Spanien. Madrid. Der Artikel 2 des Decrets vom 27. Oetbr. beauftragt eine Com: mission mit der Aufsuchung von Mitteln zur Denaturirung von Spiritus. Die Aufhebung der Verordnung vom 30. Sept. tritt erst in Kraft, wenn die Commission ihre Aufgabe erledigt hat.
Serbien. Belgrad. Von hier wird ge— meldet: Eine officiöse Blättermeldung bezeichnet die Parteikrise als beendigt. Eine Cabinetskeise sei vermieden worden.
Rumänien. Bukarest. Nach dem Zu— sammentritt der rumänischen Kammer wird der Kriegsminister weitere 6 Million für den Aus— bau der Festungen fordern; bisher wurden hierzu 21 Million verwendet.— Der bulgarische Mi— nister⸗Präsident Stambulow soll beabsichtigen, hierher zu kommen behufs Herbeiführung einer Begegnung zwischen dem Prinzen Ferdinand von Bulgarien und dem König Karl von Rumänien, sowie der Unterbringung von 5 Million bulga— rischer Rente am hiesigen Platze.
Bulgarien. Sofi, 27. Oct. Am heutigen Tage hat Prinz Ferdinand die 1. Session der 5. National-Versammlung Bulgariens eröffnet. Die Sobranje nahm einstimmig die Adresse an, welche der innigen Dankbarkeit gegen den Prinzen Ferdinand Ausdruck gibt und mit Genugthuung die Sympathien des Sultaus und der(2) Mächte für Bulgarien hervorhebt. In der Adresse wird die Versicherung abgegeben, daß die Deputirten vor keinem Opfer zurückschrecken würden, um das von dem Prinzen im Interesse des Vater— landes und zum Schutze der Rechte Bulgariens unternommene Werk zu vollenden.
— Das Individuum, das wegen eines ge— planten Attentates auf den Prinzen Ferdinand verhaftet wurde, ist ein Czeche, und die bul— garische Regierung wurde angeblich durch das österreichisch-ungarische Consulat auf die An— zeichen, daß ein Attenat geplant werde, zuerst aufmerksam gemacht.
Türkei. Constantinopel. Pester Nachrichten zufolge soll der russische Botschafter in Constan— tinopel, Nelidoff, in der letzten Audienz beim Sultan äußerst freundlich und zuvorkommend gewesen sein, und zwar aus dem Grunde, weil in den Kreisen der Pforte Reigung vorhanden sei, der Tripelallianz beizutreten. Dem möchte Rußland durch Freundschaftsbezeugungen vor— beugen.
Rußlard. Petersburg. Die auf kaiser— lichen Befehl niedergesetzte und zum Theile aus hohen Würdenträgern bestehende Commission zur Lösung der Frage, wem nach dem Tode Katkow's die Leitung des Organes desselben(„Moskowskija Wjedomosti“) anzuvertrauen wäre, hat den Be— schluß gefaßt, dieselbe für 6 Jahre dem ehema— ligen Secretär Katkow's, M. Petrowsky, zu übertragen.
— In hiesigen gut unterrichteten Kreisen glaubt man jetzt, wie der„K. Z.“ gemeldet wird, daß von russischer Seite Vorschläge zu einer Zusammenkunft des Zaren mit Kaiser Wilhelm ausgehen werden.
Asien. Rangun. Aus Alfghanistan lauten die neuesten Nachrichten für England schlecht. Ejub Khan, der von den Russen unterstützte Prätendent, soll sich thatsächlich auf afghanischem Boden befinden und im nordöstlichen Theil des Landes Truppen sammeln, um auf Herat zu marschiren. Dem Emir von Afghanistan seien
nur noch die Städte Herat, Kandahar und Ku bal ergeben.
Afrika. Tanger. Von hier wird gemeldet, das Befinden des Sultans von Marokko habe sich verschlechtert in Folge der Anstrengungen, denen er sich unterzog, um sich öffentlich zu zeigen. Mehrere hohe Staatsbeamte und selbst ein Bruder des Sultans seien verhaftet worden wegen Theilnahme an einer Verschwörung während der Krankheit des Sultans. Wie Madrider Meldungen im Gegensatze zu anderen Nachrichten versichern, ist es wahrscheinlich, daß Spanien gegen Ende des Jahres die Mächte zu einer Conferenz bezüglich Marrokkos einladen wird.
Aus Stadt und Land.
C. T. Friedberg. Gemeinderaths Sitzung vom 31. October. Seitens des Vorsitzenden wurde dem Ge⸗ meinderath der Dank der Familie Foucar für die dem vormaligen Bürgermeister Foucar erwlesene letzte Ehre ausgesprochen. Wie früher, wird dem Evangel. Verein der Saal über den Pferdeställen zur Abhaltung des Feierabends in dem beginnenden Winter- Halbjahr ein⸗ geräumt. Als Feldgeschworener soll Hermann Phi⸗ Itppi der Behörde vorgeschlagen worden. Auf eine Ver⸗ fügung Großh. Krelsamts bezuͤglich Beitrelbung der Com— munalintraden beschloß der Gemeinde-Rath, daß den⸗ jenigen, welche mit dem 1. und 2. Steuerztel im Rück⸗ stande sind, eine Zahlungsfrist von 14 Tagen gewährt werden soll. Mit einer Vorbesprechung des Voranschlags für 1888/89, der sich im Wesentlichen im Rahmen seines Vorgängers bewegen wird, schloß die Sitzung.
h. Friedberg. Der Gesangverein„Frohsinn“ feierte vergangenen Sonntag im Saale des Hotel Trapp sein 85jähriges Stiftungsfest, verbunden mit einer musikallsch-theatrallschen Abendunterhaltung. Das hübsch arrangirte, reichhaltige Programm, welches mit dem Vor— trage eines schwungvoll abgefaßten Prologs mit darauf folgendem prachtvollen lebenden Bild begann, wurde in ausgezeichneter Weise zur Durchführung gebracht. Die gut gewählten Chöre, unter Direktion von L. Marguth von Bad Nauheim, wurden exact und mit musikalischem Verständniß gesungen und ebenso fanden die anderen Nummern durchgehends belfällige Aufnahme. Besonders hervorgehoben seien noch die vortrefflichen Lelstungen des Violinisten, Musiklehrers C. Krause aus Frankfurt a. M., und dessen 3jährigen Sohnes. Die Clavlerbegleitung zu den sämmtlichen Sachen lag in den bewährten Händen unseres Oberlehrers Dörr. Den Schluß des Programms machte ein flott gesptelter Schwank. Alles zusammenge— faßt, war der Abend ein höchst genußreicher und zu— friedenstellender.
b. Bad- Nauheim. Bei einer vor einigen Tagen abgehaltenen Jagd in hiesigem Walde wurden auch vier Fasanen geschossen.
g. Vilbel. Die am vergangenen Sonntag im Gast— hause„Zur Lilie“ abgehaltene Abendunterhaltung des Gesangvereins Germanta dahier war noch uber Erwarten gut ausgefallen. Die Chöre und die Solt wurden durch— weg präels und theilweise sogar mit ausgezeichnetem Ge— schick gesungen, ebenso wurde der theatrallische Theil „Sonntagsjäger oder Verblefft“ gut ausgeführt. Die komischen Vorträge ernteten reichen Beifall und legt all dieses beredtes Zeugniß davon ab, daß der Gesangverein Germania, welcher auf seine Fahne„Vorwärts“ ge— schrieben bat, seinem gesteckten Ziele immer näber kommt; zweifellos dürfte in diesem Vorwärtsstreben dem rührigen Dirigenten Rausch der Löwenantheil zuzubilligen sein.
Allerlei.
Hanau, 31. Oet. In der Fasanerie zu Wilhelms— bad wurden gestern bei der Hofjagd in sieben Jagen etwa 180 Fasanen geschossen. Der Großherzog von Hessen schoß 25 Stück, Fürst Alexander von Bulgarien 35, Prinz Heinrich von Hessen 28 Stück,
Berlin. Ein Telegramm von Capstadt an die Co— lontal⸗Gesellschaft meldet die Auffindung reichhaltiger Goldfelder in Lüderitzland.
Breslau. Daß ein Adler auf Schafe stößt, gehört in unserem deutschen Vaterland zu den Seltenheiten, als aber dieser Tage ein Hirt in Krieblowitz in Schlesien seine Schafe hütete, stürzte sich ein mächtiger Adler auf ein großes ausgewachsenes Thier, um es zu entführen. Im Augenblick, da er sich mit seiner Beute wieder er— heben wollte, fuhr jedoch der Hirt mit wuchtigen Schlägen dazwischen, worauf der Adler von seinem Opfer abließ und sich auf seinen Angreifer stürzte. Diesem gelang es erst nach heftigem Kampf, wobei er schwere Kratzwunden davontrug, den Vogel zu erlegen, der eine Fluͤgelspan— nung von 2 Meter 45 Centtmeter hatte.
Paris, 1. Novbr. In der gestrigen Sitzung der Academie der Wissenschaften theilte Lesseps mit, der Pa— nama Canal werde am 3. Februar 1890 eröffnet werden. Die Arbeiten würden dann allerdings noch nicht ganz beendigt sein, doch würden täglich zwanzig Schiffe pas—
siren können. Der„P. Ll.“ schreibt: In jüngster
Budapest. Zeit haben elnige in verschledenen Orten Syrmiens vor⸗ gekommene Fälle plötzlichen Todes von jungen lebens— kräftigen Männern die Aufmerksamkeit der Behörden er— regt. Die in Folge dessen eingeleiteten Erhebungen haben ein eigenthümliches, haarsträubendes Resultat zu Tage gefördert. Es wurde, wie man uns berichtet, als un⸗ zweifelhaft erwiesen, daß junge Welber ihre Männer ver— gifteten, um auf dem hinterlassenen Besitze ein lustiges Wittwenleben zu führen. In einzelnen Fällen sollen die betreffenden Welber blos aus dem Grunde die Ehe ein: gegangen sein, um sich ihrer Männer bald entledigen und in den Besitz der Hinterlassenschaft treten zu können. Im Dorfe Bingula wurden sieben junge Wittwen unter dem Verdachte des Gattenmordes verhaftet und dem kgl. Be— zirksgerichte zu Erdevik überliefert. Außerdem bemächtigte sich die Gendarmerie eines alten, unter dem Namen „Baba Renduscha“ bekannten Weibes, welches den jungen Wittwen das Gift, womit sie ihre Gatten in ein besseres Jenseits beförderten, braute und für Geld und gute Worte lieferte. Die Untersuchung erstreckt sich auch auf andere Dörfer.
N
Friedberg, 2. Nov. Buttermarkt. Butter 1010 J per Pfd. M. 0.80— 0.90. Eter 2 St. 15 Pf.
Korn M. 13.10, Gerste M. 14.00, Hafer M. 11.20 Erbsen M. 14.00, Linsen M. 24.00, Lein M. 24.00 Samen M. 22.00, Wicken M. 21.00.
Gießen, 1. Nov. Butter per Pfd. M. 1.00—0.00., Eier per St. 7 Pf. Käse per St. 5—8 Pf., Tauben per Paar 40— 45 Pf. Hühner per St. M. 0.85— 1.00, Hahnen per St. M. 0.50 bis 0.80, Enten per St. M. 1.40— 1.70, Gänse pen Pfd. 45— 52 Pf., Ochsenfleisch per Pfd. 58— 60 Pf. Kuh- und Rindfleisch 45—50 Pf., Schweinefleisch 54 big 60 Pf., Hammelfleisch 40— 60 Pf., Kalbfleisch 40— 46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.50— 4.50, Zwiebeln per Ctr, M. 6.50—7.00., Weißkraut per Stück 4—9 Pf. ö
Frankfurt, 31. Oet. Fruchtber. Hiesiges Welzen⸗ mehl Nr. 0 M. 30.00- 32.00, Nr. 1 M. 27.00— 28.50, Nr. 2 M. 24.00— 26.00, Nr 3 M. 22.50— 24.00, Nr. 1 M. 18.00- 19.00, Nr. 5 M. 14.50- 15.50, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 49.00— 52.00, nord⸗ deutsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 22.50 bis 23.50, Roggenmehl(hies.) Nr. 0 M. 21.50— 23.00% Nr. 0/1 M. 19.50— 21.00, Nr. 1 M. 17.50— 18.50, Nr. 2 M. 14.50— 15.50, Weizen neuer ab unserer Umgegend M. 16.50— 16.75, frei Bahnhof hier M. 17.25, fremdn nach Qual. M. 16. 18.50, Roggen hiesiger neu M. 13.258 bis 13.50, Gerste, Brauerwaare M. 15.00— 17.00, do. zu Mahlzwecken M. 11.00, Hafer, prima M. 13— 13.50, mittel M. 11.25- 12.25, Raps M. 22.75— 23.25, Mals La Plata M. 12., Erbsen M. 14.— 19, Linsen M. 20.— 38, Wicken M. 12.00, Heu per Ctr. M. 2.75— 3.25, Stroh, M. 2 50, Roggenklele M. 4.25— 4.50, Welzenkleie M. 3.80, Malzkeime M. 3.50—8.75, Moostorfstreu prima M. 1.30,
17
8
Spelzenspreu M. 1.20, Sesamkuchen M. 5.— 5.25, Raps-⸗ 0
kuchen M. 5.75, Mohnkuchen M. 3.75— 4., Reismehl mit garantirt 22— 24% Fett- und Protéingehalt M. 4.50 bls 4.75, Chilisalpeter per Frühjahr 1888 M. 8.60, ab Rotter
—
dam oder Harburg. Sämmtliche Artikel bei Abnahme von
200 Ctr. an. Rüböl im Detail M. 53.
Frankfurt, 30. Oetbr. Viehmarkt. Aufgetrieben waren 453 Ochsen, 23 Bullen, 457 Kühe, Stiere und Rinder, 258 Kälber, 972 Hämmel und 224 Schweine. Bezahlt wurden Ochsen 1. Qual. M. 57.— 59., 2. Qual, M 50.—54. pro 100 Pfund Schlachtgewicht, Bullen 1. Qual. M. 36.—38., 2. Qual. M. 30.—34., Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 48. 50., 2. Qual. M. 38.— 44, Kälber 1. Qual. 55— 60 Pf., 2. Qual. 50— 55 Pf., Hammel 1. Qual. 48— 52 Pf., 2. Qual. 30— 40 Pf., Schweine 1. Qual. 52-54 Pf., 2. Qual. 49-51 Pf. pro 1 Pfd. Schlachtgewicht.
Frankfurt, 1. Nov. Heu- und Strohmarkt. Hen pro 100 Kilo M. 5.60- 7.20., Stroh M' 4.40— 5.20, — Vietualienmarkt. Butter 50 Kilo M. 90—93., Eler das Hundert M. 5.50—7., Kartoffeln 100 Kilo M. 3.50 bis 4., Weißkraut 50 Kilo M. 3 5., grüne Erbsen M. 15 bis 16., Mohrrüben 50 Kilo M. 6—8., Linsen M. 2845, ganze Erbsen M. 18— 22 pro 100 Kilo, geschälte Erb- sen M. 20—30., Bohnen M. 19—22., Orangen 100 Stück M. 10—12., Citronen 100 Stück M. 8., Kasta⸗ nien 50 Kilo M. 20— 22., Nüsse 100 Stück 60 Pf., Zwetschen M. 10 12.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 29. October 1887.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstuͤcke is,, do. in /: 1% Englische Sovereigns... 20. 34 20. 29 Russische Imperlales.. 16. 74 16. 69 Ducaten.„ 9. 58 „ al mareoo Dollars in Golde. J. 20
Sabbathfeier vom 5. November 1887, Beginn: Freitag Abends 4 Uhr 15 Min., Samstag Morgens 8 Uhr 15 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 20 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 6. November an Morgens 6 Uhr 45 Min., Nachmittags 4 Uhr. Montag den 7. und Donnerstag den 10. November: Selichoth.
Neue
evangelische Gesangbüchet mit größerm Druck vorräthig bei! Dar Blndernagel. Jagd ⸗Westen, Ian haft dun fan Se e
M. Netscher,
3534 zum billigen Laden.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 1. Nov. Fruchtpr. Walzen M. 16.50, Korn M. 13., Gerste M. 15., Hafer M. 11.50— 12. Alle
Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd.
Ein tüchtiges Hausmädchen
bis spätestens zu Weihnachten nach Friedberg gesucht von 3449 Frau Kreisbaumeister Kranz,
Grünberg, 29. Oktbr. Fruchtpr. Welzen M. 17,00, 1
Auf dem heutigen Markt kosten
7
i agtvuft!
stiedte rs
W but Ei
Ausweis
Juppons⸗ un
Slanmant
Bachsel⸗Cont dwositen danto⸗Correi


