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Bezirks seines Wohnortes oder des Kreis-Thierarztes zu Frankfurt a. M. nachzuweisen hat, betreffende Hund zu ziehen geeignet ist. Wir geben unseren Kreis-Eingesessenen vo
velche nach dem Gewichte zu bestimmende Last der n dieser Verordnung mit der Benachrichtigung Kenntniß, daß
der Kreis-Thierarzt zu Frankfurt a. M. am Donnerstag den 27. d. Mts., Mittags zwischen 11 und 1 Uhr, in der zu Frankfurt a. M. an der Ostendstraße belegenen Landwirthschaftlichen Halle sich bereit halten wird, die ihm dort etwa zugeführten Hunde, welche vollstaͤndig an⸗
geschirrt und in den zu ziehenden Wagen oder
auszustellen. Friedberg den 14. Januar 1887.
Karren eingespannt sein muͤssen, auf ihre Leistungsfähigkeit zu
pruͤfen und das fragliche Attest Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Wilhelm Hensel und Philipp Jacob, beide von Dortelweil, wurden als Feldgeschworene dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet.
Bekanntmachung.
Betreffend: Allgemeine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten aus dem Großherzogthum Hessen.
Im Monat Juli l. J. findet in Darmstadt eine
Lehrlings- Arbeiten aus dem Großherzogthum Hessen statt. bindung mit einer„Ausstellung von Zeichnungen und Schülerarbelten aus den in— ländischen Handwerker- und Kunstgewerbe- Schulen“ veranstaltet.
Das Programm für diese Ausstellung ist in Nr. 2 des Gewerbeblatts vom Exemplare desselben können von den Local Comité's und von der
l. J. abgedruckt unterzeichneten Stelle bezogen werden.
Die Vorstände der Localgewerbvereine, der Handwerkerschulen, der Innungen, und an Nebenosten Mitglieder des Landesgewerbvereins, fungtren als Local⸗Comité's. Anmeldungen zur Betheiliguag an der Ausstellung werden von den bemerkten Loeal— Lehrlinge, welche an Orten wohnen, in welchen, oder in deren Nähe, sich Local-Comité's nicht befinden, konnen sich auch direkt bei der
Comité's entgegengenommen.
unterzeichneten Stelle anmelden.
Jeder Lehrling, welcher sich an der Ausstellung betheiligen will, hat ein ein⸗ faches, seinem Gewerbe und seiner Lebrzeit entsprechendes Arbestsstück, nach gestellter
allgemeine Ausstellung von Aufgabe, zu fertlgen. Die
Dieselbe wird in Ver—
der Landesgewerbverein.
Anmeldestellen bezeichnen den Lehrlingen dle zu fertigen⸗
den Arbeiten. Die Ausstellungsgegenstände werden demnächst durch eine besondere Commisston von Sachverständigen geprüft und hervorragende Lesstungen werden prämlirt.
Die Kosten des Transports der Ausstellungsgegenstände nach Darmstadt und zurück, die Kosten des Arrangements der Ausstellung, sowie der Prämitrung, bestreftet
Die Ausstellung von Lehrlingsarbeiten soll Gelegenheit zur Vergleichung der Einzelleistungen der Lehrlinge der verschtedenen Gewerbe und zur Belehrung über den allgemeinen Stand des Lehrlingswesens im Großherzogthum geben, sowie den Wettelfer in technischer Ausbildung unter den Lehrlingen fördern. uns an die Herren Lehrmeister und Eltern der Lehrlinge das Ersuchen zu richten, Ihrer Seits das Unternehmen unterstützen und zu recht zahlreicher Betheiligung anregen zu wollen.— Darmstadt den 10. Januar 1887.
Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein. Fink
Wir gestatten
Dr. Hesse.
Deutsches Reich. Berlin, 14. Jan. Nachdem in der heutigen
Sitzung des Reichstags der Antrag Stauffenberg, den Präsenzstand von 468,000 Mann nur für drei Jahre zu bewilligen, durch die aus Ultra— montanen, Deutschfreisinnigen und Sozialdemo— kraten gebildete Mehrheit angenommen und die Regierungsvorlage hiermit abgelehnt worden ist, wurde der Reichstag sofort aufgelöst. Eine kaiserliche Verordnung ordnet die Vornahme der Reichstagswahlen am 21. Februar au. Sache der Wählerschaft wird es nun sein, dafür zu sorgen, daß den Parteien, deren ganze Halt— ung und Beschlüsse gegenüber der Militärvorlage das Vaterland gefährden müssen, die Mehrheit im künftigen Reichstag entzogen werde. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ fordert alle reichstreuen Parteien auf, im Wahlkampfe zusammenzugehen, alle Eifersüchteleien zu vermeiden und nur das Ziel im Auge zu balten, die jetzige Majorität zu brechen. Als Moltke nach der Auflösung das Reichstagsgebäude verließ, wurden ihm stürmische Hochs gebracht, die wo möglich noch kräftiger erschallten, als der Reichskanzler im Wagen davon fuhr. Dicht drängte die Menge heran, so daß die Pferde im Schritt gehen mußten, und rief immer und immer wieder dem Kanzler die Menge zu.(Unsern Lesern bereits durch Extrablatt mitgetheilt. D. Red.).
— 14. Jan. Der Bundesrath ertheilte heute dem Entwurfe einer Verordnung über die Militärtransportordnung für Eisenbahnen im Kriege nebst einem Entwurf des Militärtarifs für Eisenbahnen seine Zustimmung.
— 15. Jan. Der prenßische Landtag wurde heute durch Puttkammer mit einer Thronrede eröffnet, in welcher u. A. gesagt wird: Der Entwurf des Staatshaushaltsetats für das nächste Jahr und eines Gesetzes wegen Auf— nahme einer Anleihe zur Ergänzung der nächst— jährigen Staatseinnahmen wird Ihnen alsbald vorgelegt werden. Auch in diesem Jahre werden Ihnen Vorlagen zugehen, welche die weitere und günstigere Gestaltung des Staatseisenbahn— netzes im Interesse der Landes wohlfahrt durch Herstellung wichtiger neuer Linien, wie durch Ueberführung noch einiger Privatbahnen in den Staatsbesitz zum Gegenstande haben. Die Durchführung der Verwaltungsreform wird auch in der bevorstehenden Session ihre Thätigkeit in Anspruch nehmen. Die Maßregeln, welche unter Ihrer Mitwirkung in den Landestheilen mit polnischer Bevölkerung ergriffen worden sind, befinden sich in Erfolg verheißender Aus—
führung und lassen die Hoffnung berechtigt er— scheinen, daß sie der Entwickelung der deutschen Bevölkerung einen kräftigen Aufschwung geben werden. Durch die kirchenpolitische Novelle vom 21. Mai 1886 haben die freundlichen Bezieh— ungen, welche sich zur lebhaften Befriedigung Sr. Majestät des Königs zwischen Allerhöchstihrer
Regierung und der römischen Kurie immer mehr befestigt haben, eine Bethätigung gefunden, welche je länger desto mehr auf vielen und wichtigen Gebieten des kirchlichen Lebens für die Interessen der katholischen Unterthanen Sr. Majestät sich als segenbringend erweist. Es ist damit der Weg geebnet, durch eine weitere Revision der kirchenpolitischen Gesetze, über welche die vorbereitenden Verhandlungen mit der römischen Kurie schweben, das Ver— hältniß zwischen dem Staate und der katholischen Kirche zu beiderseitiger Zufriedenheit auszuge— stalten. Es wird Ihnen ferner ein Gesetzent— wurf zur Berathung vorgelegt werden, welcher bezweckt, bei der Feststellung der Leistungen für Volksschulen die Mitwirkung der Selbstver— waltungsbehörden in erweitertem Umfange in Anspruch zu nehmen.
— Wie das„Deutsche Tageblatt“ meldet, ist in der Nacht zum Donnerstag der Rechts— consulent Scharr in seiner in der Krautstraße belegenen Wohnung wegen vorbereitender Hand— lungen zum Hochverrath und auf Grund des Dynamitgesetzes durch Geheimpolizisten verhaftet.
Kiel. S. M. Kreuzer„Nautilus“, Com— mandant Capitän-Lieutenant v. Hoven, ist am 2. Januar in Shanghai eingetroffen.
Straßburg. Fürst Hohenlohe in Elsaß geht laugsam, aber sicher vor und thut niemals einen Schritt zurück. Von jetzt an müssen auch die Feuerwehren nach deutschem Commando üben und handeln. Seither wurden sie selbst in solchen Orten, wo fast alle Einwohner besser Deutsch als Französisch sprechen, franzssisch commandirt. Das geschah sogar in einem Flecken von 1100 Einwohnern, von denen kaum ein halbes Dutzend mehr Französisch sprach als bon jour und merei. Am meisten hat es die Soldaten, die in Deutschland ge— dient hatten, zewundert und geärgert, wenn sie in der Feuerwehr französisch commandirt wurden.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. In den hiesigen zumeist offiziösen Blättern tauchen Nach— richten über Rüstungen auf, welche, wenngleich sie wichtig sind, dennoch durch die Geringfügig— keit ihrer Dimensionen keineswegs zu beun— ruhigen brauchen. Die Regierung ist bemüht, aus Vorsicht einige Maßnahmen, welche unter normalen Verhältnissen später getroffen würden, zu anticipiren, beispielsweise: die Abrichtung der Ersatzreserve, vielleicht auch die Beschleunig— ung der diesjährigen Aushebung. Audererseits
wird aus Petersburg unter gewissen Voraussetz— ungen eine nachgiebigere Disposition bezüglich der Candidatur des Fürsten von Mingrelien signalisirt.
— Die Einberufung des Reichsraths auf den 28. d. Mts. wurde jetzt veröffentlicht,
Pest. Man spricht davon, daß die Dele⸗ gationen im Frühjahr zu einer Nachsession ein—
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berufen werden sollen, welche aber bei der vor— aussichtlich anhaltend gebesserten Orientlage nichts weiter bezwecken würde, als dem Kriegs— minister den eingetretenen Bedarf zu bewilligen.
Frankreich. Paris. Der Oberbefehls— haber der Truppen in Tonkin soll abermals von der Regierung Verstärkungen verlangt haben.
Belgien. Brüssel, 16. Jan. Stanley,
welcher gestern eine mehrstündige Unterredung
mit dem König hatte, schifft sich am Donnerstag nach Kairo ein, wo er mit Prof. Schweinfurth und Dr. Junker zusammentrifft.
Italien. Rom, 16. Jan. Die bulgarischen Deputirten sind heute hier eingetroffen.
Großbritannien. London. Es ver⸗ lautet in hiesigen politischen Kreisen, daß eine bemerkenswerthe Besserung der politischen Lage eingetreten ist. Dieselbe wird hier dem Fiasco der Mission des Grafen Peter Schuwalow in Berlin zugeschrieben, welche nach der Auffassung der hiesigen politischen Kreise bezweckte, Deutsch— lands Zustimmung zu einer zeitweiligen rus— sischen Occupation Bulgariens zu erlangen. Die russische Regierung soll jetzt geneigt sein, die Unterhandlungen mit den Maͤchten über die bulgarische Frage wieder aufzunehmen.
Türkei. Constantinopel, 15. Jan. Gabdan Pascha begleitet Zankow nach Bulgarien zurück.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Am letztverflossenen Freitag Abend hat uns H. Bindewald, Präsident des hiesigen Veteranen⸗ und Militärvereins, eine Vorlesung im Volksblildungs— verein über das zeitgemäße, interessante Thema:„Ueber Heerwesen und Kriegführung im Zusammenhang mit dem Volksleben“ gehalten. Redner führte in wohldurchdachter, sachverständiger Weise etwa folgende Hauptgedanken aus: Die neue Militärorganlsation legt dem Volke nicht minder große Opfer auf als die alte, man denke nur an die Einquartterungslast, an Entztehung von Arbeitskräften
und nothwendiger Unterstützung in Familien, an dadurch
erhöhte Steuerlast u. s. w. Aber das Heer ist eine Nothwendigkeit, um die Exrungenschaften der beiden anderen Stände, Nähr- und Lehrstand, uberhaupt des Volkslebens, vor Zerstörung und Vernichtung zu schützen und der Arbeit, der körperlichen und geistigen, Gedeihen zu sichern. Schon im Frieden müssen darum die vor⸗ handenen geeigneten Kräfte gesammelt und so vorbereitet werden, daß sie im Falle eines nothwendigen Krieges verwendet werden können. Und Krlege sind unvermeld— lich, denn die Völker stehen sich gerade so wie einzelne Personen mit entgegenstehenden Interessen gegenüber; die Eigensucht wird sobald noch nicht aus der Welt verschwinden und darum stets Streitigkeiten herbeiführen. Von dem Begriffe der nationalen Größe ist der Begriff des nattonalen Egotsmus unzertrennlich.— Die Kriegführ— ung ist nicht mehr blos Sache der Cabinete, sondern Sache der Völker geworden durch Einführung der all— gemeinen Wehrpflicht. Diese legt gleiche Opfer Allen auf, gewährt aber auch gleichen Schutz für Alle und entspricht ganz der Idee des modernen Staates. Das Milttärleben muß eng verflochten sein mit dem Volks⸗ leben überhaupt; dadurch werden seine Lasten auch nicht allzu groß. Nur die Natlon aber ist in ihrer Unab— hängigkeit gesichert, die dieselbe jederzeit mit dem Schwerte in der Hand vertheidigen kann. Großer Befall der
zahlreich Anwesenden lohnte den Redner am Schlusse
seines gediegenen Vortrages.
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