1887.
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Famstag den 26. Februar.
Oberhe
sischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag,
Donnerstag und Samstag.
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von
Betreffend: Reichstagswahl. Nach Vorschrift des§. 27
Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
des Reglements vom 28. Mai 1870, die Ausführung des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869
betreffend, wird andurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die am 21. l. Mts. stattgehabte Wahl eines Reichstagsabgeordneten für den N 2. Wahlkreis des Großherzogthums Hessen folgendes Ergebniß geliefert hat: Senride. 4 In den 114 einzelnen Bezirken des Wahlkreises haben sich von 18541 stimmberechtigten Waͤhlern an der Wahl betheiligt 15993 24 Von den durch dieselben abgegebenen Stimmen wurden durch die Vorstände der Wahlbezirke ungültig erklärt 22 ben 8 5 bleiben sohin gültige Stimmen 15971 N Siervon haben erhalten b f i 5 esel. 1. Oberbürgermeister Dr. Miquel zu Frankfurt a. M.. 9075 ben 2. Major a. D. Hinze zu Berlin 2— 5 a 6110 ot ö 3. Wilhelm Wolf, Landwirth und Spezereihändler zu Mühlheim a. M. 8 786 DD. Dost zusammen wie oben 15971 Vfb.-Desn Die absolute Mehrheit hiervon beträgt 3 a JJVJJ%%%%J%%%%%łh. x d 7986. -den* Da hiernach Oberbürgermeister Dr. M quel zu Frankfurt a. M. mehr als die absolute Mehrheit der in dem Wahlkreise abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigt, so erscheint derselbe nach§. 12 des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869 gewählt und wurde daher der vorgenannte Oberbürgermeister Dr. Miquel zu Frankfurt a. M. von dem unterschriebenen Wahlcommissär sofort als gewäh abgeordneter für den 2. Wahlkreis des Großherzogthums Hessen proclamirt, vorbehaltlich der Bestätigung der Wahl durch den de e zertsch Friedberg den 25. Februar 1887. Der Wahlcommissar für den 2. Wahlkreis des Großherzogthums Hessen. — Dr. Braden, Kreisrath. Linsen Deutsches Reich. der geistlichen Oberen zur Mittheilung kirche] die Verletzung Hist nicht gefährlich. Heute fanden Darmstadt, 22. Febr. Fürst Alexander licher Disciplinarentscheidungen an die Ober mehrere Verhaftungen statt. 8 von Bulgarien, der am Sonntag hochgradiges präsidenten wird aufgehoben. Art. 4. Das München Die„Köln. Ztg.“ läßt sich 3 Fieber hatte, soll sich seit gestern wohler befin- Gesetz über die Grenzen des Rechts zum Ge- von hier telegraphtren: Es ist du haus sicher, dchen den, heute spricht man sogar von wesentlicher brauche kirchlicher Straf- und Zuchtmittel vom] daß ein dritter Schritt des Papstes bevorsteht. Besserung. 13. Mai 1873 wird aufgehoben. Nur§. 1 Von den verschiedenen über dieses Schreiben um— Ni,.— Dem Hauptmann i. P. Bornemann zu dieses Gesetzes bleibt in Kraft. Art. 5. Das laufenden Gerüchten ist dasjenige nichtig, wonach n Alsfeld wurde die Verwaltung der Direktorstelle Gesetz vom 31. Mai 1875, betr. die geistlichen dasselbe eine insonderheit an die preußischen Zunlebtt- 2 an dem Landes- Zuchthause Marienschloß Orden und ordensähnlichen Congregattonen der] Bischöfe gerichtete Mahunn enthalten wird. — übertragen. katholischen Kirche wird, wie folgt, abgeändert] Der Vermittler d päpstlichen Wunsches wird Naiserstr. Berlin. Der„Reichsanzeiger“ publizirt und erganzt:§. 1. Von den durch Gesetz vom auch wieder der Münchener Nuntius sein. Der die Einberufung des Reichstags auf den 31. Mai 1875 ausgeschlossenen Orden betreffende Brief des Papstes scheint bereits decke 3. März. Nunmehr sind die Resultate aus allen ordensähnlichen Congregationen könne von Rom abgesandt zu sein, war aber auf— 4 397 Wahlkreisen bekannt. Gewählt sind: 92 Beschluß des Staatsministeriums diejenigen zu- fallender Weise bis gestern noch nicht der h sigen 4 Nationalliberale, 70 Conservative, 29 5 eicon-[g assen w' welche sich der Aushilfe in Nuntiatür zugegangen. In der Form wird auch servasive und 3„Wilde“ für das Septeunat, der Seelso od der Uebung der christlichen dieser Brief des Papstes verbindlich sein und der
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sodann 12 Freisinnige, 91 Ultramontane, 14 Polen, 15 Elsässer, 6 Sozialisten, 2 Welfen, 1 Däne für die Opposition. 62 Stichwahlen. Bei letzteren dürfte die Opposit'on in meisten Kreisen gemeinsame Sache machen
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Nächstenliebe widmen, oder deren Mitglieder
beschauliches Leben
in führen.§. 2. Auf die zuzulassenden Orden und Congregationen finden in Beziehung auf die Errichtung der einzelnen Niederlassungen, sowie auf die sonstigen Ver
daß es der alleräußersten Anstrengung der Sep bhältnisse dieselben gesetzlichen Bestimmungen An
tennatsparteien bedarf, um ihre bis jetzt gewon— nenen Mandate wenigstens um noch 10—15 vermehren und somit eben knapp in den Besitz der absoluten Mehrheit zu gelangen Entwurf der Abäuderungen der kirchenpolitischen Gesetze lautet: Art. 1. Der Artikel 2 des Gesetzes vom 21. Mai 1868 wird vie folgt erganzt:§. 1. Die Bischoͤfe von Osnabrück und Limburg sind befugt, in ihren Diöcesen Seminare zur wissenschaftlichen Vor— bildung der Geistlichen zu errichten und zu unter— halten.§ 2. Die beschränkende Bestimmung un Absatz 4 des Artikel 2 des Gesetzes vom 21. Mai 1886 wegen des Besuchs der kirch— lichen Seminare wird aufgehoben. Art. 2. Das Gesetz vom 11. Mai 1873 wird, wie folgt, ab seaͤndert:§F. 1. Der Einspruch ist zulässig: wenn dafür erachtet wird, daß der Anzustellende tus einem Grunde, welcher dem bürgerlichen der staatsbürgerlichen Gebiete angehört, für tie Stelle nicht geeignet sei.§. 2. Ein staat licher Zwang zur dauernden Besetzung der Pfarr imter findet fortan nicht statt.§. 3. Gericht liche Entscheidungen gegen Geistliche in den Fällen tes§. 21 des Gesetzes vom 11. Mai 1873 laben nicht von Rechtswegen die Erledigung ter Stelle zur Folge. Art. 3.
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Die Verpflichtung! zeisergeant wurde verletzt 9 68 0
wendung, welche für die bestehenden Orden und Congregationen gelten.§. 3 Die Minister des Innern und der geistlichen Angelegenheiten
sind ermächtigt, den bestehenden, sowie den wieder zuzulassenden Orden und Congregationen die Ausbildung von Missionären für den Dienst im
Auslande, sowie zu diesem Behufe die Errichtung
von Niederlassungen zu gestatten. — Dem Bundesrath ist der Etatsentwurf
pro 1887/88 bereits zugegangen. Derselbe ergibt, was die Abweichung in den Schluß
summen anlangt, daß jetzt die Ausgaben auf 746,882,646 M. statt 743,888,121 M. er mittelt sind; demgemäß sind auch die Matrikular beiträge um 5475 M. niedriger augesetzt. Unter diesen Umständen ist es sehr wohl moͤglich, den Etat bis zum 31. März fertig zu stellen. Der Reichstag wird den Etat und die Militärvorlage bei seinem Zusammentritt erhalten. Nordhausen, 22. Febr. In dem benach— barten Fabrikdorfe Salza ist gestern ein Auf ruhr ausgebrochen. Es begaben sich in Folge dessen 15 Polizeibeamte und 2 Gendarmen da—
hin. Das Wahllokal wurde mit blanker Waffe gesäubert. Auf der Straße wurde die Polizei von einem Steinhagel empfangen. Ein Poli
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auf das Centrum nicht entbehren, aber sehr entschieden die maßgebenden Punkte betonen. Ausland. Oestereich-Ungarn. Wien, 22. Febr
Der Ausgleicheausschuß lehnte mit 19 gegen 9
was das genannte Blatt mit Spionage
und stürzte nieder,
von
* timmen den vielsprachigen Banknotentext ab; den Polen trat Hausner für den polnisch— czechischen Text ein.
1. 2* 1 Wie das„N.
8 W. Tagebl.
meldet, hat
wegen der leichten Erregbarkeit der öffentlichen Meinung das Kriegsministerium die sonst im
Fruͤhjahre alljährlich abgehaltenen Probemobili— sirungen der Artillerie und Cavallerie diesmal auf einen späͤteren geeigneten Zeitpunkt verschoben. Mit Bezug auf Meldung der „Nowoje Wremja“, ein österreichischer Offieier habe in Moskau einen Koffer mit Paß, Woͤrter— buch und einer Karte Rußlands zurückgelassen,
eine
in Zu— sammenhaug gebracht hatte, stellt di— Corresp.“ fest, hierbei konne es sich einen, zu den russischen Mandͤvern im vorigen Jahre amtlich entsandten Offieter handeln, dem in einem Petersburger Gasthofe ein Koffer mit den erwahnten Gegenständen gestohlen worden sei.
Afrika. Sansibar, 22. Febr. Stanley ist heute hier eingetroffen.
Italien. Rom. Die vom General Robi lant inspirirte„Opinione“ sagt den franzoͤsischen Blättern, welche Italien die Allianz mit Deutsch land und Oestereich-Ungarn zu verleihen suchen, man möge sich jenseits der Alpen daran
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