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Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Friedrich Rating von Mühlheim a. d. Ruhr, früher in Friedberg, wird
Friedberg den 14. Marz 1887.
Ausschreiben.
Der Großherzogliche Amtsanwalt. J. V.: v. Biegeleben.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Gerichtsvollzieherasp. Broß aus Alsheim wurde zum Gerichtsvollzieher zu Offenbach, der provisorische Gymnasial— lehrer Henkelmann in Darmstadt wurde zum Reallehrer zu Groß-Umstadt, der Amtsrichter Schoͤdler in Langen zum Amtsrichter in Hom— berg, der Amtsrichter Hechler in Homberg zum Amtsrichter in Langen, der Gerichtsvollzieher Lahm in Offenbach zum Gerichtsvollzieher in Mainz und der Hilfsheizer bei den Oberhes— sischen Eisenbahnen Schmidt aus Nauheim zum Heizer ernannt.
— Militärdienstnachrichten. v. Asten, Sek. Lieut. von den Pionieren des 2. Bats. 4. Gr. Landw.⸗Regts. Nr. 118, wurde zum Prem. Lieut. befördert.
Berlin, 15. März. Reichstag. In der heutigen Sitzung wurde der Militär Etat fast ausnahmslos in dem Sinne der Regterung erledigt. Außer anderen Posten wurde auch eine neue Caserne in Darmstadt bewilligt, wie bereits mitgetheilt die Beibehaltung der Garnison in Butzbach, ebenso endlich die Errrichtung einer Unter— offiztervorschule in Neubreisach. Gegen letztgenannten Posten stimmten nur 7 Centrumsmitglieder. Auch die übrigen Forderungen für die Reichslande für Umgestal— tung und Ausrüstung von deutschen Festungen, für Ge— schüz⸗ Munition wurden widerspruchslos genehmigt. — 16. März. Zur Berathung stehen heute die Anträge Hitze und Lohren, betreffend strengere Regelung der Sonntagsruhe und Beschränkung der Frauenarbetts- und Kinderarbeitszeit. Nach längerer Debatte wurden die Anträge einer achtundzwanziggliedrigen Commission überwiesen.— 17. März. Das Militärpenstonsgesetz wurde in dritter Lesung ohne Debatte genehmigt. Der Gesetzentwurf, betr. die Klasseneintheilung der Orte be— zuͤglich des Servistarifs, wurde der Budgeteommission überwiesen. Der Reichstag überwies sodann, nach wenig erbeblicher Debatte, die Gesetzentwürfe, betr. die Unfall⸗ versicherung der Seeleute und der auf Bauten beschäftigten Arbeiter, an eine achtundzwanziggliedrige Commission.
Ausland.
Belgien. Mons, 16. März. Wegen des Streiks der Steinbrucharbeiter in Soignies ist heute ein Bataillon Jäger dorthin aufgebrochen; die übrigen hier garnisonirenden Truppen sind consignirt.
Frankreich. Paris, 16. März. Die hie— sigen Blätter sprechen ihre Mißbilligung darüber aus, daß General Boulanger seinen Brief an die Militärcommission, worin er die Aufhebung der polytechnischen Schule als Militärschule fordert, veröffentlichte, ohne ihn vorher den übrigen Ministern mitzutheilen. Boulanger hat sich nachträglich entschuldigt.
Italien. Rom. Die Regierung beschloß, den General Gens sofort aus Massauah zurück⸗ zuberufen.
Montenegro. Cettinje. Die Bezieh— ungen zwischen den Montenegrinern und den Albanesen werden täglich schlechter. Seit neuerer Zeit verlegen sich die Montenegriner auf Frauen— raub. Das letzte Heldenstückchen auf diesem Gebiete ist die Eutführung einer katholischen Frau aus Gruda(im Kreise von Tuzi) durch Montenegriner.
Serbien. Belgrad. General Horvato— vitsch überbringt dem Kaiser Wilhelm ein eigen—
Bulgaren. Sofia. Je weiter die Pub— litation der auf die bulgarischen Aufstände be— zuͤglichen Actenstücke vorwärts schreitet, um so unumstößlicher muß die Ueberzeugung werden, daß nur die wachsame Energie der bulgarischen Regierung im Vereine mit dem loyalen Ver— halten eines Theiles der Rustschuker Garnison und der dortigen Miliz den Ausbruch einer sorgfältig vorbereiteten, ganz Bulgarien um— fassenden Militär-Revolte verhindert hat. Die provisorische Regierung war bereits constituirt und bestand aus Grujew, Benderew, Uzunow, Kardjew, Dumitriew, Kavalow, Dikow und Gudjew.
Rußland. Petersburg. Ueber den ge— planten Mordversuch gegen den Zaren wird dem Fr. J. weiter gemeldet: Einer der Ver— schworenen hatte sich an die Ecke des Newski— Prospectes und der Morskaja postirt, welche die kaiserliche Familie bei ihrer Rückfahrt von der Kirche in der Peterpaulsfeste nach dem Warschauer Bahnhof umfahren sollte, offenbar in der Berechnung, daß bei der Wendung ein langsameres Tempo eingehalten werden müßte. Der betreffende Mann, wie es sich heraus— stellte, ein früherer Student, trug die Bombe in Form einer Schulmappe in der Hand. Ein Polizist sah eine rothe Strippe aus dem In— strument hervorscheinen, was seinen Verdacht erregte. Die Verhaftung erfolgte sofort, und in den nächsten Augenblicken die von zwei in der Nähe befindlichen Individuen, die gleiche Schulmappen trugen. Die Meldung von der Verhaftung und dem Bombenfund wurde tele— graphisch an den Kaiser abgesandt, der noch beim Gottesdienst sich befand. Der Kaiser soll in Thränen ausgebrochen sein, indem er der Gefahr gedachte, die seiner Familie gedroht hatte. Die Route zur Rückkehr wurde ge— ändert und die kaiserlichen Wagen fuhren in großem Umweg nach dem Bahnhof. Ungemein zahlreiche Verhaftungen sind erfolgt; es herrscht große Bestürzung über den Vorgang in der Stadt. Asien. Rangun. Aus Afghanistan bei der indischen Regierung eingetroffene Nachrichten melden, daß in jenem Lande große Aufregung herrscht und der Emir mehrere Regimenter von Lugman und Jellalabad nach Kabul beordert hat. Die Russen sollen bedeutende Streitkräfte in Merv ansammeln, um noch mehr Truppen nach Pendjeh senden zu können. Auch seitens der Gilzais werden neue Unruhen befürchtet.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Den Mittheilungen in vorkger Nummer des Oberhessischen Anzeigers über die Art und Weise, wie hler der Geburtstag das Kaisers begangen werden soll, fügen wir noch an, daß der Dilettanten— verein den Festtag durch Choralmusik vom Rathhaus— saale aus Mogens 7 Uhr einleiten wird. Ein aus führliches Programm wird in der nächsten Nummer des Anzs. erscheinen. Bemerkt sei hier nur noch, daß der Eintritt zum Banket für Jedermann frei ist, es werden aber freiwillige Gaben zur Deckung der nothwen— digen, voraussichtlich kleinen Kosten erwünscht sein.
r. Friedberg. In der geselligen Vereinigung, welche sich an das letzte Concert des Musikvereins an—
händiges Glückwunschschreiben des Königs Milan.
schloß, wurde dem trefflichen Lieder- und Oratorlen
Sänger Jacob Geissell von Hanau, dessen unelgen— nützige Mitwirkung in Vereiaseoncerten schon seit 1879 dattrt, eie seine Ernennung als Ehrenmitglied aut sprechende“ Urkunde überreicht, die von dem Vereins mitglierk, Archttekten Bronner in wohlgelungener, künstlerisch schöneß Weise ausgeführt worden ist. Gleßen, 16. März. Schwurgericht. Der 33 Jahr alte, schon öfters vorbestrafte Handler Conrad Schudt II. von Dorheim ist des Versuchs des Todtschlags angeklagt. Die Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuld— frage, unter Ablehnung mildernder Umstände, worauf
naten verurtheilt wurde, unter Aberkennung der bürger— lichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren.— 17. März. Heute Vormittag verhandelte das Schwur— gericht gegen die der Kindestödtung angeklagte ledlge Katharine Hämmerle von Staufenberg. Die Angeklagte if geständig und lautete das Urthetl auf 3 Jahre Gefängniß,
Allerlei.
st. Frankfurt den, tritt der berühmte Hofburgschauspieler Adolf Sonnen
Hamlet auf. Derselbe spielt dann noch Mittwoch den 23. die Titelrolle in dem Schausplel Kean.
Wien, 15. März. Ein gräßliches Verbrechen wurde gestern Abend Brigittgasse Nr. 9 verübt. Die in diesem Hause wohnhafte Antonla Ilek, Geliebte des Schlossers Joseph Jiraezek, wurde nach sieben Uhr Abends in ihrem
Lehne hängend und über und über mit Blut bedeckt, todt aufgefunden Ilek, der 22jährige Schlossergehülfe Eduard Wokal.— Derselbe ist bereits verhaftet und soll, nachdem ihm dle
war, ein vollständiges Geständniß abgelegt haben.
Handel und Verkehr.
Französisches Gold Es ist ein, namentlich 1 Süddeutschland vielbeklagter Uebelstand, daß so viel französsisches Gold(mit seinem schwankenden Agio) beim Viehhandel in Umlauf kommt; nun lesen wir überdles in einem Provinzialblatt:„Vor falschen 20 Franes- stücken wird gewarnt Dieselben tragen das Münz— zeichen&, die Jahreszahl 1856 und sollen von den ächten Münzen sehr schwer zu unterscheiden sein.“
Kirchliche Anzeigen für Kriedberg Ebangelische Gemeinde. Lätare. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Pr. Weiffen bach. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Schaich. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½½%)ʒq Uhr: Herr Pfarrer Dr. Diegel. Nachmittags 5½ Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin.
Dienstag den 22. März. Festgottesdienst zur Feier des 90. Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers. Stadtkirche. Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach.
Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; /7 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Cbrtstenlebre und Andacht.
. 1100 Liedende Fürsorge für werthe Angehörige welche an Lungenkatarrh leiden, muß deren treue Pfleger darauf führen, ihnen die Sodener Mineral-Pastillen(erhältlich in allen Apotbeken zu 85 Pf. per Schachtel) zugänglich zu machen. Die Wirkung dieser, in lauwarmem Wasser aufzulösenden Pastillen ist eine vorzügliche. Herr Dr. med. O bst(Ikuseum für Völkerkunde) in Leipzig schreibt: Ich kann Ihnen mittheilen, daß die Pastillen ganz vor— züglich gewirkt haben, sofort haben sie außerordentlich günstig auf die Expeetoratton gewirkt, so daß der Husten, der allen angewandten sonstigen Mitteln trotzte, sich schnell zum Besseren gewendet bat und wie ganz verschwunden ist.
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Strack.
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1147 bei Wilhelm Fertsch.
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Wie nun definktiv festgestellt wor-
thal aus Wien, Montag den 21. im Opernhause als
Zimmer, auf einem Sessel sitzend, den Kopf über die
Der Mörder ist der frühere Geliebte der
Unzulänglichkeit seines Altbibeweises vorgehalten worden
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