tungen sei. Er halte die Vorlage für unnoͤthig, da man Seitens der Landwirthschaft bis jetzt noch keine Wünsche in dieser Richtung gehört habe. Für ihn sei ein solches Gesetz unannehm— bar. Ebenso sprachen gegen eine Annahme des
Gesetzes Wolz und Schönberger. Für Annahme sprachen Vogt und Schade, indem letzterer aus⸗ führte, daß durch ein derartiges Gesetz Hessen in
die Reihe der Staaten trete, welche seit langer Zeit als Muster für die Landwirthe hinsichtlich der Viehzucht gelten. Er empfehle entschieden die Annahme des Gesetzes. Nachdem noch von Ministerialrath Jaup die Annahme des Gesetz— entwurfes nach der Regicrungsvorlage empfohlen wurde, fand die Abstimmung über Artikel 1 des Gesetzes statt. Derselbe findet einstimmige Annahme des Hauses.
Berlin, 30. März. Statthalter Fürst v. Hohenlohe ist heute nach Straßburg zurück— gereist. Der Gesetzentwurf über Elsaß Lothringen soll jedenfalls noch in der laufenden Reichstags— session vorgelegt werden; derselbe befindet sich zur Zeit noch im ersten Stadium der Vorbe— reitung. Es steht für denselben als Gesichts— punkt fest, daß die Verhältnisse wie vor 1879 wieder hergestellt werden, die Gesetzgebung für Elsaß⸗Lothringen wieder ganz auf den Reichstag übertragen wird, jede autonome Gesetzgebung durch den Landesausschuß und das Staatssecre— tariat fortfällt. Bei Herstellung einer Provin— zialverwaltung nach Analogie der preußischen Oberpräsidien bleibt es zweifelhaft, ob der Statt— halterposten bestehen bleibt oder an dessen Stelle ein Oberpräsident tritt.
— 30. März. Der Kaiser hat sich von dem letzten Unwohlsein nahezu vollständig er— holt. Die Augenentzündung ist fast ganz ge— schwunden, das Allgemeinbefinden durchaus be— friedigend. Der Kaiser ist heute Morgen zu gewohnter Zeit aufgestanden und hat seine Ar— beiten wieder aufgenommen.
— Die Beschickung der Pariser Weltaus— stellung wird zur Zeit von Seiten der deutschen Regierung nach jeder Richtung abgelehnt.
— Das neue Branntweinsteuergesetz ist fertig. Finanzminister v. Scholz soll seinen neuen Entwurf dem Reichskanzler bereits vor— gelegt haben.
Ems, 31. März. Der Kronprinz trifft am 15. April zu längerem Aufenthalt hier ein. Ein Adjutant und ein Hofbeamter sind heute bereits hier eingetroffen und haben Wohnung im Kurhaus bestellt.
Wilhelmshafen, 31. März. Das Schulgeschwader ist aus Westindien kommend wohlbehalten auf hiesiger Rhede eingetroffen.
Metz, 30. Marz. Bei einer Anzahl Ein— heimischer sind in der letzten Zeit wiederholt Haussuchungen vorgenommen worden. Eine solche bei dem ehemaligen Urmacher Humbert hat dringenden Verdacht ergeben, daß Humbert Gelder an die franzsͤsische Patriotenliga abge— liefert hat. Auf Grund dessen wurde heute die Verhaftung des Genannten angeordnet.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 31. Marz. Der König von Rumänien hatte gestern wichtige Unterredungen mit dem Kaiser und dem Grafen Kalnoky, welche die Sicherung der Integrität und Unabhängigkeit Rumäniens zum Gegenstand hatten. Ohne einen förmlichen Vertrag in Aus— sicht gestellt zu erhalten, empfing der König namentlich im Hinblick auf gewisse Eventualitäten durchaus beruhigende Versicherungen. Das Königspaar ist heute nach Bukarest abgereist. Unterwegs ist der Salonwagen in Brand ge— rathen, wurde jedoch alsbald gelöscht.
Frankreich. Paris. Das Ministerium Goblet hat in der Pariser Deputirtenkammer in der Frage der Nachtragscredite einen glänzen— den Sieg erfochten. Finanzminister Dauphin stellte sein Portefeuille zur Verfügung, der Ministerpräsident Goblet erhob die Cabinets— frage und— mit 290 gegen 220 Stimmen nahm die Kammer die Credite an. Bei der Abstimmung über die gesammte Vorlage er— höhte sich die Majorität sogar auf 300 Stim— men gegen 204 Stimmen.
Danemark. Kopenhagen, 30. März. Der Folkething-Präsident Berg erklärte in der heu— tigen Sitzung des Folkethings, er sehe sich aus politischen Gründen veranlaßt, sein Amt nieder— zulegen und werde die Wahl eines neuen Prä— sidenten auf die morgige Tagesordnung setzen.
Bulgarien. Sosia, 29. März. Der Re⸗ gierung ist von einer Ansammlung aufrührerischer Banden in Reni bisher nichts gemeldet worden. Auch die Londoner Gerüchte von Putschversuchen, die in Varna und Burgas stattgefunden hätten, und von Truppensendungen, die dorthin gerichtet worden, sind falsch; in ganz Bulgarien herrscht vollständige Ruhe.
Rußland. Petersburg. Attentate hört man von hier: burger Ober-Polizeimeister Geueral-Adjutant Gresser am 25. März in der Gesellschaft des gegen— wärtig in Petersburg weilenden Moskauer Ober— Polizeimeisters Generalmajor Jurkowski über die neue Linie des Wassiljewskiostrow-Quar— tiers fuhr, gab plötzlich ein Idividuum auf die beiden Polizeichefs in der Nähe des Hauses
Ueber zwei neue
Als der Peters
Nr. 20 einige Revolverschüsse ab, ohne jedoch zu I treffen. Als die Polizeileute den Attentäter verhaften wollten, schoß dieser aus demselben A Revolver gegen seinen Kopf und stel auf der! Stelle todt zusammen. Der Attentäter scheint seinem Aeußeren nach kein Russe zu sein. So— dann kommt die Kunde von einem neuen Attentat gegen den Zaren. Die Nachricht wird von dem Reuter'schen Telegraphen-Bureau verbreitet, fand! aber bis jetzt noch keine Bestätigung. Diesmal? ist es aber nicht beim Mordplane geblieben; der Mordversuch wurde am 30. März ge⸗ macht. Das schwerwiegendste Moment der Mel dung liegt jedoch darin, daß das Attentat in Gatschina verübt wurde, in jenem durch Ge— heimpolizisten und großartige militärische Vor sichtsmaßregeln zur förmlichen Festung umge⸗“ wandelten Schlosse, welches der Zar als sicherste Zufluchtsstätte gegen die Nachstellungen der niht listischen Verschwoͤrer betrachtete. Welcher Art das Attentat war, ob wiederum Sprengstoffe] eine Rolle bei demselben spielten, oder ob auß der Umgebung des Zaren ein Angriff auf den Aue letzteren gemacht wurde, ist noch nicht bekannt. dn Der Zar wurde nicht verwundet. ten — Der Minister des Auswärtigen, v. Giers, 7 hat, wie der„K. Z.“ gemeldet wird, eine Audieng alle beim Zaren erbeten, um den Kaiser zu bitten Anon er möge zwischen ihm(Giers) und Katkowf kaschgh wählen. Giers verlangt nichts Geringeres, als“ die Unterdrückung der„Moskauer Ztg.“ Katkow's.] zinge 1 35829
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Buß⸗ und Bettag. 11— Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. ö 45 l Gottesdienst in der Stadtkirche. Iod Vormittags 10½ Uhr: Herr Candidat Schick. Dirne
Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach. Am Charfreitag Abendmahl in der Stadtkirche.
atholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 5/47 Uhr: der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
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