geplanten Unterrichtscongresses in St. Peters— burg in 1888 und 1890 zu sanktioniren. Der Zar bejahte dies und fügte hinzu:„Die politische Lage ist befriedigend und ich fürchte durchaus keine Verwickelungen.“
3. Dez. Der Brüsseler„Nord“ erklärt heute, die offieiellen russischen Kreise hielten die Ent⸗ püllungen der„Kölnischen Zeitung“ für richtig Einer Wiener Weldung zufolge soll Graf Her— bert Bismarck nächste Woche hierherkommen zur vollsten Klarstellung der Fälschung der Briefe des Fürsten Bismarck.
Afrika. Sansibar, 1. Deebr. Die dem Oberrichter Mahomed Ben Solnendri gehörige, eine Stunde von der Stadt Sansibar günstig am Meere gelegene Plantage Kibueni ist durch Ankauf in den Besitz der deutsch⸗afrikanischen Plantagen-Gesellschaft übergegangen.
Aus Stadt und Land.
C. T. Friedberg. Gemeinderaths Sitzung vom 28. November. Die in dem jetzigen Kreisamts-Gebäude vom nächsten Frühjahr an frei werdenden Räume sollen auf 3 Jahre an Reallehrer Wiesehahn und Frau Cor— vinus vermiethet werden. Da die Reichspost-Behörde an dem Plane des Neubaues der Post auf dem zur Klosterkaserne gehörenden Grund festhält und eine hierauf bezügliche Vorlage an den Reichstag zu gewärtlgen ist, so beschloß der Gemeinderath am geeigneten Ort vor- stellig zu werden und als Gegenvorschlag die Erwer— bung des W. Kreuter'schen Hauses mit den an ⸗ grenzenden Gebäuden(Ecke der Färberstraße, der Stadtkirche gegenüber) als Post-Bauplatz zu em— pfehlen. Behufs Weiterführung der Bismarck-Straße wurde der Ankauf des erforderlichen Geländes und als- baldige Versammlung mit den in Betracht kommenden Grundbesitzern beschlossen.
2 Friedberg. Am 29. Novbr. fand im Rathhaus saale bei sehr starker Bethetligung die General-Ver⸗ sammlung des hiesigen ev. Stadtkirchenbau⸗Ver⸗ eins für 1886/87 statt. Der Vorsitzende, Professor Weiffenbach, erstattete, nach Begrüßung der Er— schienenen, eingehend Bericht über die Geschichte des jungen Vereins im genannten Zeitraum und über die in demselben unternommenen Schritte zum Gedeihen des Vereins, indem er zugleich in ebrenden Worten des leider so frühe heimgegangenen wahren Freundes und ersten Rechners desselben, des Seminarlehrers Wahl, gedachte. Hierauf trug er die von dem neuen Vereins Rechner Heidt trefflich aufgestellte Rechnung vor, aus der sich ein er— freuliches Wachsthum des Vereinsvermögens von 1860 M. auf ca. 2776 M. ergab. Hierauf wurden Domänenrath Stoltz und Gerichtsschreiber Weber als Rechnungsrevi soren ernannt. In der sich hieran anknüpfenden Dis— eussion, an der Rechtsanwalt Windecker, Rechner Faatz, Kaufmann Dörr, Dekan Meyer, Schulrath Schmidt, Kaufmann Kümmich, Kirchenrath Baur, Gerichtsschreiber Weber, Bürgermeister Steinhäußer u. A. sich betheiligten, wurde die Vereinssache allseitig besprochen und Folgendes beschlossen: 1) eine aus der Versammlung mit dem Rechte der Cooptation erwählte Commission(Rechtsanw. Windecker, Dörr, Kümmich, Weber, Schmidt, Steinhäußer, Bier— brauerei⸗Besitzer E. Windecker) soll der schon früher an— geregten Frage, ob und in welcher Welse eine Fried⸗ berger Kirchenbau⸗Lotterie zu veranstalten set, nahe treten und nach eingehender Prüfung, Erwägung und Erkundigung demnächst dem Vorstande behufs event. Einberufung einer außerordentlichen General Versamm— lung Vorlage machen; 2) es sollen vom Vorstande auch weiterhin bei Großh. Staatsministerium und den Hess. Landständen die nöthigen Schritte unternommen werden; 3)(auf Anregung von Schulrath Schmidt) es soll mit den„Hessischen Blättern“ in Amerika in Verbindung ge— treten, und das Interesse der hessischen(und überhaupt
deutschen) Landsleute jenseits des Meeres auf die Sache des Friedberger Stadtkirchenbau-Verelns nachdrücklich hingelenkt werden. Nachdem hierauf noch Kirchenrath Baur den Vorschlag gemacht hatte, es möchten die ver— mögenden Friedberger zu Gunsten thres Stadtkirchenbau— Verelns einmal einen Akt der Selbstbesteuerung in der Höhe von 1% ihres Gesammt-Einkommens vornehmen, und nachdem Dekan Meyer der Versammlung dle frohe Botschaft übermittelt hatte, Prof. Dr. Schmid gedenke aus dem Ertrage seiner Vorlesungen über die„Grethchen⸗ Tragödie“ in Göthe's„Faust“ dem Stadtkirchenbau— Verein 75—80 M. zuzuwenden, bat der Vorsitzende, es möchten die Vereine und die einzelnen Bewohner Fried— bergs ihr Interesse für den Verein bewahren und immer kräftiger und allgemeiner bethätigen, und schloß, nachdem sich die Anwesenden seiner Aufforderung gemäß zu Ehren des sel. Wahl erhoben hatten, unter Dankesworten die Versammlung.
Bad⸗Nauheim. Am 29. November hielt der Kur verein seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Ph. J. Weiß gedachte zunächst der nunmehr zwanzigjährigen Thätigkeit des Vereins, die gewiß viel dazu beigetragen hat, daß Bad Nauheim sich eines außerordentlich erfreullchen Aufschwunges rühmen kann Der sodann zur Verlesung gelangte Rechenschaftsbericht gab einen Ueberblick über das abgelaufene Vereinsjahr. Hierauf hielt Pr. Groedel auf Veranlassung des Vor— standes einen Vortrag über die mit der Satson 1888 in Kraft tretenden neuen Einrichtungen und deren Ver— wendung bei verschledenen Krankheiten.
r. Bad⸗Nauhelm. In der ersten Winter-Bade— periode sind in unserer Kinderheilanstalt 14 Kinder ein— getroffen und nehmen dleselben an der Winterkur mit dem besten Erfolg theil, so daß dieselbe nunmehr auch für die folgenden Jahre als gesichert zu betrachten sein dürfte.
Allerlei.
st. Frankfurt. Die Intendanz des Opernhauses hat mit dem Kammersänger Emil Götze eine Vereinbarung getroffen, derzufolge der berühmte Tenorist im Opern— hause noch einmal und zwar Mittwoch den 7. Dezember auftritt. Der gefeierte Sänger wird an diesem Abend den Lohengrin, eine seiner vorzüglichsten Partien, singen. Platzbestellungen werden von heute an an der Casse des Opernhauses entgegen genommen.
Bautzen, 1. Decbr. Die Hinrichtung der beiden Raubmörder Schöne und Knecht, welche am 9. Juli d. J. den Gastwirth Pietzschmann in Langburkersdorf durch Beilhtebe tödteten und die am 29. October vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt wurden, ist gestern im Hofe des hiesigen Landgerichts durch den Landscharf richter Brand vermittelst des Fallbeiles vollstreckt worden.
Nürnberg, 30. Nov. Vor 13 Jahren wurde drei Stunden von hier auf der Straße bei Rückersdorf der dort ansässige Rosollfabrikant Häupler erschlagen und be— raubt aufgefunden. Der Thäter konnte während dieses langen Zeltraumes nicht entdeckt und zur Verantwortung gezogen werden. Von Gewissensbissen gepeinigt, hat sich gestern der verheirathete Schuhmacher Schmidt von Rückers— dorf bei der hiesigen Staatsanwaltschaft gestellt und sich als den Mörder des Häupler bekannt.
Fulda. Hier sind während der letzten 10 Monate 249 Kinder durch Diphtherttis hinweggerafft worden. Manche Familie hat in wenigen Tagen drei Kinder verloren.
Coblenz, 1. Dez. Vor einigen Wochen fand man im Abort des Moselbahnhofes die Leiche eines neu geborenes Kindes. Die 17jährige Tochter aus einer hiesigen sehr angesehenen Familie ist nun gestern verhaftet worden, da auf ihr der Verdacht ruht, die Mutter jenes Kindes zu sein.
Straßburg. Nach stattgefundener Seetion der Leiche des exhumirten Luxhofwirthes Herter sind der behandelnde Arzt Dr. Flocken und der Apotheker Greiner gefänglich eingezogen worden. Es scheint fahrlässige Behandlung vorzuliegen.
Teplitz, 30. Nov. Unsere Quellen sind wieder ein— mal gefährdet. Nachrichten der„Neuen Presse“ von hier
zufolge steht der Nelsonschacht unter Wasser. Im Fork; schrittsschacht wird der Eintritt des Wassers heute er? wartet. Der Quellenspiegel des Teplitzer Stadtbades ist um 6 Centimeter gesunken. Die Riesenquelle bel Dax ist verschwunden, der Döllinger- und der Gisela-Schacht ex⸗ scheinen verloren. Versuche zur provisosischen Eindäm⸗ mung mißlangen. Eingelassene centnerschwere Sandsäcke wurden wieder heraufgetrieben. Die Katastrophe scheint jener von 1879 nicht nachstehen zu wollen.
Rom, 4. Dee. In Fuscaldo und Bisignano wurden in der Nacht von Freltag auf Samstag zwei heftige Erd. stöße verspürt, die in Fusealdo keinen Schaden anrschteten, in Bisignano jedoch zwanzig Personen das Leben kosteten.“ Auch der sonstige Schaden ist in dem letzteren Orte be— trächtlich. Einem Telegramm des„Popolo Romano“ zufolge wurde Bisignano zerstört und die Ortschaft Rog, glano stark beschädigt.
Handel und Verkehr.
umt Friedberg, 3. Deebr. Buttermarkt. Butter kostete Alen Versen per Pfd. M. 0.90— 1.05. Eier 1 St. 9, 2 St. 16 Pf. each in Be. di sind/ Repertoir⸗Entwurf 905 z der bereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. flätung ar J Opernhaus. In Folder ens
Dienstag den 6.: Violetta. Gewöhnliche Preise. Mittwoch den 7.: Zweites und letztes Gastspiel des Herrn
Emil Götze: Lohengrin. Lohengrin: Herr Götze. Außer Daß 01
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Samstag den 10.: Die Weistersinger. Gewöhnl. Preise. Sonntag den 11.: Die Jüdin. Gewöhnliche Preise.
Schauspielhaus. Dienstag den 6.: Die Welt in der man sich langweilt.
Große Preise. Mittwoch den 7.: Georgette. Große Prelse. g Donnerstag den 8.: Der Ducatenprinz, mit der Einlage
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Mizekado. Außer Abonnement. Große Preise. i 4 Pferde Freitag den 9: Der Ducatenprinz und Mizekado. Gr. Pr. 13 Stück Samstag den 10.: Zum ersten Male: Meeresleuchten.“ schwelt
Lustspiel in 1 Akt von Philippi. Neu einstudirt: Der“ 1 Stüc
Vetter. Große Preise. 5 Pferdege Sonntag den 11.: Die Welt in der man sich langweilt. 1 Futter
Große Preise. 2 Oecon Montag den 12.: Georgette. Große Preise. Sämmtl
Brieftasten. 2
S. M. in K. In 18885 ist absolut nichts zu finden. 1
Die Redaktion. 1
Kinderheil⸗Anstalt„Elisabethhaus“ zu 1 Bad- Nauheim. 7
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Beginn der zweiten auf acht Wochen sich erstreckenden Winterbadekur fur skrophulöse Kinder den 2. Januar 1888, Preis 60 Mark. Der Vorstand.
Dritte Vorlesung über die Grethchen⸗ Tragödie aus Göthe's Faust Mittwoch den 7. Dezember, Abends 8 Uhr. Dr. Schmid.
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