Ausgabe 
10.2.1887
 
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weil er erfahren hatte, daß Boulanger die Absicht habe, dem dieser Tage nach Petersburg abreisenden neuen Militäͤr Attaché einen Brief für den Kaiser Alexander mitzugeben. General Boulanger soll darauf er klärt baben, daß ein Mißverständniß vorliege und daß es sich nur um einen Brief an den russischen Kriegsminister handle, aber dieseAuf klärung konnte natürlich dem Minister des Aeußern nicht genügen, der sich erustlich verbeten hat, daß solche offizielle internationale Correspon denzversuche hinter seinem Ruͤcken stattfinden.

8. Febr. Der Ministerrath beschloß, sich gegen die Vertagung der Berathung des Credits von 86 Million für Armeezwecke zu erklären, da derselbe zum Budget des Kriegs ministeriums geböre, von der Budget Commission schon lange bewilligt sei und von keiner Partei angefochten werde.

Großbritannien. London, 7. Febr. Der Prinz von Wales ist gestern über Paris nach Cannes abgereist.

8. Febr. Der Fackelzug durch die Haupt straßen des Westends, womit die Socialisten den heutigen Jahrestag der mit Ruhestörungen und Plünderungen verbundenen vorjährigen kundgebung auf Trafalgar-Square zu feiern beabsichtigten, wurde von der Polizei verboten.

Italien. Rom. Von hier kommt die Nachricht, der italienische Minister des Aeußeren, Graf Robilant, habe seine Entlassung einge reicht. Die Veranlassung dazu ist ohne Zweifel in dem Mißgeschick von Massauah und den An⸗ griffen auf Italiens Colonialpolitik zu suchen, aber nachdem zuerst die Deputirtenkammer und am Samstag auch der italienische Senat den von der Regierung beantragten außerordentlichen Credit von 5 Million bewilligt hatten, erscheint Robilant's Rücktritt immerhin etwas auffallend.

Türkei. Constantinopel, 5. Febr. Ein

Entlassung geben, ssung 9

hatte den Zweck einen wegen Theilnahme an einer nihilistischen Verschwörung auf der hiestgen Festung befindlichen Zögling zu befreien. Ein Marinckadet, Träger eines sehr vornehmen rus⸗ sischen Namens, hat sich erschossen. Eine um fassende Untersuchung ist im Gange. Der Kaiser hatte der Marineschule bereits seinen Besuch zugesagt; doch unterbleibt derselbe nunmehr. Amerika. Washington, 7. Febr. Vom Senate wurden heute zwei Vorlagen angenom men, wodurch der Regierung ein Credit von zusammen 21 Million Dollars behufs Unter stügung der Stahlfabrikation für die Zwecke der militärischen Ausrüstung der Kriegsmarine und der Küstenvertheitigung bewilligt wird.

Aus Stadt und Land.

Grünberg, 7. Febr. Gestern wurden hier und in benachbarten Orten soctaldemokratische Flugschriften ver theilt. Die Vertheller(es sollen zwei gewesen seln) waren, als nach ihnen gefahndet wurde, verschwunden.

Allerlei.

Frankfurt, 6. Febr. Gestern Abend wurde die Arbeiterin Anna Heinz geb. Mayer von ihrem Liebhaber, dem Metzgerburschen Boppart aus Marburg, welchem sie den Laufpaß gegeben hatte, erstochen.

Potsdam, 7. Febr. Das Schöffengericht verur theilte den Redacteur derPotsdamer Nachrichten, wegen groben Unfugs, begangen durch die Verbreitung der falschen Nachricht von der Erschießung des Bot⸗ schafters Villaume in Petersburg, zu einer Haftstrafe von sechs Wochen.

Wien. Der gewesene Hausbesitzer und Gastwirth F. Tycht in Leitomischl wurde sammt seiner Frau und seinem Sohn unter der Beschuldigung verhaftet, in den letzten 25 Jahren 11 Morde vollbracht zu haben. Zur Entdeckung führte der Umstand, daß jüngst eine wohl habende Dame, welche in Tychl's Gasthof logirte, plötz lich verschwand, worauf das Dienstmädchen Alles verrieth.

Handel und Verkehr.

Frledberg, 8. Febr. Fruchtpr. Waizen M. 18.00, Korn M. 14.0000., Gerste M. 14.00 15., Hafer M. 11.5012. Alle Prelse verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd.

kaiserlicher Erlaß genehmigte heute den Ankauf von 500,000 Mauser-Gewehren und 60,000 Mauser⸗ Karabinern. Der Vertrag mit dem deutschen Fabrikanten wird morgen unter zeichnet werden.

Rußland. Petersburg, 6. Febr. Nach einem Telegramm derK. Z. ist unter den Zöglingen der hiesigen Marineschule eine nihi⸗ listische Verbindung entdeckt worden. Dieselbe

Friedberg, 9. Febr. Buttermarkt. Butter kostete

per Pfd. M. 0.75 0.85, Eier 2 St. 15 Pf. Grünberg, 5. Februar. Fruchtpr. Weizen M. 17.80, Korn M. 14.00, Gerste M. 12/00, Hafer M. 11.80, Erbsen M. 14.00, Linsen M. 24 00, Lein M. 24.00. Frankfurt, 7. Febr. Fruchtber. Hlesiges Weizen mehl Nr. 0 M. 31.50 32.00, Nr. 1 M. 27.00 28.00, Nr. 2 M. 25.00 26.00, Nr 3 M. M. 17.00 17.50, Nr. 5 M. le und Brodmehl im Verband

55 M.

deutsches und westfälisches Weizen mebl Nr. 00 M. 24.00 schieden vorgezogen Niederl. u. A. b. W. Bernbeck. 509

23.00-24.00, Nr. 4 5.00 16.00, Milchbrod- In den besten Gesellschaftskreisen wird heute Widtfeldts 50.00 53.00, nord- beltebter Magenbebagen den renommirt. Liqueuren ent

bis 25.00, Roggenmehl(hies.) Nr. Nr. 0% M. 29.00 23.00, Nr. 1 M. 18.50-19.50, Nr. 2 M. 16.00 16.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 18.00 C0., frei Bahnhof hier M. 18.50, fremder nach Qual. M. 17.50 20.50, Noggen hlesiger M. 14.00, russischer je nach Quad. M. 14.00-00.00, Gerste, Brauerwaare M. 15.00 17.50, do. zu Mahl⸗ zwecken M. 11.50, Hafer, mittel M. 12.00- 12.50, prima M. 12.50 13.00, Raps M. 23 24.00, Mais M. 12.50, Erbsen M. 14.00 21.00, Hirse geschält M. 1717.50, Linsen M. 20.00-88.00, Wicken M. 13.00, Roggen⸗ kleie M. 4.50, Weizenkleie M. 3.80, Malzkeime M. 4.00, Moostorfstreu M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.30, Sesam⸗ kuchen M. 5.25, Rapskuchen M. 5.75 6.00, Chilisalpeter per Februar M. 10.00, Rüböl im Detail M. 52.00, Heu per Ctr. M. 2.753.25, Stroh M 2753.00, Reismehl, 22 24% Fett- und Protéln Gehalt, M. 4.50 bis 4.75.(Sämmtliche Artikel bei Abnahme von 200 Ctr. an).

Frankfurt, 7. Februar. Viehmarkt. Angetrieben waren 335 Ochsen, 19 Bullen, 412 Kühe, Stiere und Riader, 325 Kälber, 154 Hämmel, 209 Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual M. 63 64., 2. Qual. M' 5860., Bullen 1. Qual. M. 4546., 2. Oual. M. 4044, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 5156., 2. Qual, M. 46- 50., Kälber pro 1 Pfd. Schlachtgewicht: 1. Qual. 6065 Pf., 2. Qual. 5055 Pf., Hämmel 1. Qual. 5254 Pf., 2. Qual. 3844 Pf., Schweine 1. Qual. 52-51 Pf., 2. Qual. 50-52 Pf.

Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg Sabbathfeter vom 12. Februar 1887. Freitag Abends 4 Uhr 35 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 20 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 6 Uhr.

Wochengottesdienst von Sonntag den 13 Februar an Morgens 6 Uhr 45 Min., Nachmittags 4 Uhr 15 Min.

Beginn:

Eine Badereise ersparen zu können ist dem spar⸗

samen Hausvater stets willkommen; auf der anderen Seite wird ein zärtlicher Gatte und Vater mit Kummer und Theilnahme die Zeichen des Leidens betrachten, die für eines seiner Angehörkgen die Benützung einer Hell⸗ quelle als nötbig erscheinen lassen. Wle erfreulich ist es nun, wenn dieser Zwiespalt zwischen Bedürfniß und Ver⸗ mögen gehoben wird durch ein Mittel, das die Heilkräfte einer berühmten Quelle dem Leidenden auch zu Hause nabe bringt, ihm gegen geringe Auslage erlaubt, seinen quälenden Zustand zu lindern, ja selbst zu heilen! Dieser Fall uist gegeben durch die jetzt überallhin zum Versandt kommenden Sodener Mineral-Pastillen, welche dem Hustenden, dem Lungenleidenden, dem mit Unterleibs⸗ beschwerden Behafteten dieselbe Erlösung bieten, wie die Quellen in Soden. In den Apotheken à Schachtel 85 Pf. vorräthig.* 497

In der Privatklagesache der Georgine Präfried in Bad⸗Nauheim, verkreken durch Rechtsanwalt Jöckel in Friedberg, gegen die Wittwe des verstorbenen Bürgermeisters Hartmann Schutt daselbst, vertreten durch Rechtsanwalt Brentano die Tremezzo in Friedberg, Angeklagte, wegen Beleidigung, hat Großh. Schöffengericht zu Bad Nauheim am 25. November 1886 für Recht erkannt, daß die Angeklagte wegen zweifacher Beleidigung der Privat klägerin in eine Geldstrafe von 15 Mark und 20 Mark,

insgesammt 35 Mark, eventuell 7 Tage Gefängriß, sowie

in die Kosten und zum Ersatze der auf Seiten der Privat⸗ klägerin erwachsenen nothwendigen Auslagen zu ver

urtheilen, auch der Letzteren die Befugniß zuzuerkennen 495

sei, den Tenor des Urtheils innerhalb 14 Tagen, nach

erlangter Rechtskraft desselben, auf Kosten der Angeklagten

einmal im Oberhessischen Anzeiger zu veröffentlichen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Bad⸗Nauheim den 7. Februar 1887. Schütz, 501 Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts.

Breupholz⸗Versteigerung.

Samstag den 12. Februar, Nachmittags 2 Uhr, sollen Ort und Stelle eine Anzahl abgängige Obstbäume und mehrere Haufen Ausputzholz öffentlich meistbietend

an

versteigert werden. Anfang an der Pfingstweide.

Friedberg den 8 Februar 1887.

Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Stein häußer.

Jagdgewehre. Nach stattgehabter Inventur verkaufe ich eine größere Collection Lefaucheuxflinten und Büchsflinten, um damit zu räumen, welt unter dem Herstellungswertb und ist dies eine günstige Gelegenheit, sich ein vorzügliches Gtwehr zu sehr niederem Preise beizulegen. Jacob Sackreuter,

474 Frankfurt a. M., 3 Friedenstraße 3.

506

Holzversteigerung.

a Montag den 14. Februar d. J, Vormittags 10 Uhr anfongend, sollen in dem Langenhainer Gemeindewald fol [gende Holzsortimente öffentlich versteigert werden: a. Im Distrikt Eichkopf: 512 Birken Wellen(Besenreiser), 18 Raummeter Nadelholz Knüppel, 2780 Wellen gemischtes Weichholz, 350 Nadelholz, 1650 Gebund Ginstern. b, Im Distrikt Hübnerpfad: 6020 Wellen Eichen Durchforstungs holz. Ziegenberg den 7. Februar 1887. Großherzogliche Bürgermelsterei Langenhain. Rumpf.

Stammhalz⸗Versteigerung.

Dienstag den 15. Februar 1887,

Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Local des Wirths J. Kolaß zu Obern haln die nachbeschriebenen Holzsortimente aus den Central studienfonds-Waldungen des Schutzbezirks Obernhain, Distrikt Peterweg Sb, öffentlich verkauft werden: 1173 Stück Nadelholz-Stämme von 230,96 Festmeter, 98 5 Stangen J. Klasse, 800 5 II. 8, III. 130 5 Iv. 50 1 17 15 V. 10 Raummeter Nadel-Scheitholz, 1 Knüppelholz, 238 1 Stockholz.

1

2 Fliedrichsdorser Wämsc Sagl, u ee

Allenfalls gewünschte weitere Auskunft ertheilt der Königl. Förster Weiß zu Obernhaln und die unter zeichnete Behörde. f

Usingen den 7. Februar 1887.

5 Königl. Domänen-Rentamt.

196 Den ächten MHalländ. Rauchtabak, dessen tausendfaches Lob notariell beglaubigt ist, erhält man nur bei B. Becker in Seesen a. H. Ein 10 Pfund⸗ Beutel franeo 8 Mark.(Maga 1469.)

Versteigerungs-Anzeige.

Freiwillige Inventar- nebst Mobiliar-Ver- steigerung der Erben des verstorbenen Bürger meisters Himmelreich zu Ober-Eschbach.

Dienstag den 15. Februar, Vormittras 9 Uhr an fangend, sollen nachstehende Gegenstände freiwillig gegen gleich baare Zahlung meistbietend versteigert werden:

4 Oeconomie- Pferde,

3 Kühe,

Mutterschwein mit Ferkeln,

angemästete Schweine,

Zughund mit Wagen und Schlitten, Oeconomiewagen mit Zubehör, sowie sonstige ver schiedene Pflüge, Eggen, I Ackerwalze, 1 Futter⸗ schneidmaschine u. s. w,

sechssitz'ges Break und 1 pfersitziger Schlitten, Pfuhlfaß nebst verschiedenen großen und kleineren Bütten, Zübern, Eimern und sämmtlichen kleineren Oeconomtegeräthschaften.

Mobiliargegenflände, als: Betten, Tische, Commoden, Sopha's, Sesseln und viele andere Mobiltargegenstände. Sämmtliche Futtervorräthe, als: Heu, Grummet, Kleeheu, Stroh, Spreu, Dickwurz, Kartoffeln u. s. w. 5 Bemerkt wird, daß das Vieh zuerst zum Ausgebote kommt. Ober⸗Eschbach den 8. Februar 1887. In Auftrag: Der Großherzogliche Beigeordnete Fritzel.

Lehrling

für ein Engros⸗Geschäft gesucht. i Exped. d. Anz. ee 1 95

Prima Napskuchen,

per Centner M. 6.50, empfiehlt F. Theis.

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0 23.00 24.00,

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