Vortrag des bekannten Kehlkopfspezialisten Pro— fessor Stoerk über die Krankheit des Kronprinzen. Stoerk beschuldigt Mackenzie, daß seine Behand— lung eine falsche war, daß er trotz der Einrede der deutschen Autoritaͤten Sorglosigkeit an den Tag legte und Fehler machte, die gerade in Deutsch— land, wenn es sich auch nur um eine Gewehr— schraube gehandelt hätte, nicht vorgekommen wären. Stoerk sprach seine Ueberzeugung dahin aus, daß das Reisen von Ort zu Ort der größte Fehler war, eine radicale Operation hätte längst vor— genommen werden müssen, daun wäre Heilung bereits erfolgt. Das Abreißen von Partikeln beschleunige die Wucherung.
— 10. Nov. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ er— hält folgende Mittheilung: Die gestern in San Remo stattgehabte ärztliche Consultation besei— tigte leider die Befürchtungen nicht, welche Mackenzie über das Leiden des Kronprinzen neuerdings zum Ausdruck gebracht hat. Eine definitive Entscheidung über die weitere Behand— lung ist bis nach der erfolgten mikroskopischen Untersuchung ausgesetzt.— Mackenzie theilte mit, daß, falls eine Operation nothwendig sei, sie in Berlin stattfinde. Man rühmt allgemein die Fassung des Kronprinzen, der die Telegramme über sein Befinden an seine Eltern selbst nieder— schreibt.
— 10. Nov. Das Befinden der Kaiserin ist zwar nicht befriedigend, doch wird authentisch versichert, daß kein Anlaß zu Befürchtungen vor— liege. Das Hauptübel der Kaiserin ist Blut— armuth, womit Schwächezustände verbunden sind.
München. Prinz Ludwig von Bayern hat seinen für morgen erwarteten Besuch hier auf Allerhöchsten Wunsch aufgegeben. Der Prinz
wird zu einer späteren Hofjagd eintreffen.
Ausland.
Dänemark. Kopenhagen. Der Zar wird die Reise nach Berlin nicht vor dem 17. Nov. autreten.
Frankreich. Paris. Die Blätter betonen den Ernst des Zwischenfalls, betreffend zurück— datirte Briefe Wilson's. Der Zwischenfall ver— anlaßt heftige Angriffe gegen das Ministerium und Grevy. Eine bezügliche Interpellation der Opposition wird erwartet.
Großbritannien. London, 9. Nov. Ein Erlaß des Polizeichefs verbietet mit Zustimmung des Ministers des Innern bis auf Weiteres das Abhalten von Volksversammlungen und das Halten von Reden auf dem Trafalgar-Square. Der Lordmayorszug ist ohne bemerkenswerthen Zwischenfall verlaufen, doch störte ein anhalten— der Regen die Festlichkeit.
Italien. Rom, 9. Nov. Der Dampfer „Amerika“ mit General San Marzeno an Bord ist in Massauah eingetroffen. General Saletta hatte eine längere Unterredung mit dem General San Marzano, welcher morgen das Obercom— mando übernimmt.— Die„Tribuna“ meldet aus Aden, die zum Regus von Abessynien ent— sendete englische Mission sei, nachdem sie auf der ersten Etappe eingetroffen, auf dem Wege von Massauah nach Gura von den eigenen Dienern verrathen und verlassen worden. Drei Diener vernichteten die Wasserschläuche und entflohen, während die anderen unter dem Vorwande, Wasser zu suchen, die Karawane irre zu führen suchten, Die Engländer sammelten sich und bedrohten die Diener mit dem Tode, worauf diese ent— wichen. Der Gesandtschaftssecretär Portal wollte an Ort und Stelle bleiben, während Major Brice auf dem nämlichen Wege, den mau ge⸗ kommen, zurückkehren wollte. Schließlich kehrten sie nach Moncullo zurück. Am 7. November reisten Portal und Brice dann nach ihrem Be— stimmungsort ab.
Türkei. Konstautinopel. Eine türkische Militär-Commission bereist die strategisch wich— tigen Punkte der kleinasiatischen Grenze und der Ufern des Schwarzen Meeres, namentlich an der Ausmündung des Bosporus, um ihr Gut— achten in Betreff vorzunehmender Befestigungen abzugeben.
Montenegro. Cettinje, 8. Nov. Der Grenzvertrag zwischen der Tuͤrkei und Monte— negro ist heute hier unterzeichnet worden. Alle Streitpunkte sind ausgeglichen; Montenegro ist befriedigt.
Griechenland. Athen. Die„N. Fr. Pr.“ hält trotz eines Dementis die Nachricht aufrecht, die diplomatischen Beziehungen zwischen Rumänien und Griechenland seien abgebrochen worden. Der griechische Gesandte in Bukarest sei bereits ab— berufen.
Rußland. Petersburg. Der Ministerrath beschloß versuchsweise die Einführung des Brannt— weinmonopols im Gouvernement Perm.
Amerika. New⸗Pork, 9. Nov. Bei den heutigen Wahlen in den Vereinigten Staaten zu den Legislaturen der einzelnen Staaten, sowie zur Besetzung der höchsten Staatsämter siegten die Demokraten im Staate New-Pork mit einer Mehrheit von 10,000 Stimmen. In der Stadt New⸗Nork fand ein sehr erregter Kampf statt. Bei der Wahl in Pennsylvanien, Massachusetts, Ohio und Nebraska siegten die Republikaner, in Virginien, Maryland, New-Nersey die Demo— kraten. Die Stadt Chicago wählte republikanisch.
Chicago, 8. Nov. Kein einziges öffentliches Gebäude ist jetzt unbewacht und starke Polizei— abtheilungen werden in Bereitschaft für sofortiges Einschreiten gehalten. Alle Anstalten für die Hinrichtung der zum Tode verurtheilten Anar— chisten sind jetzt getroffen. Drei werden an einem Galgen und vier an einem anderen ge— hängt werden.
Aus Stadt und Land.
s. Frledberg. Vergangenen Mittwoch hielt das Comité des hiesigen Bienenfestes seine Schlußsitzung ab. Gegenstand der Tagesordnung war: Rechnungsablage. Es ist die erfreuliche Thatsache zu berichten, daß ein Ueber— schuß von 52 M. verblieben ist. Dies günstige Ergeb— niß ist wesentlich einerseits der Rührigkeit und geschickten Umsicht, andererseits der unelgennützigen Handlungsweise des Rechners, Kaufmann E. Hirsch, zu verdanken, der für seine viele Mühe und Arbeit auch nicht einen Pfennig berechnet hat. Alle Achtung vor solchen Männern. Der Ueberschuß wurde der Kasse des hiesigen Localvereins für Bienenzucht überwlesen.
b. Bad Nauheim, 11. Nov. Der Güterzug 357, welchen Nachts gegen 3 Uhr hier ankommt, hatte ver— gangene Nacht großes Malheur. Die hintere Hälfte des Zuges kam durch das Anstoßen der einzurangirenden Wagen ins Rollen, und llef bis zu dem Dorheimer Ueber— gang zurück, wo es den Bremsern endlich gelang, den Zug zum stehen zu bringen. Unbegreiflich bleibt es immerhin, daß dies nicht früher gelang.
h. Steinfurth. In unserem Orte herrscht die Diphtherie so stark, daß die Schulen geschlossen werden mußten.
b. Ober Mörlen, 10. Nov. Am Dienstag Nach— mittag um 3 Uhr war der Besitzer einer hiesigen Mühle so unglücklich, beim stellen des Werkes unter das Kamm— rad zu gerathen, wodurch ihm der Arm mehreremal ge⸗ brochen und der Kopf zerquetscht wurde, was selbstver— ständlich sozleich den Tod herbelführte.
Allerlei. Venedig, 9. Nov. Heute Nacht gegen 2 Uhr wurde hier ein Erdstoß verspürt, der aber keinen Schaden an— richtete. Ebenso verspürte man in Ferrara gegen 1½ Uhr ein wellenförmiges, sieben Seeunden andauerndes Erd— beben in der Richtung Nordost gegen Südwest. Madrid, 9. Nov. Hillatrand, welcher ein Atten— tat auf den Ex-Marschall Bazaine verübte, wurde zu achtjähriger Zwangsarbeit verurtheilt.
Handel und Verkehr.
Buß bach, 9. Novbr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0.90—0.00. Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 1 Stück 8 Pf.
Frankfurt, 9. Nov. Wochenmarkt. Butter das Pfd. M. 1—1.20., Eier das Stück 6—8 Pf.,— Ganze Erbsen per Pfd. 12— 16 Pf., geschälte Erbsen 14 bis 18 Pf., Linsen 18—28 Pf., weiße Bohnen 18—20 Pf., — Ochsenfleisch 45— 70 Pf., Rindfleisch 4560 Pf., Kuhfleisch 45— 60 Pf., Hammelfleisch 45 65 Pf., Schwelne— fleich 65 75 Pf., Kalbflelsch 45—65 Pf.— Hahn M. 0.70 1.50., Huhn M. 1—2.20., Welsche M. 13., Gans per Pfd. 50— 60 Pf., Ente M. 1.50—8., Taube 35 bis 60 Pf., Poularden M. 2.50—3.50., Capaun M. 3.50 bis 5. Hase M. 2.50— 3.— Kartoffeln das Malter M. 3.40 bis 3.80., das Gescheid 10—12 Pf., Gelberüben der Pack 12— 20 Pf.,(ppinat 40—60 Pf., Rosenkohl 4070 Pf., Blumenkohl 3—60 Pf., Kopfsalat 6—8 Pf., Endivlen 6—10 Pf.,( karol 6—12 Pf., Carotten 10—15 Pf., Feldrübchen 1 15 Pf, weiße Rüben 2 Pf., Feldsalgat 15— 20 Pf., ATnewvurzel 50— 70 Pf, kleine Zwiebeln per Liter 30 Bf., neue Zwiebeln der Ctr. M. 9 bis 10., das Gesr⸗Wölls Pf., Sellerte 1020 Pf., Meer⸗ rettig das S Pf., Mäuskartoffeln das Gescheld
20—25 Pf., Wirsing 10— 12 Pf., Weiskraut 1020 Pf. Rothkraut 25—80 Pf., Kastanlen per Pfd. 1216. Maronen 18— 20 Pf., Römischkohl die Port. 20%
30 Pf., Romalnsalat das Pfd. 25— 30 Pf., Kohlrabt 3—4 Pf. Frankfurt, 10. Nov. Fruchtber. Hiesiges Welzenmeh. Nr. 0 M. 30.00— 32.00, Nr. 1 M. 27.00— 28.00, Nr. 2 M. 24— 26, Nr. 3 M. 22.50— 24, Nr. 4 M. 18-19, Nr. 5 M. 14.50— 15.50, Milchbrod- und Brodmehl im Ver⸗ band M. 49— 52, norddeutsche und westfällsche Wetzen mehle Nr. 00 M. 22.50 23.50, Roggenmehl(hiesiges) Nr. 0 M. 21.25—23 00, Nr. 0 /! M. 19.50 21.00, Nr. 1 M. 17.50— 18.50, Nr. 2 M. 14.50- 15.50, Heu per Ctr, M. 2.75— 3.25, Stroh M. 2.50— 0.00, Roggenklei M. 4 25— 4.50, Weizenkleie M. 3.80, Malzkeime M. 3 50 bis 375, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Rapskuchen M. 5.75, Sesamkuchen M. 55.20 Mohnkuchen M. 3.75— 4.00. Retsmehl mit garanthi 22 bis 24% Fett- und Protéin-Gehalt M. 4.50— 4.70.
Perlzwiebeln das Pfd. 60 Pf.
Sämmtliche Artikel bei Abnahme von 200 Cenkner an.)
Rüböl im Detail M. 53. und Käufer erwunscht!
Denaturirter-Spiritus flauen
Herberge zur Heimath. Bis heute gingen ein von den Herren Pfarrer Göz Langenhan M. 6.; Pfarrer Bernbeck Nieder- Wöllstadt
M. 3.; Ungenannt M. 1.; von den Kirchenfonds Nieder- Florstadt M. 6.; aus Steinfurth M. 5.; von der milden
Stiftung pia corpora hier M. 50.; von der Gemeinde Vilbel M. 25.; durch Kirchen⸗Colleeten in Stelnfurth M. 6 68; in Nieder-Rosbach M. 6.65; Erlös durch das Schriftchen„Im Felde“ von Professor Dr. Köstlin M. 37.05. Wir sagen den freundlichen Gebern unseren besten Dank und bitten uns mit weiteren Gaben zu unter⸗ stüzen. Da wir annehmen dürfen, daß die Freunde der Herberge es interessiren wird über die Frequenz derselben etwas zu hören, lassen wir eine kleine Aufstellung des Verkehrs in Zahlen vergleichend die beiden Jahrgänge 1885.86 und 1886/87 hier folgen: vom 1. Oktbr. 1886 bis dabin 87. Es übernachteten 3167 Personen. An Mittagessen wurden verabfolgt 681 Portionen. Abend— essen 2287 Portionen. Die Gesammt-Frequenz betrug 4232 Personen. Vom 15. Dez. 1885 bis 1. Oetbr. 86. Es übernachteten 2474 Personen. An Mittagessen wur⸗ den verabfolgt 419 Portionen. Abendessen 1433 Portionen. Die Gesammtfrequenz betrug 3104 Personen. Aus dieser Zusammenstellung ist ersichtlich, wie sehr sich der Ver— kehr in der Herberge gehoben hat, welche Thatsache zu— gleich den erfreulichen Beweis liefert, daß die Hand— werksburschen die geordnete Herberge als eine Wohlthat anerkennen. Wir hoffen, die Freunde dieser Sache wer— den uns auch fernerhin mit Gaben unterstützen, damit wir in der Lage sind, diesen Leuten immer mehr ein Helm schaffen zu können. Friedberg, 10. November 1887. Der Vorstand. 1 Decan Meyer, Vorsitzender. G. Schwarz, Rechner.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde.
23. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche.
Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Pabst— Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach,
Abends 5 Uh: Herr Missionär Thumm.
satholische Gemeinde. Samstag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; ⅝7 Uhr: Austhellung der hl. Communion. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Chrtstenlehre und Andacht,
Nur wahres Heil beut die Natur! Welch' tiefe Wahrheit birgt dieser Spruch. Für jede der mannig⸗ fachen Krankheiten, die uns befallen, hat die gütige Natur ihre Gegenmittel und bietet uns dieselben in ihren unermeßlich werthvollen Mineralheilwassern. Eine solche Schatzquelle von Heilkräften ist u. a. auch das Bad Soden. Durch glückliche Zusammensetzung der best⸗ bewährtesten Wasser dieses Bades ist es gelungen, Pastillen herzustellen, die von intensiver Heilkraft find und das vorzüglichste Naturheilmittel bilden für erkrankte Lungen, für Hals- und Brustleiden, für Katarrhe des Kehlkopfs, der Verdauungsorgane und bei Unterleibs- störungen. Die kostbaren Pastillen sind in allen Apotheken die Schachtel à 85 Pf. zu haben. 3882
Bei den jetzigen hohen Kaffeepreisen wird auf die Kaffe⸗Essenz in zweckmäßiger Verpackung(Blechdosen⸗ Verpackung) von Pfeiffer und Diller aufmerksam gemacht, welche durch ihre anerkannten Vorzüge in kurzer Zeit ein Lleblingszusatz der Hausfrau geworden ist; durch die Zu— that dleser sehr ausgiebigen vollständig löslichen Kaffee— Essenz verleiht man dem Getränk eine sehr schöne, klare, braune Farbe, erhöht das Aroma und erzielt außerdem eine wesentliche Ersparniß an dem gewöhnlichen Kaffee— quantum. Der täglich zunehmende Verbrauch ist das beste Zeugniß für die allgemeine Beliebtheit der Kaffe⸗Essenz. Niederlage siehe Annoneentheil. 3903
15—30 Pf., Teltower Rübchen
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