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Am ersten Feiertag ist mein

wandten Lebrerin. Um halb acht Uhr versammelten sich 74 Lehrlinge in dem Lokale des von dem evangelischen Ve rein gegründeten Feierabends vor dem leuchtenden Baum Die Feier begann mit einem Weihnachtsliede nach welchem eine Ansprache des jetzigen Vereinsprä⸗ (denten, Professors Dr. Köstlin, folgte, die in erbaulicher Weise die Bedeutung der Weihnachtsfeier und des Christ⸗ baums insbesondere für den deutschen Christen darstellte und darauf hinwies, wle die Erinnerung an eine Feier wie die beutige auch in späteren Jahren bei dem Aufenthalt in der Fremde und beim Wandern auf dunklen Pfaden heilsam wirken könne. Nach einem zweiten Weihnachts: liede folgte die Austbeilung der Gaben. Außer Anderem erhielt jeder der 74 Lehrlinge ein Exemplar von lr. Köstlins Vorträgen über den Krieg, an welchem er selbst theil genommen. Eln unbekannter Freund des evangelischen Vereins und des Feterabend hatte für 50 Exemplare 25 Mark gespendet mit der Zusage, daß er, wenn mehr als 50 Lehrlinge an der Bescheerung theilnehmen würden, auch die weiter erforderlichen Mittel verabreichen werde. Einige vaterländische Lieder schlossen die Feier, durch welche mit der christlichen auch die vaterländische Ge sinnung Anregung fand, und bei welcher, außer dem Vortragenden, Taubstummenlehrer Schneider durch Be gleitung des Gesanges, und außer den Mitgliedern des Vorstandes, Wilhelm Schwarz durch Begleitung der Lieder auf dem Harmonium, in dankenswerther Weise mitwirkten.

Friedberg. Die am 31. Dezember d. J. gelösten Retdurbillets mit zwet⸗ und dreitägiger Gültigkeitsdauer koͤnnen auf den Preußischen Staatsbahnen ausnabms weise noch am Montag den 3. Januar k. J. zur Rück⸗ reise benutzt werden. Ebenso haben die am 24. Dezbr. gelösten Retourbillete Gültigkeit bis zum 3. Feiertage.

a. Friedberg, 22 Dez. Bittere Beschwerde führen die heute zu Markte gekommenen Landleute, daß auf keiner einzigen hierher führenden Staats- unb Kreis straß e ein Bahnschlitten gegangen ist. Die hiesigen Ein wohner haben aber nicht minder darüber zu klagen, daß die kleinen Bahnschlitten durch und um die Stadt nicht oft genug gehen. Bei solchen Schneefällen, wie wir sie in den letzten Tagen hatten, müssen die Schlitten unbe dingt zweimal am Tage gehen. In der Burg ist über baupt erst einmal ein Schlitten gewesen und die Prome nadenwege um die Stadt sind kaum zu passiren.

g. Friedberg, 22. Dez. In Folge des massenbaft gefallenen Schnees in den letzten Tagen sind mehrere Verkehrsstockungen eingetreten. Der Berliner Nacht schnellzug blieb unterwegs stecken, die Güterzüge von Gießen und Hanau hierher konnten nicht weiter. Zwischen Butzbach und Bad Nauheim wurde der Schnee in den Einschnitten derart zusammengeweht, daß eine Entgleisung einiger Güterwagen stattfand und bis gestern Abend nur ein Geleise gefahren werden konnte. Gleiche und ähn liche Berichte kommen aus fast allen Theilen Deutschlands.

Gießen, 20. Dezbr. Schwurgericht. Die vorletzte Sitzung des Gerichts nahm den Samstag bis um 8 Uhr Abends, sowie den Sonntag bis 2 Uhr Mittags in An⸗ spruch. Unter der Anklage der vorsätzlichen Brandstift⸗ ung stand der Müller Conrad Schreiner II. von Feld krücken. Schreiner hat bereits vor drei Jahren wegen Brandstiftung in Untersuchung gestanden, wurde jedoch wegen mangelnder Beweise außer Verfolgung gesetzt. Die Geschworenen bejahten die ihnen vorgelegte Schuldfrage und wurde Angeklagter in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurtheilt. 20. Dez. Die letzte Verhandlung des Schwurgerschts batte die Anklage gegen Heinrich Petri von Reiskirchen, wegen Körpecverletzung mit tödtlichem Erfolge, zum Gegenstand. Petri ist be⸗ reits mehrfach vorbestraft und nicht gut beleumundet. Er wurde von den Geschworenen schuldtig erkannt und demgemäß von dem Gerichtshof in eine Gefängnißstrafe von 2 Jahr und 6 Monat verurtheilt. f 5

Mainz, 21. Dez Der Kölner Personenzug Nr. 110 stieß gestern Abend in Coblenz mit einer Maschine, in Folge falscher Weichenstellung, zusammen. Das Geleise war mehrere Stunden gesperrt. Vier Reisende und drei Personen des Zugpersonals wurden verletzt. Mehrere Wagen und die Lokomotiven sind beschädigt 5

Offenbach. Der mysterköse Todesfall hat sich aufgeklärt. Ein Verbrechen, wie man anfangs 2 muthete, soll nicht vorliegen, sondern die Frau eines natürlichen Todes gestorben sein. Den Papteren nach

L Elsässer.. e 360 Gestern Abend um 6½½ Uhr wurde der Fuhrknecht D. von bier auf der Chaussee 15 welt derPartenhelmer Höhe zwischen ien; Sprendlingen von einem Fremden räuberisch angefa 5 D. war im Besitze einer Geldsumme, die er für 8 5 gellefertes Bier in Wöllstein eingenommen 5 a ga Thäter wird beschrieben als ein Bursche im Alter vo

2730 Jahren von starkem beitskleider und eine Mütze, der Thäter eines Messers bediente, versetzte D. demselben

großer, kräftiger Gestalt, mit ziemli dunklem Schnurrbart, er trug gewöhnliche 15

Bei dem Anfall, wobei sich

mit dem Peitschenstsel heftige Schläge auf den Ko

ins Gesicht und auf die Hände, daß 97 1 15 12 muthlich Verletzungen bezw. Geschwulste am Kopf und an den Händen erhalten hat. Es ist möglich, daß das Messer auf der Chaussee verloren ging. Geld erhielt der Thäter keins. Die Polzei dahser bat sofort die umfang⸗ reichsten Schritte zur Habhaftwerdung des Thäters eingeleitet. b

Allerlei.

e Frankfurt. Im Zoologischen Garten wurden 2 junge Löwen geboren. Die kleinen Deutsch-Afrikaner genießen die sorgsamste Pflege sowohl seitens des Wärters, als auch ihrer Mutter. Die Kleinen sind vorerst dem Publikum noch nicht zugänglich.

Detmold, 14. Dez. In dem lippischen Dorfe Daborn lebte schon seit längerer Zelt der Gastwirth Schäfer im Unfrieden mit selner Frau. Vorgestern er schoß er dieselbe. Der Mörder befindet sich auf der Flucht.

Metz, 20. Dez. Seit gestern Abend ist die Mosel im Fallen begriffen; es ist anhaltender starker Schnee fall eingetreten

Pest. Der aus dem Tisza Eszlarer Prozeß als Abrichter des kleinen Moritz Scharf noch in böser Er innerung stehende ehemalige Pandurencommissär Andreas Reeskt ist in Pest in Wahnsinn verfallen. Nachmittags saß er in einem Restaurant und machte da solchen Scandal, daß das Personal ihn hinaus beförderte. Von der Straße wurde er auf die Poltzei und von da ins Rochusspital geführt, wo bei ihm Tobsucht constatirt wurde.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 21. Dez. Fruchtpr. Waizen M. 16.75 bis 17., Korn M. 13.50 13.75, Gerste M. 14.50 15., Hafer M. 12 12.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd.

Friedberg, 22. Dez. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95 1.10, Eier 1 Stück 89 Pf.

Grünberg, 18. Dezbr. Fruchtpr. Weizen M. 16.90, Korn M. 13.30, Gerste M. 13.20, Hafer M. 11.10, Erbsen M. 13.80.

Gießen, 21. Dez. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.00 1.15, Eier 2 St. 13-15 Pf., Käse per St. 47 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.70, Hühner per St. M. 0.80 1.20, Hahnen per St. M. 6.75 bis 1.30, Enten per Stück M. 1.10 1.70, Gänse per Pfd. 4664 Pf., Ochsenfleisch per Pfd. 62 64 Pf., Kuh und Rindfleisch 5456 Pf., Schweinefleisch 56 bis 60 Pf., Hammelfleisch 50 66 Pf., Kalbfleisch 46 bis 50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.004.80., Zwiebeln ver Ctr. M. 3.50 4.50.

Frankfurt, 21. Dezbr. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Markte kostete Butter 50 Kilo M. 9092., Eier das Hundert M. 5.509, Kartoffeln das Malter M. 55.70, Sauerkraut M. 12., Weißkraut der Ctr. M. 67., Mäusekartoffeln das Malter M. 10.

Frankfurt, 20. Dez. Fruchtber. Hiesiges Weizen⸗ mehl Nr. 0 M. 31.50 32.00, Nr. 1 M. 27.00 28.00, Nr. 2 M. 25.00 26.00, Nr 3 M. 23.00 24.00, Nr. 4 M. 17.00 17.50, Nr. 5 M. 15.00 16.00, Milchbrod und Brodmehl im Verband M. 49.50 52.50, nord⸗ deutsches und westfältsches Weizenmehl Nr. 00 M. 28.25 bis 24.25, Roggenmehl(hies.) Nr. 0 23.00 24.00, Nr. 0/1 M. 22.00 23.00, Nr. 1 M. 18.50 19.25, Nr. 2 M. 16.00- 16.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 17.00 17.25, frei Bahnhof hier M. 17.500 00, fremder nach Qual. M. 16.50 19.75, Roggen hlesiger M. 14.00, russischer je nach Qual. M. 13.75 14.00, Gerste, Brauerwaare M. 15.00 18.90, do. zu Mahl⸗ zwecken M. 11.50, Hafer, mittel M. 11.50 12.00, prima M. 12.00 12.50, Raps M. 22.75 23.25, Mais M. 12.00 bis 12.25, Heu per Ctr. M. 2.50 3.00, Stroh M. 250 bis 2.75, Erbsen M. 14.00-21.00, Linsen M. 20.00 bis 38.00, Wicken M. 13.00, Roggenkleie M. 4.50, Weizenkleie M. 3.80(bel Abnahme von 200 Ctr. an). Malzkeime M. 4.00, Moostorfstreu M. 1.30, Spelzen spreu M. 1.30, Sesamkuchen M. 5.25, Rapskuchen M. 5.75, Chilisalpeter per Februar 9.50 9.75, Rüböl im Detail M. 52.00.

Frankfurt, 20. Dezbr. Vlehmarkt. Angetrieben waren 376 Ochsen, 22 Bullen, 526 Kühe, Stiere und Ninder, 293 Kälber, 194 Hämmel, 289 Schweine. Die Preise stellten sich pro 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 61-66, 2. Qual. 5860., Bullen . Qual. M. 4648., 2. Oual. M. 38 40., Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 5255., 2. Qual.

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M. 41 46., Kälber pro! Pfd. Schlachtgewicht: 1. Qual. 58-62 Pf, 2. Qual. 5055 Pf., Hämmel 1. Qual. 5052 Pf., 2. Qual. 3542 Pf., Schweine 1. Qual. 52 54 Pf., 2. Qual. 5052 Pf.

Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Getraut:

18. Nov. Der Kaufmann Wilhelm Ludwig Trapp mit Lina Albertine Henriette Schleuning, beide von Friedberg.

21. Der Maurer Fran; Burk von Garnbenteich mit Anna Katharina Acker von Friedberg.

21. Der Schneider Joseph Ring, Wittwer, von von Friedberg mit Anng Maria Layer von Rockenberg.

23. Der Kaufmann Heinrich Maas von Mainz mit

Adelheid Reichenberg von Friedberg.

25. Der Weißbinder Wilhelm Wirth, Wittwer, von Frledberg mit Katharina Selzer von Ober Wöllstadt.

28. Der Seller Karl Dietrich, Wittwer, von Frled berg mit Barbara Hildenbrandt von Wessenthal.

4. Dez. Der Handarbeiter Ludwig Schweitzer von Katzen furt mit Christina Frank von Dreihausen. Geboren:

11. Nov. Dem Großherzoglichen Straßenmeister Johann Frledrich Jacob Ling 1 Sohn.

12. Dem Kaufmann Joseph Fürth! Sohn.

22. Dem Paschinenhelzer Georg Zöll 1 Sohn.

24. Dem Conditor Adolf Diehl 1 Tochter.

27. Dem Metzger Moses Appel 1 Sohn.

Gestorben: 2. Nov. Marla Kimpel, Tochter des Dienstknechts Dietrich Kimpel, 7 Monate alt.

19. Christine Reuß, Ebefrau des Landwirths Conrad Reuß, 67 Jahre alt

21. Der Anstreicher Johann Gustav Friedrichs von Bugholzmühle, 66 Jabre alt.

23. Der Taglöhner Johannes Groh von Engels bach, 36 Jahre alt.

25. Der Kaufmann Karl Theod. Kranz, 49 Jahre alt.

25. Der Großherzogliche Gerichtsvollzieher Hart⸗

mann Fey, 38 Jahre alt.

Bitte.

Zur Weibnachtsbescheerung des hiesigen Taubstummen⸗ Vereins wird um gütige Beisteuer an Geld und sonstigen Gaben gebeten. Zum Empfang ist der Vorstand gerne bereit. J. Friedrich, Kappenmacher.

Gedenket der Vöglein im Schnee! Der Frost und Hunger thun weh.

Verwahret Feuer und Licht, Damit kein Schaden geschicht!

Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg Sabbath⸗ und Chanukafeier vom 25. Dezember 1885. Beginn: Freitag Abends 3 Uhr 40 Min.

Samstag Morgens 8 Uhr 30 Miu. Samstag Nachmittags 3 Uhr 15 Min. Sabbathausgang 4 Uhr 50 Min. Wochengottesdlenst von Sonntag den 26. Dezember an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Montag den 27. und Dienstag den 28. Dezember: Neumond Thebet.

Die ärztliche Kunst hat ihre Sommer- und Winter⸗ Campagne. Wenn die milden Lüfte zum Besuch der Kurorte einladen und die pekuniären Mittel zu einer Baderelse gegeben sind, wird man den Lungen: und Magenkranken gern nach solchen Hellbädern senden, die, wie z. B. das anmutbige Soden am Taunus, gerade für die Hebung solcher Leiden hoch geeignete Mineral- quellen besitzen. Aber mit der strengen, kälteren Jahres- zeit pflegt man den Badeagufenthalt mit dem in der Stadt zu vertauschen und man sebnt sich nach dem Mittel, den Stadtaufenthalt mit der Fortsetzung des heilsamen Ge brauchs der Quellen zu verbinden; denn viele katarrhallsche Letden weichen erst der anhaltenden Benützung edler Heilkräfte der Natur. Dieses kostbarxe und doch nicht theuere Mittel(a Schachtel 85 Pf.) ist nun in den in allen Apotheken käuflichen Sodener Mineral⸗Pastillen, welche unter bester ärztlicher Controle aus den Bestand tbeilen berühmter Quellen bereitet werden. 4804

Am 1. Weihnachtsfeiertag ist mein Geschet geschlossen. 1

Vilhelm Fertscli.

Geschaft geschlossen.

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K. Friedrich.

Feinsten gebrannten Kaffee

empfiehlt trotz des so sehr bedeutenden Aufschlages noch u M. 1. M. 1.10, M. 1.20 per Pfund 5 4817 Ph. Dan. ümmich.

Zolldeklarationen

bet Carl Bindernagel in Frledberg.

Frische Schellfische 0

heute eintreffend.

Assenheim. Carl Bauer.

Danksagung. Allen Denen, welche unseren lieben Bruder und Onkel

Herrn Engelhard Bechstein

zur letzten Ruhestätte geleiteten, sowie für die zahlreiche Blumenspende sagt aufrichtigen Dank

Im Namen der Hinterbliebenen: 4811 Johs. Bechstein II.