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handelte das Kind in unverantworklicher Weise. Anzeige sst erstattet und wird der Held seinen ihm gebührenden Lohn erhalten.

b. Bauernheim. Der biesige Gesangverein, welcher vor nicht ganz drei Jahren erst gegründet wurde, wird Sonntag den 15. August die Einweihung der neu ge⸗ stifteten Vereinsfahne festlich begehen. Dem Vernehmen nach werden nur Vereine, welche keinem Sängerbund angebören, Einladungen erhalten. Als Festplatz ist die zwischen Ossenheim, Fauerbach, Dorheim und Bauern heim gelegene, sogenannte Gänswiese in Aussicht ge⸗ nommen und zwar unter anderem mit Recht um deß⸗ willen, weil man auch aus Friedberg ein ziemlich starkes Contingent Festtheilnebmer erwartet und der Festplatz ganz gut in einer halben Stunde zu Fuß von da erreicht werden kann Die Festwirthschaft ist dem Gastwirth Thuy zu Vilbel übertragen und ist da, wie die Erfahrung bei äbnlichen Festen in Bad Nauheim, Bruchenbrücken und Kllianstädten gelehrt hat, in den besten Händen.

e. Klein Karben. In der Nacht vom 14. auf den 15. d. Mts. fand ein auf der Station beschäftigter Arbeiter, unweit der Nidda, einen mit zwei Pferden bespannten Wagen im Graben baltend. Auf demselben befand sich ein verschlafener, anscheinend an einerAlko hol⸗Vergiftung leidender Knecht. Der Finder brachte denselbten nebst Fuhrwerk in Sicherheit und stellte die Pferde in eine nahe gelegene Stallung ein. Am nächsten Morgen erschien der Besitzer des Geschirrs, nach dem selben recherchirend Der betreffende Arbeiter aber, welcher sich der werthvollen Pferde angenommen hatte, soll einbrillantes Trinkgeld erhalten haben.

e. Reichelsheim. An dem Artikel über die hier stattgehabte Fahnenweihe ist zu berichtigen, daß die Fest⸗ redner waren: Seminarlebrer Wahl von Friedberg und Pfarrverwalter Fischer von hier.

Echzell. Am 11. Jult felerke der Niddaer Zweig verein der Gustav-Adolf-Stiftung Nachmittags seln Jahres fest in der Kirche dahser Die Festfeier war von berr lichstem Wetter begünstigt und es war nicht nur der Empfang äußerst freundlich, sondern auch die Zabl der Festgäste groß.

Grünberg. Siebenhundert Jahre sind sett der Gründ ung der Stadt Grünberg verflossen. Im Jahre 1186 erbaute Landgraf Ludwig III. im südlichen Theile seines Hessenlandes, nicht weit von dem Punkte, wo die von Mainz ber durch die Wetterau zur Weser führende alte Heerstraße die hessische Grenze überschritt(Hessenbrücker Hammer), auf dem ersten im Verfolg dieser Straße ge legenen Berge eine Burg zur Sicherung jener Grenze. Das auf dem Basaltboden hervorsprießende lebhafte Grün des erkorenen Berges mußte, als man ihn mit der Burg krönte, in die Augen springen, und so erhielt die Burg den Namenzum grünen Berge. Zum Gedächtniß an diese Gründung ist nun eine Schrift erschtenen, welche sich betitelt:Geschichtsblatt zur Erinnerung an das siebenhundertjährige Besteben Grünbergs, berausgegeben bei Gelegenheit des 16. Gesongfestes des Labnthal-Sänger bundes zu Grünberg am II. und 12. Juli 1888. An der Hand von GlasersGeschichte der Stadt Grünberg zusammengestellt von Georg Schilling.

Allerlei.

st. Frankfurt. In Folge der anhaltenden Anzieb ungskraft, welche die Wiener Gäste im Opernhause aus üben, hat die Intendanz mit dem Direktor Jauner eine Verlängerung dieses Gastspiels um einige Tage verein bart. Das Wiener Ensemble wird demnach im Opern hause noch Montag, Dienstag und Mittwoch auftreten, und dann Donnerstag im Schauspielhause denBocecagcelo auf vielseltiges Verlangen zum ersten Male zur Aufführ ung bringen. Die Abschiedsvorstellung der Wlener Gäste findet nunmehr definitlo Sonntag den 25. im Schauspiel⸗ hause statt. Das Opernhaus bleibt von Donnerstag den 22. an bis inel. 28. Juli geschlossen.

Frankfurt, 14. Juli. Der bei Eltville gefundene Mann ist der Friseur Imanuel von hler und es steht jetzt fest, daß er sich selbst das Leben genommen hat.

Stuttgart. In hiesiger Stadt sind in verschie denen Bezirken die Menschenpocken ausgebrochen. Die wenigen Kranken wurden zunächst in's Katharinenhospital übergeführt. Von Seiten der Polizei und der Medieinal⸗ behörde sind sofort die umfassendsten Schutzmaßregeln getroffen, um dem Weiterschreiten der Krankheit schon jetzt beim Entstehen Einhalt zu thun.

Metz. Daß die Kreuzotter in der Gegend von Metz, obgleich man ihr seit Jahren schon eifrig nachstellt, noch immer bäufig vorkommt, ist sehr bemerkenswerth. Im Etatsjahr 18845 wurden zu Metz 230, 1885/86 302 Kreuzottern behufs Erlangung der Fangprämie abgellefert.

Görz. Vor einigen Tagen stürzte sich ein Königs adler auf einen achtjährigen Knaben, der zwischen Heiden schaft und Wippach die Kühe hütete. Ein anderer, etwas älterer Knabe, der die Gefahr, in der sich sein Gefährte befand, bemerkte, eilte sofort herbei und schlug mit einem Knüttel nach dem Kopf des Raubvogels, welcher den kleinen Burschen fahren ließ und halb betäubt schwer fällig fortzufliegen versuchte. Ein zufällig in der Nähe besindlicher Jäger erlegte das Thier, dessen Flügelweite mehr als drel Meter betrug.

Madrid. In der spanischen Provinz Granada haben neue Erdbeben stattgefunden, die manchen Schaden angerichtet, aber keinen Bewohner getödtet haben.

Der Handel mit afrikanischem Elfenbein. Die Produkte aus dem Thierreich, welche Afrika an Europa abgibt, sind zwar von nur

Elfenbein auf den afrikanischen Märkten in einem solchen Maße in den Handel, daß wohl unter allen animalischen Produkten der ganzen Erde wenige in größerem Umfang Gegenstand der Handelsthätigkeit sind. Man hat statistische Daten, wonach alljährlich 40 50,000 Elefanten erlegt werden muͤssen, damit das allein von England consumirte Elfenbein gewonnen wird. Bedenkt min, welche Unmasse von Elfenbein in China, in Amerika, in Indien verbraucht wird, so gewinnt man eine vatze Vorstellung von dem Vernichtungswerk gegen das in Asien lebende so sehr geschätzte Thier, wozu eine so massen⸗ hafte Consumkion und der stets steigende Preis des Elfenbeins antreibt. In Europa ist London der Hauptmarkt für Elfenbein. Die jährliche Einfuhr dorthin betragt ca. 550 Tonnen im Werthe von 910 Million Francs. Für die Consumtion steht Sheffield mit in erster Linie, man kann seinen jährlichen Verbrauch auf 200 Tonnen schätzen. Ein Fabrikant der genannten Stadt hat im Jahre 1878 für sich allein 2560 Elefantenzähne verarbeitet, also das Produkt von 1280 Elefanten! Nach Frankreich wurden im Jahre 1876 152 Tonnen importirt. Das nach Europa ausgeführte Elfenbein kommt meist aus Afrika. An der Ostküste ist Sansibar der Hauptmarkt. Arabische Karawanen treiben in regelmäßiger Weise dorthin Elfenbeinhandel und dringen zu dem Zwecke ins Innere des schwarzen Welttheils bis Nyangwe, ja weiter bis zu den Stanleyfaͤllen und bis zum Aruwimi vor.

In den Hafen des Rothen Meeres, in Mo zambique und in Kapstadt findet gleichfalls Elfen beinhandel statt. Auf der westlichen Küste, vom Senegal herunter bis St. Paolo de Loando, findet sich ein markiges, im Handel sehr ge suchtes Elfenbein. Es wird nach seiner Farbe dassilbergraue genannt und hat den Vorzug, an der Luft nicht, wie das asiatische Elfenbein und auch das von der afrikanischen Ostkuste stammende, seine Weiße zu verlieren und gelb zu werden.

Aus der Gabun- und Angolo-Landschaft vom Niger und von Kamerun kommen die bedeu tendsten Elfenbeintransporte. Der Hauptstapel platz an der Küste ist das 200 Kilometer stdlich von der Kongomündung gelegene Dorf Kinsembo, wo sich mehrere englische und französische Fak toreien befinden. Der Transpzit des Elfen beins aus dem Innern geschieht durch Karawanen (Schimbuk) von 100 bis 150 Negern, die eine jede selten mit weniger als 50, oft mit 200 bis 300 Elefantenzähnen beladen sind. Die beiden Reisersuten, welche die Karawanen, einer seits aus dem östlichen Innern, andererseits vom Stanley Pool und San Salvador herkommend, einschlagen, treffen in Kiballa, welcher Ort ca. 50 Meilen landeinwärts, nordöstlich von Am

Elfenbeinmarkt im Innern. Sobald die Nach- richt an die Küste gelangt, daß eine Elfenbein karawane sich Kiballa nähert, machen sich alle Negermakler von den Küstenplätzen Kinsembo, Ambriz und Ambrizette eiligst auf den Weg, der Karawane entgegen, um dem Chef die Vor theile ihres Hafenortes für den Austausch des Elfenbeins nahe zu legen und seinen Entschluß bezüglich des weiteren Transportes auf diese Weise zu beeinflussen. Den jährlichen Elfenbein

bis nach Ambriz, kann man auf durchschnittlich 100 Tonnen oder 5 bis 6000 Zähne von jeder Größe schätzen, wie denn ja die Westküste Afrikas das Produkt am reichsten aufweist. Wenn der einst der obere Lauf des Kongo durch einen Schienenstrang mit Vivi in Verbindung gebracht sein wird, wird ein Theil des Elfenbeinhandels, mit dem Stapelplatz in Stanley Pool(der Kopf station der Bahnlinie), nach den Faktsreien von Boma und Banana debouchiren. Leopoldville wird dann der große Binnenmarkt für Elfenbein werden, wo das an diesem Produkt so reiche Gebiet des Zumbo seinen Abfluß findet und die

brizette liegt, zusammen. Dort ist der wichtigste Z

expert von der Westküste Afrikas, vom Kongo M. 0.60 1.30, Enten per Stück M. 1.20 1.70, Ochsen⸗

egyptischen Sudan weisen großen Reichthum von Elfenbein auf. Lupton Bey, Gouverneur dieser Provinzen, machte vor einiger Zeit bekannt, daß er in seinemZaribas einen Elfenbein-Vorrath von 2000 bis 2500 Zentner(125 Tonnen) besitze, was einen Werth von Million Francs aus⸗ macht. Bei den Mombutfons sah Schweinfurth in den Kaufhallen des Koͤnigs(welcher das Monopol dieses Handels hat) eine solche Masse von Elfenbein, das aus der Elefantenjagd er⸗ beutet war, daß das Fleisch allein meint der berühmte Reisende der in jenem Lande ge⸗ tödteten Elefanten für die Ernährung der ganzen Bevölkerung genügen würde. Kapitän Hanssens, der die Hauptmärkte an den nördlichen Zuflüssen des Kongo(Übangi, Mon galla und Itembiri) besucht hat, daß die Haupt⸗ handelsartikel Elfenbein und Sklaven sind. Lieu tenant von Gele endlich, der jüngst von den Stanleyfällen zurückgekehrt ist, berichtet, wie ihm Tipo⸗Tipo, der berühmte handeltreibende Araber⸗ häuptling, selbst geschildert habe, daß die weiten Landstrecken östlich von den Stanleyfällen bis zum großen See Muta-Asige äußerst reich an Elfenbein seien.

Heute noch hat das kostbare Produkt in jenen Gegenden des Innern nur einen relativen Werth, weil Transportmittel und Absatzgelegenheit fehlen. Mit der Schaffung einer Kougo-Eisenbahn am untern Kongo und eines Dampfertransportdienstes auf dem obern Kongo und auf dem Ubangi-Welle aber wird der Riesenstrom der Handelsweg wer den, auf welchem das Elfenbein wie die übrigen Naturreichthümer des Kongo-Gebiets nach den Stapelplaͤtzen Leopoldville, Boma und Banana gehen. Zum Schlusse noch einige Notizen über die Verbältnisse des Elfenbeinmarktes in Liver⸗ pool. Bekanntlich werden dort jährlich vier Auctionen in Elfenbein abgehalten; die letzte fand am 21. April statt. Es kamen 30 Tonnen zum Verkauf, von welchen aus Gabun 10, dom Niger⸗Gebiet 8 ½, aus der Angola-Landschaft 5 ½j;, vom Kamerun-Gebiet 2 und von andern Punkten der afrikanischen Westküste 4 stammten. 24 Tonnen wurden zu 25 Pfd. Sterling unter den Ja nuarpreisen abgegeben. Die Preise variiren ius unbegrenzte, je nach Gewicht und Qualitat der Zähne; auch die Provenienz wird berücksichtigt. Prima Gabun-, Kamerun- und Angola-Zähne im Gewicht von 70 und 93 Pfund notirten bis 56 Pfund Sterling. Gute Niger-Zähne(40 bis 65 Pfund) wurden zu 42 bis 48 Pfand Ster- ling verkauft.

Verloosung.

Oesterreichische 250 fl.⸗Loose vom Jahre 1854. jehung am 1. Juli. Gezogene Serien: Nr. 28 85 132 206 292 346 507 637 713 903 1147 1176 1177 1234 1282 1318 1329 1390 1501 1547 1580 1780 1896 1986 1995 2256 2266 2373 2466 2579 2677 2700 2903 2915 3031 3076 3204 3253 3340 3606 3771 3773 3682(2). Die Prämienziehung findet am 1. Oetober d. J. statt.

Handel und Verkehr. Friedberg, 17. Juli. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.750.90, Eier 1 Stück 6 Pf. Gießen, 17. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.80 0.85, Eier 2 Stück 11 Pf, Käse per St. 59 Pf., Tauben per Paar M. 0.45 0.70, ühner per Stück M. 0.90 1.20, Hahnen per Stück

fleisch per Pfund 6264 Pf., Kuh⸗ und Rindsfleisch 52 56 Pf., Schweinefleisch 54 60 Pf., Hammeisfleisch 50 66 Pf., Kalbfleisch 4650 Pf., Kartoffeln per

100 Kilo M. 4 00 7.00, Zwiebeln per Ctr. M. 68., Kirschen per Pfund 14-18 Pf. Homburg, 17. Juli. Marktpreise. Kartoffeln

(neue) per Malter M. 8, per Gescheid 12 Pf. Eler per Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 110, 2. Jual. M 109.

Literarisches.

Daheim Nr. 42 enthält: Die Bräute von Moorstätt. Forts. Eine Weinversteigerung im Kloster Eberbach. Von F. Hey'l. Das Trauerspiel in Bayern. Mit elf Illustr. Die Genußmittel im Welthandel. Am Familientisch: Die Milch ist angebrannt! Lasset die Kind⸗

handelstüchtigen Negerstämme am Kwango dem

geringer Mannigfaltigkeit; indessen kommt das

Handel obliegen werden.

lein zu mir kommen. Von F. Schuback. In unserer Spfelecke. Mit einer sllustr. Beilage.

Als Stanley Afrika verließ, um nach Europa zurückzukehren, befand sich bereits in Stauley⸗Pool ein Stock von mehr als 3000 Elefantenzähnen. Auch die südlichen Provinzen des ehemaligen

Ferner berichtet

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