Dienstag den 14. Juni.
2 69.
1 Iss.
1
Oberhessischer Anzeiger.
ö 4
und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Wird hier
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
noncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf.,
lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der 0
30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von
Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Nieder-Florstadt, Ober-Florstadt, O
aba,
treffend: Die Vertilgung der Blutlaus.
as Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr.
Unter Bezugnahme auf unsere Verfügung rubricirten Betreffs vom 6. Mai l. pfehlenswerth sein wird, in denjenigen Gemeinde errichtet sind, solche durch den Landwirthschaftsleh
Assenheim, Butzbach, Dorheim, Fauerbach v. d. H., Griedel, Harheim, Kirch—
Amtlicher Theil.
Göns, ber⸗Mörlen, Rockenberg, Staden, Trais⸗Münzenberg, Weckes heim,
Friedberg den 9. Juni 1887.
ee Dr. Braden. Langenhain mit Ziegenberg, Maibach, Nieder⸗ Wickstadt, Wohnbach. Friedberg den 9. Juni 1887.
Polizeicommissariat Wickstadt.
erwarten
J. weisen wir Sie nochmals darauf hin, daß es sehr n, in welchen die Commissionsmitglieder über das Vorkommen der Blutlaus nicht genügend rer Hannemann, eventuell durch Betheiligung an einem Rundgange, geeignet instruiren zu lassen.
Dr. Braden.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutsches Reich. Darmstadt. Der prov. Lehrer an dem Fullehrerseminar zu Alzey Knoll wurde zum Initiven Lehrer ernannt. Der Rentamtmann
ebert in Groß⸗Gerau wurde nach Darmstadt,.
der Rentamtmann Weil in Alsfeld nach Hoß⸗Gerau versetzt, der Hauptsteueramts-Ren— it Roßmann zu Gießen zum Rentamtmann U Alsfeld ernannt und der Gerichtsassessor 5 Vogel zu Mainz zum Hilfsgerichtsschreiber bei Landgericht der Provinz Rheinhessen bestellt. — 10. Juni. Die Erste Kammer hat beute u. A. Antrag Ohly, betr. die Zulässigkeitserklärung für Hbestattung, desgleichen die für Bensheim geforderte IIIA Achtung eines besonderen Amtsgerichts, verworfen und tach Erledigung der gesammten Tagesordnung vertagt. . Der Ausschuß der Zweiten Kammer hat die kirchen— ische Vorlage in der Hauptsache angenommen.
ar Berlin, 10. Juni. Der„Reichsanzeiger“ helbt: Se. Majestät der Kaiser und König 8 10˙ blen die letzten Tage, von krampfhaften Unter— 1 beschwerden vielfach beunruhigt, fast aus— Ul tleßlich im Bette zugebracht. Auch hat sich katarrhalische Reizung der Augenlieder hin— Asellt.— 11. Juni. In dem Befinden des Ker ist nach der officiellen Meldung im ichsanzeiger“ größere Ruhe eingetreten. Der Ehlaf in der Nacht war weniger oft und nur kürzere Zeit unterbrochen; das Allgemein— lden des Kaisers ist befriedigend und hat Hebe das Bett heute Nachmittag verlassen. de äußeren Erscheinungen im Allgemeinbefin— des Kronprinzen sind durchaus zufrieden— Und. Auf Wunsch des Kaisers und des Inprinzen wird während des Aufenthaltes üngland die Behandlung, im Einverständniß den begleitenden Aerzten Wegner und Land— i durch den Specialarzt Dr. Mackenzie fort— Die letzten Untersuchungen deuten auf angsame, doch bestimmt zu erwartende Besse— ig der örtlichen Erkrankung hin. Unmittelbar der ärztlichen Consultation machte der Reichs— ler dem Kronprinzen seine Aufwartung, um ach dessen Befinden zu erkundigen. Gutem sehmen nach reisen Prinz und Prinzessin
Mlelm am 16. d. Mts. nach England ab. 1 11. Junt. Der Reichstag genehmigte in zwekter den Gesetzentwurf betr. die überseelschen Post— schiffsverbindungen gegen die Stimmen des Cen— e Im Laufe der Debatken bezeichnete Staatsseeretär
Bötticher die Auffassung, daß die Regierung mit den Hamburger und Schleswiger Rhedereien über die Ueber— nahme der bisber vom Lloyd befahrenen wenig einträg— lichen Linien an der chinesischen Küste unterhandelt habe, als unrichtig und erklärte, die Regierung lege Werth darauf, daß die deutsche Post von Brindisi nach Australlen
französische. Der Reichstag nahm ferner die den Ar— beiterschutz betreffenden Anträge Hitze-Lohren nach den Commissionsbeschlüssen mit mehrfachen redaktionellen Aenderungen an.
Die Commission des Reichstages für die Ge— bührenordnung der Rechtsanwälte schlägt vor: Der Reichstag möge den Bundesrath um Vorlage eingehen— deren Materials angehen und vorerst die Detailberathung des Entwurfs ablehnen.— 11. Juni. Die Zuckersteuer— Commission beendete die zweite Lesung und beschloß die Erhöhung des Eingangszolls(§ 1) von 30 auf 35 M., sowie mehrfache redaettonelle Aenderungen. Die Commis— sion lehnte mehrere zu den Paragraphen 3 und 6(Ma terialsteuer resp. Exportbonifieation) gestellte Anträge, ebenso die Fassung der Vorlage für diese Paragraphen ab. Ueber die Höhe der Steuersätze wurde somit keine Einigung erzielt. Mit dieser Lücke wurde das ganze Ge— setz sodann mit 25 gegen 1 Stimme angenommen. Der schriftliche Bericht wird von Dr. Buhl erstattet werden.
— Eine der„K. Z.“ aus London zugehende Meldung bezeichnet die Annahme als richtig, daß die Reise des russischen Botschafters in Berlin, Grafen Schuwalow, nach Petersburg mit einer etwaigen Kaiserzusammenkunft während dieses Herbstes in Verbindung stehe. Der Zar, der für seinen kaiserlichen Großonkel große Zunei— gung und Bewunderung hege, und der ihn nur einmal seit seiner Thronbesteigung, in Danzig am 9. September 1881, in seinem Staate be— sucht habe, fühle sich seit der Skiernievicer Zu— sammenkunft vom 15.— 17. September 1884 immer dringender zu einem Gegenbesuch ver— pflichtet. Dazu kämen die Unterhandlungen wegen Verlängerung des Drei-Kaiser-Bündnisses, für welche der Zar durch Giers eingenommen sei. Auch die Theilnahme des österreichischen Kaisers an der Zusammenkunft sei wahrscheinlich. Graf Schuwalow's Stellung in Berlin und zum russischen Auswärtigen Amt und nicht minder der Bestand des letzteren in seiner jetzigen Leitung erscheint mehr denn je gefestigt.
— In Bezug auf die gestern im kronprinz— lichen Palais stattgefundene Consultation zwischen Dr. Mackenzie und den deutschen Aerzten ver— nimmt die„Voss. Z.“, daß, da der vorgelegte Bericht Prof. Virchow's das Gewächs an den Stimmbändern des Kronprinzen als einfache
ebenso schnell befördert werde, wie die englische oder
pachydermia varicosa oder Warze bezeichnet, nunmehr alle Besorgniß als beseitigt, und die Möglichkeit, daß irgend ein anderer Theil des Gewaͤchses bösartig sein könnte, als so fern— liegend betrachtet wurde, daß sie thatsächlich als nicht bestehend erachtet werden könne.
Mülhausen i. E., 10. Juni. Der Reichs⸗ tagsabgeordnete Lalance hat gestern einen Aus— weisungsbefehl zugestellt erhalten, mit der Wei— sung, die Stadt innerhalb 48 Stunden zu ver— lassen. Nach einem Telegramm der„Fr. Z.“ ist die gleiche Verfügung dem Fabrikdirektor Resch in Waldighofen und einem Bureaubeamten Schön in Mülhausen zugestellt worden.
— Wie der„Post“ aus Wien telepraphirt wird, ist eine Entrevue zwischen Bismarck und Kalnoky auch für diesen Sommer in Aussicht genommen. Vereinbarungen über den Ort und die Zeit der Zusammenkunft sind bisher noch nicht getroffen.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Pest. Aus Uexbegh wird unter dem 10 d. Mts. gemeldet, daß dort— selbst blutige Kämpfe stattgefunden haben, weil antisemitische Hetzer die Volksmassen aufwiegelten und diese das Wahllocal der Liberalen über—
fielen, worin ein zahlreiches Publikum anwesend war. Es gab 8 Todte und 25 Verwundete. Belgien. Brüssel. Die Meldung vom Abschluß einer Kanonenlieferung der hiesigen Regierung mit Krupp in der Höhe von sechzehn Million Fres. wird von officiöser Seite dementirt. Frankreich. Paris. Gutem Vernehmen nach wird General Boulanger am 1. August zum Commandanten des 17. Armeecorps, dessen Generaleommando in Toulouse ist, ernannt werden. Großbritannien. London, 11. Juni. Das Unterhaus hat nach sechsstündiger Debatte über die irische Strafrechtsbill den Schluß der Debatte mit 284 gegen 167 Stimmen angenom— men. Paruell's Antrag auf Verwerfung des Antrags Smith wurde mit 30 gegen 181 Stim— men abgelehnt, der Antrag Smith mit 245 gegen 93 Stimmen angenommen. Spanien. Madrid. Der Gouverneur der Sulu-Inseln nahm die Befestigungen der Jusel Tapul ein; der Fuhrer der Aufständischen
wurde getödtet, die Insel unterworfen.


