausgesetzt, daß es in dlesen Tagen an fröhlichen Gebern nicht fehlen wird. 9
Der edle Zweck unsers Daseins ist weltbekannt; fol⸗ gende 2 Zeilen drücken ihn kurz und bündig aus: 7 Für das Werk zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen Allerlei Geld, sei es Kupfer, sel's Nickel, Silber
und Gold wir nehmen. Die Friedberger Sammelboote der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchtger.
Allgemeiner Taubstummenverein, Christbescheerung am 8. Januar, Abends 8 Uhr, im Saale des Restaurateurs Stenger. und Freunde des Vereins sind freundlichst zu derselben eingeladen. Geschenke an Geld u. s. w. werden mlt Dank entgegengenommen von dem Präsidenten J. Frledrich, Kappenmacher,
Neujahrs⸗Gratulations⸗Enthebungs⸗Karten haben ferner genommen: Schulrath Schmidt, Baumelster Ruths, Postdirektor Wüst, Blinden anst. Direktor Schäfer, Karl Hilbrecht, Reallehrer Claus, H. Schudt a. d Görbel; helmer Mühle, Dr. Weckerling, Carl Trapp, Gerichts Assessor Hossinger, Kreisrath Pr. Braden und Frau, Uhr— macher L. Hanau, Major Winter.
Blrodpreise vom 1. bis 16. Januar 1888. Nach eigener Angabe der Bäcker.
Für Friedberg, Bad Nauhelm und Butzbach unveréndert—
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Januur 1888. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert
Zur gefl. Beachtung.
Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate ꝛc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Frelmarke für die Rückantwort belgelegt st. Ueber Inserate, bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftserthellungen befugt. Offertenbriefe sind, soweit keine bestimmten gegentheiligen Abmachungen getroffen wurden, in der Expedition abzuholen.
Die Expedition des Oberhess. Anzeigers.
Gedenket der Vöglein im Schnee! Der Frost und Hunger thun weh.
Verwahret Feuer und Licht, Damit kein Schaden geschicht!
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Samstag den 31. Dezember. Gottesdienst in der Burgkirche. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Welffenbach. Neujahrsfest 1888. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur.
Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Eger.
Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 912 Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
Mittwoch den 4. Januar. Burgkirche. Abends 8 Uhr: Herr Candidat Ah lhelm
atholische Gemeinde. Samstag Abend 5 Uhr: Sylvester- Andacht mit Predigt; darauf Gelegenheit zur Beicht. Sonntag Morgen 3,47 Uhr: Austheilung d. hl. Communlon. 10 Uhr: Hochamt(ohne Predigt). 2 Uhr: Andacht.
Bekanntmachung.
Forderungen an den Nachlaß der Wittwe des Johannes Grünewald, Marle Dorothea, geb. Bäckel, von Ober— Florstadt sind binnen 8 Tagen, insowelt nicht bereits geschehen, dahler anzumelden, wenn sie bel der Nachlaß: regulirung berücksichtigt werden sollen.
Friedberg am 22, Dezember 1887. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg.
Herzberger.
Frische Schellfische
eingetroffen. Ph. Dan. Kümmich.
4471 449
Wagen Verkauf.
1 neuer und 1 gebrauchter Landauer,
1 neues und I gebrauchtes Halbverdeck,
1 neues Break, 1 neues Doka,
1 gebrauchte Glaskalesche bei 4382
Friedberg. H. Ph. Romeiser.
Lehrlings Gesuch.
Ein ordentlicher Junge kann bei mir in die Lehre treten. Wilh. Schöpf, Wagnermeister, 4465 Nleder-Wöllstadt.
Thee(schwarz)
in kräftiger Qualität, per Pfund 3 Mark, empfiehlt 4489 J A. Windecker.
Rum, Arrac, Cognac, sowie Punsch⸗Essenzen empfehle in den feinsten Oualitäten. 4420
Georꝗ Gross. Einen Mltleser zum„Frankfurter Journal“ sucht 9 7 85
4485
Philipp Vogt.
Die Mitglieder


