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Beilage.
Oberhessischer Anzeiger.
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Die Cyphus-Epidemie zu Vilhel.
Gegenüber den in verschiedenen Blättern erschienenen fast durch weg irrthümlichen Mittheilungen über die seit(. Januar l. J. zu Vilbel bestehende Epidemie von Unterleibstyphus dürfte ein kurze Darstellung derselben von einer Seite, welche sich wohl unterrichtet nennen darf, wohl am Platze sein.
Die erste Erkrankung trat ein am 1. Januar in einem Hause mitten in der langen Hauptstraße des Ortes; die zwei nächsten er folgten am 2. Januar, wiederum ungefähr Ortsmitte und äußerstes nördliches Ende der Stadt; am 3. Januar folgten 6 Erkrankun jen, wovon 2 in Sachsenhausen(nördl. Stadttheil), 1 in der Mitte des Ortes, 2 am äußersten Südende der Stadt und 1 in der Lohstraße, dem äußersten östlichen Theile der sehr weit auseinander gebauten Stadt; am 4. und 5. Januar traten sehr zahlreiche neue Fälle auf und nunmehr sind alle Bezirke der Stadt, auch die entlegensten, betheiligt. Diese Art der Vertheilung der Kranken über die einzelnen Bezirke des Ortes ist bis jetzt herrschend geblieben, man muß sogar die Endbezirke als relativ höher bedacht bezeichnen. So kommen na 0 dem Stand vom 31. Januar auf Sachsenhausen(kleinerer Ortstheil
rechts von der Nidda) 40 Kranke, die Mehrzahl an n äußersten Straßenenden, auf die ganze lange Frankfurterstraße von der Brück bis zum Schöllberge 60, Lohgasse 29, Hanauerstraße 16,
Seitenstraßen am Südende der Stadt 12 Fälle. Nur in 6 Fällen mehrere Kranke in einem und demselben Hauf Dieses urplötzliche Hereinbrechen
thümliche Art der Vertheilung über den von vornherein jedem Kundigen die Ve
Ursache eine in den allgemeinsten und
meinsam wirkenden Lebensverhältnissen der Bevölkerung enthaltene sein müsse, mit anderen Worten, daß die Epidemi 0 ite Trinkwasser-Epidemie sei. Diese Vermuthung wurd hestärkt durch die aus genauester Einzelbefragung hervorgegangene Thatsache, 5 anderweitige Infeetionsgelegenheiten nicht gewirkt hatten, daf Befallenen den verschiedensten Lebensstellungen und Berufsarten( wirthe, zu Hause, oder in Frankfurt, oder im Freien auf Landstraße und auswärtigen Bauplätzen beschäftigte Arbeiter und Handwerk
Schreiber, Nähterinnen, Wohlhabende und Arme, Alte und Jun angehörten— Leuten, die in ihrer Lebenseinrichtung nicht das g
ringste Gemeinsame hatten, als den Genuß des Waff meinem der verschiedenen Mineralbrunnen in Vilbel, von sogen. Rath hausbrunnen, welcher in der Mitte des Ortes lieg thatsächlich den Trinkwasserbedarf des Ortes ausschließlich deckt her Eigenthum der Gemeinde ist und daher zum Versandt nach au irt liemals verwendet werden durfte. Mit Nothwendigkeit muß iher dieser Rathhausbrunnen— wohl zu unterscheiden von 3 a n im Privat
besitz befindlichen, von jenem Rathhausbrunnen ziemlich entfernt liegen den und dem Wasserversandt nach Außen dienenden Mineralbrunnen den Verdacht erregen, daß er durch irgend eine plötzlich eingetr Verunreinigung die Ursache der plötzlichen Störung der Ortsgesundheit geworden sei. In der That fand sich bei Durchsuchung der nächsten Umgebung dieses Brunnens eine Stelle, an welcher eine ergiebige Aussickerung von Fäcalstoffen aus dem Rathhausabtritte in den Boden stattgefunden hatte und welche als außerordentlich geeignet erkannt werden mußte, diese temporäre epidemiebegründende Verunreinigung des dem Orts-Trinkwasserbedarf dienenden Rathhausbrunnens ver schuldet zu haben.
Dieser Brunnen, und nur dieser, wurde daher polizeilich ge schlossen. Eine Unterlassung dieser Maßregel wäre zweifellos ein geradezu unverzeihlicher Fehler gewesen, und sie wird, vielleicht sogar für geraume Zeit, aufrecht erhalten werden müssen.
In scheinbarem Widerspruch mit dieser Auffassung steht der Wor 0 einiger inzwischen veröffentlichten Resultate von bakteriologlf 1 Untersuchungen der verschiedenen Vilbeler Mineralwässer(Prof. Dr. Fresenius-Wiesl), welche überhaupt keinen nennenswerthen Gehalt an bacillären e besondere die Abwesenheit von Typhusbacillen betonen Di keit dieser
Friedberg, 5. Februar 1887.
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