Ausgabe 
26.7.1887
 
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M. 10., neue Zwiebeln M. 9. 10., Grünekern M. 22. bis 26, Butter 50 Kilo M. 70.80., Eier das Hundert M. 4.805 60, Bohnen zum Einschneiden M. 12. 15, Gurken zum Einmachen das Hundert M. 6.8., Citronen 100 Stück M. 7., Orangen 100 Stuck M. 10. Frankfurt, 2. Juli. Wochenmarkt. Butter das Pfd. 90 Pf. bis M. 1.20, Eier das Stück 56 Pf., Grünekern 2834 Pf., Bohnen 1622 Pf., Erbsen ganze 1620 Pf., geschälte 1624 Pf., Linsen 20 bis 30 Pf., neue Kartoffeln per Pfd. 1012 Pf., Malteser 1214 Pf., Spinat 30 40 Pf., Blumenkohl 3) bis 60 Pf., Endivien 10 Pf., Salatgurken 10 Pf., 100 Ein machgurken M. 6.8., Carotten 1520 Pf., Gelberüben der Pack 68 Pf., Schneidbohnen per Pfd. 2530 Pf, neue Bohnen das Pfd. 18 20 Pf., neue Erbsen 12 bis 20 Pf., dicke Bohnen 12 15 Pf., Zuckerschoten 25 Pf., Zwiebeln das Gescheid 2024 Pf, Sellerie 10 20 Pf., Meerrettig 20 Pf., Kohlrabi 5 Pf., Aorlkosen per Pfd. 90 Pf., Erdbeeren 50 Pf., Romainsalat 15-20 Pf., Römischkohl 2030 Pf., Wirsing 25 Pf., Kohlkraut 20 Pf., Eskarol 1012 Pf. 1 Hahn 80 Pf. bis M. 1.70, 1 Huhn M. 1. 2.50, Welsche M. 10. 12., Gans 6075 Pf. das Pfd., Ente M. 2.3 50, Taube 4060 P., Poularden M. 2.50 3.50, Capaun M. 3.505.

Blutvergiftungen.

Zur Beruhigung und gleichzeitig auch zur Vorsicht mahnend, veröffentlichte vor Kurzem der Verein der Aerzte der Stadt Düsseldorf Folgendes:In letzter Zeit bringen die Tages blätter unter ihren vermischten Nachrichten sehr häufig Erzählungen von Blutvergiftungen nach scheinbar unbedeutenden Verletzungen. Das eine Mal ist es der Stich der Nadel, mit welcher ein bunter, natürlich mit giftiger Farbe gefärbter Stoff genäht worden ist; das andere Mal der Stich mit einer Feder, welche mit arsenikhaltiger Tinte versehen war. Hier ist es eine kleine Abschürfung am Beine, die durch einen farbigen Strumpf infizirt wurde, dort eine Schnittwunde, die man mit Briefmarken papier oder anderem giftigen Material beklebt hat. Mit besonderer Vorliebe springen Theile von Streichholzköpfen in offene Wunden oder verursachen auch Brandwunden welche dann, weil der giftige Phosphor hineingerieth, die Quelle einer Blutvergiftung abgeben, infolge deren die Finger einer Hand, ja, ein ganzer Arm amputirt werden mußten! Durch der artige Berichte wird das Publikum in hohem Grade ängstlich gemacht, ja, bei einer vorkom menden Verletzung oft in die größte Aufre gung versetzt. Und das ohne jeden Grund! Alle diese Erzählungen beruhen entweder auf völlig falscher Beurtheilung des betreffenden Falles oder auf müßiger Erfindung. Wahr ist es, jede Wunde, auch die unbedeutendste, kann der Eingangspunkt einer Blutvergiftung werden, aber die Gifte, welche eine solche her vorrufen können, sind ganz anderer Natur und dem Publikum als Gifte gewöhnlich nicht bekannt. Es sind die Zersetzungsstoffe, welche beim Faulen, Verwesen, Gären ꝛc. thierischer oder pflanzlicher Stoffe sich bilden, und welche in jedem Schmutz, ja, in jedem Staube und somit in der ganzen Atmosphäre in großer Menge enthalten sind. Gifte wie Phosphor, Arsenik, Blei, Säuren ꝛc. sind Wunden in dieser Weise nicht schädlich. Der brennende Phosphor wird gar nicht vom Körper aufge nommen, da er selbst durch die Bildung des Brandschorfes die Haut resp. die Wunde dazu unfähig macht. Ausgedehnte Phosphorver brennungen in tiefen Wunden, bei Explosionen in Laboratorien, sind unschädlich verlaufen. Arsenik, Kupfer, Blei ꝛc. werden in so außer- ordentlich geringer Menge selbst unter den günstigen Verhältnissen ins Blut gelangen, daß von einer Vergiftung gar nicht die Rede sein kann. Das Briefmarkenpapier enthält keinerlei Gift. Ganz anders wirken die sogenannten septischen oder Infektionsstoffe, die der Fäul niß ꝛc. entstammen. Da genügt die Aufnahme einiger nur mikroskopisch sichtbarer Theilchen in die Wunde, um bei der Berührung mit der Wundabsonderung oder dem Blute im ungün stigsten Falle auch dieses in Zersetzung zu bringen, eine Zersetzung, welche erfahrungs mäßig nicht nur örtlich rasch um sich greift, sondern auch bald in den inneren Organen sich bemerkbar macht und oft eine rasche Auflösung

zur Folge hat. Zum Glück besitzt übrigens der menschliche Körper gegen diese Infektions keime eine ziemlich große Widerstandsfähigkeit, so daß bei weitem nicht jede Wunde dieser Gefahr erliegt. Es gehört dazu entweder ein gewisser Grad von Vernachlässigung und Un reinlichkeit oder eine gewisse Disposition. Wir wiederholen es, die Gefahr der Blutvergiftung beim Eindringen vonGiften in zufällige Wunden ist nicht vorhanden. Wohl aber ist es der Vorsicht gemäß, auch kleinste Wunden zu beachten und dieselben von Aufang an vor Allem mit peinlicher Reinlichkeit zu behandeln.

Ein unentbehrlicher Hausfreund.

Gegen alle üblen Gerüche, welche im Hause durch verdorbene Nahrungsmittel, oder Krankheit entstehen, gibt es ein Reinigungs mittel, welches geruchlos, im Wasser voll kommen löslich, billig und durchaus unschäd lich ist und daher die allgemeinste Anwendung im Haushalt verdient. Dies ist das über mangansaure Kali. Lösen wir in einer Flasche 10 Gramm übermangansaures Kali in ½ Liter Wasser auf, so erhalten wir eine dunkel- rothe Flüssigkeit. Gießen wir einen Eßlöffel voll davon in 5 Liter Wasser, so färbt sich dieses hellroth. Legen wir in dieses eine aus genommene Gans, so schwindet die schöne hell rothe Farbe in wenigen Augenblicken und gleichzeitig der mufflige Geruch der Gans. Bei rohem Fett, Seefischen ꝛc findet dasselbe statt. Bei stark angegangenem Fleisch und Wurstdärmen wird die Mischung stärker an gewendet oder das Verfahren wiederholt, bis das rothe Wasser nicht mehr rasch entfärbt wird! Als Mundspülwasser oder bei übelriechen den Absonderungen in Krankheiten dient eine lauwarme Mischung von blaßrother Farbe. Eine genügende Masse dunkelrother Mischung in die Geschirre gethan, befreit die Entleerungen sofort von ihrem Ansteckungsstoff. Das über mangansaure Kali tist ein Mangan- oder Braun steinsalz. Es wird, tritt es mit organischen, fauligen Stoffen in Berührung, sofort zer setzt und Braunstein als zarter, weicher Nieder schlag ausgeschieden. Dieser gelblich-bräun liche Niederschlag setzt sich auch an die des infizirten Gegenstände und färbt sie, nach ihrem Fäulnißgrad, mehr oder weniger gelb lich. Der Niederschlag bei Nahrungsmitteln kann ohne Bedenken mitgekocht, gebraten und ge gessen werden, da er völlig unschädlich ist, außerdem in sehr geringer Masse anhaftet. ½ Kilogramm übermangansaures Kali kostet 2 M., 10 Gramm, selbst im Kleinhandel, beim Droguisten 5 Pfg. Hiermit kann ½ Liter dunkelrothe Lösung hergestellt werden und mit dieser ein großer Hausstand vielseitigen Ge brauch machen! Wieder ein Stückchen von der immer noch auf Vorurtheile stoßenden Küchen chemie! Ein Versuch wird das übermangansaure Kali zum unentbehrlichen Hausfreund machen!

Hohe Absätze.

Ueber diese schädliche Modethorheit äußerte sich neulich in einer Versammlung englischer Aerzte ein Redner folgendermaßen:Die Mode ist im besten Falle eine grausame Tyran nin und ihre launische Herrschaft hat dem Menschen geschlecht schon so manche schwere Last auf gelegt; aber ihr neuerer Angriff auf die Ge sundheit und Schönheit der Frauen, die Er findung der Schuhen mit hohen Absätzen, ist wahrhaft unverzeihlich. Die Nachtheile, welche durch die gezwungene Haltung des Körpers infolge der unnatürlich hohen Ferse der Brust, dem Rückgrat und dem Becken zugefügt werden, sind größer, als man gewöhnlich annimmt. Die noch biegsamen Knochen des halbentwickel ten Mädchens werden leicht auf die verschie denste Weise verdreht und gekrümmt und die beständige Bemühung, welche nothwendig ist, um den Körper im natürlichen Gleichgewicht zu halten, kann nur allerlei Mißbildungen des Beckens hervorrufen. Eine so bedeutende

Erhöhung der Fersen muß nothwendigerwesl, 1

die Füße

erzeugen.

verkrüppeln und krumme Beil Hiezu kommt noch, daß durch jede Erhöhung der Ferse der Fuß nach vorn getrieben wird, wo die Zehen, unnatürlich zusammengedrängt, nicht den gehörigen Raum haben, sich auszubreiten. Hühneraugen un! Nagelgeschwüre sind die Folgen davon, di nur mit der veranlassenden Ursache dauern entfernt werden können. keine solchen Beschwerden!

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Keine hohen Absätze. 10

Was wird in Amerika aus alten Schuhen?

Es ist bekannt, daß eine vollkommene In, dustrie und Spezialtechnik in den jüngsten Jahren sich zur Verwerthung der menschlichen Abfallstoffe gebildet hat. Aus den Lumpen der alten Kleider wird bekanntlich Papier, aus Wollstoffabfällen und alten wollenen Strümpfen Kunstwolle gefertigt. Was mach! man aber aus alten Stiefeln und Schuhens Der Amerikaner kann dir das sagen. J Amerika werden solche gesammelt, in kleine Stückchen geschnitten und dann in Chlor schwefel gelegt, in welchem man sie einige Tage lang weichen läßt. Nach dem Trocknen

werden die Lederschnitzel sehr hart und sprode e nde, als Ola

Das Material wird in Wasser ausgewaschen hierauf wieder getrocknet, dann zu Pulver zer

rieben, gemahlen und mit irgend einem billigen Klebstoffe verrührt, um die Partikelchen zue sammenzuhalten. Die so erhaltene Masse win

dann in Formen gepreßt, um hieraus Kämme, Knöpfe, Messergriffe und alle möglichen Uten⸗

silien zu machen, welche in ihrem Ansehen dem

feinsten Ebonit Festigkeit sind.

gleichen und von derselben

Literarisches. Daheim Nr. 42 enthält: Käthchen Hortensius. Forts Im Herzen von Neuguinea. Forts. Sonnenkhätige kelt und Wachsthum. Von J. Stinde. Am Famillen⸗

tisch. Zu unsern Bildern: Nur Muth, Morgentollettt, 5

Dächsel in Verzweiflung, Heraufziehendes Gewitter und; Unfreiwilliges Douchebad. Neu-Pompeji. In u serer Spielecke. Erste Beilage: Aus der Zeit für dlz Zeit. Zweite Beilage: Frauen-Daheim. Mit Preisfrage,

Repertoir⸗Entwurf

der bereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Wleder⸗Eröffnung der Schauspiel⸗Salsog, Dienstag den 26.: Cyprienne. Vorher: Mein neuer Hub,

Große Preise. Mittwoch den 27.: Der Bureaukrat. Große Preise. Donnerstag den 28.: Feenhände. Abonnement A, füt

einen ausgefallenen Freitag. Große Preise. Freitag den 29.: Goldfische. Große Preise. Samstag den 30.: Ein Tropfen Gift. Große Preise.

Sonntag den 31.: Rosenmüller und Finke. Große Pr Geld⸗ Cours.

Frankfurt am 23. Juli 1887..

Geber. Nehmer,

M. Pf. M. Pf.

20.Frankenstücke.. 16. 16(6. 12 do. in%; ũ.wdr 16, Englische Sovereign... 20. 31 20. 27 Russische Imperlales... 16. 70 16. 66 Duca ten al mars Dollars in Gold.... 4. 19 4.46

Gedächtnißfeier des evangelischen

Prediger Seminars.

Dienstag den 26. Jull, Abends 7 Uhr: Liturgischer Gottesdienst in der Stadtkirche. Herr Professor Dr. Köstlin.(Der Gottes dlenst be ginnt nach kurzem Geläute 5 Minten nach 7 Uhr.) Mittwoch den 27. Juli, Vormittags Uhr: Festgottesdienst in der Stadtkirche. Prediger: Herr Professor Dr. Welffenbach. Zu den belden Gottesdiensten in der Stadtkirche ist auch die Gemeinde eingeladen. 5 Mittags 12 Uhr: Officieller Festakt in der Burglieche (zunächst für die bei der Seminarfeler unmittelbar Betheiligten). Festrede: Herr Direktor Dr. Diegel. 0 Die bei den drei Gottesdlensten eingehenden Kirchen opfer sind mit höherer Genehmigung für den Stadl⸗ kirchenbau-Verein bestimmt.

Jubiläum, a Es wird dringend gebeten, daß die verehrl. Seh, gäste und Gemeindeglieder, welche berelts am Diens, tag Abend Programme der kirchl. Oesan z erhalten haben, dieselben am Mittwoch zum Festholtes, dienst wieder mitbringen. 7 Musik.⸗lit. Festausschuß: Köstlin.

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