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Dienstag den 18. Mai.

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Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 P Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Be

f., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

trag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

Betreffend: Die Revision der Brandversicherungskapitallen.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen

Die Erledigung unserer Verfügung vom 8. Januar 1886, Amtsblatt ohne Nr., bringen

Dr. Braden.

Friedberg den 10. Mai 1886. Bürgermeistereien des Kreises.

wir bei den noch Säumigen in Erinnerung.

Deutsches Reich. Berlin, 15. Mai. Ein an der Börse heute verbreitetes Gerücht von einem Unwohlsein des Kaisers ist vollständig unbegründet. Der Kaiser nahm im Laufe des Vormittags die gewöhnlichen Vorträge entgegen. Die Kaiserin ist heute nach Baden-Baden abgereist. Aus sicherer Quelle verlautet, daß der Khan von Khiwa demnächst eine längere Reise nach Europa zu unternehmen beabsichtigt, auf welcher er Berlin, Petersburg, Wien, Paris, die Schweiz und die wichtigsten Städte Italiens besuchen will. 15. Mai. Der Bundesrath überwies die Vorlage, betreffend den Gesetzentwurf zur Aus führung des internationalen Vertrags zum Schutze der unterseeischen Telegraphencabel, an die zu ständigen Ausschüsse und stimmte den Gesetzent würfen über die Branntweinbesteuerung und über

den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Gerichts

verhandlungen zu.

14. Mai. Das Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung die einzelnen Paragraphen des Lehreranstellungs-Gesetzes für die Ostprovinzen nach den Beschlüssen zweiter Lesung an. Hier auf folgte die erste Berathung des Gesetzent wurfs, betreffend die Beseitigung der schweben den Dreißig⸗Milionenschuld und wurde die Vor lage an die Budget-⸗Commission überwiesen.

Die Commission zur Vorberathung des

Entwurfes über die Communalbesteuerung der

Officiere hat den Gesetzentwurf mit dem Amen dement Huene angenommen.

Kiel. S. M. KanonenbootHyäne, Com mandant Corvetten-Capitän Langemak, ist am 12. Mai c. in Sansibar eingetroffen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Im Zoll⸗ ausschusse erklärte Sectionschef von Pußwald: Politische Motive konnten bei dem Abbrüche der Verhandlungen mit Rumänien umsoweniger in Betracht kommen, als nach einer von competen lester Seite stammenden Erklärung die politischen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und

Numänien vollkommen befriedigend sind und auch

beiderseits der aufrichtige Wunsch besteht, die selben vor einer Trübung zu bewahren. Schweiz. Bern, 14. Mai. Die interna lonale Conferenz für technische Einheit des Eisen bahnwesens unterzeichnet morgen den Conventions entwurf und das Protokoll der Verhandlungen. 16. Mai. Der gestern von der inter nationalen Conferenz für die technische Einheit im Eisenbahnwesen unterzeichnete Entwurf der Convention betrifft die Vorschriften über die sichere Einrichtung der im internationalen Ver lehr unter zollamtlichem Naumverschluß abzu sertigenden Eisenbahnwagen und ferner die Punkte des Schlußprotokolls der internationalen Con

ferenz von 1882, welche in der Zwischenzeit be

apstandet worden sind. Die Ratification des Conventionsentwurfes ist den betreffenden Re

Großbritannien. London, 15. Mai. Im Unterhaus wurde der Antrag Jennings zu Gunsten der Einführung von Eingangszoͤllen auf fremde Fabrikate behufs Herabsetzung der Zölle auf Thee, Kaffee und Cacao nach sechsstündiger Debatte abgelehnt. Harcourt sprach sich gegen jeden Antrag auf Einführung von Schutzzöllen aus, der Handel leide überall Noth, selbst in Deutschland, welches durch Geschicklichkeit und Fleiß seiner Bevölkerung der mächtigste Rivale Englands geworden sei. Die Arbeiterklassen hätten den unschätzbaren Werth des Freihandels erkannt und wünschten dessen Aufhebung nicht

14. Mai. Von Woolwich sind heute zwei Million Patronen und anderes Kriegsmaterial nach Dublin gesandt worden

Wie das Reuter'sche Bureau erfährt, hat die englische Regierung beschlossen, ihre Ein willigung zu der Annection der neuen Hebriden durch Frankreich nicht zu geben.

Bulgarien. Sofia. Fürst Alexander wird zwischen dem 13. und 19. Mat Jeni-Saghra,

Eski⸗Saghra, Kasanlik, Haskiöj und Kanakiöj

und über Varna nach Bukarest reisen, um den König Karl zu besuchen, wie er dies gewöhnlich thut, wenn er sich in der Nähe der rumänischen Grenze aufhält. In der Begleitung des Fuͤrsten wird Prinz Franz Joseph von Battenberg sich befinden. Von Bukarest kehrt Fuͤrst Alexander nach Sofia zur Eröffnung der Sobranje zurück.

Griechenland. Athen. Ein Erlaß des Königs beruft die Kammer auf nächsten Mitt woch den 19. d. Mts. ein.

Rußland. Petersburg. DasJournal de St. Petersburg dementirt in entschiedener Weise alle Nachrichten über eine Spannung zwischen Rußland und China aus Anlaß der Grenzregu lirung im Ussurigebiete.

Die auswärts verbreitete Nachricht, daß das Cartell der russischen Bahnen mit den öster reichischen und preußischen Bahnen von den ersteren gekündigt worden sei, wird von unterrichteter Seite als ganz unbegründet bezeichnet.

Sebastopol, 15. Mai. Der Kaiser, die Kaiserin und die Großfürsten sind nebst Ge folge Nachmittags hier eingetroffen und feierlich empfangen worden. Der Dampfer, auf welchem die Majestäten während ihres hiesigen Aufent haltes verweilen, ankert gegenüber der Admira lität, woselbst das PanzerschiffTschesme zum Stapellauf bereit liegt. Zahlreiche ehemalige Militärs, welche an den Kämpfen um Sebastopol theilgenommen hatten, sind hier eingetroffen.

Jalta, 14. Mai. Der Gouverneur des Kau kasus Dondukoff-Korsakoff ist hier eingetroffen.

Amerika. New- Vork. Zu den Arbeiter Unruhen und den anarchistischen Umtrieben in den Vereinigten Staaten gehen dem Fr. Journ. noch weitere Nachrichten zu. Danach hat die Chicagoer Polizei den Beweis erlangt, daß die Anarchisten den Plan geschmiedet hatten, eine möglichst große Pollzeimacht auf einen Punkt zu

besuchen, Ende Mai in Burgas sich einschiffen

Waffen zu vernichten. Wäre die Absicht ge⸗ lungen, so würde man darauf zu Brandstiftung und Plünderung geschritten sein. Nur das tapfere Verhalten der Polizei und einige wider Erwarten eingetretene Zufälle sollen den höllischen Plan vereitelt haben. Die Möglichkeit eines solchen Planes läßt sich recht wohl annehmen.

Most wurde nach Hinterlegung einer Caution von 1000 Dollars in Freiheit gesetzt.

Aus Stadt und Land.

Großkarben. Das schlechte Wetter mag es wohl gewesen sein, welches die Landwirthe von der Beschickung der am 13. d. Mts. programmmäßig auf dem Selzer brunnen stattgehabten Prämiirung von Jungvieh abge halten hat, und verargen kann man es ihnen nicht, denn Stallvieh ist an derartige Witterungseinflüsse selten gewöhnt, ebensowenig wie an den richtigen Gebrauch seiner Muskeln, wenn es heißt, weitere Strecken maschiren. Trotzdem hatte der Viehzüchter Gelegenheit, unter den 44 Rindern auch gutes, sogar vereinzelt recht gutes Zucht⸗ material auszusuchen, während die 4 Bullen weniger den Platz zierten, daher auch nur einer mit dem Prädikat passabel bedacht werden konnte. Das Urtheil der Prämmitrungs Commission schleß sich eng an die vom landw. Verein für die Sektion Vilbel aufgestellten Zucht⸗ prinzipien in Bezug auf Race, welche dahin gehen, bier den combinkrten Leistungen fähigen Züchtungen den Vor⸗ zug zu geben. Und da zu diesem Zweck aus den bunte Thalland⸗Racen(Bos taurus frontosus) namentlich das Berner Vieh hervorleuchtet, so ist auch dieser Züchtung der erste Preis zuerkannt worden, während Bastarde, Gebirgsvieh und das an sich schöne, in einem Stück sogar sehr schöne Niederungsvieh(Bos taurus primigenius) weniger Beachtung fand. Das Resultat der gewissen⸗ haften und nicht leichten Thätigkeit der Prämtirungs Commission bestand in der Zuerkennung von 14 Preisen und eine Anerkennung für einzelne Thiere und Collektionen. Die Anerkennung fiel Oekonom Georg Vorbach zu Okarben für die Aufstellung einer Berner Ferse zu, welche, un zweifelhaft das schönste Stück, nur deshalb nicht prämtirt wurde, weil es keine eigene Züchtung; dem Schweizer aber werden die 5 Mark Trinkgeld hoffentlich ein Sporn sein, das Thier auch ferner so gut zu halten. Hervor zuheben find weiter 2 Berner Rinder, dem Pachter Wendel-Balnhards gehörig, sie wurden mit dem ersten Preise bedacht. Von Berner Bastarden zeichneten sich die Colleetionen des Jacob Johann Geibel und Heinrich Bauer aus Klein-Karben aus, während die zwei ersten Preise für Niederungsvieh dem Pachter Hill zu Groß Karben und Wilhelm Brückmann-Dögelmüͤhle zufielen. Namentlich unter den Thieren Brückmann's war eines, welches berechtigte Bewunderung hervorrief. Wie schon erwähnt, ist nur ein Bulle prämtirt worden, dessen Be sitzer Pachter Schaar-Petterweil ist. Möge die Prämitrung ihre Frucht tragen und uns einen Schritt weiter bringen zu dem Endziel, welches uns fern, noch sehr fern liegt und nur mit gemeinsamer Kraft zu erreichen ist, das lehren uns die Maßnahmen der Viehzüchter anderer Gegenden, in denen die Viehzucht hervorragende Leistungen zu verzeichnen hat.

f. Ockstadt, 16. Mai. Gestern hielt Landwirth schaftslehrer Hannemann von Friedberg hier einen Vor trag über Obstbaumzucht, der von ca. 150 Personen von hier besucht war, eine für unseren kleinen Ort sehr bedeutende Zahl. Lebhafter Beifall lohnte am Schlusse den Redner. Auf Vorschlag Hannemann's gründete man ein landwirthschaftliches Lokalkränzchen, dem sofort 50 Mitglieder beitraten. In gleicher Wetse wurde vor Kurzem in Griedel ein Lokalkränzchen gegründet, das bereits 84 Mitglieder zählt. Es verdient die Thätigkeit und die Rührigkeit, die Lehrer Hannemann im Interesse

9 unserer Wetterauer Landwirthe entwickelt, oͤffentliche An erkennung. Moͤgen seine Bemühungen von Erfolg ge krönt sein; mögen aber auch unsere Wetterauer Land wirthe sich aus dem an vielen Orten noch bestehenden Schlendrian in einen gelinden Trab setzen lassen, ihr

ziehen, um sie vermittelst Dynamit und anderer

Schade wird es gewiß nicht sein