Ausgabe 
10.3.1887
 
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Beilage.

Ob

ethessischer Anzeiger.

. 30.

Aus Stadt und Vand.

Friedberg, 10. März. Wiederum hat die national liberale Partei den Sieg errungen. Direktor Brand erhielt 8625 Stimmen, Major Hinze nur 6683, und 18 zersplitterten sich. Daß Brand nicht dieselbe Stimmen⸗ zahl erhielt wie Miquel, lag viel an der Bequemlichkeit der Wähler, die nicht alle vollzählig zum zweiten Male zur Wahlurne kamen. In gehobener Stimmung feierte man gestern Abend in Hotel Trapp den Wahlsieg, die erhöht wurde, als um 9 Uhr fünfzig Nauheimer, ihren Bürgermeister an der Spitze, anmarschirt kamen, und die ihren Höhepunkt erreichte, als um 10 Uhr Direktor Brand persönlich erschien und seinen Dank den Wählern darbrachte. Im Nachstehenden geben wir unseren Lesern das Resultat, so weit es bis heute früh zu erlangen war:

Brand. Hinze. Altenstadt 92 132 Altwiedermus 60 3 Assenheim 154 24 Aulendiebach 46 8 Bad-Nauheim 396 107 Bauernheim 20 3 Beienheim n 95 1 Bindsachsen 81 15 Bodenrod 10 17 Bönstadt 122 2 Bös-Gesäß 22 Bruchenbrücken 141 1 Burgbracht 2 Burg-Gräfenrode 86 19 Butzbach 32⁰ 128 Büches 18 14 Büdesheim 67 93 Büdingen 160 271 C alba ch 54 9 Diebach am Haag 60 0 Dorn⸗Assenheim 2 158 Dorheim 126 30 Dortelweil 121 9 Dudenrod 17 8 Düdelsheim 110 193 Eckartshausen 64 47 Fauerbach b. Fr. 98 27 Fauerbach v. d. H. 84 26 Friedberg 594 294 Gambach 156 124 Glauberg 87 19 Griedel 80 94 Groß-Karben 136 74 Hainchen 40 15 Hain⸗Gründau 82 9 Harheim 1 153 Hausen 2 Heegheim 13 Heldenbergen 202 Himbach 3 Hitzkirchen 23 Hoch⸗Weisel 37 Holzhausen 52 Höchst a. d. N. 30 Ilbenstadt 8 139 Ilnhausen 5 25 Kaichen 82 30 Kefenrod 64 30 Kirch⸗Göns 66 43 Klein⸗Karben 71 99 Kloppenheim 5 46 Langenbergheim 135 7 Langenhain mit Ziegenberg 94 2 Lindheim 103 27 Lorbach 63 9 Maibach 34 6 Massenh eim 27 41 Melbach 90 30 Merkenfritz 45 12 Michelnau Mittel-Gründau 97 25 Münster 31 5 9 87 71 Nieder-Erlenbach 119 45 Nieder-Eschbach 84 47 Nieder-Florstadt 92 146 Nieder-Mockstadt 125 44 Nieder-Mörlen 11 140 Nieder-Rosbach 117 1 Nieder-Weisel 131 104 Nieder Wöllstadt 209 7 Oberau 20 1 Ober-Erlenbach Ober-Eschbach 74 55 Ober-Florstadt 14 20 Ober-Mockstadt 120 2 Ober-Mörlen 31 337 Ober-Rosbach 88 175 Ober-Wöllstadt 5 126 Okarben 88 37 Ockstadt 24 245 Oppershofen 2 136 Orleshausen 5 46 Ossenheim 43 14 Ostheim 40 60 Petterweil 11 128

Brand. Hinze. Pohl⸗Göns 111 7 Reichelsheim 17 117 Rendel 103 66 Rinderbügen 30 12 Rodheim 151 106 Rockenberg 41 159 Rodenbach 2 61 Rohrbach 12 68 Rommelhausen 19 7 Rödgen 11 27 Schwalheim 76 13 Södel 97 20 Staden 51 18 Stammheim 78 41 Steinbach 20 84 Steinfurth 160 21 Stockheim 120 14 Trais-Münzenberg 64 Vilbel 90 487 Vonhausen 88 Weckesheim 70 16 Wenings 147 15 Wisselsheim 51 7 Wohnbach 16 86 Wolf 19 17 Wölfersheim 10 129

An den Großherzog ging folgende Depesche gestern

Abend ab:Der zweite Oberhessische Wahlkreis schätzt

sich glücklich, Ew. Kgl. Hoheit von der Wiederwahl eines

national-gesinnten Reichtagsabgeordneten gehorsamst Mit theilung zu geben. Sieben hessische Wahlbezirke haben für Kaiser und Reich gestimmt. Die Festversammlung unserer Wähler ruft: Es lebe unser G 3 nat.⸗lib. Wahl⸗Ausschuß. Jockel, worauf heute früh folgende Antwort einlief:Freue mich, daß 3 mühungen mit Erfolg gekront, möchten haltung des Friedens beitragen. Jetzt wieder mit Wählern der anderen Ludwig. Ebenso wurde an Bismarck Heute Abend sindet zur Feier des großer Fackelzug statt, die Aufstellung der Burg.

6. Frliebberg.(Verspätet). Trotz der hoch gehenden Wogen des Wahlkampfet m 24. Februar ein zah ublik ra zu lauschen, lchen anlassung sch Vereins Oberconsisto Dr. S nstadt uberLudwig Uhland hielt. Das uͤstet sich, in diesem Jahre den bunder stag

dieses selnes volksthümlichsten Liederf So war dieses Thema D

zu begehen gewiß zeitgemäß. Der verehrte

Redner wußte denn auch durch seine fesselnde, von plastischer Anschaulichkelt und Klarhett getragene und an das allgemeine poetische Verständniß sich wendende,

herzerwaͤrmende Vortragsweise die Zuhörerschaft auf's Neue für den Dichter, für den fretlich zu idealtsilsch und unpraktisch gerichteten, aber durch und durch lauteren und geradsinnigen Patrioten und den, auch auf diesem Gebtet, wie das schoͤne GedichtDie verlorene Kirche bewelst, dem hoͤchsten Ideal zugerichteten Chrtsten zu begeistern. Lebhafter Dank ward dem Vortragenden zu Theil und es blieb uns nur der eine Wunsch, es mochte das von so geistvoller Auffassung gezeichnete Charakter bild des schwäbischen Dichters uns auch durch den Druck zugänglich gemacht werden.

Das Concert des Musikvereins. 994

6. Friedberg, 7. Marz. Der Musikverein darf mit dem gestrigen Tage abermals einen Ehrentag in seinen Annalen verzeichnen, denn die Aufführung, welche uns dieser um die Hebung des musikalischen Geschmackes in unserer Stadt so hochverdiente Vereine unter der tůch tigen Führunz seines musikallschen Lelters, des Seminar lehrers Schmidt, geboten hat, darf zu den besten Leistungen des Vereins gerechnet werden Wir sagen dies mit Vorbedacht, trotzdem daß die Erinnerung an die letzte Aufführung, an denEtlas, noch lebendig vor unserer Seele steht und weltliche Coneerteantaten, schon weil der Stoff den Zuhörern nicht so unmittelbar ver traut ist, wie der anes Oratortums nach der hl. Schrift, einen viel schwereren Stand baben, als ein Tonwerk mit biblischem Vorwurf. Selten hat der Chor so flott und packend gesungen, wie dies Mal, stellenweise erreichte er die volle Höhe dramatischer Lebendigkeit, so daß der Hörer sofort zur unmittelbaren Thetlnahme an den vorgeführten Erelgnissen hingerissen wurde und keine Zeit noch Lust hatte, auf die kleinen Unebenhelten zu achten, die ja der neckische Kobold Zufall mmer, auch bei den besten Choͤren, herbeiführt und die nichts zu sagen haben, wenn der Eindruck des Ganzen so wenig dadurch gestört wird, wie gestern Abend. Von kadelloser, entzückender Vollendung und Abrundung war insbesondere der HochzeltschorIm Hause des Müllers, von mächtigem, gewichtigem Eln druck derKriegerchor und von tlefergrelfender Wir kung der Chor der klagenden Jungfrauen um nur das hervorzuheben, was uns unter all den schönen Leistungen als ganz besonders gelungen aufgefallen ist. Das erste TonwerkComala, dramatisches Gedicht von

Osstan, eomponirt von Niels W. Gade, dem Tondschter

2. 0

des Nordens und Führer einer immer mehr zur Bedeu tung kommenden skandinavlschen Tonschule, versetzt uns

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in die ernste Welt der nordischen Heldensage der Osst an'schen Gesäange. Vortrefflich spiegelt sich der düstere Dämmer dieser Heldenwelt in der Musik des Meisters, deren elgen⸗ thümliches Colorit den Hörer anmuthet, als vernähme er das Rauschen des Meeres um die Klippen der nor⸗ dischen Felsengestade, als schaute er jene düstergroßartige Scenerte, wo zwischen Felsen und Nebelmassen eln plötz licher Durchblick sattgrünes Wiesenthal und sonnenbelle Bergeshalden erkennen laͤßt. Nur ernste und gewaltige Leldenschaften kennt diese Welt: es ist der stolze, todes freudige Heldenmuth und der tiefe an die Wurzel des Herzens gehende Mannesschmerz, der in Flngal zum Aus druck kommt, und die heroische, ohne den Geliebten auch das Leben nicht ertragende, sehnende Llebe des nordischen Heldenwelbes, welche die Klage der Comala zur Erschel nung bringt. Vortrefflich wurde die Trägerin der Titel- rolle, Frl. Johanna Welker, ihrer Aufgabe gerecht: so wohl dies Bangen des von duͤsteren Ahnungen gequälten Herzens, als der leidenschaftliche zum Verzicht auf das Leben drängende Schmerz gelang dleser hochbegabten jungen Sängerin in vollem Maße. Geissell dagegen schien uns am besten in der Todenklage(Was klaget traurig euer Lied), die er mit ergreifender Gewalt vortrug. Die Perle des Ganzen aber war uns die BalladeVon Lochlin kam gezogen, nach Vortrag und Gehalt. Ueber

Frl. Göhring brauchen wir uns nicht erst zu äußern; sie hat sich durch den klar und voll ströͤmenden sympa⸗ thischen Klang ihrer gleichmäßig durchgebildeten Stimme, die feine, geschmackvolle, nirgends sich vordrängende Art des Vortrags und die poesievolle Auffassung, die ihr eignet, längst die Sympathie der hiesigen Musikfreunde erworben. Frl. Adele Asmus fügte würdig und mit gutem Verständniß ihre nicht besonders hervortretende Rolle in das Ganze der schönen und gelungenen Leistung ein und hat uns dadurch gleichfalls zu lebhaftem Danke verpflichtet. Das zweite Tonwerk, Robert Schumanns Der Rose Pilgerfahrt, versetzte mit Einem Zauber schlag von der düsteren Welt des Nordens, wo die See rauscht, die Brandung tost, die Schlacht braust und die Heldenklage ihr Todtenlied und ihren Triumphgesang an stimmt, in die blühende Welt des deutschen Frühlings: [wahrlich, es war, als sähe man tetbhaftig unter den ersten Klängen dieser Schumann'schen Musik die Kospen springen und die Blumen sen ja, das ist die Feier des Frühl des d Frühlings mit jungem

* Grün und frischem Gras, üthenbaum und Wal

1

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des dunkel, Kirchengl uen dom vie Uhland bes 2 hat in [Klänge hineinhaucher und im

[Rahmen dieses Realismus(man d an den Hochzelt lische Feier des deutschen Liebesf

ten, farbenreichsten El Mül

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ika gs, wie ihn nur ein deutsches Menschenkind mit seinem unverstandenen, reinen Idealismus kennt und erlebt. Es ist schwer, ein zelnes herauszuheben, wir wollen es auch nicht thun, es genügt zu sagen, daß dieRose(Frl. Welker) sich als eine seelenvolle und durch und durch musikaltsche Inter⸗ pretin Schumanns bewährt, die anderen Solisten, die Sängerinuen Frl. Asmus, Göhring, und die Sänger Geissell und Noack(ganz besonders wieder der Alt in dem wundersuͤßen und tiefenIm Wald, gelehnt am Stamme) sich würdig um die Rose gruppirt haben, und daß last not least die Begleitung unseres Fr. Link von dem Zauber Schumann'scher Claplerpoesie durchhaucht und von feinem Zartgefühl getragen war, so daß sie die Sänger nicht bloß trug, sondern wenn der Ausdruck erlaubt ist ohne je sich geltend zu machen, sichtlich hob. Die Mitwirkung des Seminaristen-Sänger⸗ chors trug durch kraftvolleren Vortrag der Männerchöre wesentlich zum Gelingen bei.

Auszug

aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Getraut:

6. Febr. Der Landwirth Eduard Berth. Großmann zu

Katserswerthmit Kath. Fuchs von Frankfurt a. M.

13. Der Müller Andreas Repp zu Vingenheim mit Lina Sohl von Echzell. Geboren:

Febr. Dem Kunstgärtner Franz Herm Bergner! Sohn.

D

5 Dem Fruchthändler Leop. Oppenheimer 1 Sobn. 12. Dem Fruchthändler Isaak Hammel 1 Tochter. 14. Dem Färber Joh. Friedr. Schmidt 1 Tochter. 42 Dem Postschaffner Christtan von der Heid 1Sobn 18. Dem Kaufmann Maier Kupfer Tochter. 18. Dem Meßger Ludwig Geiß 1 Sobn. 29. Dem Obermüller Philipp Pfeister 1 Sohn 23. Dem Landwirthschaftslebrer Lebrecht Karl Hannemann 1 Sohn. Gestorben: . Febr. Regina Chrtstina Heck, geb. Otto, 59 Jahre alt. 5. 10 Der Buchbinder Philipp Heinrich Schlechtweg, 66 Jahre alt. *. Johanna Bieler, Ehefrau des Hofglasermeisters Johannes Bieler, 53 Jahre alt 855 Der Pflegling des hlesigen Versorgungshauses Johannes Dietrich, 76 Jahre alt 14. 0 Der Weichensteller Jak. Mohrbard, 48 Jahre alt. N. Paul Vernhard Schmittner, Söhnchen des Hof

Photographen Heinr. Ad. Schmittner, Jahre alt. Jettchen Stern, Ehefrau des Kartoffelhändter Jacob Stern, 38 Jahre alt