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Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag,
0 Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf.
lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 P uu die einspallige Perttzeile 1 Pf., locale Musch 6h dem Uresse 17 Pf. auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf—
Annoncen von
Amtlicher Theil.
die r e des Innern und ber Justiz hat dem Turnverein zu Schotten die Erlaubniß ertheilt, zur theilwelsen Gewinnung der Mittel für— 2 10 ner win halle eine Verloosung von; Mobliltargegenständen im nächsten Frühjahre zu veranstalten. Es durfen höchstens 10,000 Loose à 50 Pf. ausgegeben en, und muß der Werth der Gewinnste mindestens 600% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose belragen. f
Der Vertrieb der Loose ist auf die Provinz O
berhessen beschränkt.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Heute trat der Gesetzgebungs— ausschuß der zweiten Kammer in Thätigkeit, zu⸗ nächst um das Gesetz über die Feldbereinigung in Berathung zu nehmen. Saͤmmtliche Aus— schußmitglieder, auch der Praͤsident der zweiten Kammer, waren erschienen. Berichterstatter ist der Abgeordnete Haas. 5
Berlin. Aus Sofia wird gemeldet, das deutsche Consulat habe deßhalb den Schutz der russischen Unterthanen in Bulgarien abgelehnt, weil Kaulbars auch denjenigen der Montene— griner und derjenigen Bulgaren verlangte, die bis— her unter russischer Protection standen. Die Nach—
richt ist gänzlich unbegründet. Vielmehr ist die vor
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mit„freudiger Ueberraschung“ begegnen.
einigen Tagen von der russischen Regierung ge— stellte Anfrage umgehend und zustimmend be— antwortet worden, ohne Vorbehalt.
— Gerüchtweise verlautet, der Kaiser habe für den wegen Landesverraths zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilten dänischen Capitän a. D. Sarauw eine Strafmilderung zu 6 Jahren Ge— fängniß eintreten lassen.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Die„Neue Freie Presse“ meldet, nach dem Fr. J., Oester— reich dürfte demnächst die Mächte auffordern, sich über die bulgarisch-ostrumelische Frage zu ver— ständigen, um die Union von Bulgarien und Rumelien legal zu regeln und um die Revision des organischen Statuts zu bewerkstelligen. Die neuerliche Fürstenwahl soll erst hiernach erfolgen. Die Verhandlungen werden zunächst von Cabinet zu Cabinet gepflogen werden; sobald die Basis für eine Verständigung gefunden ist, wird ein Antrag zur Einberufung einer europäischen Con—
ferenz erfolgen.
— Der„Pest. Ll.“ folgert aus der Stell— ungnahme Rußlands zu Frankreich, daß in der gegenwärtigen Phase der Orientverwickelung Rußland mit Frankreich mehr Berührungspunkte Wenn die Angelegen— heit sich thatsächlich so verhält, wie es den An— schein hat, so darf man den Wiener politischen Kreisen Recht geben, daß sie dieser Wendung Die bloße Drohung mit einem französisch-russischen Bündniß würde Rußland auf das sicherste isoliren. Pest. Der Bericht des Budget-Ausschusses der österreichischen Delegation über den Voran— schlag des Ministeriums des Auswärtigen con— statirt mit größter Befriedigung die Erklärungen des Grafen Kalnoky und spricht mit vollstem Vertrauen die Hoffnung aus, es werde dem Minister auch fernerhin gelingen, im Einklange mit den von ihm dargelegten und als richtig anerkannten Zielen die Juteressen der Monarchie in vollem Umfange zu wahren.
— Dem„Fr. J.“ berichtet man von hier: Zwischen Oesterreich und England erfolgten schriftliche Abmachungen im Einvernehmen mit Deutschland, wonach Englands Verhältniß zu dem deutsch-österreichischen Bündniß genau ge— regelt wird. Die Vereinbarung trägt den Charakter eines Defensivbündnisses.
Belgien. Brüssel. Hiesige Berichte schildern; die Lage des jungen Congostaates als sehr bedenk— lich. Der Lieutenant Dubois(an den Stanley— Fällen stationirt) ist nicht ertrunken, sondern durch einen Pfeil auf der Flucht durchbohrt worden.
Gent, 23. Nov. Gestern Abend 11 Uhr war Alles ruhig. Die Bürgergarde wurde entlassen.
Großbritannien. London, 21. Nov. Die heutige socialistische Versammlung auf dem Trafalgarsquare verlief nach dem Fr. J. ohne Zwischenfälle; die Zahl der Anwesenden wurde auf 50 bis 55,000 geschätzt. In den einzelnen Arbeiterzügen wurden rothe Fahnen getragen und die Musik spielte die Marseillaise. Aus der Provinz waren nur einige weniger zahlreiche Deputationen erschienen.
Italien. Rom, 21. Nov. Die königliche Familie ist heute von Florenz hier angekommen und von sämmtlichen liberalen Vereinen am Bahn— hofe empfangen worden. Auf der Fahrt vom Bahnhofe nach dem Quirinal begrüßte die in den Straßen versammelte Volksmenge den König und die Königin mit Hochrufen.
— Die neuesten aus den ttalienischen Co— lonien am Rothen Meere angelangten Nach— richten besagen, daß Debel, der Vetter des abes— sintschen Königs Johann, und dessen Grenzgou— verneur Ras-Alula unter einander wetteifern, die Karawanen auszuplündern und die italienischen Truppen auf dem„Qui vive“ zu erhalten. Das mörderische Klima von Massauah, welchem schon so mancher brave italienische Offizier und Sol— dat zum Opfer gefallen, hat den Kriegsminister, General Ricotti, veranlaßt, die Verfügung zu erlassen, daß Offiziere, welche ein Jahr dort gedient haben, das Recht haben sollen, ihre Ver— setzung nach dem Heimathlande zu verlangen.
— Nach Meldungen von hier beklagte sich der Papst in einem Brief an den Kaiser von Oesterreich über die italienische Regierung und suchte die Intervention des österreichischen Mo— narchen nach, da er bei der Fortdauer der gegen— wärtigen Lage Rom verlassen müsse,
— Die oppositionelle„NRiforma“ meldet: Der italienische Marineminister habe vier Kriegs— dampfer:„Amadeo“,„Colonna“,„Italia“, „Bausan“ nach Varna abcommandirt. Eine Auf⸗ klärung über diese Sensations-Meldung wird abzuwarten sein; in das Schwarze Meer würde das Geschwader schon mit Rücksicht auf das gel— tende internationale Recht nicht einfahren dürfen.
Türkei. Konstantinopel, 23. Nov. General Kaulbars ist mit dem russischen Cousul Igel— stroͤm aus Philippopel hier eingetroffen.
Bulgarien. Sofia. Ueber den Fürsten von Mingrelien, von dem man freilich noch immer nicht genau weiß, ob er als erusthafter russischer Can— didat für Bulgarien anzusehen ist oder nicht, schreibt man der„Kr.⸗Ztg.“ von wohlunterrich— teter Seite:„Der in den Zeitungen jetzt wohl ohne Grund als Candidat für Bulgarien genannte Fürst von Mingrelten soll eine durch Krankheit und häusliches Unglück völlig apathisch gewordene Persönlichkeit sein; seine Frau sei 7 absolument impossible— auch für die, halbasiatischen“ Länder dort unten mit ihren weiten Begriffen.“
Rumänien. Bukarest, 21. Nov. Der König und die Königin sind mit den Prinzen Leopold und Ferdinand von Hohenzollern heute Nachmittag aus Sinaia hier eingetroffen. Zum Empfang hatten sich die Mitglieder der Civil— und Militärbehörden am Bahnhofe eingefunden.
Griechenland. Athen, 22. Oct. Der Prinz von Wales wird im Laufe des nächsten Monats hier erwartet, um an den anläßlich der Mündigkeitserklärung des Kronprinzen stattfin— denden Festlichkeiten theilzunehmen.
Indien. Bombay. Telegrammen aus Lahore zufolge melden dort von Ghuzhni eingetroffene Kaufleute, die Ghilzais hätten die Truppen des Emirs von Afghanistan besiegt. Der Auf— stand greife rasch um sich; ein Theil der Truppen des Emirs nebst Artillerie sei zu den Ghilzais übergegangen.
China. Peking. Die chinesische Regierung geht rüstig mit der Verstärkung ihrer Flotte vor. In England und in anderen Ländern werden für sie Schiffe der neuesten Construction gebaut. Der frühere chinesische Gesandte in London, Marquis Tseng, der zum Chef der Admiralität in China ernannt wurde, ist in Peking ange— kommen und hat die Functionen seines neuen Amtes übernommen.
Aus Stadt und Land.
t. Friedberg. Gegen Beimischung von Mehl in Wurstwaaren hat das Reichsgericht jüngst in einem Er— kenntniß, welches eine Bestrafung von Lebensmittelver— fälschungen bestätigte, ausgeführt:„Das Publikum, welches, wie festgestellt ist, gegen die Beimischung von Mehl zu den Wurstwaaren keineswegs gleichgültig ist, sondern im reellen Verkehre nur aus thiertschen Bestand— thellen zusammengesetzte Würste zu erhalten erwartet, ist getäuscht, wenn die angeführten vortheilhaften äußer— lichen Eigenschaften der Würste durch einen Zusatz von Mehl hervorgebracht sind, denn obwohl Mehl gleichfalls ein Nahrungsmittel und an sich nicht schädlicher Natur ist, wird hier das bessere zur normalen Herstellungsweise erforderliche Nahrungsmittel durch ein geringeres in der Form von Kletster ersetzt, dadurch zugleich eine größere Menge Wasser in die Würste gebracht und überdies der Gährung und Zersetzung ihres Inhaltes Vorschub geleistet.“
g. Seulberg, 23. Nov. Vergangene Nacht brach in dem Gasthaus„Zur Rose“ dahter Feuer aus, das trotz rasch zur Stelle gewesener Hülfe das Wirthschafts— gebäude nebst angrenzenden Scheuern und Stallungen in Asche legte.
Oppershofen, 28. Nov. Nach dem W. B. wollte gestern Nachmittag der Sohn eines hiesigen Orts— bewohners von der Scheune seines Meisters Korn zum Dreschen herunterholen, glitt aber dabei aus und stüͤrzte aus der Höhe herab, zuerst auf einen eisernen Träger und von da in die Tenne. Der Sturz hatte eln Zer— springen der Schädeldecke zur Folge. Der Arzt hofft indeß, den Verletzten am Leben zu erhalten. Derselbe befand sich gestern Abend und heute früh den Umständen nach wohl.
Ober⸗Hörgern, 23. Nov. Am Freitag Abend wurde dem W. B. zufolge dem 15jährigen Sohn des Joh. Gg. Seip dahler mittelst einer mit der Dresch maschine in Verbindung stehenden Häckselmaschine die rechte Hand total abgeschnitten. Erst vor einigen Wochen war der Vater des Verunglückten von der Scheune ge stürzt und zerbrach mehrere Rippen.
Darmstadt. Die Prinzessin Heinrich von Batten berg, die Tochter der Koͤnsgin von England, ist heute früh von einem Knaben enkbunden worden.
Mainz, 22. Nov. Ein Todesfall unter ganz merk würdigen Umständen ist von hier zu berichten. Gestern holte eln hler in Stellung befindliches Frauenzimmer ihr außerehelich geborenes, etwa 14/2jährtges Kind bel seinen Pflegeeltern ab, um dasselbe heute Früh todt zurückzu


