Ausgabe 
17.9.1887
 
Einzelbild herunterladen

Adu;

dear l

ihfest

aid tei

bumohg.

941 1770

N

*

1

vas Jahr 1887 erhoben werden. Smpfehlung erscheint für die Vewohner Friedbergs und

55 Beilage.

erhessisher Anzeiger

M 110.

Aus Stadt und Land. w. Friedberg. Bei der Decanats⸗Synode in Butz ach kam auch ein kurzer Bericht über die Herberge zur Helmath in Friedberg zur Sprache. Aus demselben er zab sich, daß vom 1. Juli 1886 bis 30. Juni 1887 im Janzen 4221 Personen in der Herberge einlehrten, von velchen 3170 daselbst übernachteten. Vereinzelte Aus- nahmen abgerechnet haben sich die Wanderer hier gesittet

etragen, und besonders erfreulich war es, daß fast Alle br Gepäck und ihren ordentlichen Auswets hatten, wo

und wie lange sie vor ihrer Ankunft in Friedberg gear beitet hatten. Eigentliche Stromer waren nur sehr wenige n der Herberge eingekehrt, und auch diese, die sich oft o unmanierlich in den Wirths häusern benehmen, haben ich hier stil verhalten. Seit der Einführung der Natu ralverpflegung vom 1. April d. J. an hat der Verkehr der Herberge vielleicht um ein Kleines abgenommen. Für die Wanderer ist aber diese Einrichtung ein rechter Segen geworden. Beklagten sich auch einzelne alte Stromer über die Arbeit, die sie thun mußten und über die Polizei, die sie am Betteln hinderte; die Besseren haben es doch als ehrenvoller angesehen, durch die zugewiesene Arbeit Abendbrod, Nachtlager und Frühstück zu verdienen, als olches durch Betteln sich zu verschaffen. Hoffentlich hat zuch manche gute Ermahnung, die die Gäste in der Her; zerge bekommen baben, guten Boden in ihren Herzen gefunden, wenn auch hier und da Einige waren, denen nan es wohl abmerkte, wie die Erinnerung an die ir dische Heimath und so manches Andere, was Christen nuch zum täglichen Brod zählen, ihnen keine rechte Freude mehr machen wollte. Schließlich bemerkte Einsender noch, vaß an die Stelle des verstorbenen Seminarlehrers Wahl bzissen Verdienste um die Herberge, wir hier noch einmal rnerkennen wollen, Amtmann Nebel von der Synode als Steretär in den Vorstand gewählt worden ist, welcher le Wahl auch mit dankenswertber Bereltwilligkeit an genommen hat.

7 Friedberg. Beiträge zum ev.

In den nächsten Tagen sollen die Stadtkirchenbau- Verein für Ein Wort besonderer

der näheren Umgebung kaum mehr nöthig, seitdem in

mmer weiteren Kreisen das Interesse und das Verständ⸗ Aiß für unsere so schöne und kunstgeschichtlich bedeutende Stadtkirche sich zu regen und zu bekunden beginnt, und

eitdem sehr hohe und einflußreiche Persönlichkeiten in Darmstadt sich so freundlich⸗ wohlwollend über vas Werk und Unternehmen unseres jungen Vereins aus

Fesprochen haben. Die Bewohner der Stadt werden sich

a doch gewiß nicht an Eifer und Theilnahme fur die

kute Sache von den Auswärtigen beschämen, über⸗

N 1 N N N ö N 1

1

4

neffen und in den Schatten stellen lassen wollen. Wir eschränken uns daher auf eine kurze herzliche und tingende Empfehlung der nun beginnenden diesjährigen Sammlung und geben uns der angenehmen Hoffnung in, daß bald keine Familie mehr in Friedberg sein Lerde, von der nicht das Haupt oder ein Glied dem Stadtkirchenbau⸗Verein als Mitglied beigetreten wäre.

7 Friedberg. An Stelle unseres leider so früh eimgegangenen unvergeßlichen Vorstands- Mitgliedes und fechners Wahl, der im Leben mit solchem Feuer-Eifer für den Stadtkirchenbauverein eintrat und wirkte, at Kirchen rechner Heldt die Mühe des Rechner⸗ Amtes übernommen. Seine allbekannte Tüchtigkeit und Oflichttreue kann für unseren Verein nur gute Früchte tragen. da. Friedberg. Das bel den Metzgern beltebte Ver⸗ ahren, einem unansehnlichen schlaffen Fleische durch Eln⸗ lasen von Luft das Aussehen eines straffen, kernigen Hleisches zu verschaffen, eine besonders bel Kalbfleisch an

zewendete Prozedur, ist vom Reichsgericht als ein Ver⸗ noß gegen 8 367 Nr. 7 des Relchsstrafgesetzbuches er annt worden.

D. Steinfurth, 11. Sept. Heute fand in dem Saale von H. Wolf III. hler die diesjährige General: ersammlung des hiesigen Spar⸗ und Vorschuß Vereins G., unter dem Vorsitz des Lehrers Huber statt. Nach em Geschäfts bericht standen der Versammlung M. 1121.51 Zewinn zur Verfügung, der folgende Vertheilung fand: N. 690 Dividende an 69 Mitglieder à M. 10 gleich 4,660 0 der eingezahlten Stamm-Anthelle, M. 140.70 guthellung zur Speclal⸗Reserve, M. 290.81 Vortrag uf neue Rechnung. Die Reserven des Vereins haben e beträchtliche Höhe von M. 13,300 erreicht. Die nach em Stalut ausgetretenen Ausschußmitglieder H. Reif and Johs. Lauß wurden fast einstimmig wiedergewählt.

Literarisches.

Daheim Nr. 48 und 49 enthalten; Zum Tage von Sedan. Von R. Kögel. Der letzte Gast. Forts. Die

letzten Freiherren von Hohenschwangau. Von K. von K. Der Spreewaldstephan. Mit zwei Illustr. Die pro- testantischen Gemeinden in Kärnten. Von A. B. Wies ner. Im Traum. Gedicht von H. Wolff. Ein Blick in die Werkstätte Raphaels. Mit sieben Illustr. Das Autodafee von Madrid im Jahre 1680. Von R. Brehm in Madrid. Das astrophysikalische Observa torium zu Potsdam. Mit Illustr. Das preußische Staatsschuldbuch als Bankier. Von A. O. Klaußmann. Ein Flußübergang in der Regenzeit in Deutsch Ostafrika. Mit Illustr. Medaille des Sultan Muhammed II. Mit zwel Illustrationen. Napoleon als Feldherr. Am Familientisch: Thüringer Waldidylle. Bild. Die größten Tiefen. Die Citatenwuth. Gesundheitsrath. Aus der Redaktion. Erntesegen. Bild. Die Dampfkraft auf dem Meere. Von Th. Schwartze. In unserer Spielecke. Aus ver Zeit für die Zeit. Frauen-Daheim.

Die deutsche Kalender-Literatur ist zwar sehr aus gedehnt, sie zeichnet sich aber im Allgemeinen nicht durch hervorragenden Werth aus; nur einkge ihrer Erschei nungen bieten wahrhaft Volksthümliches; die Melsten verwechseln dieses aber mit dichterischen oder schriftstelle rischen Beiträgen, die aus dem Volke selbst hervorgingen und daher kommt es, daß die sogenannten Volkskalender in der Regel ein Sammelplatz hͤͤchst zweifelhafter Geistes erzeugnisse sind. Jedes Streben nach besseren Zielen in dieser Richtung ist daher willkommen zu heißen und so begrüßen wir denn auch den neuen Jahrgang des von W. Müller⸗ Amorbach und Georg Volk herausgegebenen KalendersDer gehörnte Siegfried(Offenbach a. M., Aug. Heß) Preis 25 Pfennig, mit aufrichtiger Freude. Zunächst fällt uns bei der Durchsicht des für den billigen Preis sehr gut ausgestatteten Heftes der erfreuliche Um stand auf, daß die Herausgeber dem Grundsatze zu hul digen scheinenNur das Beste ist gut genug für das Volk, und so haben sie sich der Mitarbelterschaft eines Felix Dahn, P. K. Rosegger, Karl Gerok, eines Adolf und Karl Müller, eines Oskar v. Redwitz u. a. treff licher und bekannter Dichter versichert, um etwas wirk⸗

lich Gediegenes zu liefern. Kernige Gedichte und Ge schichten in Mundart sind ebenfalls zahlreich vertreten, und dem volksthümlichen Charakter des Werkchens ent spricht es vollauf, wenn auch einige derbe Streiche dem Wucher auf dem Lande gelten, wenn dem ländlichen Leser warnend gezeigt wird, wo Gefahren für Hab und Gut auf ihn lauern.

Das Vorkommen von Viechseuchen im Großber⸗ zogthnm Hessen während des Monats Juni 1887.

Milzbrand wurde festgestellt: im Kreise Friedberg, in Nieder⸗Wöllstadt am 1., in Rendel am 8., in Dor⸗ heim am 9. und in Ober⸗Wöllstadt am 19. Juni, in Alsfeld am 2. Juni, in Gedern, im Kreise Schotten, am 15. Jun, in Ilbes hausen, im Kreise Lauterbach, am 28. Jun und in Bensheim ebenfalls am 28. Juni, jedesmal bei einem krepirten Rinde. N i

Lungenseuche: In Rendel, im Kreise Friedberg, ist die Seuche, da während 6 Monaten, nachdem die letzten der Ansteckung verdächtigen Thlere evacuirt worden sind, kein neuer Erkrankungsfall mehr vorgekommen war, als erloschen erklärt und dle Sperre des Orts gegen die Ausfuhr von Rindvieh aufgehoben worden. In Maul⸗ bach, im Kreise Alsfeld, stehen in einem Gehöft 10 der An⸗ steckung verdächtige Rinder unter polizeilicher Beobachtung.

Der Bläschenausschlag des Rindviehs in Schaf heim, im Kreise Dieburg, und in Sellnrod, im Kreise Schotten, ist erloschen. Die Seuche besteht fort in Hain stadt, im Kreise Offenbach. Festgestellt wurde sie in Ettingshausen, im Kreise Gießen, am 10. und in Schöllen⸗ bach, im Kreise Erbach, am 29. Juni.

Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Harbach, im Kreise Gießen, in Echzell und Nidda, im Kreise Büdingen, in Ilbeshausen, im Kreise Lauterbach, in Michelbach, im Kreise Schotten, in den Orten des Kreises Alsfeld Elpenrod, Bleidenrod, Elben rod, Alten burg, Ober- Breidenbach, Rülfenrod, Eudorf, Zell, Vocken⸗ rod und Relbertenrod, und in den Orten des Kreises Frledberg Ilbenstadt, Heldenbergen, Büdesheim und Burg Gräfenrode.

Während des Monats Juli 1887.

Milzbrand wurde festgestellt in Mittel⸗Gründau,

im Kreise Büdingen, am 7. in Lamperthelm, im Kreise

Bensheim, am 3., und in Klein Gerau, im Kreise Groß 0 arg 19. Jult bei je einem nothgeschlachteten Rinde, ferner in Lampertheim am 20. Juli, und in den Orten

des Kreises Friedberg Rodheim am 10. und 28., Reichels heim am 24. und in Nieder Weisel am 31. Juli bei je einem krepirten Rinde.

Rotz: In Wimpfen, im Kreise Heppenheim, wurde am 21. Jult ein Pferd als der Seuche verdächtlg erklärt. Det Besitzer hat keine wetteren Pferde.

Lungenseuche: In Maulbach, im Kreise Alsfeld, stehen in einem Gehöft 10 der Ansteckung verdächtige Rinder unter polizeilicher Beobachtung. In Dirlammen, im Kreise Lauterbach, wurde am 7. Jult eine nothge schlachtete Kuh für lungenscuchekrank erklärt. In dem betr. Gehöfte befinden sich noch 6 Rindpfehstücke, welche unter polizeiliche Beobachtung gestellt wurden

Der Bläschenausschlag des Rindpiehs in Schöl⸗ lenbach, im Kreise Erbach, ist erloschen. In Hainstadt, im Kreise Offenbach, und in Ettingshausen, im Kreise Gießen, herrscht die Seuche fort. Festgestellt wurde die⸗ selbe am 3. Juli in Heblos, im Kreise Lauterbach, und am 7. Juli in Stammheim, im Kreise Friedberg.

Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Harbach, im Kreise Gießen, in den Orten des Kreises Alsfeld: Altenburg, Ober- Breidenbach, Rülfenrod, Eu⸗ dorf, Zell, Vockenrod, Reibertenrod, Elbenrod, Elpen rod, Bleidenrod, Strebendorf, Romrod, Schwabenrod, Leusel, Renzendorf, Hopfgarten, Hergersdorf, Unter-Sorg, Ober⸗Sorg, Brauerschwend, Rasnrod, Heidelbach, Fisch bach, Seibelsdorf, Eifa, Schwarz, Eulersdorf und Wind⸗ hausen; in den Orten des Kreises Büdingen: Nidda, Wallernhausen, Fauerbach, Schwickartshausen, Lißberg, Eckartsborn, Altenstadt, Rodenbach, Blofeld, Nieder- Mockstadt-Leidhecken, Ortenberg und Lindheim; in den Orten des Kreises Friedberg; Ilbenstadt, Heldenbergen, Büdesheim und Burg-Gräfenrode; in den Orten des

Kreises Lauterbach: Rixfeld, Weid- Moos, Nösberts,

Altenschlirf, Frischborn, Herbstein und Freiensteinau, in den Orten des Kreises Schotten: Rudingshein, Ober Semen, Mittel-Seemen, Nieder-Seemen, Bobenhausen und Wohnfeld.

Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Geboren: 29. Juli. Dem Lehrer Heinrich Ehrmann 1 Sohn. 3 Handelsmann David Steinhardt 1 Sohn. 1 Meßzger August Neuhof 1 Tochter.

4. Aug. Eisenbahnarbeiter Fr. Gehbert 1 Sohn.

3 Schreiner Wilh. Franz Jordis! Tochter.

* Photographen Wilhelm Friedrich Eduard

Heinrich Schrader 1 Tochter. 1 Kaufmann Isidor Schulhof 1 Tochter. 8 Bierbrauer Karl Joh. Krause 1 Sohn. 1 Posthülfsboten Philipp Steitz Zwillinge. 9 Handarbeiter Karl Fr. Bischoff 1 Sohn. Getraut:

2. Aug. Der Lederhändler Gustav Arnstein in Laubach mit Theodore Bendheim von Friedberg.

22. Der Pfarrer Emil Simon in Wohnbach mit Franziska Marie Antonie Schwabe v. Friedberg.

E Der Pfarrer Heinrich Barth in Kettenheim mit Elisabetha Sophte Philippi von Frledberg.

28. Der Zimmermann Joh. Ludw. Zöll in Fried⸗ berg mit Eva Maria Haub in Friedberg.

Gestorben:

6. Aug. Der Kaufmann Levi Sießel von Ober-Mock stadt 61 Jahre alt.

99 Katharina Louise Christiane Schmidt, Ebefrau des Großherzogl. Kretsschulinspeetors Schul rath Schmidt, 59 Jahre alt.

8 Ludwig Finkernagel, Sohn des Postschaffners Karl Friedrich August Finkernagel, 5 Monate alt.

17. Dorthea Maria Bommersheim, Tochter des Kreisboten Heinrich Bommersheim V. von Dor heim 5 Jahre alt.

18 Johannes Bauschmann, Sohn des Bergmanns Heinrich Bauschmann von Dorheim, 1 Jahr 10 Monate alt.

26. Der Großherzogl. Musik-Seminarlehrer Fried rich Phtlipp Link, 45 Jahre alt. 9. Katharina Köhler, Wittwe des verstorbenen

Handarbeiters Johs. Köhler V., 57 Jahre alt.

Stadtkirchenbau⸗Verein.

An Beiträgen gingen weiter ein: von Fabrikant Müller- meister in Aachen M. 1., Postmeister Cronenberg von Castel 50 Pf., Eduard Hoffmann von Friedberg 50 Pf., Pfarrer Weber zu Münster 60 Pf., was wir mit herz⸗ lichem Danke bescheinigen.

Für den Vorstand: Prof. Dr. Weiffen bach. Heidt Rechner.

Aepfel⸗Versteigerung.

Montag den 26. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen e der hlesigen Gemeinde zustehenden Aepfel, elrea 20 s 25 Malter, öffentlich versteigert werden.

Malbach den 15. September 1887.

1 Großherzogliche Bürgermeisterel Malbach. 200 Saltenberger.

Von Tausenden wird der Holländ. Tuba den Nn. Reeker in Seesen 4. Harz, 10 Pfund zanee 8 Mark, geraucht und empfohlen. Dies ist notarkell Aglaubigt.(Maga 1469.)

1125

zum Selhs Niederlage bei

Altes Gußeisen

kaufen wir bel sofortiger LKeferung in größeren Parthlen 175 erbitten Offerten franed Waggon der Versandtstatlon

gellefert.

3168 Minerba s Hütte in Haiger.

D. Fritze s Bernstein⸗Oel⸗Lackfarbe t-Lackiren von Fussböden in bekaunter vorzüglicher

Wilh. Bernbheck, di

N I

Ualität.

edberg. Ein Vekonomie- Verwalter

mit guten Zeugnissen sucht Stellung. Näheres bei der Exped, des Anzeigers. 3178

4 ür Herren, Damen und Kinder, Hemden, f a

z. Elnkaufspr. bei K. Friedrich.