Ausgabe 
21.4.1887
 
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und die Vertreter der Versuchs

Beilage.

Oberhessischer Anzeiger.

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Erwiderung

Die von Wagner und Stutzer erlassenen Abwehren zwingen mich zu folgender Erwiederung. N Wagner und Stutzer bestreiten zunächst beide die Existenz eines Protokolls der Kölner Versammlung

der Thomasphosphatmehlfabrikanten, auf welcher jene

Beschlüsse gefaßt sind, die für mich Veranlassung zu

meiner Veröffentlichung geworden sind; ich muß daher

etwas näher auf diese Frage eingehen.

Am 26. Februar d. J. schrieb mir die Fertilitas, Actien⸗Gesellschaft für Düngerfabrikation in Hörde: Wie Ihnen bekannt geworden sein wird, haben sich

auf einer am 29. Dezember v. J. zu Köln stattgefun

denen Versammlung die Fabrikanten von Phosphatmehl Stationen

Darmstadt, Bonn und Bremen dahin geeinigt, daß in Zukunft...(folgt die Angabe der Garantie von 67 pCt. Feinmehl, die Art der Entschädigung eu s. w., was ja aus meiner Veröffentlichung genügend bekannt ist) und dieFertilitas frug an, wie ich mich zu dieser Vereinbarung stellen würde. Ich erwiederte darauf am 27. Februar, daß sich die Mehrheit der deutschen Ver suchsstationen auf Vorschlag von Professor Fleischer Bremen geeinigt habe, eine Minimalgarantie von 75 pCt.

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Feinmehl zu fordern, und wenn Wagner und Stutzer einseitige Abmachungen über die Köpfe der übrigen Versuchsstationen getroffen hätten, so sei dies für mich unverbindlich. Ich schrieb nunmehr an Prof. Fleischer, um mich über den Sachverhalt zu orientiren, indem ich keinen Augenblick zweifelte, daß er, welcher Veranlassung zur Einführung der 75procent. Garantie gewesen war, der Sache fern stehen müsse, und erhielt auch unter dem 1. März ein diese Ansicht bestätigendes Schreiben, in welchem er mir mittheilte, daß er der Kölner Versamm lung überhaupt nicht beigewohnt habe; Wagner und Stutzer seien anwesend gewesen, aber nur berathend, und, so viel er wisse, ständen auch sie den Kölner Be schlüssen ungebunden gegenüber.

Dies schrieb ich der Fertilitas am 28. Februar und sorderte dieselbe auf, mir die Beweise für die Behaup tung, daß Wagner und Stutzer den Kölner Beschlüssen beigetreten seien, zu erbringen und erhielt nunmehr ein Schreiben der Fertilitas vom 1. März, in welchem es heißt:zu ihrer Information senden wir Ihnen das uns über die Kölner Versamm lung zugegangene Protokoll.

Das Schriftstuck, welches dem Briefe der Fertilitas beilag, fing an:Verhandelt zu Köln, 29. Dez. 1886; an⸗ wesend und vertreten waren folgende Firmen

principielle Zustimmung hatten gesande ferner erschienen die Vorsteher der Versuchsstationen zu rde beschlossen

wurde u. s. w.

1 Unterzeichnet ist das Protokoll H. und E. Albert.

Nun möchte ich wissen, ob ein solches

Schriftstück einen anderen Charakter trägt als den eines

Protokolls? Ich habe es ohne Weiteres dafür ge halten und die Ueberzeugung daraus gewonnen, daß Wagner und Stutzer die fraglichen Abmachungen ge billigt hätten; nach dem offiziellen Aussehen des Schrift stücks konnte ich wahrlich nichts Anderes glauben. Mit Wagner und Stutzer hierüber in Correspondenz zu treten, hatte ich keine Veranlassung, da die Vorsteher der Versuchsstationen Darmstadt und Bonn in Phos phorsäuxefragen längst ihren eigenen Weg gehen und 3. B. Abmachungen über analytische Methoden treffen, Ihne sich um die übrigen Versuchsstationen zu kümmern. Die fertilitas hat das Schriftstuck ebenfalls für ein Protokoll gehalten, wie aus der ausdrücklichen Be Zeichnung derselben als Protokoll hervorgeht. Wenn

Von M. Maerker.

keine krummen Wege zu wandeln, das Protokoll ist mir zur Information übersendet worden, ohne jede Be schränkung; ich weiß auch, daß andere Agriculturchemiker, z. B. Professor Adolf Mayer in Wageningen(Holland) Kenntniß davon gehabt haben, daß Professor Fleischer sich gewundert hat, daß er das Protokoll noch nicht erhalten habe kann ich da annehmen, daß Wagner und Stutzer als die zunächst Betheiligten das Protokoll nicht kennen sollen? Wenn dies der Fall war, so hätten sie sich wirklich darum kümmern und bei Zeiten pro testiren sollen, und wenn sie es nicht gethan haben, so haben sie sich die Folgen selbst zuzuschreiben.

Ich bin übrigens der Ansicht, daß die Vor steher von landw. Versuchsstationen über haupt nicht auf eine derartige Versammlung, wie sie von den Fabrikanten zu Köln abge halten wurde, gehören, wo man außer über die Feinheitsgarantie, jene famose Entschädigungsart bei Minderlieferung von Feinmehl, über Preissteigerungen der Thomasschlacke und über noch ganz andere Dinge, welche nicht hierher gehören, berathen hat. Wenn die anwesenden Vorsteher der Versuchsstationen auch nicht mitgestimmt haben, so gibt doch ihre Anwesenheit den dort gefaßten Beschlüssen einen gewissen Rückhalt, und daß in Wirklichkeit die Anwesenheit von Wagner und Stutzer in dieser Richtung gewirkt hat, ist nicht zu läugnen. Wenn die anwesenden Vertreter der Ver suchsstationen gegen die gefaßten Beschlüsse nicht pro testiren, so kann dies gar zu leicht als Zustimmung auf gefaßt werden. Von einem Protest Wagner's und Stutzer's, oder überhaupt von einer Stellungnahme der selben zu den gefaßten Beschlüssen ist mir aber nichts bekannt geworden und ich bleibe deshalb bei der Ansicht, daß die Theilnahme von Wagner und Stutzer an den Kölner Berathungen nicht im Interesse der Landwirth schaft gelegen hat. Wenn Wagner sagt, daß jene Be schlüsse für das Gebiet der Versuchsstation Darmstadt keine nachtheiligen Folgen gehabt hätten, und daß er es bedauere, wenn dies in der Provinz Sachsen der Fall gewesen sei, daß er aber nichts dafür könne, so ist eine solche Auffassung der Aufgabe des Leiters einer Versuchsstation meiner Ansicht nach recht kleinlich.

Ich bin fest überzeugt, wenn Wagner und Stutzer energisch gegen die Annahme der Garantie von 67 pCt. Feinmehl, vor allen Dingen aber gegen jene Ent schädigungsart, welche jeder thatsächlichen Unterlage baar ist, protestirt hätten, die Fabrikanten würden sich wohl gehütet haben, derartige Beschlüsse zu fassen.

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Von einem Protest Wagner's und Stutzer's weiß ich

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aber nichts; oder wissen Wagner und Stutzer auch nicht, daß jene Entschädigungsart von Fabrikanten wirklich in Anspruch genommen wird? Wagner und

Stutzer bemühen sich, darzulegen, daß mein Zweifel, ob sie im Interesse der Landwirthschaft gehandelt hätten, durch Nichts begründet sei und daß sie den Kölner Beschlüssen ungebunden gegenüber ständen; dem gegenüber führe ich an, daß es auch Unterlassungsfehler gibtqui tacet consentire videtur. Wagner und Stutzer waren auf der Kölner Versammlung, sie kannten die dort gefaßten Beschlüsse und trotzdem schwiegen sie dazu. So viel über die persönlichen Verhältnisse. Das Sachliche aus Wagner's und Stutzer's Abwehr ist schnell erledigt. Wagner wirft mir vor, ich hätte seine Broschüre nur oberflächlich gelesen und namentlich Versuche übersehen, welche er auf Seite 28 seiner Broschüre mitgetheilt habe. Der betreffende Abschnitt nimmt 5 Seiten der 50 Seiten langen Broschüre ein, ich glaube, so viel wird mir Jeder zutrauen, daß ich

auf dieAbmehr der Herren Prof. P. Wagner-Darmstadt und Pr. A. Stutzer-Bonn.

bis 20 pCt. der wasserlöslichen Phosphorsäure ergab; unmittelbar darauf folgen Wagner's 1886er Versuche, bei denen ein gröberes Mehl, welches aber immerhin noch 52 pCt. feinere Theile enthielt, nur zu 13 pCt. gewirkt hatte. Ich habe behauptet, der größere Theil jener 13proc. Wirksamkeit müsse nothwendiger Weise den vorhandenen 52 pCt. Feinmehl zugeschrieben werden und man könne nach diesen Versuchen nur annehmen, daß die gröberen Bestandtheile eine ganz unerhebliche Wirksamkeit besitzen. Wagner beklagt sich nun, daß ich seine 1885er Versuche nicht berücksichtigt habe. Konnte ich das wirklich? Dann würde man aus Wagner's Versuchen, deren Exactheit von ihm ja stets betont wird, herauslesen müssen, daß die gröberen Bestand theile besser wirkten als die feineren, denn 1885 hat ein Grobmehl von 0.20.4 mm Körnung im Durch⸗ schnitt 18 pCt., 1886 aber ein Gemisch von 52 pCt. Feinmehl von 0.10.2 mm Körnung und 48 pCt. Grobmehl von 0.20.4 mm Körnung nur 13 pCt. der Wirksamkeit der wasserlöslichen Phosphorsäure gezeigt. Ich habe natürlich die neuesten Versuche Wagner's benutzen müssen, da ich annahm, daß er seine Methode von Jahr zu Jahr vervollkommnet, und Jedermann wird mir zugeben müssen, daß, wenn ein Düngemittel 52 pCt. Feinmehl enthält und es trotzdem nur eine dreizehnprocentige Wirksamkeit zeigt, die gröberen Be⸗ standtheile desselben hieran nur einen geringen, jeden⸗ falls vorläufig gar nicht zu berechnenden Antheil besitzen können. Wenn Wagner sagt, er habe die Zahl 13 als die niedrigere gewählt, um sicher zu gehen, so ist dies denn doch ein unzulässiges Verfahren, denn aus der Wirksamkeit eines Gemisches von Feinmehl und Grob⸗ mehl kann man nicht schließen, daß Grobmehl allein dieselbe Wirkung äußern wird.

Was Wagner's Bemerkung über die Exactheit der Feldversuche anbetrifft, welche, beiläufig bemerkt, gar nicht zur Sache gehörte, da ich meine Zahlen überhaupt nicht zu Rechnungen in meiner Veröffentlichung benutzt habe, so führte ich selbst an,wenn wir nun das End⸗ resultat unserer Versuche, welche selbstverständlich noch weiter fortgesetzt werden müssen und bei der mangel haften Genauigkeit der Feldversuche, die erst ein Jahr durchgeführt wurden, nicht als abschließend betrachtet werden können u. s. w. Wagner hätte sich also die betreffende Bemerkung sparen können.

Im Uebrigen hat weder Wagner noch Stutzer etwas gegen den thatsächlichen Inhalt meiner Ver öffentlichung angeführt; meine Behauptung, daß eine nur 67 pCt. oder gar nur 60 pCt. Feinmehl enthaltende Thomasschlacke ein geringwerthiges Düngemittel ist, daß das Feinmehl einer 67 Procent davon enthaltenden Schlacke weniger wirksam und darum auch weniger werth ist als das Feinmehl einer 80 pCt. Feinmehl enthaltenden Schlacke, und endlich der Nachweis, daß die von den Fabrikanten beschlossene Entschädigungsart ohne jede Berechtigung ist, steht unangefochten da und wird damit stillschweigend anerkannt. Man kann daher den Landwirthen nur den Rath geben, sich auf die von den Fabrikanten gefaßten Beschlüsse durchaus nicht einzulassen.

Auf Veranlassung meiner Veröffentlichung hat sich eine sehr ausgedehnte Correspondenz entwickelt; nicht allein, daß Professor Fleischer mir schreibt, er werde demnächst den Nachweis fuhren, daß eine Mahlung mit 75 pCt. Feinmehl, wie sie die Versuchsstationen beanspruchen, technisch durchführbar ist, sondern es haben sich sogar mehrere Fabrikanten gemahlener Thomas schlacken sofort erboten, eine Garantie bis zu 85 pCt.

darin falsche Angaben enthalten sind, so kann ich einen so großen Abschnitt nicht wohl übersehen kann; Feinmehl zu übernehmen. Da es so aussehen würde, nichts dafür. ich habe in meiner Mittheilung den Beweis geliefert, als machte ich durch die Nennung der Namen dieser Ganz beiläufig bemerkt, geht aus obiger Darlegung daß ich Wagner's Broschüre recht genau studirt habe.] Fabrikanten öffentlich Reclame, so muß ich es denselben des Thatbestandes auch hervor, wie Wagner's Behaup- Der betreffende Abschnitt enthält einen Bericht über überlassen, für sich selbst zu sorgen; privatim bin ich tung, ich müsse mir die Mittheilungen unter der Hand Versuche, welche im Jahre 1885 ausgeführt wurden, gern erbötig, die Namen mitzutheilen. Die Angelegen derschafft haben, aus der Luft gegriffen ist; ich pflege bei denen sich eine Wirkung des Grobmehls von 16 heit ist also im richtigen Geleise. N Carl Schenck, Eisenglesserei und Waagenfabrik, Darmstadi. 5 N 3 1117 0 1 1 Tus Ind Zehn fee, 2 0 6 5 6 Brutto Empfünger 1 FF 2 r 8 J J Nette!

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