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Spanien. Madrid, 15. Sept. Es ver⸗ lautet, der Herzog von Sevilla, welcher in Mahon internirt war, sei auf einem nach Cette segeln— den französischen Kauffahrteischiffe entflohen.
Italien. Rom. Die„Italie“ erklart be⸗ züglich der bevorstehenden Absendung von 1500 Mann nach dem Rothen Meere, dieselben wären seit Mai bereits bestimmt, die in die Heimath entlassenen resp. noch zu entlassenden Mannschaften zu ersetzen, keineswegs aber Suakin oder einen anderen Punkt am Rothen Meere zu besetzen.
Bulgarien. Sofia, 14. Sept. In der heutigen Sitzung der Sobranje wurde die Ant— wort auf die Eröffnungsrede und über den An— trag auf Absendung eines Telegramms an den russischen Kaiser berathen, ein Beschluß wurde jedoch noch nicht gefaßt.
— 16. Sept. Die beutige Sobranje accep— tirte ohne Debatte die Adresse an den Zaren. Dieselbe besagt, daß die Ueberzeugung einer Spannung mit Rußland beseitigt sei und daß der Zar das Bulgarenvolk und seine nationalen Bestrebungen in seine Obhut nehmen möge. Zur Wohlfahrt des Volkes acceptirte die So— branje trotz der heftigsten Opposition seitens der Zankovisten den Belagerungszustand.— Oester⸗ reich, Italien und England erkannten heute die Regentschaft an.
Rußland. Petersburg, 15. Sept. Gestern Vormittag fand in der Nähe von Brest-Litowsk vor dem Kaiserpaar eine Parade der Manöver— truppen statt. Nachmittags wurde im Liubschner Forst eine große Jagd veranstaltet, woran die Großfürsten Wladimir, Nikolaus der Jüngere, Fürst Woronzow Daschkow, General v. Werder und Andere theilnahmen. Der Thronfolger, sein Bruder Georg, der ältere Großfürst Niko— laus, der Prinz von Oldenburg und die Minister Wanrowski und Giers reisten Nachmittags nach Peterhof ab. General Kaulbars soll demnächst als russischer diplomatischer Agent nach Sofia abgehen.
Egypten. Kairo, 12. Sept. Tamai, das letzte Bollwerk der Rebellen bei Suakin, wurde am Freitag genommen. Die befreundeten Stämme machten einen Scheinangriff und als die Rebellen darauf aus der Stadt kamen, wurden sie ge— schlagen und flohen, nachdem sie 5 Todte auf dem Kampfplatze gelassen hatten.
Aus Stodt und Land.
Friedberg. Schon seit längerer Zeit, veran⸗ laßt durch die des Montags in aller Frühe in Frankfurt stattfindenden Schlachtviehmärkte, hat sich die Unsitte eingeschlichen, daß die Viehhändler von nah und fern
aus der ganzen Umgegend des Sonntags mit ihrem Vieh bierhertreiben, spät Nachmittags oder gegen Abend
hier ankommen, um ihr Vieh auf die Eisenbahn zu ver⸗
laden und über Nacht nach Frankfurt zu verbringen.
Abgesehen von den durch das öffentliche Viehtreiben am Sonntag verursachten Mißständen und die dadurch mehr oder minder bewirkte Störung der Sonntagsfeier, war die Sache Anfangs leidlich, nach und nach aber hat sich Händler, zu einem förmlichen Markt entwickelt, was indeß immer noch anging, solange das Vieh innerhalb
dieselbe durch das weiterer
Metzger ve.
Hinzukommen
der Bahnhofs Einfriedigung zum Abwarten der Verlade zeit aufgestellt wurde.
lange, der durch Handeln und Feilschen
Die Händler lassen sich
dasselbe, da der Bahnhof verschlossen ist, auf der Straße
Dies dauerte aber auch nicht utstehende Skandal und das fortwährende Gezänke zwischen den Parteien veranlaßte die Bahnverwaltung, das Eintreiben von Vieh vor der Verladezeit Abends 8 Uhr und das Aufstellen desselben in dem Bahnhofe ganz zu verbieten und das Thor bis zur Verladestunde schließen zu lassen. hierdurch in ihrem Treiben jedoch nicht stören; stundenlang vor der bestimmten Ver⸗ ladezeit kommen sie mit ihrem Vieh angetrieben, stellen
auf und der ganze, den öffentlichen Verkehr störende und, wegen der sehr oft, ja beinahe immer angetriebenen Bullen, die Sicherheit der Vorübergehenden gefährdende Spektakel entwickelt sich ärger als je zuvor. Zwar ist Seitens der Poltzet ein Versuch gemacht worden, dieses Aufstellen des Viehes auf der Straße und die dadurch bewirkt werdende Verkehrsstörung zu verbieten; die Händler aber fragen nicht darnach, setzen ihr Treiben immer unverschämter fort, Polizei läßt sich jetzt keine mehr sehen, und am letzten Sonntag mußte Ein sender dieses es sich gefallen lassen, daß, als er Abends um 7 Uhr mtt seiner Frau die Stelle passiren wollte, die ganze Straße voll Vieh, und ein Bulle so nahe an der dem Bahnhofe gegenüber liegenden Mauer stand, daß die Vorübergehenden ganz dicht an dem unheimlichen Gesellen vorbei mußten, um durchzukommen, ein Defllee, welches zu passiren nicht Jedermanns Liebhaberei ist. Der Treiber aber, auf Etsuchen, den Ochsen mehr aus dem Wege zu stellen, meinte, es wäre Platz genug; Ein⸗ sender aber meint, man solle mit ganz energtschem Ein⸗ schreiten gegen solchen Unfug nicht warten, bis durch solch eine Bestie ein Unglück geschehen ist.
d. Friedberg. Mancher Geschäftsmann bringt bei Bezahlung mittelst Postanweisung 20 Pf. für Porto in Abzug. Man macht, wie der„Niederschl. Anzeiger“ mit⸗ theilt, wiederholt darauf aufmerksam, daß diese Hand— lungsweise ganz unberechtigt und laut ergangenem Ur⸗ theil des Reichsgerichts in Leipzig sogar strafbar ist, da in ihr ein Betrugsversuch zu erkennen ist.
G. Nieder Eschbach. Nächsten Sonntag Nach⸗
125
15
Homburg,
per Malter M. 4.50—5.00, per Gescheld 8-9 Pf.
Eier per Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual.
M. 1.30, 2. Qual. M. 1.25.
Frankfurt, 15. Sept. Wochenmarkt. Es kostete heute das Pfd. Butter M. 1.80 1.70, Eter das Hundert 5—7 M., Weißkraut das Hundert 15 M., das Stück 1820 Pf., Rothkraut 2025 Pf., Wirsing 12 Pf., Endivien 6 Pf., Zwetschen der Ctr. 3—6 M., Bohnen der Ctr. 8— 12 M., Gurken das Hundert 2 M., Salat⸗ gurken 810 Pf., Blumenkohl 30—50 Pf., Brockel⸗ bohnen 10— 12 Pf., Zwiebeln der Ctr. 4—5 M., Kohl⸗ rabi 3—4 Pf., gelbe Rüben der Pack 5—6 Pf.,— Ge⸗ flügel. 1 Huhn M. 1— 2.50, 1 Hahn 70 Pf, bis M. 1.80, Ente M. 2—3., Gans M. 3—7., Taube 40 bis 70 Pf., Reh 7080 Pf., Feldhuhn M. 1— 1.50.
Frankfurt, 16. Sept. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31.50— 32.50, Nr. 1 M. 27 bis 28., Nr. 2 M. 25— 26. Nr. 3 M. 23—24, Nr. 4 M. 17 17.50, Nr. 5 M. 15—16. Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 49—52. Norddeutsche und westfälische Welzenmehle Nr. 00 M. 21.5075, per Sept. Dez. ab Mühlen. Roggenmehl Nr. 0 M. 22.50 bis 23.50, Nr. 0/1 M. 21.50— 22.50, Nr. 1 M. 18 bis 19., Nr. 2 M. 16 16.50. Roggenkleie M. 4.50— 75, Weizenkleie M. 4(bei Abnahme von 200 Centner an). Malzkeime M. 4.10—4.20, Heu M. 2.50— 75, Stroh M. 2— 2.25 per Ctr., Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 9.20, Sesamkuchen M. 5.40, Raps⸗ kuchen M. 6— 25, Rüböl im Detail M. 48., Chtlisal⸗
mittag wird der berühmte und allseitig beliebte Gesang— verein„Concordia“ aus Frankfurt einen Familien Aus⸗ flug hierher machen und im Steinmetz'schen Saale einige Gesangsproben ablegen, worauf Freunde des Gesanges von Nah und Fern aufmerksam zu machen wir nicht verfehlen wollen.
Allerlei.
Frankfurt. Die Constablerwache oder die„elend Herberg“, wie sie früher hleß, welche jetzt abgebrochen
war ursprünglich mit dem heiligen Geisthospital in der Saalgasse verbunden. Das Gebäude, in welchem sich die Constablerwache befindet, stammt aus dem Jahre Ma Ursprünglich befanden sich in der Constablerwache, welche in der Mitte mit dem Stadtwappen, dem Adler und verschiedenen Kriegs- Attributen geschmückt war, keine Läden. Die ganze Front bildete einen Bogengang. Der Ueberrest ist noch in dem einen Theil zu sehen, der als Wachelokalität benutzt wird. Im Jahre 1820—2 kam man dazu, die ebener Erde gelegenen Gefängnisse nach dem Hinterbau zu verlegen und einen Theil des Bogen ganges als Läden einzurichten.
Cassel. Ein biederer Bierwirth aus der Residenz— stadt Arolsen hatte eine bildhübsche Kellnerin, die er mit Argusaugen bewachte. Als trotzdem eines Tages das Mädchen seinem Geltebten an einem wenig poesievollen Orte ein Rendezvous gab, da stürzte wuthentbrannt der Bierwirth hinzu und schloß das Pärchen ein. Vor den Augen seiner zahlreichen Gäste ließ er erst einige Stunden später die beiden jungen Leute wieder frei, welche nun sofort Klage wegen Freiheitsberaubung gegen ihn stellten. Die Casseler Strafkammer verurtheilte heute den sonst sehr angesehenen und achtungswerthen Attentäter zu einer Gefängnißstrafe von 8 Tagen.
Berlin, 14. Sept. Das Leibroß des Fürsten Bismarck, genannt„Grete“, ist gestern in den zum
Palais in der Wilhelmstraße gehörigen Stallungen plötz— lich verendet. Das Pferd, welches den Fürsten bei allen historisch- denkwürdigen Momenten des Krieges von 187% getragen hat, dürfte an Altersschwäche ge— storben sein.
Wien, 15. Sept. Die Kettenbrücke bei Mährisch⸗ Ostrau(Station der Ferdinands-Nordbahn, nahe der Grenze zwischen Mähren und Oesterreichisch Schlesien an der Ostrawitza gelegen) ist mit einem Militärtransport und vielen Passanten eingestürzt. Es gab viele Ver— wundete und mehrere Todte.
Budapest, 14 Sept. Es ist nunmehr konstattrt, daß hier die asiatische Cholera aufgetreten ist. Von gestern bis heute Nachmittag fanden 10 Erkrankungen statt, davon 4 mit tödtlichem Ausgang. Der Verlauf der Krankheit ist ein sehr rapider.
Handel und Verkehr.
Butzbach, 15. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.20— 1.30. Käse per Pfd. 45— 46 Pf.
Eler 2 St. 11 Pf.
wird und an deren Stelle Prachtbauten erstehen werden,
peter per Februar lieferbar M. 9.50— 10.
Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg⸗ Amerikanischen Packetfahrt Actiengesellschaft.„Albingta“, 7. Sept. von St. Thomas nach Hamburg;„Rugia“, 26. Aug. von New⸗Vork, 7. Sept. in Hamburg ange⸗ kommen;„Thormina“, 8. Sept. von Hamburg nach New⸗ Vork;„Bavarla“, 20. Aug. von St. Thomas, 9. Sept. in Hamburg eingetroffen;„Rhenania“, 21. Aug, von Hamburg nach Westindien, 9. Sept. in St. Thomos an⸗ gekommen;„Gellert“, 9. Sept. von New⸗Vork nach Ham⸗ burg;„Bohemia“, 28. Aug, von New⸗Nork, 10. Sept. in Hamburg angekommen;„Francia“, 23 Aug. von Gt Thomas, 11. Sept. in Hamburg eingetroffen;„West⸗ phalia“, 11. Sept. von New⸗Vork nach Hamburg;„Wie⸗ land“, 2. Sept. von New Vork, 13. Sept. in Hamburg eingetroffen;„Polaria“, von New-Vork kommend, 14. Sept. in Hamburg angekommen;„Californta“, 15. Sept. von Hamburg nach New- Pork;„Polynesia“, ab Hamburg, 10. Sept. in Newyork angekommen;„Rhaetia“, 29. Aug. von Hamburg, 12. Sept. in New Vork angekommen; „Suevia“, 2. Sept. von Hamburg, 15. Sept. in New⸗ Vork eingetroffen.
Wasserwärme der Usa: 16. September Mittags: 150 Reaumur. 17. September Mittags: 140 Reaumur. Walter.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 16. September 1886.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf
20⸗Frankenstückftfke 16 8 do. B nee e Englische Sovereings.. 20. 38 20. 34 Russische Imperiales.—.— 16. 78 Ducatemnn „% al mare);
4. 9 15
Dollars in Gold.
Airchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 43. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags 1¼ Uhr: Herr Candidat Noack. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Diegel.
Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 47 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. 7 Uhr: Jubiläums Andacht
Aepfel⸗Versteigerung.
Dlenstag den 21. September, Vormittags 10 Uhr anfangend, werden die der Gemeinde Trais-Münzenberg
zustehenden Aepfel versteigert. Trais⸗Münzenberg, 13. September 1886. Großherzogliche Bürgermeisterel Trais-Münzenberg. 3584 Gorr.
Ort und Stelle meistbietend verstelgert werden. Okarben den 25. September 1886. Großherzogliche Bürgermeisteret Okarben.
3581 Fauerbach.
* f———
Aepfel⸗Versteigerung. Dienstag den 21. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen
die der Gemeinde gehörigen Aepfel, etrea 25 Malter, an
Obst⸗Versteigerung.
Mittwoch den 22. d. Mts., Vormittags 9½ Uhr, soll das Gemeinde-Obst der Gemeinde Ostheim, bestehend in eirea 500 Centner Aepfeln, eirea 3 Centner Speier⸗ ling und ½ Centner Kastanien, in einzelnen Abtheilungen an Ort und Stelle versteigert werden. 5
Die vorzügliche Qualität des Obstes ist allgemein bekannt und wird gegen genügende Bürgschaft Zahlungs— frist bis den 22. Februar 1887 gestattet.
Ostheim den 14. September 1886.
Großherzogliche Bürgermeisteret Ostheim. 3583 Schneider. 359 B. Becker in Seesen a. Harz hat Tausende von Anerkennungsschreiben über seinen holländischen Tabak, 10 Pfund franco 8 Mark, erhalten, was öffent— lich bestätigt ist.(Mag. a. 1262.)
Mobiliar-Versteigerung.
Dienslag den 21. d. Mts., Vormittags 10 Uhr an- fangend, kommen vor der früheren Sick'schen Behausung folgende Gegenstände wegzugshalber gegen Baarzahlung zur Versteigerung: N 1 Causeuse, 1 Sopha, 1 ovaler runder Tisch, ver⸗ schiedene andere Tische, 1 Chiffoniere, 1 Kleider— schrank, 1 vollständiges Bett mit Sprungfeder⸗ matratze, 1 Nachttisch, 1 Nähtisch, 1 Pfeller⸗ schränkchen, 1 Blumentisch, 1 Spiegel mit Gold—⸗ rahmen, 9 Stühle, 100 Stück Weinflaschen, sowie noch sonstige Haus haltungsgegenstände.
3534 Jos. Butzbach, Auktionator.
. 22 9 1
Strümpfe und Socken
51 für Erwachsene und Kinder billigst bei K. Friedrich.
15. Sept. Marktpreise. Kartoffeln
wer Lü zeit na ver
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