Ausgabe 
19.2.1887
 
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Weckesheim Melbach Dorheim Friedberg, wofür be⸗ reits die Mittel zur Stellung des Geländes nabezu voll. ständig gezeichnet sind, der Großb. Hess. Regierung zur Prüfung und Annahme zu empfehlen. Bei der Ver sammlung, welche zahlreich besucht war, wohnten als Vertreter für Friedberg: Bürgermeister Steinhäußer und Gemeinderath Hirsch bet.

Darmstadt, 15. Febr. Gestern starb dahter in dem boben Alter von 80 Jahren der in weiteren Kreisen bekannte Geheimrath Willich, genannt v. Poͤllnitz Der selbe war eine Reihe von Jahren bindurch Kreisrath des Kreises Offenbach, Provinztaldireetor und später Director der Oberstudiendireetion dabier.

Kasbel, 16. Februar. Vei der baulichen Veränderung eines Hauses fand man gestern bei dem Ausgraben eines Weinstockes anderthalb Meter unter der Erde das wohl⸗ erhaltene Skelett eines ausgewachsenen Menschen. Auf dem Kopftheil lag ein schwerer Stein, was in Verbindung mit der Thatsache, daß an der Fundstelle zu keiner Zeit eine Begräbnißstätte war, die Annahme rechtfertigt, daß vor langen Jahren hier die Spuren eines Verbrechens aus der Welt geschafft worden sind.

Allerlei.

Frankfurt, 16. Febr. Gestern Abend wurde da bier ein Deserteur eingeliefert, nach dem schon in Fried berg gefahndet wurde. Derselbe war zur zwölftägigen Reserveübung eingezogen worden.

st. Frankfurt. Wie nun festgesetzt worden, tritt die berühmte Sängerin, Frau Mareella Sembrich, in einer ihrer glänzendsten Partieen, als Lucia am Mitt⸗ woch den 23. im Opernhause auf. Bestellungen von Billets können schon jetzt erfolgen

Bremen. Der Tod des Bremer Handelsherrn Lüderitz bestätigt sich laut Nachrichten aus der Kapstadt. Er war der erste und energischste Anreger und Förderer der deutschen Colonialunternehmungen in Afrika.

Metz, 16. Febr. Vergangene Nacht wurde das Städtchen Dagsburg im Kreise Saarburg von einer schrecklichen Feuersbrunst heimgesucht, welche 90 Häuser zerstörte Nur ein Viertel der zerstörten Baulichkeiten soll versichert sein. Die ganze Garnison von Saarburg war zu den Löscharbeiten an die Brandstätte geeilt.

Wien. An der Geschichte von der Mördergrube in Leitomischl in Böhmen ist kein wabres Wort. Dort sollte bekanntlich ein Gasthofsbesitzer in 25 Jahren nicht weniger als 11 Morde begangen haben und mit seiner ganzen Familie verhaftet worden sein.

New ⸗Rork, 13. Febr. Aus dem Westen kommen Nachrichten von heftigen Stürmen. Namentlich im Staate Ohio hat ein Cyelon große Verbeerungen angerichtet, u. a. in St. Louis Häuser und Kirchen zerstört.

Zum 21. Februar 1887.

Ein Mahnruf an die Reichstagswähler. Die Wahlschlacht naht, ihr deutschen Brüder,

Viel steht o glaubt es auf dem Spiel! Erweist euch als des Reiches Hüter, Habt fest im Aug' das hohe Ziel! Es gilt, des Reiches Macht zu mehren, Zu stärken gegen äußern Feind, Und auch manch' innern abzuwehren,

Der mit dem äußern scheint vereint.

Vertrauet nimmer dem Gelichter,

Das niemals war dem Reiche hold,

Nicht einem Windthorst, einem Richter,

Die immer nur den Streit gewollt;

Die eitel nur das Ihre suchen,

Da, wo es gilt des Reiches Macht,

Und insgeheim den Mann verfluchen,

Der Deutschland groß und stark gemacht. Sie singen euch Sirenenlieder,

Und haben viele schon bethört.

Drum prüfet wohl und prüfet wieder,

Was ihr die Falschen schreien hört:

Es sei jetzt Friese auf der Erde,

Zu fürchten sei kein blut'ger Krieg,

Und was von dem geredet werde,

Empfunden sei's zum Wahlkampfsieg.

Ha! Lügner sind's, die also sprechen,

Verräther an dem Vaterland! Nicht stärken wollen sie, nein schwächen Die deutsche Wacht am Rheinesstrand. Die Heuchler sie! die thun, als wüßten Sie gar nichts von der Dinge Stand, Und seh'n doch auch die Völker rüsten, Die friedlichsten, von Land zu Land.

Vergeßt nicht, was der scharfe Denker, Des Reiches Kanzler, Bismarck, sprach, Nicht, was der große Schlachtenlenker Gleich ihm bezeugt an jenem Tag: Willst du, mein Volk, den Krieg verhüten, Dann rüste, rüste dich zum Streit;

Der Frankengeist will keinen Frieden, Zum Kampfe macht er sich bereit!

Und hat er Deutschland überflügelt An Rüstung und an Heeresmacht, Dann, glaubt es, ist der Krieg besiegelt, Dann greift er an die deutsche Wacht. Und ist sie nicht dem Feind gewachsen, Ist uns're Rüstung noch zu schwach, Dann weh' dir Preußen, Hessen, Sachsen, Groß wird dann, Deutschland, deine Schmach!

Ja, groß die Schmach, gleichwie vor Zeiten, Die uns're Väter einst durchlebt.

Schon längst sind sie entrückt den Leiden, Der Noth, in der sie hier geschwebt. Doch ihre Geister kehren wieder

Laut mahnend jetzt beim Ernst der Zeit: Seid einig, einig, deutsche Brüder,

Stark seid ihr nur durch Einigkeit!

Ihr habt gehört das Hohngelächter, Das aus der Franken Mund erscholl, Als uns're ed'len Reicheswächter Dem Reich versagten seinen Zoll.

Auch wißt ihr, daß die rothen Hosen All' uns're Edlen hoch gerühmt, Sie all', gepriesen als Franzosen, Die wider's Septennat gestimmt.

Ja, da erklang's wie Satanslachen, Und noch erklingt es jenseits fort:

Gut steh'n in Deutschland uns're Sachen, Schon wieder herrscht die Zwietracht dort! So höhnen sie, die drüben wohnen,

Dort an der Seine stolzem Strand,

Sie, die bewilligt Millionen

Einmüthig fuͤr den Kriegerstand.

kürwahr, da muß ein tiefes Schämen Beschleichen jedes deutsche Herz! Auch das des Katers ist voll Grämen, O lindert, Deutsche, seinen Schmerz! Laßt doch den Greis in Silberhaaren, Der Deutschland groß und stark gemacht, Nicht mit dem Schmerz zur Grube fahren: Ohnmächtig bist du, deutsche Wacht! Büdesheim, 15. Februar. 1887.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Estomihi. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach.

Gottesdienst in der Stadtkirche.

Nachmittags Uhr: Herr Dr. Köstlün. Gottesdienst in der Burglirche.

Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer.

Abendmahl. Abends Uhr: Herr Candidat Schott.

Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; ¾7 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Ubr: Cbristenlebre und Andacht.

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677 Auch in diesem Theile des Anzeigers wollen wir nicht versäumen, auf die iateressante Schaustellung auf derFreihett aufmerksam zu machen, wir meinen namlich die Bude des von früheren Schaustellungen hier vortheil baft bekannten Wallenda aus Wainz mit den 12 dressirten Wölfen. auf dem Gebiete derSpecialität aufgetaucht, und zwar sind sie durch das Reichshallen Theater in Berlin bekannt geworden. Man hielt bisher eine Dressur dieser wilden, hinterlistigen Bestien nicht füt möglich, daß sie indessen möglich, sechen wir in Wallenda's Bude. Die Dressur der Wölfe, welche uns durch eine Dame vorgeführt werden, ist wirklich vortrefflich: was man sonst von gut dressirten Hunden zu sehen gewobnt ist, das vollbringen die Wölfe, dem Worte und Blicke ihrer Herrin gehorchend, in gleich geschickter Weise.

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