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Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährige freiwilligen Militärdlenst im Frühjahr 1887.
Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen sich der im Frühjahr 1887 stattfindenden rubricirten Prüfung zu unterziehen, werden hier— durch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meid— ung des Ausschlusses von dieser Prufung d
spätestens bis zum l. Februar 1887 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der An— bringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt:
1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen.
3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse ange— geben wird.
4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts— zeugniß; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes, mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; in diesem Attest darf die Erklärung des Vaters oder
Vormundes, daß er in der Lage sei, den Freiwilligen waͤhrend des ein⸗ jährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen, auch muß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein; c. ein Unbe⸗ scholtenheitszeugniß, welches von der Polizeiobrigkeit oder der vorge⸗ setzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen(Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. a. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung ein⸗ gereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholten⸗ heitszeugniß beizulegen.. 5 Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungsordnung(Anlage 2 zur Ersatzordnung— J. Theil der Wehrordnung vom 28. September 1875— Regierungs⸗ Blatt Nr. 55 von 1875) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt eventuell weitere Bekanntmachung; auf spezielle Ladung kann nicht gerechnet werden. Darmstadt den 27. Dezember 1886. Großherzogliche Prüfungs- Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Dr. Zeller.
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Deutsches Reich.
Darmstadt. Da der Kaiser die Gratu— lation seitens sämmtlicher Fürstlichkeiten zu seinem Dienstjubiläum dankend abgelehnt hat, so hat Prinz Heinrich die Reise nach Berlin nicht an— getreten.
— Der Expeditor der Station Sprendlingen der Main-Neckar⸗Eisenbabn Meywald wurde zum Bahnhofaufseher in Darmstadt ernannt.
— Das Regierungsblatt Nr. 34 enthält: Bekanntmach— ung, die Polizei-⸗Ordnung für die Schifffahrt und Flößerei auf dem Neckar betreffend.
— Das Regierungsblatt Nr. 35 enthält: Bekanntmach— ung, die Verordnung zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Ehe— schließung vom 6. Februar 1875 betreffend.
Berlin. Die„N. A. Z.“ wendet sich in scharfen Worten gegen die Zeitungen, welche die Gerüchte colportiren, der Zar habe auf den deutschen Militär- Bevollmächtigten, Oberst v. Villaume, geschossen; sie bezeichnet diese Ge— rüchte als Lügen und es sei nicht die Aufgabe des Reichskanzlers, all den Lügen entgegenzu— treten, welche speculative Redactionen verbreiten.
— 1. Jan. Die kaiserlichen Majestäten empfingen heute um 10 Uhr die Prinzen und Prinzessinnen; um 10½ Uhr fand ein Gottes— dienst im Dom statt, um 12¼ Uhr wurde der gesammte Hof empfangen. Um 1½ Uhr erschien der Kronprinz an der Spitze der commandiren— den Generale der deutschen Armee und hielt an den Kaiser eine Ansprache, in welcher er u. A. bemerkte: Bei der heutigen Feier blicken Eure Majestät auf sechzehn vom Frieden reich gesegnete Jahre zurück, welche vor allem der ungestörten Entwicklung und der Kräftigung des nach hartem Kampfe wieder aufgerichteten Reiches gewidmet waren. Solche friedliche Ar— beit konnte indeß nur gedeihen, weil gleichzeitig Eurer Majestät sachkundige und rastlose Leitung die Schlagfertigkeit des Heeres zu der Voll— kommenheit förderte, deren jeder deutsche Soldat sich mit Stolz bewußt ist. Der preußische Grundsatz, daß es keinen Unterschied gibt zwischen Volk und Heer, weil beide Eins und zu des
Vaterlandes Vertheidigung jederzeit bereit sind,
ist durch Eurer Majestät Fürsorge Gemeingut der ganzen Nation geworden. In dieser Wehrhaftigkeit unseres gesammten Volkes liegt die gewichtigste Bürgschaft für die Wahrung unseres Friedens. So möge es mir heute wie vordem gestattet sein, auszusprechen, daß unser wehrhaftes, einiges Volk in dankbarer Liebe und opferwilliger Treue seinem Kaiser und Kriegs— herrn vertraut, mit freudiger Zuversicht auf Ihn als den Wahrer des Friedens blickt, und den einmüthigen Wunsch hegt, daß Gottes Segen in Fülle auch ferner auf Eurer Majestät ruhen möge. Der Kaiser dankte in sehr herzlichen und warmen Worten, umarmte hierauf den Kronprinzen, ging alsdann auf den Feldmarschall Grafen Moltke zu, umarmte auch diesen in herzlichster Weise und dankte demselben für
der Kaiser die Hoffnung aus, die Anwesenden am 1. Januar 1888 wieder zu sehen. Die Kaiserin war am Arme des Prinzen Wilhelm zugegen.
Königsberg. Wie von der ostpreußisch— russischen Grenze berichtet wird, vollziehen sich in Rußland größere Truppenbewegungen gegen die preußische Grenze zu. Mag dabei auch manches übertrieben oder unrichtig sein, so ist doch die russische Grenzbesetzung auffallend stark.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Die deutsche Politik zielte, um die sehr nahe Kriegsgefahr
hintanzuhalten, auf die Verhinderung eines Spe—
zial-Bündnisses zwischen Oesterreich,
seine unvergleichlichen Dienste. Schließlich sprach nach fünfzehnjährigen Arbeiten kaltblütig ins
England und Italien. Churchill's Rücktritt hat die Er— reichung dieses Zieles beschleunigt. Das deutsch— österreichische Bündniß ist nach wie vor voll— ständig intakt.
Pest, 1. Jan. Die liberale Partei des Unterhauses brachte anläßlich des Neujahrs tages dem Ministerpräsidenten Tisza ihre Glück— wünsche in corpore dar. Auf die vom Grafen Zichy gehaltene Ansprache erwiederte Tisza, u. A.: die Regierung sei bestrebt, mit allen Mitteln den Frieden aufrecht zu erhalten, so lange die Lebensinteressen und die Ehre der Monarchie und des ungarischen Staates nicht gefährdet seien. Seitdem die ungarische Re— gierung und Graf Kalnoky die gedachten Er— klärungen abgegeben hätten, sei nichts geschehen, was den Hoffnungen auf Erhaltung des Friedens widerspräche; im Gegentheil würden von dem Monarchen, wie von den Regierungen Friedens— absichten bekundet.
— Tisza hatte zwei Besprechungen mit dem Grafen Kalnoky, in denen sich beide über die fernere Haltung Oesterreichs den Bulgaren gegenüber einigten. Tisza soll die Enthaltsam— keitspolitik auf Grund des Berliner Vertrags billigen und die Betonung einer schärferen Politik für das etwaige Eintreten neuer Wen— dungen vorbehalten.
Schweiz. Bern. Dem Bundesrath sind, einer Meldung der„K. Z.“ zufolge, in den letzten Tagen die zuversichtlichsten Mittheilungen, betr. Erhaltung des Friedens im Jahre 1887, zugegangen.
Frankreich. Paris, 31. Dezbr. Bei dem Empfang der Wechselagenten erklärte Minister Goblet, er finde die geäußerten Befürchtungen bei Frankreichs Beziehungen zu allen Mächten nicht gerechtfertigt und erinnere an die wieder— holten Erklärungen der Regierung, daß sie den Frieden wolle. Es hänge nicht von Frankreich ab, den Zustand des bewaffneten Friedens in Europa aufhören zu machen. Er glaube und hoffe bestimmt, daß daraus kein Krieg hervor— gehen werde. Die Regierungspolitik werde von diesem Gesichtspunkte aus geführt. Allerdings könne es eine Eventualität geben, die Frankreich
Auge fassen könne und müsse. Das beste Mittel zur Friedenserhaltung sei die Bewahrung der Ruhe.
— 31. Dezbr. Im heutigen Cabinetsrathe beschlossen die Minister auf Antrag des Mi⸗ nisters des Aeußeren, den Botschafter in Berlin, Herbette, dem Präsidenten der Republik zur Beförderung zum Groß-Offizier der Ehren⸗ legion in Vorschlag zu bringen, womit in demonstrativer Weise bekundet werden soll, daß die Regierung die Bemühungen Herbette's be— treffs Erhaltung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich anerkennt.
— Fast alle Regierungsblätter bemühen sich, die plötzlich erfolgte Ernennung der Befehls— haber der verschiedenen Grenzfestungen als eine
ganz selbstverständliche Sache darzustellen, sie
verrathen aber die Absicht, die sie dabei haben, zu sehr, wenn sie sogar den früheren Kriegs minister der„Fahrlässigkeit“ anklagen, weil er diese Ernennungen, die„schon seit läugerer Zeit beschlossen gewesen“, nicht vorgenommen habe.
Großbritannien. London. Der Kriegs⸗ minister Smith übernimmt an Stelle Churchill's die Führerschaft des Unterhauses.
— 1. Jan. Nachdem die Unterhandlungen mit Lord Hartington gescheitert sind, trug Lord Salisbury Goschen das Schatzkanzleramt an.
Dublin. In der Anklagesache gegen Dillon, wegen unberechtigter Einziehung des Pachtzinses zu Loughrea, erklärte derselbe sich bereit, die von dem Gerichte verlangte Cantion für sein ferneres Wohlverhalten während zwölf Monaten zu stellen, erklärte jedoch weiter, er werde gegen diesen Beschluß des Gerichtes appelliren.
— Ein gräßlicher Raubmord wurde in der Grafschaft Cavan verübt. Ein Kutscher, Namens Birney, wurde auf der Rückkehr von Monoghan, wohin er einen Irrsinnigen in Begleitung von zwei Polizisten gebracht hatte, von einem Haufen Männer überfallen, die ihn vom Wagen her— unterrissen und ermordeten. Die Leiche wurde in eine Kloake geworfen und die Mörder ent— kamen. Der Ermordete hatte vor einiger Zeit ein Gehöft gepachtet, dessen frühere Pächter ex— mittirt worden, und sich dadurch äußerst miß— liebig gemacht.
Italien. Rom. Im Kriegsministerium ist die Nachricht eingelaufen, daß die an der Grenze belegenen französischen kleinen Alpen— Festungen nicht unbedeutende Verstärkungen an Infanterie erhalten haben.
Türkei. Constantinopel. Die Befestigung der Tschataldja-Linie wird von der Pforte in der Absicht ausgeführt, Konstantinopel gegen einen Angriff von der nördlichen Landseite her sicherzustellen. Zu diesem Zwecke plant die Re— gierung den Bau mehrerer Befestigungen. Mit der Errichtung der Tschataldja-Linie, welche sich einerseits bis zum Marmara-Meere und auf der anderen Seite bis Derkos am Schwarzen Meree ausdehnen soll, wurde nur der Anfang gemacht.
Bulgarien. Sofia. Die Abreise Gadban Effendi's nach Konstantinopel geschah geheim,
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