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cussion berührt wurden. Die Vertreter der Militärverwaltung hätten sich auf die militarische Begründung der Vorlage beschränkt, daher habe die Commission ein sachliches Eingehen auf die politische Lage im Allgemeinen vermieden, Die Militärverwaltung habe den Standpunkt ein

genommen, daß die Entwickelungsverhältnisse

der deutschen, der russischen und der französi schen Armeen eine Erhöhung der Friedensprä senzstärke und der Kriegsstärke des deutschen Heeres bedingten.

8. Jau. Der Reichstag setzte gestern und heute die zweite Berathung des Etats fort.

8. Jan. Der deutsche KreuzerAdler landete zwei Abtheilungen Matrosen in Neu Irland, welche die Jusel durchzogen und mehrere Doͤrfer in Brand steckten. Als Strafe für die Ermordung deutscher Händler wurde ein Ein geborener getödtet.

8. Jan. Der Fürst und die Fürstin Bismarck sind heute Abend von Friedrichsruhe hier eingetroffen. Im Reichstage gehen die Petitionen für Annahme der Militaͤrvorlage aus allen Theilen des Reichs jetzt stoßweise ein.

Frankfurt. Die Voruntersuchung gegen die im November hier verhafteten Sozialdemo kraten ist nunmehr beendet und die Verhandlung vor der Strafkammer des königl. Landgerichts auf Montag, den 17. Januar, angesetzt.

Augsburg. DieAugsb. N. N. melden: Hiesige Schlossermeister sind beauftragt, eine sehr große Anzahl von Eisenbändern für die zu Truppenbeförderungen in Güterwagen aufzu stellenden Bänke anzufertigen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 8. Jan. Szapary's Forderungen sind nach dem Fr. J. in der vorgestrigen Audienz nicht durchgedrungen, Szapary dürfte nur noch die Conversion durch führen, dann zurücktreten. Die Meldung der Budapester Corresp. über eine im Werke be griffene Verproviantirung derjenigen Grenzsta tionen, die im Schauplatz eines künftigen Krieges liegen dürften, erregt großes Aufsehen, Tisza wird heute noch darüber interpellirt; derPester Lloyd sagt, man müsse annehmen, die drohen den Anzeichen hätten sich in beunruhigender Weise vermehrt.

Dänemark. Kopenhagen, 7. Jan. Im Folkething legte die Finanzcommission ihren Be richt vor. Die Majorität lehnte die provi sorischen Maßregeln, darunter diejenigen bezüg lich der Gendarmerie und etwa acht Million von den beantragten Million für außer ordentliche militärische Zwecke, speziell für die Befestigung Kopenhagen's, ab.

8. Jan Ein offener Brief des Königs vom heutigen Tage besagt: Da der Bericht der Finanzcommission keine Hoffnung auf eine Ueber einkunft mit dem gegenwärtigen Folkething übrig lasse, so werde das Folkething aufgelost, um nach den Neuwahlen dem Reichstage hinlänglich Zeit zu geben, vor Ablauf des Finanzjahres eine erneuerte Budgetverhandlung zu erledigen. Die Neuwahlen des Folkething finden am 28. Jan, statt.

Frankreich. Paris. DerJutransigeant verzeichnet die Absicht Grevy's zu demissioniren. Beim Wiederzusammentritt der Kammern werde er Freycinet als seinen Nachfolger empfehlen. Ein Ministerium Ferry werde die Kammerauf lösung herbeiführen.

General Boulanger hat 200,000 Stück mit Melinit geladene Granaten bestellt. Die neuen Geschosse werden am 13. und 14. ds. in Bourges in Anwesenheit des Kriegsministers gegen eigens hierzu gebaute Festungswerke ver sucht werden. Der Marineminister ordnete den Abgang aller Torpedoboote erster Klasse nach Toulon an, um größere Uebungen vorzunehmen Dem Vernehmen nach ist die Mobilmachung von einem oder zwei Armeecorps, die für den Frühling geplant war, bis zum Herbst verschoben.

8. Jau. Behufs Herstellung des Gleich gewichts des Bugets beschloß der Ministerrath unter anderen vorübergehend, die Zuckersteuer

pro 1887 um 20 pCt. zu erhöhen und vom 1. September 1887 an die den Zuckerfabrikanten bew

illigte Prämie herabzusetzen.

Großbritannien. London. DerStan dard meldet, Gladstone sei geneigt seine Home rule-Vorlage dahin zu ändern, daß das Reichs parlament die Ausübung gewisser beschränkter, auf die irischen Angelegenheiten bezüglichen Ge walten auf ein Dubliner Parlament übertrage.

Trotz aller Dementis hält der Pariser Times-Correspondent, Blowitz, die Behaupt ung aufrecht, es bestehe eine deutsch russische Allianz; der Gang der Ereignisse werde be weisen, daß sie bestehe. Es sei Thatsache, daß Rußland alle Gedanken an eine russisch-französische Allianz aufgegeben; andererseits habe Deutsch laud Rußland Carteblanche in der bulgarischen Frage gegeben.

7. Jan. Die bulgarische Deputation ist nach Paris abgereist. DerDaily News zufolge erklärte die Deputation sich mit einer Candidatur des Herzogs von Leuchtenberg einverstanden.

Spanien. Madrid. Einer Meldung der PariserNouv. Ag. zufolge sind sieben Ser geanten, die in Folge des Septemberputsches inhaftirt waren, in der Nacht vom 5. d. M. ans dem Militärgefängnisse in Madrid ent sprungen. Mit ihnen sind zwei Sergeanten verschwunden, denen die Bewachung der Ge fangenen anvertraut war.

Italien. Rom, 7. Jan. Der Kronprinz ist nach Livorno abgereist, um sich zu einer Orientreise, zunächst nach Kreta, einzuschiffen.

Serbien. Belgrad. In Montenegro treffen fortwährend Sendungen von Gewehren aus Rußland ein. Vor einigen Tagen erst sind dort 6000 Stück Gewehre angekommen. Mon teuegrinische Banden haben vor einiger Zeit einen Einfall in Serbien geplant, welcher durch das Sandschak von Novi-Bazar hätte ausge führt werden sollen. Dank der Wachsamkeit der österreichischen Truppen im Sandschak ist dieser Einfall verhindert worden. Da ein zweiter Putsch befürchtet wird, so hat die ser bische Regierung Truppenverstärkungen an die Grenze geschickt.

Bulgarien. Sofia. Der Vertreter Bul gariens bei der Pforte, Vulkowitsch, soll neuestens eutschieden besseren Dispositionen bei derselben begegnen und die Zusage erhalten haben, daß die Wünsche und Bedürfnisse der Bulgaren seitens der souzeränen Macht billige Berücksichtigung finden werden. Als ein Symp tom der eingetretenen Wendung gilt der Um stand, daß nach glaubwürdigen Versicherungen die Pforte für die Candidatur des Fürsten von Mingrelien keinerlei weitere Bemühungen auf zubieten gedenkt.

Rußland. Petersburg. Der Wiener Correspondent derTimes berichtet, daß Ruß land offiziös folgende Punkte als Grundlage einer Verständigung über die bulgarische Frage unter den Mächten in Vorschlage bringe: 1) Rücktritt der Regentschaft. 2) Erwählung einer Sobranje für Bulgarien allein. 3) Das Ministerium führt die Regierung bis zum Zu sammentritt der Sobranje; zwei Sitze unter den sechs Sitzen des Ministeriums für Mit glieder der Opposition. 4) Die Candidatur des Prinzen von Mingrelien soll der Sobranje vorgeschlagen werden. 5) Was Ostrumelien betrifft: Zusammenberufung der Provinzial-Ver sammlung zur ausschließlichen Erledigung der diese Provinz betreffenden Geschäfte. Die Times befürwortet die Annahme der russischen Vorschläge als Grundlage weiterer Unterhand lungen, die, wenn im Geist der Mäßigung ge führt, die Keime einer billigen und dauernden Verständigung in sich tragen könnten. Man wird gut daran thun, eine Bestätigung obiger Meldung abzuwarten, ehe man ihr Glauben schenkt.

7. Jan. DerKöln. Ztg. wird von hier gemeldet: Bei dem gestrigen Mahl in Gatschina trat der Kaiser an den Oberst v. Villaume

heran, reichte ihm sehr freundlich die Hand und sagte scherzend, er freue sich, ihn so wohl zu

sehen,nachdem er ihn erschossen habe. Man habe jetzt in der russischen Hauptstadt nur noch Verachtung für die Lügen der auswaͤrtigen Presse über Rußland.

Aus Stadt und Land.

h. Friedberg. Als zu den Werken der Wohl thätigkeit in unserer Stadt gehörig, reglstriren wir mit dem Gefühl der Anerkennung und des Dankes, daß ein hiesiger Bürger den hiesigen Armen 1600 Klöße zum Neujahr gegeben hat, die von einigen Fuhrwerksbesitern unentgeltlich auf dem Bergwerke geholt worden sind.

b. Friedberg. Am 2. Januar fand in Windeckers Gartensaal die Christbescheerung desAllgemeinen Laub stummenvereins statt unter reger Bethelligung sowohl der taubstummen Mitglieder, als derWohlthäter des Vereins. Reichliche Geschenke deckten den Tisch, darunter ein von Direktor Wodaege verfaßter Katechismus für Taubstumme, der sämmtlichen ordentlichen Mitgliedern eingehändigt wurde. Eln Taubstummer trug das vied: Dies ist der Tag, den Gott gemacht, vor, worauf eine längere, der Feier würdige Ansprache erfolgte. Nach Vertheilung der Gaben und Schluß der offictellen Feier beteben die Theilnehmer noch lange in gemüthlicher Stimmung zusammen. Den edlen Gebern, die den Taubstummen eine sichtliche Freude bereiteten, sei herz licher Dank.

r. Ober Mörlen, 6. Jan. Dr. Veith aus Ilben⸗ stadt hat sich dahier als Arzt nledergelassen.

b. Dorn⸗Assenheim, 9. Jan. Verflossene Nacht wurden zwei berüchtigte Wilddtebe von dem hiesigen Jagdpächter Jung in unmittelbarer Nähe des Dorfes bei Ausübung der Wilderei ertappt. In einer Ent⸗ fernung von eirea 25 Schritten ging der elne Wilddieb an Jung vorbei, ergriff jedoch, als Jung sein Gewehr anlegte, die Flucht. Mit Hülfe zweter, des Weges kommenden Gens darmen wurden die Wilderer verfolgt, woben der eine in der Nähe seines Hauses von Gensdarm Krieb erwischt wurde, während der andere vorläufig entkam.

Butzbach. Im Jahre 1887 haben nachfolgende Personen als Schöffen an den beigesetzten Sitzungs tagen des hiesigen Schöffengerichts zu fungiren: am 21. Jan., 4. Febr.: Reinhard Pauly von Rockenberg und Conrad Bell V. von Oppershofen; am 18. Febr., 11. und 25. März: Bürgermeister Jacob Schneider VII. von Ostheim und Christoph Krausgrill III. von Nieder⸗ Weisel; am 15. und 22. April, 13. Mal: Philipp Müller von Oberhörgern und Wenzel Krausgrill von Nieder Weisel; am 27. Mai, 3. und 17. Jun: Heinr. Bock II. von Münzenberg und Johs. Saltenberger VI. von Mai⸗ bach; am 8. und 22. Jult, 12. Aug.: Ernst Rumpf von Ziegenberg und Balth. Wetz I. von Holzheim; am 26. Aug., 9. und 23. Sept.: Johs. Eckhardt IV. von Kirchgöns und Fr. Wilh. Wetz II. von Griedel; am 7. und 28. Oet.: Adam Bingel und Heinr. Ohlemutz von Gambach; am 11. und 25. Nov.: Wilh. Adam Grüninger von Bußbach und Conr. Brückel von Pohl⸗ Göns; am 2. und 16. Dec.: Ernst Rothhardt von Butzbach und Conr. Philipps IX. von Fauerbach v. d. H.

Butzbach, 8. Jan. Dem W. B. zufolge haben die gestern zu einer gemeinschaftlichen Sitzung berufenen Mitglieder des Gemeinderaths, des Kirchen- und Schul⸗ vorstandes einstimmig die Errichtung einer Realschule am hiesigen Platze zu Ostern d. J. beschlossen.

Allerlei.

Fulda. Wie gewaltig der furchtbare Schneesturm in der Rhön gehaust hat, ist daraus zu ersehen, daß, abgesehen von 68 Personen, die auf größeren Strecken im Schnee umgekommen sind, zwei Männer aus Gehaus, die den Markt zu Vacha am 20. v. M. besucht hatten, jetzt endlich nach tagelangem Suchen 50 Schritt, sage fünfzig Schritt von ihrem Heimathsdorfe im Schnee steckend, todt aufgefunden worden sind. Nach stunden⸗ langem Marsche waren sie sowelt gekommen, um bei den heimathlichen Hütten zu ermatten und so nahe der Hütte einen schrecklichen Tod zu finden.

Bremen. Die Rettungsstation Dorumertief tele graphirte: Am 7. Januar von einer gestrandeten Fischer⸗ schaluppe vier Personen gerettet durch die Rettungs- mannschaft der Station Dornmertitef.

Mühlhausen 1. E., 5. Jan. Heute Früh um 10½ Uhr hat sich auf dem hiesigen Bahnhof ein bedauer licher Unglücksfall zugetragen. Der Maschinenmeister v. Graßor wollte in dem Augenblick, da der Schnellzug Nr. 5 von Basel in der Richtung auf Straßburg ein⸗ lief, die Geleise überschreiten, wurde von der Maschine erfaßt und alsbald getödtet. Der Körper des Ver unglückten war schauerlich verstümmelt.

Metz, 5. Jan. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich heute Morgen auf dem Fort Manstein(St. Quentin) zugetragen. Dret Arbeiter, welche zur Herstellung elnes Weges von Longeville nach obigem Fort Sprengungen vorzunehmen hatten, hatten in der Schmiede einige 20 Dynamltpatronen niedergelegt, welche auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise explodirten, zwei Arbeiter aus dem benachbarten Chatel sofort tödteten und den dritten schwer verwundeten.

f Paris, 5. Jan. Nicht blos hier, sondern auch in Nizza ist Alles mit Schnee bedeckt. Deßgleichen wird aus Madrid telegraphirt:Reichlicher Schnee fällt in Altkasttlten. Die Zuͤge vom Norden treffen verspätet ein. In Burgos fiel das Thermometer auf 180 unter Null(wohl Celsius). Nach der Madr. Corr. sind in Madrid in Folge der rauhen Witterung 8000 Personen erkrankt.