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Fertsch.
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naruas.
1886.
Samstag den 23. Orckober.
O brrhessisc
er Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., auswärtigen Einsendern 0
a lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; oweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), i 1055
ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von
welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Nachstehendes an mich ergangene Schreiben bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntuiß. Dr. Boekmann, Großherzoglicher Provinzialdirector der Provinz Oberhessen.
Gießen am 18. October 1886.
Die Truppen der 21. Division haben in den Kreis
Aufnahme gefunden,
8 u haben en Gießen und Friedberg seitens der Bewohner eine so überaus gastfreie, freundliche daß es mir Bedürfniß ist, denselben im Namen der Truppen meinen herzlichsten Dank hiermit auszusprechen und Euer
Hochwohlgeboren ganz ergebenst zu bitten, solchen den verschiedenen Gemeinden in geeignet erscheinender Weise gütigst übermitteln zu wollen.
Frankf
urt a. M, 29. September 1886.
Betreffend: Die Vornahme der Feuerovlsitation pro 1886.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. 4 Wir sehen der Erledigung unseres Ausschreibens vom 10. Mai 1886, Kreisblatt Nr. 56, seitens der noch Ruückständigen binnen acht Tagen bei Meidung unangenebmer Verfügung entgegen.
von Boehn, Generallieutenant und Dibisionscommandeur.
Friedberg den 21. October 1886.
J. V.: Nebel.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Dem Bauunternehmer Arnoldi in Mainz wurde der Charakter als Commerzien— rath verliehen und der Vicewachtmeister Gunkel zum Steueraufseher ernannt.
— Militärdienstnachricht. Hauptm. Scheuck vom Gr. Feldart.⸗Regt. Nr. 25 wurde zum Major im Feldart. Regt. Nr. 11 befördert.
Berlin. Dem Vernehmen des Fr. J. nach hat der Kaiser die Genehmigung zur Einbring— ung eines Gesetzentwurfs, betreffend die Unfall— versicherung der Seeleute, im Bundesrathe ertheilt.
— 20. Oct. Die„Kreuzztg.“ fordert heute die„Norddeutsche“ auf, den Fürsten Alexander mit ungerechtfertigten Vorwürfen zu verschonen, die nur neue Verstimmung erregen könnten.
— 21. Oct. Der Kaiser ist heute Morgen 8 Uhr 35 Min. wohlbehalten hier eingetroffen und wurde am Bahnhöfe von dem Stadtceom mandanten, dem Gouverneur, dem Polizeipräsi— denten, dem Kriegsminister ꝛc. empfangen. Der Kaiser nahm schon zwei Stunden nach seiner Ankunft mehrere Vorträge entgegen, empfing den Gouverneur vou Berlin, den Kriegsminister und den Generalintendanten der Schauspiele, Grafen Hochberg; ferner im Laufe des Nachmittags den Staatssecretär Grafen Bismarck zum Vortrag
Braunschweig. Wie der Telegraph schon gemeldet, ist Rechtsanwalt und Notar Dr. Dede— kind dahier verhaftet worden, welcher bekanntlich durch Broschüren für den Herzog von Cumber— land in jeder Art die Menge zu fannatisiren sucht. Die„Nat.⸗Ztg.“ führt an, daß es sich um eine Landesverraths-Beschuldigung handele.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Oester— reich gestattete die seinerzeit verbotene Durchfuhr der von Bulgarien in Essen bestellten Kanonen und sonstigen Kriegsmaterials.
Belgien. Brüssel. Die große Arbeiter— Kundgebung, welche am 31. Oct. in Charleroi mit Fahnen und Emblemen stattfinden soll, ist einer Meldung der„Kr. Ztg.“ zufolge gestattet worden. Die Zahl der Theilnehmer wird auf 40,000 geschatzt.— Die Amnestie-Bewegung nimmt bei den Arbeitern einen großen Umfang an, jedoch ist die Regierung entschlossen, keine Amnestie-Vorlagen einzubringen.
Großbritannien. London, 20. Oet. Der kommandirende General Maaepherson ist in Birma dem Typhus erlegen. General Roberts wurde zu seinem Nachfolger ernannt.
Türkei. Constantinopel. In den ersten Octobertagen ist unerwartet ein türkisches Traus⸗ portschiff mit einem Jufanteriebataillon im Hafen von Heraklion eingetroffen. Es soll ein ganzes
Regiment als Verstärkung nach Kreta kommen,
[die übrigen Bataillone sollen nach Kanea und
Rethymos dirigirt werden. Der General-Gou— verneur Savas Pascha soll behufs Berichter— stattung über die politische Lage auf Kreta vom Sultan nach Constantinopel berufen worden sein.
— Rußland soll Aussicht haben, eine Insel im Marmarameer zur Anlage eines befestigten Hafens von der Türkei überlassen zu erhalten.
Bulgarien. Sofia, 20. Oct. Gabdan Effendi überreichte nach einem Telegramm des Fr. J. der bulgarischen Regierung eine Note, worin die Türkei die Vertagung der Sobranje fordert, da Rußland(J) mit den Wahlen nicht einverstanden sei und die Großmächte betreffs des Candidaten für den Fürstenthron noch keinen Entschluß gefaßt hätten. Zwischen Rußland und der Türkei soll ein Uebereinkommen bestehen, wonach der Zar die Integrität der Türkei garan— tirt, die von der Pforte noch an Rußland zu zahlende Kriegsentschädigung ermäßigt und die Befestigung der Dardanellen zugesteht. Die türkische Note ruft hier eine große Aufregung hervor; es heißt, die Regierung wolle die Ver— tagung der Sobranje für unmöglich erklären. Nach einem Telegramm der„N. Fr. Pr.“ von hier hätte die bulgarische Regierung eine russische Note, worin eröffnet wurde, die russische Re— gierung werde vom 13. October ab jede den russischen Rathschlägen nicht entsprechende Hand— lung der bulgarischen Regierung als ungesetzlich betrachten, dahin beantwortet, sie werde in allen ihren Handlungen nach wie vor im Sinne der Verfassung vorgehen. Kaulbars richtete an die bulgarische Regierung eine Protestnote wegen des Vorgehens gegen russische Unterthanen in Bulgarien. Mehrere Personen seien mißhandelt und verhaftet worden, weil sie ihn besucht hatten. Ferner habe er mehrere russische Unteroffiziere in bulgarischen Diensten, um sie zu schützen, in die Heimath zurücksenden müssen. Solche Vorkomm— nisse würden, wenn wiederholt, eruste Folgen haben. — Mehrfach wird als derjenige Candidat, der die meiste Aussicht auf den bulgarischen Fürstenthron hat, Prinz Ferdinand von Coburg Gotha bezeichnet.
Nustschuk, 21. Oct. General Kaulbars ist nach Sofia abgereist.
Rumelien. Philippopel, 20. Oct. Seitens der Polizei fanden Verhaftungen russischer Par— teigänger statt.
Amerika. Chicago, 19. Oet. Der Streik der Arbeiter der hiesigen Näuchereten ist beendet; die Arbeiter haben formell beschlossen, einen zehnstündigen Arbeitstag anzunehmen.
Aus Stadt und Land. f. Altenstadt. Pfarrer Uhrig, der seit 7 Jahren
die zwelte reformürte Pfarrstelle in Groß-Umstadt ver— waltete, wurde laut Deeret vom 12. d. Mts. auf sein Nachsuchen hierher versetzt.
Bingen, 20. Oct. Heute Morgen gerieth in Bingerbrück ein Arbeiter unter eine Locomotive; ein Bein wurde ihm abgefahren und erlitt derselbe noch eine Verletzung am Kopfe. Der Verunglückte wurde in das hiesige Hospital verbracht.
Allerlei.
München. Das Inventar über des Königs Nachlaß ist nun abgeschlossen. Die Gläubiger werden unter Mitwirkung einiger Banken mit sieben Million bezahlt.
Ottweiler, 21. Oct. Auf dem hiestgen Bahnhof entgleiste gestern Abend ein Zug bei der Einfahrt. 4 Wagen sind stark, 3 leicht beschädigt. Ein Fohlen hat das Leben dabei verloren. 13 Fohlen sind, meist leicht, verletzt. Der Locomotivführer erlitt eine leichte Handverstauchung, sonst ist Niemand verletzt.
Paris, 18. Oet. An der französischen Küste wüthete ein furchtbarer Sturm. Zahlreiche Schiffbrüche kamen vor.
Peking. Die Cholera wüͤthet in Söul, der Haupt— stadt Koreas, furchttar. Durchschnittlich sterben 1000 Personen täglich. Infolge der Schwierigkeit und der Gefahr der Beerdigung bleiben die Leichname liegen. Der Stadt droht völliges Aussterben.
Handel und Verkehr.
Butzbach, 20. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90— 1.00. Käse per Pfd. 45—46 Pf. Eier 1 Stück 7 Pf.
Frankfurt, 20. Oet. Wochenm. Butter M. 80 — 83., im Detail M. 1.10— 1.20, Eier das Hundert M. 4.50— 5.50, Weißkraut 50 Ko. M. 5—6., Sauerkraut der Ctr. M. 10., Gelberüben M. 6., Kartoffeln 100 Ko. M. 4—5., Erbsen(ganze) per Pfd. 16—22 Pf., ge⸗ schälte 14—20 Pf., Linsen 20—30 Pf, Bohnen 18— 22 Pf., Zwiebeln 100 Pfd. M. 4., das Gescheid 12— 14 Pf., Sellerie 20 Pf., Kohlrabi 8—4 Pf., große Zuckergurken 15—20 Pf., Essiggurken 100 St 60— 70 Pf., Mauskartoffeln 50 Ko. M. 5—7., das Gescheid 25 Pf., Nosenkohl per Portion 70 Pf. bis M. 1., Blumenkohl per St. 20—40 Pf., Romainsalat 12— 20 Pf., Kopfsalat 8— 10 Pf., Carotten 10— 15 Pf., Römischer Kohl 6—8 Pf., Wirsing 12— 15 Pf., Weiß— kraut 10—12 Pf., Rothkraut 20—25 Pf., Schwarzwurzel 40—50 Pf.,— Fleisch. Ochsenfleisch/ Ko. 45— 70 Pf., Rindfleisch 45—60 Pf., Kuhfleisch 45- 60 Pf., Hammelfleisch 50—70., Schweinefleisch 65—70 Pf., Kalbfleisch 50—70 Pf.— 1 Hahn 70 Pf. bis M. 1.80, 1 Huhn M. 1—2.50, Feldhuhn M. 1.20 1.50, Ente M. 2— 3.50, Taube 40—60 Pf., Poularde M. 2.50— 3.50, Capaun M. 3.50—5., Welsche M. 5—12., Gans M. 4—8., Reh 70—80 Pf, Haase M. 3.50.— Heu 100 Ko. M. 5.20— 6.80, Stroh M. 55.60.
Frankfurt, 21. Oct. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. O0 M. 31.50-32.50, Nr. 1 M. 27—28, Nr. 2 M. 25 26, Nr. 3 M. 23— 24, Nr. 4 M. 17 bis 17.50, Nr. 5 M. 15—16, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49— 52, norddeutsche und westphälische Welzenmehle Nr. 00 M. 21.50-21.75. Roggenmehl (hies.) Nr. 0 M. 22.50— 23.50, Nr. 0/ M. 21.50 bis
22.50, Nr. 1 M. 18—19, Nr. 2 M. 1616.50. Mais bunter(mixed) M. 11.50, geschrotener M. 13. Roggen—
kleie M. 4.50, Weizenkleie M. 3.80— 4(bei Abnahme von 200 Ctr. an). Malzkeime M. 4.20. Heu per Ctr. M. 2.50 2.75, Stroh M. 2— 2.25, Erbsen M. 18,
Wicken M. 14.50—15, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Sesamkuchen M. 5.40, Raps—
kuchen M. 66.25. Rüböl im Detail M. 49. Chilisal⸗
peter per Februar 1887 9.50— 10. Aepfel(Kelterobst)
M. 11.50— 12.
Litergrisches. Deutscher Reichsbote, Kalender für Land für 1887. Verlag von Velhagen&
Stadt und Klasing in


