Donnerstag den 5. Mai.
N 53.
Obberhessischer Anzeiger.
und Freitag Abend ausgegeben.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
knoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Annoncen von
icht vor Zuführung. Friedberg den 30. April 1887.
Amtlicher Theil. Steckbrief.
9 Gegen den Kringelmacher Christian Kuhl, Sohn von Heinrich Kuhl von Homberg a. d. O., ist von Großherzoglichem Amtsgericht lbel, wegen Diebstahls eines Apfelbäumchens und wegen Beschädigung eines solchen, Haftbefehl erlassen.
Ich bitte um Fahndung und Nach— Der Großherzogliche Amtsanwalt. J. V.: v. Biegeleben.
Deutsches Reich. Darmstadt, 3. Mai. Zweite Kammer. Zunächst ucd der neu eingetretene Abg. Zinßer vereidigt. Auf * Tagesordnung steht die Berathung über das Wein duergesez. Das Haus ist stark besucht, die Gallerien Inlich besetzt. Der Präsident eröffnet die Generalde— be. Im Ausschuß waren die Ansichten über die Vor he getheilt. Die Mebrbeit(Abgg. Ellenberger, Jöckel, Tann, Theobald und Wolfskehl) sprach sich für die⸗ de, als einen Versuch zur Verbesserung der Weinsteuer, 0 Die Minderheit(Abgg. Schröder und Möllinger) Färte sich entschieden gegen die Vorlage und beantragt s Eingehen in die Verathung der einzelnen Artikel esulehnen.
Berlin, 2. Mai.
C. K
Heute sind dem Reichs—
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scher.
sez betreffend die doppelte Anrechnung der ienstzeit der kaiserlichen Beamten in den deut— en Schutzgebieten zugegangen. Die Annahme de Branntweinsteuervorlage im Bundesrath er— gte einstimmig, doch wurde beschlossen, den Ahalt derselben noch geheim zu halten, bis die otive und sonstige Aenderungen festgestellt sind. Ide Branntweinsteuer Vorlage wird im Reichs⸗ — ig für Donnerstag erwartet; die Zuckersteuer⸗ hüte lage geht in diesen Tagen dem Bundes rath u Ob noch Gesetzentwürfe betreffend Elsaß— Uthringen in dieser Session eingebracht werden, ht noch nicht fest. Die Vorbereitung derselben noch nicht abgeschlossen.
— Großes Aufsehen in der Diplomatenwelt wegt ein offenbar von Andrassy inspirirter Ar— iel des„Pester Lloyd“, welcher an der Hand umentarisch nachgewiesener Thatsachen dar— et, daß die„Nordd. Allg. Ztg.“ in der Polemik 3gen die russische Presse bezüglich der Berufung s Berliner Congresses und der Entwickelung du bosnischen Frage total willkürliche Angaben unchte. Der Artikel des„Lloyd“ entbehrt nicht * dn gereizten Färbung. Die„Nord. Allg. Ztg.“ * lt gegenüber dem„Pester Lloyd“ die Behaup— ig aufrecht, die Occupation von Bosnien und i Herzegowina sei zwischen Rußland und ö Lesterreich vereinbart gewesen, ehe der Congreß ech Berlin berufen ward.
5— 2. Mai. Der deutsche Botschafter bei e französischen Republik, Graf Münster, cher mit Urlaub einige Zeit in Berlin ver- gilte, und während dieser Zeit wiederholt vom liser und auch vom Fürsten Reichskanzler em— seugen wurde, hat gestern Berlin wieder ver⸗ len, um auf seinen Posten nach Paris zu—
10 A5 5 München. Der Prinzregent von Bayern
kzukehren. i zu einem Besuche der Provinzen Oberfranken, Hittelfranken, Oberpfalz und Niederbayern mit en Ministern v. Lutz und v. Feilitzsch und mit „ obersten Hofchargen am 30. April nach Amberg abgereist. Straßburg. Die„Landes-Ztg.“ bezeichnet Nachricht über die beabsichtigte Verhängung e Kriegszustandes in den Reichslanden als völlig gegründet.
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Ausland. Frankreich. Paris. Schnebele ist nach ent-à-Mousson abgereist; er wird auf längeren
Italien. vorgelegter militärischer Gesetzentwurf bezr
8 Batterien mit 6 Geschützen), ferner von zwei neuen Cavallerie- Regimentern, 8 Compagnien Festungs-Küsten-Artillerie, einem Regiment mit
auf seinen Herd zu beschränken und ist es fast ein Wunder
Rom. Ein der Kammer gestern Unverstand wohl am häufigsten Schuld an der leicht⸗ weckt sinnigen Vernichtung derartiger Gegenstände trägt, diesen N— N 2 und satz
die Bildung von 24 Feldartillerie-Regimentern Gebachtuß zurächzurufen aus den gegenwärtigen 12(das Regiment zu brach in der ten Brink'schen Scheuer neben der Wagner'schen Buchdruckerei Feuer aus.
und immer wieder in das Vilbel, 3. Mai. Gestern Vormittag kurz nach 11 Uhr
ue Durch die rasche Hilfe der hiesigen Feuerwehr und Einwohner gelang es, das Feuer
neun Gebirgsbatterien; die Genietruppen sollen zu nennen, daß die angrenzenden Gebäulichkeiten nicht
um 12 Compagnien vermehrt werden. Kriegsminister verlangt einen außerordentlichen
Der ebenfalls Feuer gefangen haben.
Bessungen, 3. Mal. Postmelster Neuschäfer, ein in weiten Kreisen bekannter und beliebter Beamter,(be⸗
Credit von 12½ Million für Ausrüstungszwecke, kanntlich früher als Postsceretär in Friedberg) ist am
2½ Million für Pferdebeschaffung. Griechenland. Athen, 3. Mai. Die Situation auf der Jusel Kreta hat sich gebessert;
26. April nach langem, schweren Leiden gestorben.
Allerlei.
In der Sitzung des Communal-Land⸗
Homburg.
es sind keine neuen Ruhestörungen mehr vor- tags für den Reglerungsbezink Wiesbaden vom 30. April
gekommen.
Rußland. Petersburg, 2. Mai. Urtheil im Nihilistenprozeß ist gestern gefällt worden. Der Staatsanwalt hatte gegen 9 der Angeklagten die Todesstrafe beantragt; dem Vernehmen nach lautet das Urtheil gegen sieben Angeklagte auf Todesstrafe, gegen die übrigen auf Verschickung nach Sibirien.
Aus Stadt und Land.
C. T. Friedberg. Gemelnderathssitzung vom 2. Mal. Der von dem Schulvorstand hinsichtlich der Ueberfüllung der untersten Klassen der Volksschule gefaßte Beschluß gelangt zur Kenntniß des Gemeinderaths.„Da die Schülerzahl die gleiche des Vorjahrs ist, so soll eine Theilung der Klassen nicht geschehen.“ Die von dem Schulvorstande vorgeschlagenen Remunerationen werden genehmigt.— Der Vorsitzende theilt mit, daß demnächst eine Commissions Sitzung des Comités für Erbauung der Nebenbahn Hungen— Friedberg hier stattfinden wird, in welcher die Eingabe an die Regierung mit Cäsar Strauß festgestellt werden soll.— Die vor eintgen Tagen stattgehabte Besprechung von hiesigen Metzgern mit Mitgliedern der Schlachthaus Commission wird zur Folge haben, daß Erstgenannte ihre Ansichten über diese Angelegenheit der Commission schriftlich zugehen lassen werden. Die von einigen Einwohnern nachgesuchte Ermäßtgung der städtischen Forderung für Benutzung von Wasser aus öffentlichen Brunnen zu gewerblichen Zwecken wird abschlägig beschieden.— Das Gesuch des Lehrers Werner wegen Aenderung des Wasserablaufs aus selnem Hause geht zum Bericht an die Bau— Commission.— Mit der Mittheilung, daß der Stadt die vom Abbruch des Versorgungshauses herrührenden, zum Mauern ungeeigneten Steine unentgeltlich überlassen werden sollen, wird die Sitzung geschlossen.
m. Bad- Nauheim. Anknüpfend an einen Artikel in einer der früheren Nummern des Wetterauer Anzeigers in dem der Freude darüber Ausdruck gegeben wurde, daß unser Nauheim für einen Texrainkurort von Prof. Oertel passend erachtet wird, müssen wir das Publikum darauf aufmerksam machen, daß es nicht nur genügt, Einrich— tungen zu treffen, sondern daß dieselben auch erhalten und geschont werden müssen. Leider haben wir für letzteren Punkt bel Einheimischen, wie auch bei Fremden wenig Verständniß gefundea. Sind doch die Tafeln, die als Entfernungsmesser angebracht sind, Einrichtungen, die aus Initiative des Kurvereins hervorgegangen, mit dem von den Einwohnern gesammelten Geldern bezahlt sind, nicht nur einzelne vollständig vernichtet, sondern auch fast alle in häßlicher Weise beschmlert und be— schrleben. Welch einen traurigen Eindruck dieses auf jeden Vorübergehenden macht, kann man sich leicht denken. Ebenso sind bereits eine große Zahl von den im letzten Sommer im Parke angebrachten Tafeln, auf denen Na— men und Heimath von Bäumen und Sträuchern ver— zeschnet waren, verschwunden, vernichtet. Wir richten die dringende Bitte an Alle: Einrichtungen von Bedeu— tung, die allgemeinen Zwecken benen, zu respekttren, und
aub gehen und dann pensionirt werden.
fordern Eltern und Lehrer auf, ihren Kindern, deren
Das
wurde das Gesuch des Vorsitzenden des Kretsausschusses des Obertaunuskreises, daß der Communal Landtag zum Zwecke des Baues der Seeundärbahn von Homburg nach Friedberg dem Obertaunuskreise vorsorglich eine Beihülfe von 15,000 M. in Aussicht stelle, genehmigt.
Athen, 3. Mat. An mehreren Orten des Peloponnes und in Westgriechenland fanden in den letzten Tagen heftige Erdstöße statt, die indeß keinen Schaden anrichteten.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 4. Mal. Fruchtpr. Waizen M. 18.50, Korn M. 14, Gerste M. 13.50— 14.00, Hafer M. 11.00 11.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfd.
Friedberg, 4. Mai. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80 0.90. Eier 2 St. 9 Pf. Grünberg, 30. April. Fruchtpr. Weizen M. 18.30,
Korn M. 14.30, Gerste M. 14.20, Hafer M. 11.10, Erbsen M. 14.70, Kartoffeln M. 4.50, Wicken M. 11.10.
Frankfurt, 2. Mai. Fruchtber. Hiesiges Weizen⸗ mehl Nr. 0 M. 31.50- 32.50, Nr. 1 M. 27.50— 28.50, Nr. 2 M. 25.00— 26.00, Nr 3 M. 23.00— 24.00, Nr. 4 M. 18.00— 19.50, Nr. 5 M. 15.00— 16.00, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 51.00-54.00, nord⸗ deutsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 24.00 bis 25.00, Roggenmehl(hies.) Nr. 0 M. 22.00— 23.00, Nr. 0% M. 20.00—21.00, Nr. 1 M. 17.25— 18.25, Nr. 2 M. 15.00 16.00, Weizen ab unserer Umgegend M. 18.50— 18.75, frei Bahnhof hier M. 18.75— 19.00, fremder nach Qual. M. 18.25— 20.50, Roggen hlesiger M. 14.— 14.25, russischer je nach Qual. M. 13.00— 13.75, Gerste, Brauerwaare M. 15.00— 17.50, do. zu Mahl⸗ zwecken M. 11.50, Hafer, prima M. 12.25— 12.50, mittel M. 11.50- 12.00, Raps M. 23.00—24., Mais M. 11.50— 00.00, Erbsen M. 13—21., Linsen M. 20—388., Wicken M. 12.00 00., Spelzkern M. 18.75— 19, Heu per Ctr. M. 2.75—3.25, Stroh M. 2502.75, Roggen⸗ kleie M. 4.25— 4.50, Weizenkleie M. 3.80, Malzkeime M. 3.80, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Sesamkuchen M. 5— 5.25, Rapskuchen M. 5.75, Chilisalpeter per Aug.-Sept. 1887 M. 8.50, per Febr.⸗ März 1888 M. 8.75 ab Harburg. Reismehl mit garan⸗ tirt 249 16 Fett: und Protéin-Gehalt M. 4.50— 4.75. (Sämmtliche Artikel bei Abnahme von 200 Centner an). Ruͤböl im Detail M. 52.
Frankfurt, 2. Mai. Viehmarkt. Angetrieben waren 461 Ochsen, 23 Bullen, 381 Kuͤhe, Stiere und Riader, 261 Kälber, 128 Hämmel, 14 Schaflaͤmmer, 189 Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 55 56., 2. Qual. M. 50—52., Bullen 1. Qual. M. 38—40., 2. Oual. M. 34—36., Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 52 bis 54., 2. Qual. M. 44 46., Kälber pro 1 Pfd. Schlachtgewicht: 1. Qual. 5456 Pf., 2. Qual. 45—50 Pf., Hämmel 1. Qual. 4850 Pf., 2. Qual. 40-45 Pf., Schweine 1. Qual. 49-51 Pf., 2. Qual. 46—48 Pf.
Frankfurt, 3. Mal. Heu ⸗Strohmarkt. Heu kostele per Centner M. 2.60—3.25., Stroh M. 2.60—3., Eler das Hundert M. 4.50—7., Butter der Ctr. M. 80—88., Sauerkraut M. 8., Spargeln der Centner M. 50., Kar— toffeln das Malter alte M. 4.50—5., neue der Centner M. 15., Malteser das Pfund 15 Pf.
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