präsident Szlavy verurtheilte die Art der Ueber—
schreitungen, Ghiezy sprach ebenfalls den schärfsten
Tadel aus; der betreffende Posten wurde zwar!
bewilligt, die Stellung des Handelsministers Szechenyi jedoch durch die gefallenen Aeußer— ungen so erschüttert, daß er seine Entlassung eingereicht hat.
Schweiz.
Bern. Auch der Ständerath
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Die Zeitungen sind voll von Klagen über die Betriebsstörungen der Post und der Eisenbahnen in Folge des Schnees. Vom Riesengebirge bis zu den Vogesen erstreckt sich noch immer die ungeheuerliche Schneecalamität, welche sich in Sachsen und Schlesien zum wahren Landesunglück steigert. Noch immer dauern
an vielen Orten Deutschlands wie Ostfrankreichs die Schneefälle
und Schneeverwehungen fort: Eisenbahn, Post, Telegraph und Telephon sind in ihren Funktionen
ermächtigte den Bundesrath die für 1888/89 faufs Schlimmste gestört. Vielfach sind die Züge mitten
vorgesehenen Credite zur Beschaffung des Kriegs— materials schon 1887 zu verwenden.
Großbritannien. London. Die eng— lische Regierung soll Nachrichten erhalten haben, daß irische Dynamitattentäter von Amerika nach England abgereist sind. So viel steht jeden— falls fest, daß unter den Extremen der Irisch— Amerikaner in der letzten Zeit erhöhte Thätig— keit herrscht.
— Die in Loughrea eingeleitete strafgericht— liche Untersuchung gegen Dillon, O'Brien, Harris und Sheehy ist niedergeschlagen worden. Die Genanten werden jedoch, in Gemeinschaft mit Redmond und Crilly, zwei anderen Hauptur— hebern des„Feldzugsplanes“, nächsten Donners— tag vor dem Poltizeigericht in Dublin zu er— scheinen haben, um der Anklage Rede und Ant— wort zu stehen, daß sie sich zu dem Zwecke ver— bunden bätten, die Pächter zur Verweigerung der Zahlung von Pachtgeldern zu veranlassen, die sie gesetzlich zu zahlen verpflichtet seien.
Bulgarien. Sofia. Die„Times“ meldet aus Pbilippopel, die Türkei concentrire enorme Truppenmassen in Macedonien. Am 13. Dezbr. standen dort 113 Bataillone Infanterie, 5 Re— gimenter Cavallerie und 32 Batterien.
— Das bulgarische Telegraphen-Bureau kündigt die Candidatur des Grafen Pejacsevies an, der bulgarischer Abstammung ist und dessen Candidatur sehr populär wäre.
Rußland. Petersburg, 22. Dezbr. Die bulgarische Gegendeputation mit dem Metropo— liten von Sofia und dem Exminister Zankow ist in Odessa eingetroffen und geht nach Gat schina. Katkow wurde von der Regierung be— hufs Rathgebung in der gegenwärtigen schwie— rigen Situation berufen.
auf der Tour im Schnee stecken geblieben und glücklich noch waren die Reisenden, welche auf einer nahen Station in Gasthöfen und Wartesälen Unterkunft, Nahrung und Erwärmung fanden. Strecken, welche schon für freigemacht galten, scheinen neuerdings verweht zu sein, so zum Beispiel bletben heute, Donnerstag Vormittag wieder die Berliner, Leipziger, Württemberger und Badenser Posten aus, nachdem man schon gehofft hatte, wenigstens süddeutsche, und aus Norddeutschland die über Kreiensen gehenden Sendungen regelmäßig zu erbalten. Schon gesellt sich zu der Schneecalamität auch die Ueber schwemmung in Folge des eingetretenen Thauwetters. Die Nidda ist über ihre Ufer getreten und überschwemmt die angrenzenden Wiesen und von den größeren Flüssen wird beträchtliches Steigen gemeldet.
r. Bad Nauheim. Der hiesige Sprachlehrer Knoll ist im Lause d. Mis. in den Ruhestand getreten und wird dessen Stelle nicht wieder besetzt werden. Knoll, ein ge— borener Elsäßer, war vor seiner hlesigen Anstellung Haus lehrer bel dem damaligen Spielbankdireetor Gunz und genoß den Ruf eines tüchtigen Sprachlehrers. Im Jahre 1869, als durch den verstorbenen Seminardsreetor Stein— berger die Reorganisation des hiesigen Schulwesens vor— genommen wurde, wurde zu den seitherkgen kurhessischen Lehrern, noch der jetzige Kreisschulinspector Schaub, ferner Lehrer Wagner und Knoll als Sprachlehrer dahier ange— stellt. Knoll verwaltete seine Stelle in dieser langen Reihe von Jahren, trotz seiner geschwächten Gesundheit, mit der größten Treue und Gewissenhaftigkeit. Möge ihm von seinen Schülern ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben.
Bingen, 22. Dezbr. Gestern Abend stießen auf dem hiesigen Bahnhofe zwei Rangir-Locomotiven zu— sammen. Mehrere Bahnbeamte, welche sich in einem an— hängenden Wagen befanden, erlitten nicht unerhebliche Contusionen am Kopf und an den Schultern. Die belden Maschinen wurden stark beschädigt.
Allerlei.
Mannheim, 23. Dez. Der um ½10 Uhr heute Vormittag von der Station Oggersheim nach Ludwigs hafen abgehende Personenzug der Pfälzischen Bahn stleß auf offener Strecke unter vollem Dampf mit einer ent— gegenkommenden Lokomotive zusammen. Etwa u 6 Per— sonen, Händler und Händlerinnen aus Lambsheim und Freinsheim sind schwer verwundet, eine größere Zahl ist
leicht verletzt.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. Weihnachtsfest. Erster Festtag.
Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½, Uhr: Herr Candidat Christmann.
Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½½,ʒ ‚Uhr: Herr Dekan Meyer.
(Nach dem Gottesdienst Beichte.) Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer br. Weiffenbach.
Zweiter Festtag. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1½⁰, N Uhr: Herr Candidat Jaudt.
Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½ʒ Uhr: Herr Kirchenrath Baur. Abendmahl. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin.
Katholische Gemeinde.
Freitag Nachmittag von 3 Uhr an Beicht.
Am ersten Feiertag Morgens 6 Uhr: Christmette mit Predigt. Während der Mette Austheilung der heil. Communson.
10 Uhr: Feierliches Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Vesper mit Segen; darauf Beicht.
7 Uhr: Jubiläums-Andacht.
Am zweiten Feiertag: 3,47 Uhr: Austhetilung der heil. Communion.
10 Uhr: Hochamt mit Segen und Predigt.
2 Uhr: Andacht mit Segen.
7 Uhr: Jubiläums-Andacht.
Jsraelitische Gemeinde.
Montag den 27. und Dienstag den 28. Dez. 1886: Neumond⸗ und Chanukafeier. Neumond Thebet.
Sonntag Abends 3 Uhr 45 Min. Montag Morgens 3 47 Uhr. Montag Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Dienstag Morgens 3/7 Uhr. Dienstag Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Mittwoch den 29. Dezember: Ausgang des Chanuka⸗ festes Morgens 7 Uhr.
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