Ausgabe 
8.9.1887
 
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Bulgarien. Sofia. Von hier wird ge meldet, die Beförderung Nikolajeffs zum Ge neral und die Uebertragung eines Commandos in Südbulgarien an denselben, sowie die Er nennung von 8 Hauptleuten zu Majors sei be vorstehend.

DerTimes Correspondent in Sofia hatte eine Unterredung mit Stambulow, in welcher dieser sagte, dem General Ernroth und Artin Effendi würde das Betreten Bulgariens ver wehrt werden, wenn sie in Uniform erschienen. Nur als Privatpersonen würde ihnen, wie an deren Touristen, gestattet sein, die Grenze zu überschreiten. Ernroth dürfte nicht mehr Erfolg haben, als Kaulbars; doch werde ihm nicht ge stattet werden, so weit zu gehen, als jener. Die Bulgaren seien entschlossen, jedwede fremde Ein mischung in ihre inneren Angelegenheiten zurück zuweisen. Als gehörig beglaubigte diplomatische Agenten würden Eruroth und Artin höflich empfangen werden. DasNeue Pester Joun. erfährt aus zuverläßlicher Quelle, Prinz Fer dinand werde demnächst auf mehrere Wochen Bulgarien verlassen und gedenke auf seiner Vacser Besitzung(Ungarn) die Klärung der Lage ab zuwarten. Dort treffe er auch mit seiner Mutter zusammen.

Aus Stadt und Land.

5. Friedberg. Am 31. August l. J. tagte die Dekanatssynode des Dekanats Friedberg in der sehr schön restaurirten Hospitalkirche zu Butzbach. Bei dem Eröffnungsgottesdienste versah Pfarrer Schrimpf von da den Altardienst. Die zweckentsprechende und packende Predigt hielt Pfarrer Münch von Ober-Rosbach über Matth. 5, 11 16. Auf Grund dieses Evangeliums warf derselbe die Frage auf:Wie können wir uns alle ohne Ausnahme als Diener Christi erweisen. Er be antwortete dieselbe:t) dadurch, daß wir das Evan gelium besitzen als das Salz der Erde und das Licht der Welt, 2) dadurch, daß wir selbst immer mehr das Salz der Erde und das Licht der Welt werden. Hierauf eröffnete Dekan Meyer die Verhandlungen. Zu nächst verlas er den Bescheld Großh. Ober Consistoriums zu den Beschlüssen der vorjährigen Synode und theilte dann den Rechenschaftsbericht mit, worin er des ver storbenen Seminarlehrers Wahl gedachte, der lange Jahre hindurch ein eifriges Mitglied unserer Synode gewesen war und die Synodalen aufforderte, sich zum ehrenden Andenken an den Verstorbenen von ihren Sitzen zu er heben. Nach beendigter Berichterstattung erhielt Professor Dr. Weiffenbach das Wort zur Begründung eines von ihm, Dekan Meyer und Pfarrer Walz von Bad-Nauheim gestellten Antrags, dessen Tendenz dahin ging, die evan gelische Kirche des Großherzogthums in der Vermögens Verwaltung selbstständiger zu stellen. Dieser Antrag wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. So dann las Pfarrer Heßler von Nieder-Florstadt 9 Thesen vor, die er über die von Großh. Ober-Consistorium empfohlene Frage gestellt hatte:Was kann von Seiten der kirchlichen Organe zur Bekämpfung der Trunksucht geschehen? Er begründete dieselben in einem sehr, aus führlichen und gediegenen Referate. Besagte Thesen fanden ohne nennenswerthe Ausstellungen die Justimmung der Synode. Im Anschlusse daran theilte der Dekan den Entwurf einer Eingabe des Central Ausschusses für innere Missinn an den Reichstag mit, welcher die Billi gung der Versammlung fand, desgleichen wurde auch eln

Antrag des Synodalen Walz angenommen, welcher eine Beschränkung, bezw. ein Verbot des Wirthshausbesuchs seitens der Fortbildungsschüler herbelführen will. Nach einer kurzen Mitthellung über den Stand der Herberge zur Heimath in Friedberg von Selten des Dekans, wurde die Synode nach beinahe östündiger Berathung mit Gebet geschlossen.

s. Frledberg. Nächsten Montag den 12. Sept. hält der oberhessische Blenenzüchterverein seine Wanderversamm⸗ lung im Steinhäußer'schen Felsenkeller dahler ab. Da mit ist eine Ausstellung nicht nur von Bienenvölkern und Geräthen, sondern auch von Bienenprodukten Honig und Wachs verbunden. Schon einmal vor 4 Jahren hatten wir das Vergnügen, eine derartige Ausstellung hler mitanzusehen. Jedem wird noch in Erinnerung sein, welch reges Leben am Nachmittag auf dem Honigmarkte herrschte, welch schöner Honig zum Verkauf ausgestellt war. Die diesjährige Honigernte ist äußerst günstig ausgefallen, und man darf daher einen reich besetzten Honkgmarkt mit be sonders gutem Honig erwarten, denn der Bienenzüchter bringt vom besten seiner Waare zur Ausstellung. Dies mal ist von Seiten des Comités bestimmt worden, daß nur selbstgeernteter Honig ausgestellt werden darf, die Käufer können also die Waare direkt vom Produeenten beziehen. Auch dürfen nur Mitglieder des Vereins aus stellen, so daß man sicher seln kann, reinen, schönen Honig in Gläsern verschledener Größe zu erhalten; auch die Liebhaber für Wabenhonig werden eine Auswahl desselben vorfinden. Unsere Dilettantenkapelle wird von Nachmittags von 2 Uhr an im Garten coneertiren, der Eintritt ist von da ab für Jedermann frei, und so dürfen Imker wie Nichtimker auf einen gemüthlichen Montag Nachmit tag hoffen, der zu gleicher Zeit den Damen Gelegenheit bieten wird unter dem schönen ausgestellten Honig sich nach Bedarf für den Haushalt zu wählen.

Langs dorf. Am Samstag erschoß sich hier in sei nem Quartier der Dragoner Jakob Best aus Dienheim bei Oppenheim. Eine kleine Arreststrafe führte ihn zu dem unglücklichen Entschluß.

Allerlei.

Karlsruhe, 3. Sept. Heute wurde ein Mädchen eingeliefert, das eingestanden hat, vier Kinder ermordet und bei Bulach in die Alb geworfen zu haben.

Berlin, 5. Sept. Heute Vormittag schoß eine Schild wache der Gardepioniere bei den Schanzen am Kreuz berge auf einen Arbeiter, welcher den Posten trotz wleder holter Warnung herausforderte. Der Arbeiter soll der erhaltenen Verwundung erlegen sein.

Bonn, 5. Sept. Gestern Nachmittag 4 Uhr 52 Minuten wurde hier und in der Umgegend ein leichtes Erdbeben wahrgenommen, das von einem dumpfen unter irdischen Rollen begleitet war.

London, 6. Sept. In dem Theater zu Exeter brach gestern Abend während der Vorstellung eine Feuersbrunst aus, welche das Gebäude gänzlich zerstörte. Es sind be reits 130 Leichen aus den Trümmern gezogen, meist von Galertebesuchern, die sich nicht rechtzeitig retten konnten, da die Galerie nur einen Ausgang hatte 20 Verletzte wurden in das Hospital gebracht. Von den Besuchern des Parquets, des Parterres und der Logen retteten sich die meisten, ehe die Flammen um sich griffen, doch trugen Vlele in dem Gedränge schwere Verletzungen davon. Das Haus ist gänzlich ausgebrannt, das Theaterpersonal gerettet.

Fiume. In der Nähe von Porto- bei Fiume wurde am Samstag ein großer Halfisch eingefangen, dessen Länge 412 Meter und dessen Gewicht 1400 Kilogramm beträgt. Derselbe wurde zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. In seinem Magen fand man unter Anderem ein Paar Stlefel, in welchem noch die menschlichen Glied maßen staken.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 6. Sept. Fruchtyr. Waizen M. 16.50, Korn M. 12.50 13.00, Gerste M. 14.00- 15.50, Hafer

N

M. 12. 12.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kg 200 Zollpfd.

Friedberg, 7. Sept.

per Pfd. M. 0.90 1.00.

Gleßen, 6. Sept. Auf dem heutigen Markt kosles

Butter per Pfund 1.00 1.12, Eier 2 Stück 11 f,

Buttermarkt. Butter tosp

Käse per Stück 48 Pf., Tauben per Paar 4060,

Hühner per Stück M. 0.80 1.00, Hahnen per Sith M. 0.50 1.00, Enten per Stück M. 1.201 80, Ochsen fleisch per Pfd. 62-64 Pf., Kuh- und Rindflelsch 8. bis 56 Pf., Schwelnefleisch 5460 Pf., Hammelflesst 50-62 Pf. Kalbfleisch 40 45 Pf., Kartoffeln pg 100 Kilo M. 6.8., Zwlebeln per Ctr. M. 6.7.

Grünberg, 3. Sept. Fruchtpr. Weizen M. 16.80, Korn M. 14.00, Gerste M. 13.00, Hafer M. 11.00.

Homburg, 6. Sept. Marktpreise. Kartoffeln pn Malter M. 6.7., per Gescheid 10 12 Pf., Eler pe Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1. A 2. Qual. M. 1.10.

Frankfurt, 5. Sept. Fruchtber. Hiesiges Weizen; mehl Nr. 0 M. 31.00- 33.00, Nr. 1 M. 27.00 29.00, Nr. 2 M. 24.00 26.00, Nr. 3 M. 23.00 25.00, Nr. M. 18.00 19.00, Nr. 5 M. 15.00 16.50, Milch bron und Brodmehl im Verband M. 51.00 53.00, nor deutsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 23.5% bis 24.50, Roggenmehl(hies.) Nr. 0 M. 22.00 23.00 Nr./ M. 20.00 21.00, Nr. 1 M. 17.50 18.50 Nr. 2 M. 15.00, Welzen neuer ab unserer Umgegen M. 16.50 16.75, frei Bahnhof hier M. 17.00, fremde, nach Qual. M. 17.00 18.50, Roggen hlesiger neue M. 12.75 13.25, Gerste, Brauerwaare M. 15.00 17.00 do. zu Mahlzwecken M. 11.00, Hafer, prima M. 12.7 bis 13.25, mittel M. 11.50, Raps M. 23. 23.25, Mal! M. 11. 11.25, Erbsen M. 14. 19., Linsen M. 20. 38. Wicken M. 12.00, Heu per Ctr. M. 2.753.25, Stro⸗ M. 2.50, Roggenkleie M. 4.25 4.50, Weizenklele M. 3.80 Malzkeime M. 3.503.75, Moostorfstreu prima M. 1.30 Spelzenspreu M. 1.20, Sesamkuchen M. 5. 5.25, Raps kuchen M. 5.75, Mohnkuchen M. 3.75 4., Relsmehl m garanttrt 22 24% Fett- und Protélngehalt M. 4.50 bis 4.75, Chilisalpeter per Frühjahr 1888 M. 8.85 ab Rotter dam und Harburg. Sämmtliche Artikel bei Abnahme von 200 Ctr. an. Rüböl im Detail M. 52., Aepfel(Kelter obst) steigend M. 12. 14.

Für die Brandbeschädigten in Klein⸗Auheim sind nach dem uns zugesandten zweiten und dritten Gaben, verzeichniß des Hilfscomité's zusammen 4043 M. 70 Pf. sowie zahlreiche Sendungen an Kleidungsstücken und Lebens! mitteln eingegangen. Weitere Gaben werden auf dem Bureau des Kreisamts Offenbach entgegengenommen.

Die nachträglich bei uns eingegangenen M. 7.45 Pf sind heute an das Hilfscomité von uns abgesandt worden, Die Expedition des Oberhessischen Anzeigers.

Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 10. September 1887. Beginn:

Freltag Abends 5 Uhr 55 Min.

Samstag Morgens 8 Uhr.

Samstag Nachmittags 4 Uhr.

Sabbathausgang 7 Uhr 10 Min. Wochengottesdlenst von Sonntag den 11. September an Sonntag Morgens 4 Uhr 30 Min. Selichoth. Montag bis inel. Freitag Morgens 5 Uhr(Selichoth!, Abends 6 Uhr 55 Min.

Vinter⸗Buxkin für Herren⸗ und Knaben⸗ kleider, garantirt reine Wolle, nadelfertig, circa 140 em breit à Mark 2.95 per Meter, versenden direct an Private in einzelnen Metern, sowle ganzen Stücken portofrei in's Haus Oettinger und Co., Frankfurt am Main, Bupkin⸗ Fabrik-Depot. Muster ⸗Colletionen bereitwilligst franed. 3088

Aufgebot.

3096 Der am 30. Mat 1797 zu Ober⸗Mörlen geborene Johann Heinrich Morschel, auch Heinrich Morschel II. ge⸗ nannt, ist vor etwa 65 Jahren nach Brasilien ausge wandert uud soll dort gegen Ende der 30er oder Anfang der 40er Jahre erschossen worden sein. Jedenfalls ist er seit dieser Zeit verschollen. Das ihm seitdem zuge⸗ fallene Vermögen besteht in Grundbesitz in der Gemark ung Ober-Mörlen im taxirten Werth von 1041 Mark. Auf Antrag nachfolgender gesetzlicher Erben des Ver schollenen als:

1. Bernhard König J. von Ober-Mörlen als Bevoll mächtigter des Max König in Chieago,

2. des Andreas Müller von Ockstadt,

3. des Philspp Dey III. von Ober-Mörlen im eigenen Namen und als Bevollmächtigter der Ehefrau des Carl Krebs in Amerika Margaretha geborene Dey,

4. des Maximilian Dey J. von Ober-Mörlen und

5. der Ehefrau des Johannes Königs XXIX. Elisabetha geborene Dey von da

ergeht an den obenerwähnten Johann Heinrich Morschel modo Heinrich Morschel II. aus Ober⸗Mörlen, zuletzt in Brasilien sowie an dessen etwaige Testaments- oder Lelbes⸗ erben hiermit die öffentliche Aufforderung, um so gewisser im, Aufgebotstermin,

Mittwoch am 9. November 1887,

. Vormittags 10 Uhr,

Ansprüche auf das fragliche Vermögen geltend zu machen, beziehungswelse sich über Antretung oder Ausschlagung der Erbschaft zu erklären, als sonst der Tod des Johannes Heinrich Morschel modo Heinrich Morschel II. als fest

stehend angenommen und weiter unterstellt werden soll,

daß derselbe keine Testaments- und resp. Leibeserben

hinterlassen habe. Zugleich werden: Maria Anna Weber, Juliane Weber, Carl Weber, Adam Weber, Johannes Ruͤhl IV., Juliane Rühl, Wilhelm Rühl, Katharine Rühl und Johann Heinrich Dey sämmt⸗ lich aus Ober Mörlen und jetzt unbekannt wo, wahr scheinlich in Amerska abwesend, als Neffen und Nichten des Verschollenen, aufgefordert, sich obigem Antrag an zuschließen, widrigenfalls ihr Verzicht auf ihr Erbrecht unterstellt und das fragliche in Grundbesitz bestehende Vermögen den Antragstellern ausschließlich und ohne Caution ausgeliefert würde. Bad⸗Nauheim den 29. August 1887.

Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim.

Bauer.

25 Schütz. Grummetgras⸗Versteigerung.

Dienstag den 13. September l. J. wird von Vor⸗ mittags 10 Uhr an in der Gastwirthschaft der Höres Wittwe zu Bauernheim das Grummetgras von der sisca lischen Markwiese in den Gemarkungen Bauernheim und Ossenheim öffentlich meistbletend versteigert.

Ober- Rosbach den 6. September 1887.

Großherzogliche Oberförstereil Ober-Rosbach.

3099 Strack.

Jüngere Knaben oder Mädchen finden in elner Famllie Darmstadt's freundl. Aufnahme. Sorgsame körperliche Pflege und gewissenhafte Ueber wachung der Schularbeiten wird zugesichert.

Näheres bei der Exped. d. Anz. 3043

KapitalAufnahme.

ur Abtragung gekündigter Kapitalien beabsichtigtt die Stadt Butzbach 10,000 Mark, à pCt., aufzu⸗ nehmen.

Offerten wolle man bis Mitte d. Mts. auf hlesiger

Bürgermeisterei abgeben. Butzbach den 6. September 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Butzbach. 3104 Küch elt. Faselochs-Versteigerung.

Ein gemeinheitlicher Faselochs, welcher für die Zucht: zu schwer geworden ist, soll Dienstag den 18. d. Mts. Nachmittags 4 Uhr, auf hlesigem Rathhause melstbietend; versteigert werden.

Klein⸗Karben den 6. September 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Klein-Karben.

Schneider.

Faselochs-Versteigerung.

Dlenstag den 13. September, Morgens 10 Uhr, soll ein der Gemeinde gehöriger, sehr gut gehaltener Fasel⸗ Ochs versteigert werden.

Leidhecken den 6. September 1887. Der Großherzogliche Beigeordnete Weil.

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3093. ĩͤ Ich suche auf den 15. September oder 1. October ein Mädchen für's ganze Jahr, welches gut kochen kann. Bad⸗Nauheim. Marie Ditfurth, 3045 Penston Vietorka,

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