Ausgabe 
8.1.1887
 
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1887.

Jamstag den 8. Zanuar.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil. Betreffend: Das Gesez vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen, hier insbesondere Auslegung der Bestimmungen in den 88. 10 u. ff. in der gerichtlichen Prazls. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 18. November v. J., Kreisblatt Nr. 137, noch nicht nachgekommen sind, werden an Erledigung binnen 3 Tagen bei Meidung unangenehmer Verfügung erinnert. Dr. Braden.

Friedberg den 5. Januar 1887.

An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir ersuchen Sie, diejenigen Ihrer Ortsangehoͤrigen, welchen Pfleglinge unserer Stiftung anvertraut sind, zu benachrichtigen, daß unser Rechner, Herr Vogt, die Pfleggelder aus dem zweiten Halbjahr 1886 gegen die vorschriftsmäßige Quittung Mittwoch den 12. d. Mts. auszahlen wird. Für den Vorstand der Mathildenstiftung:

Friedberg den 5. Januar 1887. Meyer.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Konrad Westphal zu Büdesheim wurde als I. Fleischbeschauer für diese Gemeinde ernannt und verpflichtet. Daniel Schrimpf wurde

als Leichenbeschauer für die Gemeinde Rendel und Philipp Christtan Emmerich zum Stellvertreter desselben ernannt und verpflichtet. Lorenz Dey von Nieder⸗Mörlen wurde zum Beigeordneten dieser Gemeinde gewaͤhlt und verpflichtet. Peter Kaufmann aus Wisselsheim wurde als

Nachtwächter dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. Deutsches Reich.

suchungen bei Sozialisten statt. Hier ist infolge Italien. Rom. taltenische Blätter er⸗ N g 0 f

Berlin. Wie nach derPost zuverlässig verlautet, wird demnächst auch das Velocipede

bei uns für den Armeegebrauch offiziell zur Ein⸗J Ztg. zufolge werden im kommenden Herbst in in Venedig,

führung gelangen, und zwar soll dasselbe den weitgehendsten Gebrauch namentlich in Festungen finden und den Ordonnanzdienst resp. Depeschen dienst zwischen den einzelnen Forts ꝛc. vermitteln, soweit derselbe eben nicht durch den Telegraphen besorgt wird. Es sollen hierbei sowohl die zwei rädrigen, als auch die dreirädrigen Velocipedes zur Anwendung gelangen.

4. Jan. Der Reichstag nahm heute seine Sitzungen mit der Fortsetzung der zweiten Etatsberathung wieder auf. Bei der Position

Reichsgesundheitsamt kam es zu einer langen, nach Bulgarten von Rumänien verlangen sollte.

fast die ganze Sitzung ausfüllenden Debatte über die Frage der Weinfabrikation. Schließlich wurde die Weiterberathung vertagt.

5. Jan. Die Militär- Commission lehnte den Antrag des Centrums, 468,000 Mann auf 3 Jahre zu bewilligen, ebenso den Antrag Köller, diese Präsenzziffer auf 7 und endlich den Antrag der Freisinnigen, 445,000 Mann auf 3 Jahre zu gewähren, ab. Sonach wurde § 2 Alinea 1(Präsenzziffer) abgelehnt; da

gegen Alinea 2(Formation) angenommen. Die Finanzfrage bleibt dem Plenum vorbehalten.

Die§§ 3(Aufhebung der dieser Vorlage ent gegenstehenden früheren Bestimmungen Reichsmilitärgesetzes) und 5(Bestimmung über die Ausführung der Vorlage in Bayern und Württemberg) wurden angenommen.§ 4(An trag Huene auf Befreiung der Theologen vom Militärdienste) wurde abgelehnt. Die durch die Beschlüsse zweiter Lesung abgeänderte Vorlage wird bei der Schlußabstimmung mit 14 gegen 12 Stimmen angenommen. Die Feststellung des Berichts soll in der nächsten Sitzung, welche auf Freitag Vormittag anberaumt ist, erfolgen.

Es heißt, der Reichskanzler werde sicher lich bei der zweiten Lesung der Militärvorlage das Wort ergreifen und in den allernächsten Tagen hier eintreffen.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Potsdamer Nachrichten wegen der Verbreitung des Gerüchtes über angebliche Verwundung des Militärbevollmächtigten Villaume in Petersburg die Einleitung des Strafverfahrens beantragt.

Hamburg, 5. Jan. In Lübeck, hier und Altona, sowie in Ottensen, Rendsburg, Neu münster und Schwartau fanden vorgestern Haus

des

dessen ein Tischlergeselle verhaftet worden.

Königsberg. DerKönigsberger Allg. der Provinz Ostpreußen die Kaisermanöver stattfinden, zu welchen das ganze kaiserliche Hof lager hier erwartet wird.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Der hier wegen Abschließung eines neuen Handelsver trages anwesende rumänische Minister Stourdza sucht Vergewisserung über

5

1 des

die Gewährung urchzugs seiner Hier wird eine solche Absicht Rußlands vorerst für unwahrscheinlich gehalten. nach Beendigung hiesigen Mission das rumänische Portefeuille des Aeußern übernehmen N. Fr. Pr. zufolge ist die Nach richt des PariserTimes Correspondenten von einer russisch-deutschen Allianz auf eine franzs sische Intrigue zurückzuführen.

Frankreich. Paris. Es heißt, daß Goblet den Posten des Generalgouverneurs von Algerien aufheben werde, da er finde, daß zur Verwaltung dieser Colonie die Präfecten aus reichten. Die Aufhebung dieses Postens unter liegt jedoch der Bestätigung durch die Kammern. In der franzoͤsischen Armee gibt es jetzt Neuer ungen über Neuerungen. So beabsichtigt General Boulanger jetzt jeder Reiter-Schwadron zwei Sappeurs beizugeben; auch soll jedes Regiment eine tragbare Druckerei erhalten, damit die vielen Abschreibereien vermieden werden.

Jan. Laisant, der Berichterstatter der Armee-Commission, hat mit General Boulanger die Fassung der ersten 49 Artikel des Militärgesetzes vereinbart. Der Finanz

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Ver

56.

minister Dauphin wird zur Herstellung des Gleichgewichtes im Budget beantragen, die Schuldentilgung für 1887 aufzugeben, das

außerordentliche Budget aufrecht zu erhalten und die Reformen in der Verwaltung, sowie die Ersparnißpläne bis zum Budget von 1888 zu verschieben.

Großbritannien. London 6. Jan. Einer [Depesche aus Ottawa zufolge lehnte Marquis Landsdowne den Posten eines Kriegsministers ab, da er Kanada gegenwartig nicht zu ver lassen wünsche.

Montenegro erhielt, einer Mittheilung der

die Jutentionen des N 1 72* 8 Wiener Cabimets für den Fall, daß Rußland

Stourdza wird!

wähnen eines angeblich im Monat März be⸗ vorstehenden Besuches des österreichischen Kaisers wo das italtenische Königspaar an⸗ ld der Enthüllung Victor Emanuel⸗ Denkmals anwesend sein werde. Die Richtig⸗ keit dieser Meldung ist noch unverbürgt, doch hat dieselbe in Wiener Blättern bis jetzt kein Dementt erfahren.

Montenegro.

ßlich des

Der Fürst von

Z. zufolge, erhebliche russische Geldunterstützung

über Paris ausbezahlt. Bulgarien. Sofia.

Cettinje.

Ueber

Truppenzu⸗

Armee sammenziehungen in Bessarabien verlautet nichts

Zuverlässiges, jedoch wird von gutunterrichteter Seite zugegeben, daß in der Krim, Taurien und Bessarabien im Hinblick auf gewisse Vor⸗ kommnisse in Bulgarien gerüstet werde. Der Polit. Corresp. dagegen wird versichert, daß alle in der letzten Zeit in deu südwestlichen rus⸗ sischen Gouvernements getroffenen Verfügungen über Truppenverschiebungen weder dem Umfange noch ihren Modalitäten nach den Charakter einer auffaͤlligen Truppen-Concentrirung tragen.

In RNustschuk verweigerten, einem Tele gramm derVoss. Ztg. zufolge, die Rekruten der Regentschaft die Eidesleistung; sie erklärten, nur dem Fuͤrsten Alexander schwoͤren zu wollen.

Nachdem festgestellt ist, daß das Volk gegen die Candidatur des Dadian von Ming⸗ relien ist, und nach der Unterredung des eng⸗ lischen Botschafters mit dem Großvezier glauben die Regierungskreise, daß Rußland diese Candi datur fallen läßt.

Das Gerücht, die Regierung würde den Prinzen Alexander von Battenberg ersuchen, nach Bulgarien zurückzukehren, wird offiziell für unbegründet erklärt.

Rußland. Petersburg. General Kaulbars ist der Zonleff zum Militarattaché der russischen Bot⸗ schaft in Wien ernannt worden. Es wird dies als sehr friedliches Symptom aufgefaßt.

Aus Stadt und Laud.

Friedberg, 5. Jan. Heute Morgen flürzte das Pferd eines Elsfuhrwerks beim Abladen einen nach Ober Woͤllstadt zu gelegenen Schacht der Braueret Henn & Jamin. Nur der bewunderungswürdigen Kaltblütig keit und Energte des Braumeisters Schmidt ist es zu danken, daß die Rettungsversuche in denkdar kürzester Zeit und ohne Schaden für das arme Tüier gelangen. Mußte doch, um das Pferd aus seiner peinlichen Lage

An

el Oberst

Stelle des Lieutenant