Köln, 19. April. In der„Köln. Ztg.“ lesen wir: Sechs Kinder in einem Jahre, das ist wohl ein Gluͤck, welches bis jetzt nicht manchem Elternpaar beschieden gewesen sein mag, und der Vater— diesmal ist es der Taglöhner Napsack zu Niehl— dürfte mit Recht aus gerufen haben: Herr, höre auf mit Deinem Segen! Vor zehn Monaten legte der Storch dem armen Mann drei Sprößlinge in die Wiege, gestern brachte er ihm abermals Drillinge ins Haus, zwei Mädchen und einen Buben. Die Multer des Doppel⸗Terzetts und die Kinder befinden sich wohl. Wie es dem Vater zu Muthe ist, das kann der freundliche Leser sich denken.
Lemberg. Sämmtliche Berichte über den Brand in Stryj stimmen darin überein, daß Stryj ein Bild schrecklicher Verheerung bietet. Drei Vierthetle der Stadt sind zerstört. Die im Gerichts und Communal Arreste internirten Arrestanten haben sämmtlich die Freibeit er— langt, die sie zur Ausübung von Dlebstählen und Raub⸗ attentaten benützten. Auch viele zugereiste Fremde haben Schaden gelitten, da ihre Effeeten in den Hötels ver⸗ brannt sind. Nebst der Gemeindecasse sind auch die Casse des Bezirksausschusses, ferner die Aeten des Gerichts, des Magistratsprͤsidiums, der Bezirkshauptmannschaft und des Pfarramtes verbrannt. Ebenso sind die Archive der öffentlichen Institute und die Documente der Notare und Advocaten zu Grunde gegangen. Bisher sind sechzig Leichen gefunden worden. Skebentausend Personen haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. Der Brand dauert theilweise noch fort. Man spricht von der Aufnahme eines Landesanlehens von mehreren Million Gulden zur Vertbeilung von Subsidtien an die Opfer des Brand— unglücks.
Rom, 20. April. In den letzten 24 Stunden sind in der Stadt Venedig 3 Cholera-Erkrankungen und 2 Todesfälle an Cholera vorgekommen. In Chioggia und Cavarzere hat je eine Erkrankung stattgefunden.
Handel und Verkehr.
Die dem Fahrpersonal angehörenden Beamten der Staatsbahnen sind angewiesen worden, in allen Fällen, wo erwachsene Passagtere das Alter der von ihnen mit⸗ geführten Kinder zum Zweck einer Fahrgeldersparniß wissentlich falsch angeben, nicht allein den doppelten Fahrpreis(mindestens aber 6 Mark) elnzuztehen, sondern thunlichst auch die Namen der Defraudanten festzustellen, damit die Verwaltung nach Lage des Falles die Ein⸗ leitung des Strafverfahrens wegen Betrugs veran— lassen kann.
Geld ⸗ Cours.
Frankfurt am 21. April 1886.
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Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Osterfest. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Köstlin. Erster Festtag. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½, Uhr: Herr Candidat Götz. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Burglirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Diegel.
Zweiter Festtag. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½½ Uhr; Herr Pfarrer Meyer. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Helnrichs.
Gottesdienst in der Burgkirche.
Vormittags 9 Uhr: 1 1 Kirchenrath Baur.
ab Gemeinde. Osterfest: 6 Uhr: Beicht. 5/7 Uhr: Austheilung der hl. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Vesper. Darauf Beicht. Oster⸗Montag: Der Gottesdienst wie am ersten Festtag.
Israelitische Gemeinde. Montag den 26. und Dienstag den 27. April: 7. 5 8. Pesachfest.
Festtag⸗ Beginn:
Sonntag Abends 6 Uhr 40 Min.
Montag Morgens 8 Uhr.
Montag Nachmittags 4 Uhr.
8. Festtag. Montag Abends 7 Uhr 50 Min. Dienstag Morgens 8 Uhr. Dienstag Nachmittags 4 Uhr. Festes-Ausgang 7 Uhr 50 Min. Wochengottesdienst von Mittwoch den 28. April an Morgens 6 Uhr, Abends 7 Uhr 40 Min.(Omergebet.)
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