Samstag den 26. November.
2 140.
Oberhessischer A
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mitt und Freitag Abend ausgegeben. 928
Areisblatt für den Kreis Friedberg.
nzeiger.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., Totale 3 auswärtigen Einsendern(oweit Letztere nicht
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Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf.,
f Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf— ahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Annoncen von
Deutsches Reich.
Darmstadt, 24. Nov. Heute trat der Land— ag wieder zusammen und wurde in der ersten kammer als erster Präsident wiederum Prinz Alezander landes herrlich ernannt, zum zweiten Präsidenten wurde der Fürst von Bsenburg-Bü—
ingen und zu Schriftführern der Graf von Irbach⸗Schönberg und Geheimrath Goldmann ge— wählt. In der zweiten Kammer wurde wiederum kugler(Offenbach) zum 1. Präsidenten, Wolfs— ehl(Darmstadt) zum 2. Präsidenten gewählt. Heinzerling und Arnold wurden zu Schriftsüh—
ern ernannt.
N Berlin, 23. Nov. Ueber das Befinden des Kron—
Anzen liegen heute den Umständen nach günstige Meldungen aus San Remo vor. Heute früh Ind in der Villa Zirio eine fast zweistündige Lonferenz der Aerzte ohne Zuziehung Dr. Bra— Hann's statt, worauf General v. Winterfeld nach
erlin abreiste, um dem Kaiser Bericht zu er—
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raktisches leidnugs in großer lligst
* 13 atten aß der Kronprinz sich eines gesunden Schlafes nd Appetits erfreut, aber, durch das ungünstige
Eiben HGetter verhindert die gewohnten Spaziergänge zu 5 internehmen, trüben Stimmungen unterworfen ist. e 24. Novbr. Der Reichstag wurde heute durch
en Staatsminister v. Bötticher eröffnet. Die Thron⸗
de gedachte zunächst des schweren Leidens, von welchem
„len. r Kronprinz beimgesucht ist, und kündigt sodann fol 1 l nde Vorlagen an: Den Reichshaushalts⸗Plan, den Weg⸗ ückunge. ll der Wittwen und Waisengeldbeiträge der Offiziere N 5 ind Beamten, dle weitere Erhöhung der Getreidezölle,
K Flunden de weitere Entwickelung des Heerwesens, resp. einen Ge ibentwurf, welcher die Landwehr und den Landsturm
Ze. b trifft, und bestimmt ist, eine wesentliche Erhöhung der
BVehrkraft des Reiches herbeizuführen, den Gesetzentwurf ser die Alters- und Invalidenversorgung der Arbeiter, e weitere Ausdehnung der Unfallversicherung auf die Frselben bedürftigen Thelle der Bevölkerung, einen Gesetz— twurf, welcher die Verhältnisse der freien Genossen— 1 sbaften regeln und ins besondere die Bildung von Ge— 5 1 tossenschaften mit beschränkter Haftpflicht der Mitglieder m Fertee möglichen soll, die Anwendung des Nahrungsmittelge— ges auf den Verkehr mit Wein, um diese Frage in ge— U en ind beitspolizeilicher Hinsicht zu regeln, die Erneuerung 5 8 Handelsvertrages mit Oesterreich-Ungarn, die Ver⸗ u. Lags a* Ileus.
Kinge.
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säge bebufs Regelung der Handels beziehungen des Reiches elt einigen amerikansschen Staaten. Am Schlusse sagt de Thronrede:„Die auswärtige Politik des Kaisers ist tt Erfolg bemüht, den Frieden Europas, dessen Er, haltung ihre Aufgabe ist, durch Pflege der freundschaft [chen Beziehungen zu allen Mächten, durch Verträge und urch Bündnisse zu befestigen, welche den Zweck haben, een Kriegsgefahren vorzubeugen und ungerechten An: selffen gemeinsam entgegenzutreten. Das eutsche Reich hat keine aggressiven Tendenzen und keine Lebürfnisse, die durch siegreiche Kriege befrtedigt werden ünnten. Die unchristliche Neigung zu Ueberfällen be— nachbarter Völker ist dem deutschen Charakter fremd und de Verfassung sowohl, wie die Heereseinrichtungen des leiches sind nicht darauf berechnet, den Frleden unserer Jachbaren durch willkürliche Angriffe zu stören. Aber der Abwehr solcher und in der Vertheidi⸗ ang unserer Unabhängigkeit sind wir stark und wollen wir mit Gottes Hilfe so stark erden, vaß wir jeder Gefahr ruhlg ent⸗ egen sehen können.“ Dieser Passus wurde mit Anachsender Begeisterung aufgenommen. Präsident v. Wedell— esborff eröffnet sodann die erste Sitzung mit einer An⸗ rache, in welcher er mit warmen Worten des schweren dens des Kronprinzen gedenkt und die Ermächtigung in das Präsidium erbittet, diese Gefühle dem Katser zudrücken und gleichzestig dem Kronprinzen folgende Tepesche zu übersenden:„Der Reichstag gedenkt in tlefster Gorerbletung und herzlicher Liebe Euerer kalserltchen Ho hit. Möge Gott Ihr theueres Leben beschlrmen und zm Heil des Vaterlandes erhalten.“ Das Haus hörte dese Ansprache stehend an und ertheilte einstimmig zu den Vorschlage des Präsidenten seine Zustimmung. Der ästrent ernannte sodann zu provisorsschen Schriftführern ie Abgg. Graf Kleist, Dr, Porsch, Pr. Bürklin und Hermes. München, 24. Nov. Die Kammer nahm
en gesammten Elsenbahnetat den Anträgen des
Die Nachrichten stimmen darin überein,
Ausschusses gemäß an und überwies die einschlägi— gen Petitionen der Regierung zur Erwägung.
Ausland.
Belgien. Brüssel, 24. Nov. Prinz Victor Napoleon berief die bonapartistischen Abgeord— neten und Senatoren zu einer Conferenz nach Brüssel. Cassagnac kommt schon morgen hierher.
Frankreich. Paris, 24. Nov. Die An— zeigen mehren sich, daß die Krisis sich ihrem Ende naht und daß die Demission Grevy's nahe bevorsteht. Grevy benachrichtigte heute Vormit— tag Ribot, er beabsichtige eine Botschaft an die Kammern zu richten, und ersuche ihn, heute Abend nochmals nach dem Elysése zu kommen. Grevy wird heute Abend auch mit den bisherigen Mi— nistern conferiren. Für die Zeit des Congresses der zur Präsidentenwahl in Versailles zusam— meutritt, sollen 9 Bataillone Infanterie, das 8. Kürassier⸗, das 2. Dragoner-, das 4. und 18. Jaͤger-Regiment nach Versailles geschickt werden. Die 5. und 8. Dragoner und die ersten und 15. Jäger werden für dieselbe Zeit in Paris cantonnirt werden. Die Nachricht, daß auch ein Regiment Marine-Infanterie nach Versailles abgehen soll, wird officiell dementirt.
Bulgarien. Sofia, 23. Nov. In der heutigen Conferenz beschloß die Majorität, Kara⸗ welow und Consorten in Anklagezustand zu ver— setzen.— Gestern erschienen ca. hundert Bürger vor dem Metropoliten und forderten ihn auf, binnen drei Tagen Sofia zu verlassen, widrigen— falls sie ihn nicht vor Mißhandlungen schützen könnten. Klement wiederholte seine Erklärung, nur auf Ordre des Exarchen, oder wenn er ge— waltsam entfernt werde, fortzugehen. Die Be— völkerung ist sehr aufgebracht; die Regierung kann nur mit Mühe die Demonstrirenden zu— rückhalten.— Der„Swoboda“ zufolge hat Franz Maktisch nachträglich eingestanden, das slavische Comité in Odessa habe dort eine große Anzahl von Handbomben bestellt, die bereits fertig seien und nach den Grenzorten Bulgariens zum Zwecke der Ermordung angesehener bulga— rischer Patrioten gesendet werden würden.
Rußland. Warschau. Von hier in Wien eingelaufene Privatnachrichten melden: Fort⸗ während langen neue Truppenmassen aus Inner— rußland in Polen an und werden in Orte der Weichselgegend, zumeist in die Nähe der Eisen— bahnlinien gelegt.— Bei dem am letzten Sonn— tag in Warschau anläßlich der Regimentsfeier des lithauischen Garderegiments abgehaltenen Festmahl sagte Generalgouverneur Gurko bei seinem Trinkspruch auf die Offiziere:„Ich bin dessen sicher, daß ich Euch wie vor zehn Jahren bald wieder in den Kampf führen werde. Es müßte mir Gott nur noch ein sehr kurzes Leben zugemessen haben, wenn ich dieses nicht erleben sollte.“ Wie verlautet, soll Gurko zum Gene— ralissimus der Armee und statt seiner Graf Schuwalow zum General-Gouverneur von Polen ernannt werden.
Aus Stadt und Land.
7 Frledberg. In Anknüpfung an den Artikel in Nr. 138 d. Anz. sel bemerkt, daß der angekündigte Vor— trag des Geh. Hofraths Prof, Schäfer von Dar m⸗ stadt in dem gütigst zur Verfügung gestellten großen Saale des„Höktel Trapp“ am Donne rstag(1. De— zember) Abends um 8 Uhr stattfindet. Der Eintritt ist für alle Mitglieder des Stadtkirchenbauverelns frel; doch werden fretwillig eingelegte Gaben mit Dank ent
gegengenommen. Fur Nicht
Mitglieder beträgt das Entrée 760
50 Pfennig. Zum nämlichen Preise sind von Montag (28. November) ab auch Karten zu reservirten Plätzen in den beiden hiesigen Buchhandlungen zu haben.
Allerlei. f München, 23. Nov. Der Prinz-Regent hat das über den Mörder des Gendarmen Behringer, Placzack, gefällte Todesurthell bestätigt.
Brüssel. Der„Independanee Belge“ zufolge ist der Dampfer„Vlaanderen“, welcher zwischen dem Congo und Antwerpen fährt, an der französischen Küste verloren gegangen
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Eyangelische Gemeinde. 1. Advent. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candtdat Koch. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 912 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abendmahl. Abends 5 Uhr: Herr Geh. Kirchenrath Dr. Diegel—
Katholische Gemeinde. Samstag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 3/47 Uhr: Austheilung der hl. Communion. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
Israelitische Gemeinde. Montag den 28. November 1887: 12. stisleb. Friedberger Fasttag. 85 Beginn: Sonntag Abends 3 Uhr 45 Min. Montag Morgens 6 Uhr 45 Min.(Selichoth). Montag Nachmittags 3 Uhr 45 Min.
Nicht Laien, sondern medicinische Autoritäten, deren hohe santtätsamtliche Eigenschaft über alle Zweifel er— haben, betonen nachdrücklichst, daß die Sodener Mineral- Pastillen unter den Heilmitteln der Gegenwart eine sehr hervorragende Stellung einnehmen. Wer sein Blut ver— bessern, die Lungen heilen, die Brustorgane purgiren, Leberanschwellungen beseitigen, wer Hämorrholdalleiden heben und Verdauungsstörungen regeln will, der unter— ziehe sich einer Sodener Pastillenkur, deren wohlthätiger Heilwerth,— ohne Berufsstörung, ohne großen Geld— aufwand— ein unausbleiblicher und ein doppelt großer sein wird. Für nur 85 Pfg. pro Schachtel sind die Pastillen in allen Apotheken zu haben. 4044
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