Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Eberhard Volp, Schuhmacher und Landwirth von Melbach, wurde als Nachtwächter dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. Wilhelm Deuring von Bad-Nauheim wurde als Leichenbeschauer dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet. ‚ Friedrich Kranz von Okarben wurde als Jagdaufseher des Freiherrn Adolph Carl v. Rothschild zu Paris für den Wald Alten beg (Gemarkung Okarben) ernannt und verpflichtet.
Ullrich, Johannes, Sohn der Anna Marie Ullrich, geboren am 26. März 1867 zu Erda bei Wetzlar, Dienstknecht, richterlichen Haftbefehls wegen Diebstahls eines tuchenen Herren-Oberrocks, einer alten Hose und eines auf den Namen Ludwig Jung lautende Militärpasses, zum Nachtheil des Dienstknechts Ludwig Jung in Griedel, festzunehmen.
Ausschreiben.
Johannes Brück von Erda herum. Um Nachricht vor Zuführung wird gebeten.
Friedberg den 1. Juli 1887. 8 8
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Derselbe treibt sich auch unter dem falschen Namn 1
Der Großherzogliche Amtsanwalt. Kolb.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 1. Juli. Der Großfürst und die Großfürstin Sergius haben heute die Rück— reise nach Petersburg über Berlin angetreten.
Berlin, 1. Juli. Prinz Heinrich ist mit der ersten Torpedobootsdivision, von England über Emden kommend, heute Mittag im Hafen von Wilhelmshaven eingelaufen.
— 2. Juli. Die Untersuchung der neuer— dings durch Mackenzie in London dem Kehlkopf des Kronprinzen entnommenen Wucherung durch hiesige medieinische Autoritäten hat ergeben, daß keine bösartige Erscheinung vorliege.
— Es heißt, daß Fürst Bismarck noch bis etwa zum 24. Juli in Friedrichsruh bleiben werde, um sich dann nach Kissingen zu begeben.
— Nach einer Meldung des„Standard“ aus Shanghei wird die chinesische Gesandtschaft in Paris in Kürze wieder mit derjenigen in London vereinigt werden. Zum Gesandten an den Höfen von Berlin, Wien, Petersburg und dem Haag werde Hung Syn ernannt werdeg.
Ems, 2. Juli. Die Ankunft des Kaisers erfolgt hier Dienstag Morgens 11 Uhr. Jeder Empfang ist ausdrücklich verbeten.
Freiburg i. B., 29. Juni. Das Erb⸗ großherzogliche Paar traf heute nach fünfviertel— jähriger Abwesenheit von der hiesigen Residenz wieder hier ein.
Ausland.
Oesterreich Ungarn. Krakau, 1. Juli. Die Abreise des österreichischen Kronprinzenpaares erfolgte heute unter den euthusiastischen Ergeben— heitskundgebungen der Bevölkerung. Die staat— lichen Wuͤrdenträger, der Adel, die Geistlichkeit und das Offizier-Corps waren am Bahnhofe anwesend. Die Gemahlin des Statthalters überreichte der Kronprinzessin die nach Wien ab— reiste, ein Bouquet; der Kronprinz reiste bald darauf nach Tarnow-Laneut ab.
Lemberg, 3. Juli. Kronprinz Rudolf ist gestern hier eingetroffen und am Bahnhofe festlich empfangen worden.
Schweiz. Bern, 1. Juli. Die Bundes— versammlung schloß heute ihre Sitzungen. Die Neuwahl des Nationalraths findet am letzten Sonntag im October statt.
Frankreich. Paris. Im„Petit Journal“ ist zu lesen:„General Bressonnet, der das Com— mando des 7. Armeecorps in Toulouse verläßt, um die bedeutende Function eines Directors des Genie-Comités zu übernehmen, wird sich der Umänderung der Ausrüstung der Plätze im Osten und den Versuchen mit beweglichen Panzer— thürmen widmen. Er ist schon jetzt dazu aus— ersehen, das Obercommando der Vertheidigung von Paris um den 15. November an Stelle des Generals Thihaudin zu übernehmen, der um jene Zeit in die Cadres der Reserve über— tritt. Damit wäre einer der besonderen Schütz— linge Boulanger's aus einer gefährlichen Stel— lung entfernt.
— 2. Juli. Der Ministerrath beschäftigte sich heute mit der durch das deutsche Brannt— weinsteuergesetz geschaffenen Lage der französischen Spiritusindustrie und wird auch in der nächsten Sitzung darüber berathen. Der Ministerrath soll geneigt sein, den bestehenden Eingangszoll zu erhöhen. Der deutsche Botschafter, Graf zu Münster, hatte gestern auf dem auswärtigen Amte eine Conferenz mit dem Minister Flourens, die beinahe eine Stunde dauerte, was nicht geringes Aufsehen erregt hat. Wie ein Corre—
spondent des Fr. J. zu wissen glaubt, hat es sich in dieser Conferenz hauptsächlich um die brennend gewordene Frage des Eingangzolles auf Spiritus gehandelt; Graf Münster hat aber auch die Gelegenheit benutzt, um die uner— hörte Deutschenhetze, welche hier augenblicklich grassirt, zur Sprache zu bringen.
— Es heißt, daß der Kriegsminister im Ein— verständniß mit der Budgetcommission beschlossen habe, den beabsichtigten Versuch der Mobilisirung eines Armeecorps, wofür bekanntlich ein Credit von 8,180,000 Frs. verlangt war, bis zum Jahre 1888 zu vertagen. Die Bestätigung dieser Nachricht dürfte abzuwarten sein.
Großbritannien. London, 2. Juli. Der König von Sachsen ist gestern Abend in Edinburg angekommen. Derselbe wird kurze Zeit im schottischen Hochlande zubringen.
— Bei der Berathung des Berichtes der irischen Bodengesetznovelle erklärte Salisbury, den Artikel fallen zu lassen, welcher den Grund— besitzern die Macht gebe, rückständige Pachter zur Insolvenzerklärung zu zwingen.
Italien. Rom, 30. Juni. Die Kammer genehmigte mit 188 gegen 39 Stimmen den 20 Millionen-Kredit, nachdem mit 239 gegen 38 Stimmen der Regierung ein Vertrauens- votum ertheilt worden war. Im Laufe der De— batte erklärte Mancini, er übernehme die Ver— antwortung für die drei hervorragenden Initiativ— Acte seiner Verwaltung: das Einvernehmen mit den Centralmächten, die Wiederbelebung der er— kalteten Beziehungen mit England und die Colo— nial-Politik. Der Kriegsminister hatte Aufklä— rung über die Bildung eines Special-Corps fur die Garnison in Afrika gegeben und erklärte, die Regierung stelle mit ihrem Entwurfe eine Ver— trauensfrage und erwarte das Votum der Kam— mer. Im weiteren Verlaufe der Debatte er— klärte Crispi, mit England sei das Einvernehmen bezüglich der Mittelmeer-Fragen ein vollständiges. Nichts in Europa deute auf Krieg, selbst die bulgarische Frage werde, wie man glaube, fried— lich gelöst werden; auch Rußland wolle den Frieden.
— 2. Juli. Der Senat hielt gestern die letzte geheime Sitzung betreffs der Senatsreform ab und nahm folgende Resolution an: Die Ver— sammlung, der Idee zustimmend, daß die Orga— nisation des Senats in weisen und verfassungs— mäßigen Grenzen verbessert werden könne und müsse, fordert die Commission auf, Anträge ein— zubringen, wonach die Idee der Verfassung be— züglich der Zusammensetzung und der Ausübung der Function des Senats entwickelt und kräftiger betont wird, sowie sich über die Mittel zur Er— reichung dieses Zieles zu äußern. Sechs Sena— toren stimmten dagegen.
Bulgarien. Sofia. Von hier wird eine neue Spaltung in der bulgarischen Regierung gemeldet. Stambulow, Nacsevics und Stojlow sollen sich für Rußland, Mutkurow, Radoslavow und Nikolajew für die bisherige Politik und die Wiederwahl des Prinzen von Battenberg er— klärt haben. Die Wahl des Prinzen Coburg— Coahary zum Fürsten von Bulgarien gilt übrigens für gewiß.
Türkei. Constantinopel, 1. Juli. In der gestrigen Zusammenkunft Drummond Wolff's mit den Vertretern der Pforte verlangten letztere neuerdings einen Aufschub zur Ratification der englisch-türkischen Convention über den 4. Juli hinaus.— 2. Juli. Sir Drummond Wolff übergab heute der Pforte die Antwort der eng—
lischen Regierung, welche es ablehnt, in ei weitere Verschiebung der Ratifikation der Co vention betreffs Egyptens zu willigen. In Folgt dieser Antwort hat ein Ministerrath stattgefunden,
Amerika. Rio de Janeiro, 1. Juli. Da
Kaiser schiffte sich heute an Bord der„Girondel! nach Europa ein.
Aus Stadt und Land. ö r. Friedberg. Trotzdem wir dem G. E. H.-Cotit
spondenten den billigen Rath ertheilten, auf der Chaussa 0
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zu bleiben und Nebenwege zu vermeiden, kommt diesch
am Schlusse seines letzten Artikels über die Schlacht
hausfrage mit der witzelnden Bemerkung, daß wir pet sönlich schon unliebsame Erfahrungen auf Nebenweg
gemacht haben müßten. Sonderbar! Eben der G. E. B
Correspondent ist es, der gerade diesmal uns solch
„unliebsame Erfahrungen“ verschafft hat. Da erkläßß er erst ganz kurz, daß er ein öffentliches Schlachthauß nicht gebaut haben will wegen einiger Tausend Mai unnöthiger Kosten, die— was übrigens ganz falsch ist— die Metzger zu tragen hätten, und gleich darauf zieht er Städteordnung und„Lochgasse“ in den Kreis seint Besprechung. Das Betreten dieser Nebenwege aber. für den Correspondenten nicht ohne üble Folgen geblieben Nicht genug, daß die erwähnten Dinge auch nicht in Entferntesten mit dem Schlachthausbau zusammenhängen, sind sie auch großentheils krrig dargestellt. In dieser Hinsich dürften die städtischen Voranschläge und Rechnungen deren eingehendes Studium wir dem Correspondentei nur dringend anempfehlen können, ihn rasch eines andere belehren. Die Stadt treibt nach keiner Richtung ein Politik der Schwärmereien. Das ist ebenso irrig, wie di unerwiesene Behauptung, daß der Fleischeonsum dei hiesigen Metzger zuückgegangen sei; haben wir ja wieder holentlich festgestellt, daß die letzten zehn Jahre hin durch hler jedes Jahr durchschnittlich 5000 Stück Vieh geschlachtet werden. Mag auch ein Theil davon aus geführt werden: er wird sicher reichlich ersetzt durch das Fleisch, das von Außen her den hiesigen Metzgern und Privaten zugeführt werden soll. So von Gießen in Säcken, aus dem Hessenlande, Butzbach und Nauheim in Schließkörben, die hie und da auch das Zeichen G. E. H,
tragen sollen, aus Gambach, Griedel, den beiden Welsel,
Ockstadt, Assenheim ze. Nach zuverlässiger Rechnung sollen diese Orte 50,000 Pfund Fleisch im Jahre hierhin liefern. Ob diese Sendungen alle die ordnungsmäßige Fleischbeschau durchgemacht haben, ist mindestens sehn zweifelhaft nach unserer Ansicht. Es ist uns durchaus nicht in den Sinn gekommen, unsere Metzger zu verdächtigen und in ihrem Renommé zu schädigen: wir haben stets nur dat, was wir beweisen können, der Wahrheit getreu berichtel, Das volle und wahre Bewußtsein aber nebst der gewissen⸗ haften Geschäftsführung, deren sich der G. E. H- Correspondent und die Metzger so sehr rühmen, bleib, wie wir schon einmal bemerken mußten, besser aus dem Spiele. Der Fleischbeschauer kann die Pflichten seine
Amts vor dem Schlachten wohl regelrecht ausüben; wi!
aber verhält es sich nach dem Schlachten? Unser gew sehr dienstelfriger Fleischbeschauer erscheint, nachdem dat, Schlachten vorüber ist und die Thiere ihrer Eingeweldte entledigt sind, zum zweitenmale zur Untersuchung; manch mal schlachten fünf bis sechs Metzger in ein und derselben, Stunde: ist es da etwa nicht möglich, daß einzelne Thellt inzwischen entweder ganz verschwunden oder ersetzt sind!“ Der Nachweis für die Nothwendigkeit eines Schlacht hauses aus Gründen der Hygiene braucht nicht von neuem geliefert zu werden. Wir überlassen den be regten Gegenstand fürs erste den betr. Behör den; von unserer Seite ist genug gesagt worden. Nu eins noch! Wir fliegen nicht höher, als unsere Flügel vorerst gestatten, und um solche recht kräftig zu machen, müssen wir das Schlachthaus zum Wohle und zum Nutzen der Stadt bauen und das hoffentlich recht bald.
Gießen, 30. Junl. Schwurgericht. Vor den Schranken des Gerichts steht heute, des Meineides an— geklagt, der Schuhmachergeselle Heinrich Seip aus Ru: pertenrod. Die Geschworenen erachteten den Angeklagten des fahrlässigen Falscheides für schuldig und das Gerscht erkannte deßhalb auf eine neunmonatliche Gefängnißstrafe,
Allerlei.
. Frankfurt, 3. Jull. Nachdem gestern die fremden Schützen alle angekommen waren, festlich an den Bahn: höfen empfangen, entwlckelte sich noch am Abend in der
Festhalle ein reges Leben. Reden wurden gehalten und viel, sehr viel getrunken Die Frühzüge heute Morgen brachten eine ungeheure Menge Besucher, so daß alle Züge eine Verspätung von einer Stunde und mehr hatten.
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