Einzelbild herunterladen

dieser Blätter mitzutheilen, daß durch die Kolonisten selbst ein großer Theil des Mobiliars(Tische, Bänke ꝛc.) angefertigt wurde, daß die Magazine einen schönen Vorrath von Kleidern und Schuhen aufweisen, daß fort— während die Werkstätten von Kolontsten bedient werden. Zugewandert waren z. B. 21 Schneider, 20 Schlosser, 18 Schuhmacher, 18 Bäcker u s. f.— An Arbeit fehlt es nicht, weder im Sommer noch im Winter. Die Anlage eines Gemüsegartens, einer O bst⸗ pflanzung, einer Weidenpflanzung sind außer⸗ ordentliche Zugaben zu den Beschäftigungen im Freien, die auch im Winter mit ganz geringen Unterbrechungen stattgefunden haben, durch Anlagen von Drainagen und Meltorationen, deren wohlthätige Wirkung schon dieses Jahr zu verspüren war. Rasch gewöhnen sich die Handwerker, für welche keine Werkstätte vorhanden ist, an die Feldarbeit. Bei dem erfreulichen Gesund⸗ heitszustand der Kolonisten ist die verfügbare Mann⸗ schaft stets in Beschäftigung, wie denn seit 1885 Tag⸗ lohn nicht mehr ausgegeben wurde.— Es ist für Sonntagsfeler gesorgt; je nach der Religion ziehen die Kolonisten in den katbolischen oder evan— gelischen Gottesdienst der Nachbargemeinden, deren Geistlichen die Kolonie zugewiesen ist. Diese nehmen sich der Kolonisten an und besuchen die Kolonie. Auch den Israeltten ist Gelegenheit gegeben, die nächstgelegene Synagoge zu besuchen, so wie auch für deren rituelle Verpflegung gesorgt ist. Mit dem Einüben guter Volks lieder und patrfotischer Gesänge, worin der Inspektor von musikkundigen Kolonisten unterstützt wird, wird die Liebe zum Vaterlande gekräftigt. Der Vorstand hat über die Fübrung der Kolonisten, die in auswärtiger Arbeit leihweise stehen, gute Zeugnisse aufzuweisen; auch ein Bruchtheil derjenigen, welche durch die Kolonie Stellen erhielten, führt sich gut. Viele unterliegen der Verfübrung und Versuchung, wenn sie sich frei fühlen, insbesondere verfallen sie wieder der Trunk— sucht, genährt in ausbeutenden Herbergen. Zum Schlusse theilen wir den Lesern mit, daß die Generalver sammlung des Vereins am 25. d. M. in Frankfurt stattgefunden bat. Die bereits geprüfte Rechnung wurde durch 3 gewäblte Revisoren für richtig befunden und Decharge ertheilt. Die Voranschläge für den Verein, die Kolonie und Wirthschaft wurden unverändert ange— nommen. Die 10 ausgetretenen Mitglieder wurden wieder gewäblt und der Vorstand durch Neuwahl ergänzt. Die Versammlung sprach dem Verwaltungs rath den Dank für die Verwaltung aus; sie betonte die Nothwendigkeit der Errichtung von Natralverpflegungsstationen für Oberbessen und Hessen Nassau; Starken⸗ burg und Rbeinbessen haben dieselbe auf Provinzial bezw Kreiskosten durchgeführt. Die Generalversammlung spricht die Crwartung aus, daß die Bewohner des Ver— eins gebletes in Stadt und Land in Dankbarkeit für die durch die Kolonie und die Stationen geleisteten Dienste und Wohlthaten in der Bekämpfung der Vaga— bondage und in der positiven Fürsorge für Arbeitlose forfahren werden, der Kolonie Unterstützungen zuzuwenden und dem verderblichen Bettel dadurch steuern zu helfen, daß sie die bettelnden Arbeits losen nicht direet unterstützen, sondern auf die Natural— verpflegungsstationen verweisen, wo gegen Arbeits—

leistung Verköstigung und Quaxtier zu erhalten ist und mit welchen Arbeits nachweisebureaus verbunden sind, selbstverständlich ebenso auf die Kolonie verweisen.

Triberg, 25. Oet. Heute früh 2 Uhr brannte das am Bahnhofe befindliche Susset'sche Sägewerk voll⸗ ständig ab. Die darin wohnende Familie von 7 Per— sonen kam in den Flammen um. Bis 8 Uhr Morgens hat man 6 verkohlte Leichen aus der Gluthmasse hervor— gegraben. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Unter den Verbrannten befinden sich 4 Kinder von 4— 10 Jahren. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle, konnte aber nichts mehr zur Rettung beitragen, indem in einem Momente das ganze Gebäude in Flammen stand.

Hannover. Die Scharlach- und Diphtheritisepi— demie greift hier in entsetzlicher Weise um sich. Die Zahl der täglichen Erkrankungen ist auf 30 gestiegen, und etwa 300 Kinder, auch viele Erwachsene, sind den außerordentlich bösartig auftretenden Krankheiten er— legen. Oft ist der Tod schon am zweiten Tage der Er— krankung eingetreten. Viele Familten haben alle ihre Kinder verloren, darunter auch schon Erwachsene im Alter von 20—25 Jahren.

Berlin. General-Feldmarschall Graf Moltke voll— endete am 26. Oet. sein 86. Lebensjahr. Seinen Ge— burtstag verlebte derselbe auf seiner Besitzung Kreisau in Schlesien.

Berlin. Die„Nordd. Allgem. Ztg.“ constatirt, daß durch Maßregeln gegen die Reblaus die Krankheit der Reben weit zurückgedrängt worden ist. Im Jahre 1885 gab es noch 88 Ansteckungsherde mit 27183 kranken Reben, 1886 nur 37 Herde mit 275 kranken Reben; zu hoffen ist, daß unter der Mitwirkung des Winzerstandes das Uebel wirksam zu bekämpfen sein wird.

Handel und Verkehr.

Butzbach, 26. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90 0.00. Käse per Pfd. 45— 46 Pf. Eter 1 Stück 7 Pf.

Homburg, 28. Oct. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4.50—5.00, per Gescheid 9— 10 Pf. Eier per Stück 7 und 8 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.00, 2. Qual. M 0.90.

Frankfurt, 27. Oct. Wochenmarkt. 30 Wagen Kraut und 20 Wagen Kartoffeln waren angefahren. Der Centner Kraut kostete M. 4.—5., das Malter Kartoffeln M. 4.— 5., Butter M. 85.—88., im Detail M. 1.10— 1.20, Eier das Hundert M. 4.50—7., das Stück 6-7 Pf., Zwiebeln 50 Ko. M. 10.— 12., Sauerkraut 50 Ko. M. 10., Blumenkohl 100 Stück M. 25.—50., Weißkraut das Stück 10 12 Pf., Rothkraut 20— 25 Pf., Spinat 50 Pf., Romainsalat 20 Pf. Heu 100 Ko. M. 4.80— 6.20, Stroh M. 4.60—5.60.

Frankfurt, 28. Oet. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31.50-32.50, Nr. 1 M. 27— 28, Nr. 2 M. 25—26, Nr. 3 M. 23— 24, Nr. 4 M. 17 bis 17.50, Nr. 5 M. 15—16, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49— 52, norddeutsche und westphälische Welzenmehle Nr. 00 M. 22.75— 73.75. Roggenmehl (bies.) Nr. 0 M. 22.50— 23.50, Nr. 0/1 M. 21.50 bis 22.50, Nr. 1 M. 18-19, Nr. 2 M. 16— 16.50. Mais bunter(mixed) etwas beschädigt M. 11, geschrotener

e

M. 13, Roggenkleie M. 4.50, Welzenkleie M. 3.80,(bei Abnahme von 200 Ctr. an). Malzkeime M. 4.20, Heu M. 2.502 75, Stroh M. 2.00— 2.25, per Ctr. Erbsen M. 18, Wicken M. M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Sesamkuchen M. 5.40, Rapskuchen M. 5.75, Mohnkuchen M. 3.50, Rüböl im Detall M. 50, Chilisalpeter per Februar 1887 stark weichend M. 9- 9.50.

Brodpreise vom 1. bis 16. November. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach

unverändert.

Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Novbr. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert. In Bad⸗Nauheim kostet das fleisch 40 Pf.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. 19. Sonntag nach Trinitatis. Resormationsfest. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach.

Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abendmahl. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Herr Candidat H. Loos. Gottesdienst in der Burglirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach.

Am 20. Sonntag nach Trin. Erntefest und Abend⸗ mahl in der Stadtkirche.

/ Kilo Hammel⸗

statholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 9/7 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. zur heil. Beicht. 7 Uhr: Jubiläums-Andacht. Montag: Fest Aller⸗Heiligen. Morgens 6 Uhr: Beicht; ¼7 Uhr: Austhellung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Feierliche Vesper und gleich darauf Andacht für die armen Seelen, dann Beicht. 7 Uhr: Jubiläums-Andacht. Dienstag: Gedächtniß Aller⸗Scelen. 7¼ Uhr: Ein Seelen Amt für alle Abgestorbenen, darunter Austheilung der heil. Communion 5 Uhr: Allerseelen Andacht.

Nach Tisch ein Gläschen Widtfeldt's Magenbehagen ist das angenehmste und sicherste Verdauungs- Mittel. Niederlage u. A, bei Wilhelm Bernbeck. 4100

Darauf Gelegenheit

9— 1 1 Bekanntmachung. Samstag den 30. Oetober d. J. sollen in der Ge— markung Ilbenstadt verschiedene Erdarbeiten, veran— schlagt zu eirea 2000 Mark, öffentlich in Accord ver geben werden. Die Zusammenkunft ist Nachmittags 2 Uhr an Großherzoglicher Bürgermeisterei Ilbenstadt. Friedberg den 27. Oetober 1886. Müller, 4064 Geometer J. Klasse.

Vergebung von Drainage⸗Arbeiten.

Dienstag den 2. November d. J., Nachmittags 1 Uhr, sollen im Rathhause zu Ossenheim die bei Drainirung der Fluren III und IV daselbst vorkommenden Graben— arbeiten, inel. des Röhrenlegens ꝛc. mit 18,158 lfd. m, veranschlagt zu 2542 M. 12 Pf., an die Wenigstnehmen— den in Accord gegeben werden.

Friedberg am 27. Oetober 1886.

Greb,

4073 Provinzial-Wiesenbaumeister. Oeffentliche Aufforderung. Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nachlaß

der Wittwe des Anton König XIII. von Ober-Mörlen,

Elisabetha, geb Scheibel, sind binnen 14 Tagen bei

unterzeschnetem Gerichte anzumelden, sonst finden sie bei

der Nachlaßregultrung keine Berücksichtigung.

Bad-Nauheim den 26. October 1886.

Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim.

1 Bauer.

408 Die Obstbaumschule von Erust Lüttich in Oberursel am Taunus empfiehlt in großer Auswahl kräftige, gutbewurzelte

Obst Hochstämme und Zwergobst-Stämme in allen Formen. Verschiedene erste Preise in Frankfurt a. M. 1884

und Berlin 1885. Cataloge gratis u franco.(H. 63919.) 2 freundliche, 57 für einen Herrn zu ver⸗ schön⸗ möblirte Zim mer miethen.

Wo? sagt die Exped. d. Anz. 4086

Das Neueste

nn Kaputzen, Kopfshawls, Pelerines,

gestrickten wollenen Halstüchern, Mohair⸗ und Chenilletüchern,

Damenwesten, gestrickten Kinderkleidern, Jäckchen, Röckchen, Kindergamaschen und Schuhen sowie Unterjacken, Unterhosen, Socken und Strümpfe empfiehlt zu den billigsten Preisen

3856

K. Friedrich, Kaiserstraße 77, neben der Post in Friedberg.

A. Pelissier, Hanau,

Tuch und Leinwand Handlung.

255 Große Auswahl.— Lillige Preise.

12 der deutschen Kaffee- Import- Gesellschaft

mann in Vilbel.

Einen Zughund

mit Geschirr und Wagen hat zu verkaufen 4076 Ober⸗Wöllstadt. Martin Sittig.

Zwei zur Zucht taugliche

Englische Eber,

sowie drei jährige, sämmtlich reine Vorkshire, hat zu 410

verkaufen Reichelsheim. Wilh. Knöpp.

5 Brillant-Kafsfee WIIIy Schwab& Cie., Cöln,

liefert ein durch Wohl geschmack, Kraft und Aroma unübertroffenes Getränk mit einer Ersparniss von 25 Procent allen anderen gerösteten Kaffee's gegenüber.

Niederlage in ½ und ½ Kilo- Packeten, per ½ Kilo M. 1.20, M. 1.40 und M. 1.60 bei W. Bernbeek in Friedberg, BB. Senwnh jun. in Bad- Nauheim, Caeeilie Kull-

3895

Dickwurzmühlen in allen Größen vorräthig bei 4093 Ertledberg. G. Schudt.

Im Reinigen von Vettfedern

empfiehlt sich Frau Möbs Wittwe, 88 wohnhaft in der Burg im v. Löw'schen Thorhause.

98 für Herren, Damen und Kinder. emden, u ee. Friedrich.

9 ä

1

er 1 Zia

14.5015, Moostorfstreu prima