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nalbriefe zu den Prozeßacten gegeben worden sind. Es muß natürlich erscheinen, daß diese Enthüllung eine große Aufregung hervorgerufen und daß die Deputirtenkammer sich sofort der Sache bemaͤchtigt hat. Auf die Interpellation des Pariser Deputirten Douville Maillefeu hat der Minister erklart, daß er sofort dem General— procurator den Befehl ertheilt habe, bezuglich dieser Briefgeschichte eine gerichtliche Untersuch— ung einzuleiten, so daß also erwartet werden muß, daß der Generalprocurator in den nächsten Tagen von der Kammer die Ermächtigung zur gerichtlichen Verfolgung des Deputirten Wilson verlangen wird. Dadurch wird aber auch der Präsident der Republik in Mitleidenschaft ge— zogen. Die Aufregung in allen politischen Kreisen hat einen hohen Grad erreicht. Bezüglich der Absichten Grevy's sind widersprechende Nach— richten im Umlauf, aber meistens wird ange— nommen, daß Grevy demissiontren müsse, falls morgen die Kammer die gerichtliche Verfolgung Wilson's beschließt. Andererseits wird behauptet Grevy habe das von der Regierung und den Kammern eingeschlagene Verfahren bezüglich des Zwischenfalls Wilson gebilligt und keineswegs von seiner Demission gesprochen. Als Candi— daten für die Nachfolgerschaft kommen eventuell Jules Ferry und Henri Brisson hauptsächlich in Betracht.
— 12. Nov. Die„Agence Havas“ bringt folgende Mittheilung:„Der Präsident der Re— publik, der bei seiner Ansicht verharrt, daß sein Schwiegersohn das Opfer niederträchtiger Verläumdungen sei, hat nicht, wie man befürchten konnte, den Entschluß gefaßt, zurückzutreten. Er soll im Gegentheil erklärt haben, daß er auf seinem Posten verbleiben werde.“— Eine gestern stattgehabte öffentliche Versammlung von 2000 Intransigenten beschloß die Bildung eines Barri— kaden⸗Comités für den Fall, daß Ferry zum Präsidenten der Republik gewählt würde.
Italien. Rom. In hiesigen, mit den politischen Verhältnissen bestens vertrauten Kreisen wird an der baldigen Ernennung eines Ministers des Aeußern gezweifelt. Man hält es allerdings für wahrscheinlich, daß selbst Crispi's außer— ordentliche Begabung und Arbeitslust auf die Dauer der gewaltigen Aufgabe, das Minister— präsidium mit den Portefeuilles des Aeußeren und des Inneren zu vereinen, nicht Stand halten könne und er sich genöthigt sehen werde, eines der letzteren abzugeben. Auf welches von beiden seine Wahlen fallen wird, ist aber heute voll— ständig unbestimmbar und es gilt in diesem Augenblicke als wahrscheinlich, daß Crispi das Portefeuille des Aeußeren dauernd behalten, als daß er zu einer Neubesetzung desselben schreiten wird.
Rumänien. Bukarest. Die Kammern sind zur ordentlichen Session auf den 27. d. Mts. einberufen.
Persien. Teheran. Einem Telegramm des Reuter'schen Bureaus von hier zufolge fand die Selbstauslieferung Eyub Khan's, der sich seit geraumer Zeit unweit Khaf versteckt hielt, an den britischen Agenten in Mesched statt.
Amerika. Chicago, 11. Nov. Die zum Tode verurtheilten Anarchisten Schwab und Fiel— den wurden zu lebenslänglichem Gefängniß be— gnadigt. Die anderen drei Anarchisten wurden heute hingerichtet. Liugg tödtete sich gestern im Gefängniß mittelst einer Explosionskapsel, welche er in den Mund gesteckt und mit einem in der Zelle brennenden Licht entzündet hatte.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Den geehrten Lesern des Anzeigers diene zur Nachricht, daß morgen, Dienstag (15. November) zu Frankfurt a. M. im Gasthofe „Zur Rosenau“ eine Generalversammlung behufs Grün— dung eines Zweigvereins des„Evangelischen Bun-— des“ für das Großherzogthum Hessen stattfinden wird. Alle Freunde der ev. Kirche sind dabet herzlich willkommen.
9 Friedberg. In Kürze soll die diesjährige General— Versammlung des hiesigen Stadtkirchenbauvereins stattfinden, wobei über das verflossene Jahr Bericht er— stattet und über die weiter zu thuenden Schritte berathen werden soll.
Friedberg. Als unerhört! rügt es die„Staats— bürger⸗Zeitung“ mit Recht, daß, wie aus einem Jahres- bericht des großen Partser Geschäftshauses„Au bon marché“ erhellt, dieses Exporthaus seinen zweltbesten Absatz(nächst Frankresch) in Deutschland hat, wohin es jährlich für 18 Million Mark verkauft! Es ist grotesk und traurig zugleich, daß sich so etwas ereignen kann zu einer Zeit, in der Frankreich die heftigste Feindschaft gegen uns öffentlich zur Schau trägt; es ist aber auch zugleich ein Beweis dafür, wie nothwendig es ist, auf die Hebung unseres Nationalgefühls hinzuarbeiten.
Gießen. Die Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen nehmen Montag den 12. Dezember, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitze des Landgerichts raths Hofmann ihren Anfang.
Michelstadt, 9. Noob. Am Montag wurde zwischen Weltengesäß und Michelstadt ein Händler von 2 Männern angefallen, seines Geldes und seiner Uhr beraubt und, im Falle er Lärm mache, mit dem Tode bedroht.
Allerlei. Mannheim, 11. Nov. Bereits seit dem 16. Oktober wird ein hiesiger Kaufmann Namens Maier Wüurzweiler! vermißt; ein Selbstmord ist ausgeschlossen, da der Ver- mißte in geordneten Verhältnissen lebte. Vor ea. vier zehn Tagen setzte die großh. Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 300 M. aus für den, welcher genaue Angaben über den Verbleib des Mannes machen kann.“ Heute erhöht die Staatsanwaltschaft die Belohnung auf 500 M.; man glaubt allgemein, daß ein Verbrechen vorliegt.
Bayreuth, 10. Nov. Der Delinquent Wild wurde heute früh halb 8 Uhr hingerichtet; er starb standhaft, aber unbußfertig. Er wieß jede Annäherung des Geist— lichen ab und verzehrte während des gestrigen Tages und noch heute Nachts mit Behagen elferlei Speisen, er trank auch Wein. Festen Schrittes, ohne Zucken eines Muskels, that er den letzten Gang und musterte frech die bei dem traurigen Akt Anwesenden. Die Zeitdauer des ganzen Aktes betrug knapp vier Minuten-
Essen, 11. Nov. Ein Güterzug, von Steele kom— mend, ist entgleist. Sechs Wagen sind zertrümmert, ein Bremser verunglückt. Der Verkehr nach Duͤsseldorf und Holland ist gesperrt.
Rom, 10. Nov. Gestern wurde in Forli um 1½ʒ*Uhr Morgens ein langanhaltendes Erdbeben verspürt. Zu derselben Stunde wurde ein solches auch in Imola wahr— genommen, dasselbe dauerte 15 Sekunden.
Handel und Verkehr. Friedberg, 12. Nov. Buttermarkt. per Pfd. M. 0.85 0.90. Eier 1 St. 8 Pf. Gleßen, 12. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.95 1.00., Eier per St. 7 Pf., Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar 40-50 Pf., Hühner per St. M. 0.85— 1.00, Hahnen per St. M. 0.50 bis 0.80, Enten per St. M. 1.40— 1.70, Gänse per Pfd. 38— 52 Pf., Ochsenfleisch per Pfd. 58— 60 Pf.,
Butter kostete
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Kuh⸗ und Rindfleisch 45—50 Pf., Schwesneflelsch 54 60 0
60 Pf. Hammelfleisch 40690 Pf., Kalsstessch 40.46 f
Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.50— 5.00, Weißkraut Stig 5
6—9 Pf., Zwiebeln per Ctr. M. 6.90— 7.00, Frankfurt, 11. Noobr. Heu⸗ und Strohmarkt, Heu kostete 100 Kilo M. 5.60—6.80, Stroh M. 4.60 bis 5.— Vletualtenmarkt. Butter 50 Kilo M. 90 bis 93., Eter das Hundert M. 5.508.— Gänse, bedeuten Zufuhr, das Pfd. 50—65 Pf., letzterer Preis für sehn fette Gänse.— Erbsen 100 Kilo M. 18.—22., geschält⸗ Erbsen M. 20. 30., Linsen M. 28.—46., Bohnen M. c bis 23., grüne Erbsen M. 15.— 18., Mohrrüben M. 6 bis 8., Weißkraut 50 Kilo M. 3.—5., Kastanlen M. 1 bis 14., Maronen M. 16.—18., Trauben M. 20.— 40, Nüsse 100 Stück 60 Pf. Kartoffelmarkt. Angefahrim waren 17 Wagen, es kosteten 100 Kilo M. 3.704, Krautmarkt, 18 Wagen, der Centner M. 3.—4. Frankfurt, 12. Nov. Wochenmarkt.
preise unverändert. Hahn 0.70— 1.80, Huhn M. 1—9, Welsche M. 12, Ente M. 2—3, Taube 40—60 Pf. Poularden M. 2.50—3.50, Capaun M. 3 50—5, Gänse nach Qualität per Pfd. 50— 65 Pf., Kartoffeln das Gescheid 10 Pf., Gelberüben der Pack 10— 12 Pf, Carotten 12— 15 Pf., Rosenkobl 60 80 Pf., Blume kohl 30—60 Pf., Kopfsalat 8— 10 Pf., Endivien 8 bis
Butter das Pfd. M. 1.10— 1.30, Eier das Stück 6—8 Pf. Fe,
10 Pf., Eskarol 10—12 Pf., Feldsalat 12—20 Pf Feldrübchen 12— 15 Pf., Schwarzwurzel 50— 70 Pf kleine Zwiebeln per Liter 30 Pf., Zwiebeln das Geschele 20 Pf., Sellerie 5— 25 Pf., Meerrettig das Stück 20 Pf Mauskartoffeln das Gescheid 20 Pf., Wirsing 10— 15 Pee Rothkraut 20—25 Pf., Weißkraut 10— 20 Pf., Kastansen per Pfd. 12— 16 Pf., Maronen 20 Pf., Römischkohll die Portion 20— 30 Pf., Romainsalat 15— 80 Pf, Teltower Rübchen das Pf. 25— 30 Pf., Perl zwiebeln das Pfd. 60 Pf., Zuckergurken 12—20 Pf., Kohlralß
Headenf sredrich. Füufersto leide ste Doppelb.
ll
U.
3—4 Pf.„
Geld⸗ Cours. 1
Frankfurt am 12. November 1887, 4
Geber. Nehmer.
W. Pf. M. Ul.
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Die Expedition des Anzeigers.
Betreffend: Erbauung eines continuirlichen Kammer— ofens zum Brennen von Marmorkalk.
Bekanntmachung.
Der W. J. Küchel zu Butzbach beabsichtigt auf seinem dortselbst Flur VIII. Nr. 713— 716 und 722 und 723 gelegenen Grundstücke einen continulrlichen Kammerofen zum Brennen von Marmorkalk zu errichten.
Wir bringen dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß Einwendungen gegen die Anlage innerhalb
14 Tagen bel Meidung des Ausschlusses bei uns vor⸗— zubringen sind und die Pläne nebst Beschreibung während 75 gleichen Zeitdauer auf unserer Schreibstube offen egen.
Frledberg den 1. November 1887. Großherzogliches 1 Friedberg.
2930 Nebel.
Dickwurzmühlen
in allen Größen zu haben bel 3848 Friedberg. G. Schudt.
der Partial-Obltgationen hlesiger Gemeinde zur Rück—
Bekanntmachung.
Durch Beschluß der Generalversammlung vom 17. Juli d. Js. ist der settherige Vorstand der Spar und Leih— kasse zu Ober Rosbach, eingetragene Genossenschaft, wieder gewählt worden mit Ausnahme des Stellvertreters des Direktors, an dessen Stelle der Landwirth und Bäcker Philipp Schütz V. gewählt wurde.
Friedberg den 8. November 1887.
Großherzogliches Amtsgericht Friedberg.
3915 Suͤffert.
Obligations⸗Verloosung. In heutiger Gemeinderathsitzung wurde die Nr. 165
zahlung bis 1. Februar 1888 gezogen und hört deren Verzinsung mit diesem Tage auf.
Der Inhaber dieser Obligatlon kann den Betrag hierfür bis zum 1. Februar 1888 bel der Gemeindekasse in Empfang nehmen.
Rockenberg den 12. November 1887.
5 Großherzogliche Bürgermeisterel Rockenberg. 9929 Wolf.
Holzversteigerung.
Mittwoch den 16. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, soll eine Parthie abgängiger Obstbäume und Weidenholz öffentlich meistbietend versteigert werden.
Zusammenkunft am Rathhaustreppchen.
Friedberg den 14. November 1887. Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg. 3924 Steinhäußer. 1 5
Freitag den 18. November, Nachmittags 2 Uhr, soll an Ort und Stelle die diesjährige Korbweiden⸗Ernte versteigert werden. Im Anschluß an diese Verstelgerung werden mehrere abhängige Obsibäume in der Feld⸗ gemarkung versteigert. 15
Friedberg den 14. November 1887. Großherzogliche Bürgermeisterel Friedberg.
Steinhäußer.
Negenschirme
von den billigsten bis zu den hochfeinsten, Schirm⸗Neparaturen C. Kalbfleisch.
3925
3201 bei
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