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Küchler, Moͤhn und Schroeder, die Penstonirung der Volksschullehrer betreffend(die Dienstzeit solle bei Bestimmung der Pension von den ersten dienstlichen Verwendungen berechnet werden) ent spann sich eine langere Discussion. Die An träge wurden schließlich nach dem Antrag des Abg. Schroeder an den Ausschuß zur nochma ligen Berathung zurückverwiesen. Hierauf wur den 645 M. zur Bestreitung der Kosten für die Beschaffung der Mobilien für das Schullehrer Seminar in Bensheim und 600 M. für die Mobiliarausstattung des Kreisamtsgebäudes in Offenbach bewilligt. Es folgten Petitionen ohne weiteres Interesse. Bei der Berathung über eine Vorstellung des Peter Hertel von Unterschön mattenwag, wegen Rückzahlung der von seiner Mutter zur Abhaltung von Seelenämtern an die dortige katholische Kirche gemachten Schenk ungen, nahm Frank Veranlassung, nach dem Schicksal der von seiner Partei eingebrachten Anträge aufAbänderung der Kirchengesetze zu fragen, worauf Staatsminister Finger etwa ent gegnete: Die Kammer würde längst mit den Anträgen auf Abänderung der Kirchengesetze be faßt sein, wenn die Sache von anderer Seite einen richtigen Fortgang genommen hatte. Eine Revision sei nur möglich, wenn der Bischofsstuhl in Mainz besetzt sei. Nur mit einer Persönlich keit, welche die Verhältnisse in unserem Lande kenne, könne man bezüglich der Aenderung der Kirchengesetze in's Benehmen treten. In der Frage der Besetzung des Mainzer Bischofstuhles sei seit einer Reihe von Jahren Nichts geschehen, erst in der letzten Zeit habe man sich für die Besetzung interessirt, soviel dem Ministerium be kannt, sei bis jetzt eine Bestätigung des Papstes in der Besetzungsfrage noch nichts erfolgt. Die Regierung müsse erst die Gewißheit haben, daß ein geordneter Zustand zwischen Staat und Kirche hergestellt werden könne, wenn sie in die Revi sion der Kirchengesetze eintreten solle. Es folgt hierauf die Vorlage des Ministeriums des In nern und der Justiz, den Gesetzentwurf, die Ab änderung der Artikel 45 50 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 betreffend. Die hierzu gestellten Anträge des Abg. Schön berger wurden schließlich nach den Anträgen des Ausschusses angenommen.

DemFr. Journ. schreibt man von Mainz: Einem hier in gut unterrichteten Kreisen circulirenden Gerüchte zufolge, stände eine Aender ung im Großb. Ministerium des Innern, Ab theilung für Schulangelegenheiten, bevor und soll ein hiesiger Schulmann an Stelle des wegen geschwächter Gesundheit in Pension tretenden Geh. Oberschulrath Becker berufen werden. Auch der vortragende Rath des niederen Schulwesens, Geh. Oberschulrath Greim soll beabsichtigen, zu rückzutreten. Was an dem Gerücht Wahres ist, dürfte sich bald entscheiden. Jedenfalls würde ein Weggang der Genannten einen Systemwechsel nicht bedeuten.

Berlin. Graf Herbert Bismarck ist zum Staatssecretär im Auswärtigen Amte ernannt, an seine Stelle tritt Graf Berchem als Unter staatssecretär im Auswärtigen Amte.

17. Mai. Der Reichstag genehmigte nachträglich dem Commissionsantrag gemäß die Ueberschreitungen im Etat für 1884/85 und er ledigte verschiedene Petitionen nach den Com missionsauträgen. Die Branntweinsteuervorlage ist bereits heute dem Reichstag zugegangen. 18. Mai. Der Reichstag erledigte die erste Lesung des Zuckersteuergesetzes nach einer wenig erheblichen Debatte. Die zweite Lesung findet im Pleuum statt. Der Gesetzentwurf uͤber die Begründung der Revision in bürgerlichen Rechts streitigkeiten wurde in erster und zweiter Lesung unverändert angenommen, die Preßgesetzuovelle von der Tagesordnung abgesetzt.

Kassel. Der Communallandtag für den Regierungsbezirk Wiesbaden ist auf den 31. Mai, der Provinziallandtag auf den 8. Juni nach Kassel zusammenberufen.

Homburg, 17. Mai. Die Kronprinzliche Familie empfing gestern den Besuch des Groß

herzogs und Erbgroßherzogs, sowie zweier Prin zessinnen von Hessen, welche Mittags von Darm stadt hier eintrafen und auf dem Bahnhofe am Kaiserpavillon von dem Kronprinzen empfangen wurden. Nach dem Diner unternahmen die hohen Herrschaften eine Spazierfahrt, worauf die Fürst lichen Gäste Abends die Rückreise wieder antraten.

Dresden, 17. Mai. Der König und die Königin sind heute mit dem Prinzen Friedrich August nach Sibyllenort zu längerem Aufent halte abgereist.

Eisenach, 17. Mai. Gestern ist hier eine Conferenz von Ministern der thüringischen Staaten abgehalten worden; dieselbe beschäftigte sich, dem Vernehmen nach, mit der Frage der Heranzieh ung der Eisenbahnen zur Communalsteuer.

Baden-Baden, 16. Mai. Die Kaiserin ist heute Nacht in erwünschtem Wohlsein mittelst Extrazuges hier eingetroffen und hat im Meß mer'schen Hause Wohnung zu mehrwöchentlichem Aufenthalte genommen.

Stuttgart. Dem Vernehmen nach wurde Generallieutenannt Alvensleben, Commandeur des 5. Armeecorps, behufs Uebernahme des Commando's des 18. Armeecorps von Posen nach Stuttgart versetzt.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Das Fremdenblatt bezeichnet die Zeitungsnachricht von einem bevorstehenden Gegenbesuche des öster- reichischen Herrscherpaares bei dem russischen Kaiserpaar als unbegründet.

Frankreich. Paris. Das Reuter'sche Bureau erfährt, China erhebe Widerspruch gegen jedes Arrangement zwischen Frankreich und dem Vatican, welches bezwecke, die Befugnisse des nach Peking zu entsendenden päpstlichen Nuntius durch ein Protectorat Frankreichs über die katho- lischen Missionen in China einzuschränken.

Großbritannien. London. Gladstone ist entschlossen, im Falle einer Ablehnung bei der zweiten Lesung der Home-Rule-Bill das Parla ment aufzulösen.

18. Mai. Unterhaus. Bei der fortge setzten Berathung der Home-Rule Bill erklärte Bryce, die Regierung ser nicht abgeneigt, die Wähler über die Nothwendigkeit der Home Rule-Bill zu befragen.

Die englische Flagge wurde auf den Kermadec-Inseln aufgehißt.

Spanien. Madrid, 17. Mai. Die Königin ist heute von einem Sohn entbunden worden. In der Deputirtenkammer sprachen der Kammer präsident und der Ministerpräsident Sagasta ihre hohe Freude über die Geburt des neuen Königs aus, mit der Versicherung, daß alle Spanier sich in treuer Gesinnung um den neuen König als den Vertreter des Friedens und der Ordnung zusammenschaaren würden. Das Haus nahm diese Erklärungen mit Beifall auf. Eine ähnliche Erklärung wurde im Senate abgegeben und auch dort enthusiastisch aufgenommen. Der zukünftige König wird den Namen Alfonso er halten.

Türkei. Constantinopel. Der Constantino peler französische Botschafter, Marquis v. Noailles, z. Z. in London, erhielt Befehl, sich sofort auf seinen Posten nach Constantinopel zurückzubegeben.

Numelien. Philippopel,(66. Mai. Ein erfolgloser Versuch wurde heute Morgen hier von der Partei, welche gegen den Fürsten Alexander ist, gemacht, eine Volksversammlung abzuhalten. Eine große Menschenmenge schaarte sich zusammen und spielte den Veranstaltern der Demonstration übel mit. Sechs von ihnen er litten schwere Verletzungen. Darauf wurde eine Volksversammlung zu Gunsten des Fürsten und seiner Regierung gehalten und Resolutionen ge faßt, welche die Politik desselben gutheißen. Es herrscht vollkommene Ordnung.

Serbien. Belgrad. Poulovic, früherer Justizminister des Cabinets Garaschanin, wurde

Landw. in

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Aus Stadt und Land.

i. Rendel. Die Obsibäume stehen in der südlichen Wetterau allenthalben in der schönsten Blüthe. Die lezten kalten Tage haben denselben mehr genützt, als geschadet.

Von den Blüthen sind nur wenlge erfroren, dagegen ist

eine Menge Ungeziefer zu Grunde gegangen. Aber immer g noch sind die Obstbäume mlt vielen Raupennestern bedeckt,

welche absolut vertilgt werden müssen, wenn nicht großer Schaden dadurch erwachsen soll. Wir begrüßen mit Freu⸗ den die von Selten des Großherzoglichen Kretas Fried⸗ berg erlassene Verfügung, wonach alle Baumbesitzer an⸗ gewiesen werden, innerhalb kurzer Zeit ihre Bäume von Raupen zu reinigen. In vielen Gemeinden ist die Ver⸗ fügung auch schon bekannt gemacht worden. Wollen wir aber hoffen, daß es nicht nur bei dleser Bekanntmachung bleibt, sondern die Besitzer von Obstbäumen auch Hand an's Werk legen und mit allem Ernste gegen diese großen Feinde unserer Obstbäume auftreten. Der Lohn für ihre Arbeit wird nicht ausbleiben.

i. Massenheim. Nächsten Sonntag den 28. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, findet im Saale des Gastwirths Klös dahler eine Versammlung der Kriegervereine des Bezirks Vilbel statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Begrüßung der Versammlung; 2. Vortrag des Rechen⸗ schaftsberichts des abgelaufenen Verbandsjahres, sowle Bericht über die Delegirtenversammlung derHassia zu

Worms in 1885(Referent: Kamerad Lehrer Will zu

Rendel); 3. Beschlußfassung über die zum Delegirtentag derHassia zu Butzbach am 6. Juni d. J. gestellten Anträge; 4. Wahl eines Abgeordneten zu diesem Dele⸗ girtenkag; 5. verschledene Mittheilungen. Wir wollen hoffen, daß sämmtliche Vereine des Bezirks stark ver⸗ treten sind, damit man sieht, daß man überall Interesse an den schönen Bestrebungen des Krlegervereinswesens hat. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

Gießen. Als Geschworene für das 2. Quartal 1886 wurden ausgeloost: 1) Jäger, M., Rentner in Gambach. 2) Münch, K., Rentner in Homberg. 3) Heinz, K. VIII., Nieder-Weisel. 4) Jäger, J. Gz. II., Landw. in Holzheim. 5) Geisel, J., Landw. in Angen⸗ rod. 6) Vogeley, W., Fabrik. in Alsfeld. 7) Eulau, H., Fruchth. in Büdingen. 8) Kißner, Gg. A., Bäcker in Schotten. 9) Lung, H. V., Landw. in Wohnbach. 10) Weith, K., Landw. iu Nieder-Wöllstadt. 11) Seil⸗ bach, J., Beigeordn. in Rainrod. 12) Busch, W. I., Landw. in Nieder-Wöllstadt. 13) Schaub, B. Chr., in Büdesheim. 14) Möller, K. II., Kaufm. in Lauterbach. 15) Theobald, L. C., Weinh. in Friedberg. 16) Philipps, K. VIII., Landw. in Fauerbach v. d. H. 17) Fink, J. in Vilbel. 18) Hörle, G., Privat. in Kaichen. 19) Sey fried, G., Bäcker in Butzbach. 20) Draudt, K., Landw. in Nieder-Wöllstadt. 21) Fey, W., Rentner in Alsfeld. 22) Oel, K., Müller in Grünberg. 23) Runkel, G. J., Landw. in Assenheim. 24) Korell, H. II., Bürgerm. in Leusel. 25) Wolf, H. I., Landw. in Ranstadt. 26) Schmücker, J., Kaufm. in Gießen. 27) Emmerich, B., Grubenbes. in Gießen. 28) Keßler, L. V., Landw. in Großen Linden. 29) Habenicht, Fr. II., Kaufm. in Gießen. 30) Frank, F. Fruchth. in Düdels heim.

h. Darmstadt, 17. Mai. Bezüglich des neulich erwähnten Zimmergesellenstreiks möchte Einsender noch mittheilen, daß die Arbeiter, nachdem 8 Tage lang die Arbeit eingestellt war, insofern den Sieg davon⸗ getragen, als sie eine Lohnerböhung von 30 Pf. pro Woche erwirkt haben. Heute Morgen wurde die Arbeit von sämmtlichen Gesellen wieder aufgenommen, unter der Bedingung, daß sie kommenden Herbst die von ihnen anfangs verlangte Löhnung von 3 M. erhalten werden.

Allerlei.

Homburg. Seit zehn Tagen, schreibt man dem Fr. Journ., sitzt dahier eine mystertöse Persönlichkeit in Haft. Es ist dies ein erst in der Mitte der zwanziger Jahre stehender schlanker Mann, bartlos, von blasser Gesichtsfarbe und schwarzem Haupthaar, der mit seltener Consequenz den Gerichten jede wahrheitsgemäße Aus⸗ kunft über seine Persönlichkeit und Herkunft verwelgert. Als er in den letzten Monaten in Tauberbischofsheim und Donauwörth wegen Bettelns verhaftet wurde, nannte er sich daselbstFriedrich Weiß, und gab an, von Berlin gebürtig zu sein, was, wie sich demnächst ergab, die Unwahrheit ist; doch war es jenen Gerichten, aller Mühe⸗ waltung ungeachtet, nicht möglich, die Persönlichkeit des Vagabunden festzustellen, obwohl das Amtsgericht zu Donauwoͤrth selbst zu dessen photographischer Aufnahme schritt und die geeigneten Ausschreiben erließ. Hier ist der Verhaftete, welcher sich jetztJohann Georg Meier nennt und aus Bayern gebürtig sein will, nochmals photographirt worden, und wird es sich zeigen, ob die hiesigen umfassenden Recherchen besseren Erfolg haben. Es ist wohl nicht zu bezwelfeln, daß der Verhaftete eine verbrecherssche Vergangenheit hat, welche es ihm um jeden Preis, ohne Rücksicht auf eine längere Unter⸗

suchungshaft, wünschenswerth macht, die gerichtliche Fest⸗

stellung seiner Identität zu vereiteln. nächst hierüber weiter berichten.

Wir werden dem:

Magdeburg. Hier sind zwei Raubmörder, Knochen⸗

hauer und Pussel, die elnen Trödler erschlagen und be⸗ raubt hatten, durch den Berliner Scharfrichter Krauts hingerichtet worden. Handel und Verkehr. Friedberg, 18. Mal. Fruchtbericht. Walzen M. 17.50

bis 17.75, Korn M. 14.50 14.75, Gerste M. 1314., ö

Hafer M. 13 13.50. Alle Preise verstehen; sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund.

zum Gesandten in Rom ernannt.

Friedberg, 19. Mai. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85 1.00, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf.

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