1887.
Famstag den 5. November. M. I3l.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
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Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag,
Areisblatt für den Kreis Friedberg. Donnerstag und Samstag. 1
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., auswärtigen Einsendern 0
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Setreffend: Anzeigen strafbarer Handlungen.
Amtlicher Theil. Friedberg den 1. November 1887.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. * 11 Es ist in letzterer Zeit mehrfach der Fall gewesen, daß bei uns und dem Großherzoglichen Amtsanwalte dahier Anzeigen strafbarer r dm 1 Dandlungen zu Protokoll gemacht wurden, bei denen die Anzeigenden erklärten, daß sie von der betreffenden Bürgermeisterei ab- beziehungsweise ierher gewiesen worden seien. Ein derartiges Verfahren widerspricht der Bestimmung des§. 156 St.-P.-O., wonach Sie als Hülfsorgane N zer Staatsanwaltschaft und Polizeibeamte zur Entgegennahme von Anzeigen verpflichtet erscheinen.
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Zetreffend: Wildschaden.
2;* 9 7* 4 5 1 14 0 281— 7 4 Wir erwarten, daß solche, meist nur durch Bequemlichkeit verursachten Uuregelmäßigkeiten nicht mehr vorkommen und werden ein— retenden Falles mit Disciplinarstrafen vorgehen.
J, V. r Wala Friedberg, 31. October 1887.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des V. Wildschadensbezirks. Unter Bezugnahme auf unsere Verfügung vom 19. l. Mts., Kreisblatt Nr. 125, machen wir Sie darauf aufmerksam, daß das Ver— eichniß der Tazatoren im Kreisblatt Nr. 138 des Jahres 1882 veröffentlicht ist. J. B.: Dr. Wa fig
pen Und Deutsches Reich. 8 Darmstadt. Der Gerichtsschreiber-Aspirant ullsen N Meier in Groß Gerau wurde zum Hilfsgerichts— . 8 tiber in Offenbach ernannt. * Müller 1 n Tauscher, Hauptm. und . Lomp. Chef vom 3. Gr. Inf. Regt. Nr. 117, wurde dem 1 0 0 1 eg. unter Bef. zum überz. Major aggregirt; Weis, Ka 1 etneninspektor in Mainz nach Gießen versetzt; Lutz, Zahl N. 4 neister vom 2. Bat. 3. Gr. Inf.⸗Regts. Nr. 117, zum e Sionler⸗Bat. Nr. 11 versetzt; die Zahlmeister Freimuth l nd Emich dem Füsilier- bezw. 2. Bat. 3. Gr. Inf. 0 JNegts Nr. 117 überwiesen. * Berlin, 3. Nov. Der Kaiser hat die Nacht —— mit einigen Unterbrechungen gut geschlafen und en n. Flick feine Schmerzen mehr und ist daher heute N Mittag aufgestanden. 1 14— 3. Nov. Das kronprinzliche Paar hat sich 5 e kebst Töchtern heute von Baveno nach Arona f begeben, um nach San Remo zu reisen. 8 Berlin, 2. Novbr. Bezeichnend für das bel Mihn Zerhältniß Deutschlands zu Rußland ist der Um— zum, and, daß die„Nordd. Allg. Ztg.“ heute einen 7 lh furt estern veröffentlichten scharfen Artikel der„Köln. e ztg.“ über die deutschfeindlichen Bestrebungen Stud 30 J. 1 Rußland in ihrer Journalrevue an erster 15 Stelle abdruckt. Der Artikel spitzte sich dahin 8 u, daß der Besuch des Zaren in Berlin wenig is Gewicht falle gegenüber den Hetzereien der Haßgebenden Kreise in Petersburg. J. Nov. Heute verlautet an gut orientirter Stelle, der Zar werde nicht über Berlin nach LNußland reisen, sondern von Stockholm aus den laselbst bereit liegenden Dampfer zur Ueber— ahrt nach Kronstadt benutzen. — Die Verlangerung des Handelsvertrages nit Oesterreich soll bis zum 31. December 1888 folgen. — 3. Nov. Der Bundesrath nahm heute se Ausschußanträge, betreffend die Ergänzung er vorläufigen Ausführungsbestimmungen zu em Gesetze über die Besteuerung des Branut— peins an und stimmte dem Ausschußberichte über en Gesetzentwurf, betreffend den Verkehr mit Pein nebst den bezüglichen Eingaben zu. cearlsruhe, 2. Nov. Heute ist Prinz beinrich von Preußen aus Baveno in Baden⸗ Baden eingetroffen und im großh. Schlosse ab⸗ gestiegen. Der Prinz gedenkt heute Abend nach Darmstadt zu reisen.
Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, I. Nov. beute hielt der Marine-Ausschuß der ungarischen elegationen eine Sitzung ab, in welcher das brforderniß zu Ende berathen und unverändert sach dem Regierungsvorauschlage angenommen
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wurde. Eine Debatte ergab sich nur bei dem treten müsse. O'Brien behauptete, er habe ein Posten über die Erzeugung und Ausrüstung der Recht, sich zu entfernen, worauf zwischen ihm Torpedoboote, wobei die Theilung dieses Postens und den ihn festhaltenden Schutzleuten ein ver— in zwei Theile beantragt wurde. Das gesammtezweifeltes Ringen entstand, welches das Publikum Netto-Erforderniß der Kriegs-Marine beträgt im Gerichtssaal in fürchterliche Aufregung ver— 11,223,224 fl, also 7185 fl. mehr als im setzte. Harrington, der Advocat O'Brien's, be⸗
Voranschlage des vorigen Jahres. hauptete, daß O'Brien nicht legal verhaftet
— In Prag wurde eine czechische Broschüref werden könne, da der Befehl für seine Ver— „Das österreichische Bündniß mit Deutschlandhaftang noch nicht unterzeichnet worden sei. vom czechifch⸗ österreichischen Standpunkt aus“ Inzwischen wurde der Verhaftsbefehl unter— consiscirt und eine für das Ausland bestimmte zeichnet und O'Brien schließlich nach einer Zelle Sendung saisirt. Die französische Regierung gebracht, von welcher er später nebst dem Pächter bestellte einige hundert Exemplare. Maudeville, dessen Strafurtheil ebeufalls be⸗
Schweiz. Zurich. In Folge Befehls des stätigt worden, zu Wagen unter starker Husaren— Bundesrathes ordnete die Züricher Cantonspo- bedeckung nach dem Gefängnif in Cork abge⸗ lizei eine Untersuchung gegen den badischen Haupt⸗ führt wurde. 5 Die Aufregung in Middleton mann von Ehrenberg, seit 1883 in Zürich lebend, war enorm. Sämmtliche Läden waren geschlossen an Die Untersuchung hatte höchst compromit- und Tausende von Menschen hatten sich vor tirende Ergebnisse. Ehrenberg ist ein politischer dem Gerichtsgebäude versammelt. Zur Aufrecht Intrigant schlimmster Sorte. Als Verräther erhaltung der Ordnung waren Truppen und seines deutschen Vaterlandes hatte er intime Be- Schutzleute aufgeboten worden, welch' letztere ziehungen mit aus der Schweiz ausgewiesenen schließlich mit Unterstützung der Ortspolizei Anarchisten. Er wurde dieserhalb verhaftet. die Straßen saͤuberten, ohne daß Conflicte mit Nach beendigter Untersuchung erfolgt voraus- der bewaffneten Macht entstanden. 5 sichtlich seine Ausweisung durch den Bundesrath.)— 3. Novbr. 700 Delegirte der irischen
Dänemark Kopenhagen. Die Königin Nationalisten⸗Vereine traten am Sonntag in begibt sich zu Ende der Woche via Lübeck nach Brüssel zusammen und beschlossen, die offnene Rumpenheim und von dort nach Penzing. Revolution, zu organisiren, falls die jetzigen
— 31. Oct. Auch bei der Prinzessin Marie Zustände in Irland bis zum Frühjahr fort— von Orleans, Gemahlin des Prinzen Waldemar dauern sollten. von Danemark, ist die Masernkrankheit zum Serblen. Belgrad. Der König ernannte Ausbruch gekommen. 15 Krondeputirten derart, daß die verbündeten
Belgien. Brüssel, 3. Nov. Eingelaufenen Parteien in gleicher Zahl vertreten sind, wo⸗ Nachrichten zufolge legten in Produits sous⸗ durch das bestehende Bündniß zwischen den Libe⸗ Flenu 584 und in Quaregnon 470 Gruben— ralen und den Radicalen noch mehr gefestigt arbeiter die Arbeit nieder und verlangten eine wird. 175 Skupschting wird demnächst in Bel— 0 öhung. grad zusammentreten.
e ene, London, l. Nov.. Bulga rien. Sofia. Die Gerüchte über Einem heutigen Telegramm aus Durban zu- einen. geplanten Mordanschlaz gegen den Prinzen folge entsprachen 8 0 5 und 5 5. a stellen sich als vollkommen grundlos Aufforderung des Gouverneurs Havelock, mit heraus. 5 g
1 8 in Ekowa zusammenzutreffen, um ihre Un— R uß la n d. Petersburg„ 15 Nov. Der botmäßigkeit zu rechtfertigen, nicht. Darauf Großfürst und die Großfünstin Wladimir sind gingen britische Truppen von Ekowa nach dem gestern nach Sheen abgereist.
Zufluchtsorte Dinizulu's ab. 5 5— Der. 3.1 geht von hier folgende
— 1. Nov. Ueber Vorgänge in Middleton Nachricht zu:„Es ist Befehl gegeben worden, bel Gelegenheit der Berufungsverhandlung im daß mit den Schutzmaßregeln auf der Linie Processe gegen O'Brien werden folgende Einzeln— Wirballen— Gatschina vom 10. November an be⸗ heiten gemeldet: die Verhandlung endete damit, gonnen, werden soll. Das Gerücht, daß der daß der Gerichtshof das Urtheil erster Instanz] Zar, einen Besuch in Berlin abstatten werde, (drei Monate Gefangniß) bestätigte. O'Brien gewinnt hier immer mehr an Festigkeit. Die war ich Begriff, den Gerichtssaal zu verlassen, oͤffentliche Meinung ist der Zusammenkunft hier als ihm bedeutet wurde, daß er sich nicht ent- wenig günstig und man bemüht sich, den Be⸗ fernen dürfe, vielmehr seine Strafe sofort au-(such als einen bloßen Akt der Höflichkeit darzu—


