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Durch kriezsgerichtliches unterm 16. d. Mts. bestätigtes Erkenntniß vom 10. Junk er. ist der Rekrut Conrad Heinrich Wagner aus dem Bezirk der 49. Infankerl. Brigade, geboren am 26. März 1863 in Ober Rosbach, Krels Friedberg, in contumaejam für fahnenflüchtig erklärt und in eine Geldstrafe von 300 M. verurthellt worden.

Darmstadt den 18. Juni 1886.

Weingärtner, Martin, von Sprendlingen ist auf Grund Haftbefehls wegen Diebstahls im Betretungsfalle festzunehmen und Großherzoglichem Amtsgericht Bad⸗

Nauheim vorzuführen. Friedberg den 19. Juni 1886

Kriegsgerichtliches Erkenntniß.

Gericht der Großherzoglich Hessischen(25.) Dtloision.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Tobias Schmidt und Jacob Schmidt VII. von Gambach wurden als Feldgeschworene für diese Gemeinde in Pflichten genommen

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Der Großherzogliche Amtsanwalt. Wagner.

Deutsches Reich.

Darmstadt Bei der zweiten Kammer ist ein Antrag des Abg. Schröder eingelaufen, dahin gehend: DieKammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen um: 1. umfassende, inso weit nöthig, wenn möglich außerhalb des Groß herzogthums vorzunehmende Erhebungen zur sorg lichen Prüfung der Frage, ob und event. auf welchen Grundlagen eine Staatsanstalt zur Ver sicherung gegen Hagelschaden mit Versicherungs zwang errichtet werden kann, wie solche für die Immobilien-Brandversicherung seit Menschen altern in unserem Lande wirksam ist? 2. um geneigte Mittheilung der zusammengefaßten Er gebnisse dieser Untersuchungen und der darauf gegründeten Ansichten über den Gegenstand.

Nächsten Freitag und Samstag finden Sitzungen der ersten Kammer statt, in welcher dieselbe das ihr aus dem anderen Hause über kommene Material zum größten Theile erledigen wird. Größere Debatten durften nach den Hess. Volksbl. kaum bevorstehen, indem die Aus schüsse fast in allen Sachen Beitritt zu den Be schlüssen der zweiten Kammer beantragen. Die wichtige Gesetzesvorlage betreffs der Unterbring ung verwahrloster Kinder steht jedoch nicht auf der Tagesordnung dieser beiden Sitzungen.

Dem Forstmeister Herpel zu Friedberg wurde das Ritterkreuz 1. Kl. des Ludewigs Ordens verlieben.

Berlin, 21. Juni. Der Kaiser wird nach Beendigung der Kur in Ems sich wie im vorigen Jahre zum Besuch der Großherzoglich Badischen Herrschaften nach der Insel Mainau begeben und von dort zu einer dreiwöchentlichen Kur nach Gastein gehen. Heute Nachmittag hat die Kaiserin mit Extrazug Baden-Baden verlassen, um sich nach Koblenz zu begeben. Fürst Bismarck ist heute nach Potsdam zum Kronprinzen gereist.

DerReichsanzeiger berichtet, daß der Wirkliche Geheime Legationsrath Reichardt zum Director des Auswärtigen Amts ernannt ist

München, 21. Juni. In der gestrigen geheimen Commissionssitzung des Abgeordneten hauses, welche Stunden dauerte, wurde die Berathung des Actenmaterials fortgesetzt. Unter den den Kammern vorzulegenden Nachweisen be finden sich nebst anderen Schriftstücken drei Todes urtheile, die der König aus eigenem Antriebe gegen seine Minister gefällt hat. Der Erste, gegen welchen er aus Hohenschwangau ein der artiges Todesurtheil absenden ließ, war der Finanzminister. Es geschah dies unmittelbar, nachdem derselbe durch Rath Klug dem König hatte zu wissen thun lassen, daß er nicht in der Lage sei, die geforderten Geldbeträge zur Dis position zu stellen. Als Verschärfung der dem Finanzminister zugedachten Todesstrafe war be stimmt, daß derselbe in seinem Amtsbureau auf⸗ gehängt werden solle. Nach und nach erhielten sämmtliche Minister ihre Verurtheilung zum Tode, als Letzter Freiherr v. Crailsheim im März dieses Jahres. Die Herren haben diese Schriftstücke wohl verwahrt und die Originale liegen den Akten bei. Ferner sind darin alle Beweisstücke enthalten, die sich auf die ange ordnete Verhaftung des Cabinets-Secretärs v Ziegler und die täglichen Rapporte beziehen, die dem König über das Befinden des vermeint lich in Festung internirten Ziegler vorgelegt werden mußten. Es fehlen darin nicht die Aus sagen der 32 durch den König verwundeten Per sonen, denen der König, sei es durch Instru mente oder, in Ermangelung solcher, durch Gläser

und Porzellan Schaden zufügte, und der Summen, die er dann den Beschädigten als Schmerzens geld auszahlen ließ. Die größe Summe beträgt 12,000 M., welche jener Chevauxleger erhielt, dem der König auf Herren-Chiemsee ein kost bares Theeservice aus Meißener Porzellan an den Kopf schleuderte, weil er auf dem glatten Parquet des Speisesalons ausgeglitten und eine Flasche hatte fallen lassen. Die Briefe über die Bildung einesMinisteriums Hesselschwert (Kammerdiener des Königs) bilden auch einen Bestandtheil der Denkschrift, ebenso das Dekret, durch welches einer der Minister nach Amerika verbannt wird. Hier ist zu bemerken, daß der König sich schon am nächsten Tage nach der Verbannung einen Bericht über die Lage des Verbannten vorlegen ließ, für die Famllie des selben ein Unterstützungsdekret ausfertigte und als er drei Tage später die Rede desselben Ministers im Kammerbericht las dessen Ver bannung ganz vergessend die Bemerkung machte: Das war sehr gut gesprochen! Ferner liegt ein Brief des Königs vor, den er versiegelt jenem Chevauxleger übergab, den er einmal zum Diner geladen und huldvollst entlassen hatte. Dieser Brief ist an eine hochstehende Persönlich keit Münchens gerichtet und enthält den Befehl, den Ueberbringer sofort erschießen zu lassen. Mit Bezug auf die erbliche Belastung, welche das Geschick Ludwigs II. und seines Bruders Otto herbeigeführt hat, bemerkt dieSchles. Ztg.: Ganz zweifellos hat die Inzucht, die Eheschließ ung unter Verwandten, ihren Antheil an der erblichen Geistesstörung. Aber noch eins tritt hinzu: denGeschlechtern, d. h. denjenigen Fa milien, welche ihren Stammbaum nachweisen können und welche bei Eheschließungen an be stimmte durchweg höhere Stände gebunden sind, scheint die Natur eine gewisse Zeitfrist gesetzt zu haben, über welche sie nicht dauern sollen. Fach gelehrte sind der Ansicht, daß diese Lebensgrenze über etwa 1000 Jahre nicht hinausreiche und daß eine weitere Fortpflanzung der Familien nur möglich sei, wenn wieder frisches Blut aus Volks kreisen eingeführt werde, welche der Natur näher stehen als der Cultur, und darum von geistigen Anstrengungen und Aufregungen, von verfeinerten materiellen Genüssen und abnormen Lebensgewohn heiten weniger berührt werden. Das Haus Wittelsbach zählt zu den ältesten Geschlechtern.

21. Juni. Kammer der Reichsräthe. Die hohe Kammer zählt 66 Mitglieder; davon hatten sich 48 zur öffentlichen Sitzung einge funden, die Prinzen des Königl. Hauses voll zaͤhlig(Ludwig, Leopold, Arnulf, Ludwig Fer dinand, Alfons) von den vier Herzögen in Baiern, die dem Hause angehören, zwei: Carl Theodor und Ludwig. Sämmtliche Minister sind anwesend. Franckenstein eröffnet die Sitzung und theilt zu nächst mit, daß er im Namen des Reichraths der Königin Mutter dessen Beileid ausgesprochen habe und ersucht hierauf den Berichterstatter des Ausschusses in Betreff der Regentschaftsvorlage das Wort zu nehmen. Der besondere Zwölfer Ausschuß hat nach drei Berathungen, in welchen durch die Staatsregierung das gesammte urkund liche Actenmaterial vorgelegt und Prof. Grashey als Sachverständiger zugezogen wurde, den ein stimmigen Beschluß gefaßt, es sei dem in der Botschaft des Prinzen Luitpold vom 14. Juni d. Is. gestellten Antrage:Der auf Grund des Tit. II. F. 11 der Verfassungsurkunde gemäß Bekanntmachung vom 10. Juni d. Is. von Uns

zu empfehlen. Die Kammer der Reichsräthe nahm einstimmig den Ausschußantrag, der Re gentschaft zuzustimmen, an und überwies den Antrag wegen der Dotation des Regenten dem Finanzausschuß. Der Präsident schlug vor, allen fallsige Anträge betreffs einer Interpretation der Verfassungsartikel(Beamtenanstellung während

geben zu dürfen. Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 22. Juni. Das Abgeordnetenhaus nahm den Zolltarif in dritter Lesung mit 157 gegen 86 Stimmen an.

Belgien. Brüssel. Prinz Victor Napoleon trifft hier zu bleibendem Aufenthalt ein.

Frankreich. Paris. In dem Prozesse wegen Ermordung des Ingenieurs Watin in Deeazeville hat das Schwurgericht des Avey ron Departements die Angeklagten Bedel zu acht jähriger Zwangsarbeit, Lescure zu siebenjähriger, Blanc zu sechsjähriger und Caussanel zu fuͤnf jähriger Gefängnißstrafe verurtheilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen.

Türkei. Constantinopel. Der seit einigen Jahren im türkischen Staatsdienste stehende preußische General v. d. Goltz Pascha ist, wie anderweit schon bekannt geworden, nun ent schlossen, seinen Vertrag mit der türkischen Re gierung nicht mehr zu erneuern; die Familie desselben ist bereits nach Deutschland abgereist.

Aus Stadt und Land.

W. Steinfurth. Der Tag unseres Festes rückt immer näher. Die Vorbereitungen sind vom Comité so getroffen, daß, wenn wir schönes Wetter bekommen, gewiß alle Gäste unsern Festort befriedigt wieder ver lassen werden. alle zugesagt. Die Festwirthschaft wurde den beiden Wirthen Rosenbecker II. Wwe. und W. Dreßler übertragen.

p. Gießen. Die Vorbereitungen zum Schüßen Fest am 18. Itli beginnen immer greifbarere Ge stalt auzunehmen, und es zeigt sich auch hier wleder, daß die Wahl Gleßens als Festplatz eine sehr glückliche zu nennen ist. Die Schießordnung entspricht vollständig der der großen Schützenfeste und auch sonst wird Alles gethan, um dem Feste einen der Bedeutung des Schützen gauesHessen und Nassau angemessenen Charakter zu geben. Schützenhalle und Vorplatz bieten über 2000 Plätze, Raum ist also vorhanden. Zur Erinnerung an das Fest wird eine Medaille geprägt. Nachstehend lassen wir das ausführliche Festprogramm folgen: Samstag den 17. Juli Abends 8 Uhr Bankett in der Festhalle. Sonntag den 18. Juli: Morgens 6 Uhr: Weckruf mit Kanonendonner, 10 Uhr: Früheonzert im Standquartier Restauration Stein(Selters weg), sodann Abholen der fremden Schützen von den Bahnhöfen. Mittags 12 Ur: Gemeinsamer Mittagstisch im Standquartier. 2 Uhr: Aufstellung des Festzuges nach der Zugordnung. ½3 Uhr: Abmarsch durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz. Beginn des Preis-Schießens. 4 Uhr: Großes Concert, Tanz und Volksbelustigung. Montag den 19. Juli: 8 bits 12 Uhr: Preis-Schteßen. 10 Uhr: Früheoneert auf dem Festplatz Nachmittags 2 bis 8 Uhr: Preis- Schießen. 4 Uhr: Großes Concert, Tanz und Volks- belustigung. Dienstag den 20 Juli: 8 bis 12 und 24 Uhr: Preis⸗Schießen. 10 Uhr: Früh Concert auf dem Festplatz Nachmittags 4 Uhr: Schluß des Preis Schleßens. Ueberreschung der 1. Preise und Festprämien, Großes Concert, Tanz und Volksbelustigung. 9 Uhr: Großes Brillant Feuerwerk in 3 Abtheilungen.

Allerlei.

Homburg, 20. Juni. Auf dem Feldberg ist gestern. Schnee gefallen, der auch heute noch lag.

Frankfurt. Wie jetzt bekannt wird, gestaltet sich der Concurs des flüchtigen Banquier Wohlfarth noch weit großartiger, als man bisher annahm. Wohlfarth arbeitete übrigens nur en gros, d. h. er ließ die kleinen Depositen unangetastet und stahl nur die größeren, deren Summe sich auf nahe an 2,600,000 Mark beläuft. Weimar. Der Abbé Liszt soll hier sehr ernst erkrankt sein.

übernommenen und nunmehr fortzusetzenden Re

bruchartiger Regengüsse sind der Zacken und der Bober

gentschaft zuzustimmen, dem Hause zur Annahme

der Regentschaft) den vereinigten Ausschüssen über⸗

Die Bundesvereine haben ihr Erscheinen

Hirschberg, 22. Juni. Infolge anhaltender wolken⸗

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